Älteste sind ungeschulte und unbezahlte Freiwillige, die NICHT qualifiziert sind, mit Kindesmissbrauchsbeschuldigungen umzugehen:

"Älteste sind geistige Hirten, aber im Allgemeinen nicht qualifiziert, um die Echtheit oder Schwere einer Kindesmissbrauchsbeschuldigung einzuschätzen." (Zitat aus dem vertraulichen Brief "An alle Ältestenschaften" von der britischen Zentrale der Watchtower Bible and Tract Society an alle Ältestenschaften in Großbritannien vom 1. Dezember 2000)

Sowohl Brown als auch Moreno sagten, dass die Ältesten, die freiwillige und im Wesentlichen ungeschulte Geistliche sind, in der Anwendung einer Vorschrift Fehler machen könnten, die, so glauben beide, den Schutz der Kinder an die erste Stelle setze. ... "Es ist der Versuch, Vertraulichkeit und den Schutz des Kindes in Harmonie miteinander zu bringen", sagte Brown. "Das ist nicht immer leicht. Sind Fehler gemacht worden? Sehr wahrscheinlich." (Zitat aus der Zeitung Paducah Sun (Kentucky) - 28. Januar 2001)

"Älteste der Zeugen Jehovas – alle sind Männer – sind das Gegenstück zu Geistlichen in anderen Religionen. Obwohl sie keine Bezahlung erhalten, übernehmen sie Verantwortungen wie das Lehren in Bibelstunden und das Weitergeben der Vorschriften der Religionsgemeinschaft. Sie untersuchen auch Zeugen, die beschuldigt werden, Sünden gegen andere Zeugen begangen zu haben. In einigen dieser Fälle wird nicht die Polizei gerufen. Zu den Hauptaufgaben der Ältesten gehört der Dienst in kleinen Rechtskomitees, die Geständnisse hören und entscheiden, ob ein Vergehen einen Gemeinschaftsentzug erfordert. Exkommunikationen werden in der Versammlung bekannt gegeben, aber die Ältesten sagen nicht, warum jemand hinausgeworfen wurde. Die Zeugen können nur aus einer langen Liste von Vergehen raten, die vom Rauchen von Zigaretten bis zum Totschlag reicht. Homosexualität, Hurerei, Trunkenheit, Verleumdung, Betrug, Glücksspiele, Abtrünnigkeit, Wutanfälle, Gewalt und Ehebruch sind weitere. Mit der Bekanntgabe der Exkommunikation müssen die Mitglieder diese Person ächten. Wenn sie das nicht tun, riskieren auch sie einen Gemeinschaftsentzug.  Die Furcht vor einem Gemeinschaftsentzug ist für viele Zeugen packend. Weil sie glauben, dass nur die Zeugen vor dem Tod gerettet werden, haben viele keinen Umgang mit Nichtzeugen. Ein Gemeinschaftsentzug bedeutet den Verlust des Freundeskreises, ganz zu schweigen von Familienangehörigen, die im Glauben bleiben. Älteste entziehen pro Jahr 50.000 bis 60.000 Zeugen auf der ganzen Welt die Gemeinschaft, sagt Brown. "Was uns betrifft, so kommt das nicht selten vor“, sagte er. ... Brown sagt, ein Gemeinschaftsentzug sporne Übeltäter an, wieder in die Religionsgemeinschaft zurückzukommen. Wer einen Wiederaufnahmeantrag stellen will, kann das tun, aber er muss sich an Vorschriften der Zeugen halten. Sie dürfen den Königreichssaal betreten, werden aber von den anderen Versammlungsteilnehmern ignoriert, bis sie wieder in den Glauben aufgenommen werden. Jedes Jahr, sagte Brown, würden 30.000 bis 40.000 Personen wieder aufgenommen, sie haben „das geistige Bewusstsein wiedererlangt“." (St. Petersburg Times, 22. August 2002)

"Eltern aus den meisten Religionsgemeinschaften würden nicht zögern, zuerst die Polizei zu rufen, wenn ihnen vom sexuellen Missbrauch ihres Kindes berichtet wird. Aber für Zeugen sind alle Außenstehenden – selbst Polizei und Sozialarbeiter – Mitverschwörer Satans, Teil der verurteilten Welt, die bald von Gott vernichtet werden soll. Wenn man es als Zeuge mit Fehlverhalten zu tun hat, "geht man zuerst zu den Ältesten, und dann treffen die Ältesten die Entscheidung, wohin man [von dort aus] geht. Die Organisation zu umgehen wäre Verrat“, sagte Anderson. Aber diese Ältesten sind „freiwillige und im Wesentlichen ungeschulte Geistliche“, so ein Sprecher der Zeugen Jehovas in der Paducah Sun. Sie besuchen kein Priesterseminar und haben nicht einmal ein Minimum an erzieherischen Erfordernissen über grundlegende Lese- und Schreibkenntnisse. Sie sind für nichts mehr ausgerüstet, als die Richtlinien der Organisation durchzusetzen und biblische Plattitüden und Gebete anzubieten. Wenn sie erstmals auf einen Fall von sexuellem Kindesmissbrauch stoßen, lautet die Anweisung an sie, zuerst in der Zentrale der Gruppe „die Rechtsabteilung anzurufen." ("An Unlikely David: Barbara Andersons Kampf, Pädophile in der zurückgezogenen Welt der Zeugen Jehovas zu stoppen", 3. September 2002 )

