Texas Medienfortsetzung
Fortsetzungsartikel zum Fernsehbericht vom Dezember 2003 über Missbrauch im Gebiet von Dallas, Texas
3. März 2003

Harte Geschichten sind oft die lohnendsten

4.12.2002

VON JOHN McCAA / WFAA-TV

Die vielleicht schwierigste Form des Journalismus ist die investigative Arbeit. Sie erfordert Stunden der Nachforschungh, das Durchsehen zahlloser Berichte und Telefongespräche, lange bevor auch nur eine Sekunde Videoband aufgenommen ist.

Überdies bringt investigatives Berichten das "Ermittlungsteam" manchmal gegen mächtige Interessen auf, die lieber versteckt oder still bleiben möchten.

Unsere Valeri Williams, eine der besten investigativen Reporterinnen unseres Landes, bekam dies kürzlich wieder aus erster Hand zu spüren, als sie über Kindesmissbrauchsbeschuldigungen in einigen Versammlungen der Zeugen Jehovas berichtete. Die Leute, die Valeri interviewte, behaupteten, ihre Klagen seien entweder ignoriert oder nicht richtig von der Kirche angesprochen worden.

Solch einen Bericht in objektiver Weise zusammenzustellen, ist eine entmutigende Aufgabe. Sind die Anschuldigungen wahr? Sind die Zeugen glaubwürdig? Ist eine mangelnde Reaktion seitens der Kirchenführer auf die Klagen wahrgenommen worden?

In wochenlanger Arbeit und in stundenlangen Interviews kam Valeri zu dem Schluss, dass an den Anklagen etwas dran war. Sie berichtete ihre Ergebnisse auf News 8.

Obwohl investigatives Berichten schwierig ist, ist wenigstens eine Belohnung, die es mit sich bringt, dass man weiß, dass seine Arbeit etwas bewirkt hat.

Am Tag, nachdem WFAA-TV Valeris Bericht auf unserer News 8-Aktualisierung ausstrahlte, hatte sie E-Mails von mehreren Zuschauern erhalten, von denen die meisten die Geschichte lobten.

Hier sind einige Auszüge:

“Vielen Dank für die Abfassung dieses Artikels. Glauben Sie mir, dies ist nur die Spitze des Eisbergs.”

“Dies ist eine sehr traurige Geschichte und eine sehr wahre ... Ich wurde von meinem Vater missbraucht, aber ich erinnerte mich erst daran, als ich in Therapie war und mein Vater im Sterben  lag.”

“Eine von meinen Töchtern wurde von einem Kirchenältesten missbraucht, und sie weigern sich, etwas zu unternehmen.”

“Danke aus Kanada für Ihren ausgezeichneten Bericht über das grassierende Kindesmissbrauchsproblem in der Wachtturm-Organisation der Zeugen Jehovas.”

Es wäre unrichtig, alle E-Mails als positiv zu bezeichnen. Ein paar kritisierten die Geschichte sehr und nannten sie sehr voreingenommen:

“Jeder tatsächliche Justizirrtum bei der Behandlung von Kindesmissbrauchsfällen in den Versammlungen der Zeugen Jehovas geschah aufgrund örtlicher Fehler und Fehlurteile ... Jehovas Zeugen verabscheuen Kindesmissbrauch und Kinderschänder -- wir unternehmen etwas, um die Schuldigen auszuschließen. Sind andere Religionen ebenso deutlich? Zumindest versuchen wir es.”

“Persönlich glaube ich, dass Ihre Geschichte falsch gelaufen ist. Sie war sehr voreingenommen. Jehovas Zeugen sind eine der wenigen Religionen, die etwas unternehmen, um Leute davor zu schützen, Kindesmissbrauch in der Versammlung unterworfen zu sein.”

Die Geschichte berührte ganz klar einen Nerv bei den Zuschauern.

Die überwältigende Reaktion von Leuten, die sich mit den Opfern in der Sendung identifizieren konnten, gab Valeri und anderen an der Geschichte Beteiligte das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Sie können wirklich sagen, etwas bewirkt zu haben.