"Nicht einmal das Ehebett liegt außerhalb des Betätigungsfeldes der Wachtturm-Gesellschaft. Brown sagte, die Zeugen glauben, dass die sexuelle Betätigung zwischen Männern und Frauen dem "normalen Lauf der Dinge“ folgen sollte. „Wir meinen, Oral- oder Analverkehr geht darüber hinaus." Paaren werde vor der Ehe oft entsprechender Rat gegeben, sagte Brown. Schuldgeplagte Zeugen seien schon vor Rechtskomitees gegangen, um eigenwilligen Sex mit ihren Partnern zu bekennen." (St. Petersburg Times, 22. August 2002)

"Ein Ältester der Versammlung der Zeugen  Jehovas in Shelburne räumte gestern vor Gericht ein, er würde mit dem Fall einer Frau, die von ihrem Vater sexuelle missbraucht wurde, heute anders umgehen und die Sache sofort bei den Provinzbehörden anzeigen. Steven Brown, einer der Beklagten in einem Prozess, in dem es um 700.000 Dollar geht, sagte aus, nach einer Zusammenkunft mit Mitarbeitern der Jugendbehörde im Jahre 1990 wegen des Falles der Frau hatten Vertreter der Versammlung ein besseres Verständnis, wie man mit Kindesmissbrauch umgeht, einschließlich der Pflicht, Anzeige zu erstatten. Brown, Mitältester Brian Cairns und die Kirche werden von der Frau verklagt, weil sie ihren Fall nicht bei den Provinzbehörden angezeigt hatten, weil sie sie zwangen, ihrem Vater gegenüberzutreten, und weil sie ihr von ärztlicher Behandlung abrieten. Brown sagte, sie seien erstmals bei einem Treffen mit Cairns im Dezember 1990 auf den Missbrauch im Haus der Frau aufmerksam geworden. Das Gericht vernahm, erst am 5. Februar 1990 habe man der Jugendbehörde von dem Fall erzählt. Während des Treffens gestand der Vater, seiner Tochter Gewalt angetan zu haben. Cairns und Brown hatten zuvor noch nie mit Kindesmissbrauch zu tun und waren sich nicht sicher, wie damit umzugehen sei -- besonders mit dem Erfordernis, ihn bei weltlichen Behörden anzuzeigen, sagte Brown. "Wir wussten nicht, an wen wir die Klägerin verweisen sollten, wir wussten nicht, bei wem wir den Missbrauch anzeigen sollten", sagte er. "Da ist eine junge Frau, 19 oder 20 Jahre alt, die nicht zu Hause lebt. Wir hatten festgestellt, dass keine unmittelbare Bedrohung bestand. Wir haben uns gefragt, wie wir vorgehen sollten." Brown sagte, sie hätten an die Wachtturm-Gesellschaft geschrieben, die Rechtskörperschaft der Zeugen, und um Rat gebeten. Während sie auf Antwort warteten, wurden andere Kirchenälteste aufgeschreckt, weil sie den Fall nicht den Behörden gemeldet hatten, sagte Brown. Er fügte hinzu, die beiden verschiedenen Meinungen seien ende Januar 1990 zum Problem in der Versammlung geworden, als ein Komitee gebildet wurde, um den Vater der Frau zu bestrafen. Das Komitee entzog ihm alle Kirchenämter und sagte ihm, er solle zu einem Arzt und zur Jugendbehörde gehen." (The Toronto Sun, 17. September 2002)

"Ein Ältester einer Versammlung der Zeugen Jehovas im südwestlichen Ontario verteidigte gestern eine Entscheidung der Kirche, einen Mann, der beschuldigt wird, Mitte der 1980er Jahre seine Tochter sexuell missbraucht zu haben, sich selbst bei den Behörden anzeigen zu lassen. Steve Brown sagte im Bezirksgericht von Ontario aus, der Missbrauch habe aufgehört und es gebe keinen Grund zu vermuten, die beiden jüngeren Kinder in der Familie schwebten in Gefahr, als die Ältesten der Versammlung Shelburne im Dezember 1989 von den Anschuldigungen erfuhren. ... Ein Kirchenkomitee warf den Vater nicht raus, noch machte sie diue Anklage öffentlich, sagte Mr. Brown. "Er hat bereut und konnte wieder ein Mitglied der Versammlung werden", sagte der Kirchenälteste. "Wir hatten es nicht mit einem Mann zu tun, der entschlossen war, seinen bösen Lauf weiterzuverfolgen." (The Ottawa Citizen Canadian, 17. September 2002)