Die Wachtturm-Gesellschaft sagt, JEDER getaufte Zeuge Jehovas sei ein ordinierter Diener:

Der Wachtturm, 15. Januar 2001, Seite 12, Absatz 4:

Die neuen Jünger werden bei ihrer Taufe zu Dienern Gottes, Jehovas, ordiniert. Wer ordiniert sie? Im Grundsatz sind jene Worte auf sie anwendbar, die in 2. Korinther 3:5 festgehalten sind: „Unsere hinreichende Befähigung [als Diener Gottes] kommt von Gott." Es könnte für sie keine größere Ehre geben, als von Jehova Gott selbst ordiniert zu werden. Nach ihrer Taufe werden sie als Prediger der „guten Botschaft" weiterhin im Glauben wachsen, solange sie die Führung des Geistes Gottes akzeptieren und sich an Gottes Wort halten (Matthäus 24:14; Apostelgeschichte 9:31).

Seite 25 (derselben Ausgabe):

Das Vormittagsprogramm endete mit der Taufansprache, die bei den großen Zusammenkünften der Zeugen Jehovas immer einen Höhepunkt bildet. Es ist ein Grund zu großer Freude, wenn Neue beschließen, den Fußstapfen Jesu zu folgen, und sich nach ihrer Hingabe an Gott im Wasser untertauchen lassen (Matthäus 3:13-17). Alle, die diesen Schritt tun, haben schon einiges als Täter des Wortes Gottes erreicht. Durch die Taufe werden sie ordinierte Diener der guten Botschaft, und es bereitet ihnen außerdem große Freude, zu wissen, daß sie an der Heiligung des Namens Jehovas einen Anteil haben (Sprüche 27:11).
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Der Wachtturm, 15. November 2000, Seiten 15-20:

Wer sind heute die Diener Gottes?

„Unsere hinreichende Befähigung kommt von Gott, der uns wirklich hinreichend befähigt hat, Diener eines neuen Bundes zu sein" (2. KORINTHER 3:5, 6).

IIM ERSTEN Jahrhundert hatten alle Christen eine wichtige Verantwortung — die Verpflichtung, die gute Botschaft zu predigen. Alle waren gesalbt, und sie waren Diener des neuen Bundes. Manche hatten zusätzliche Aufgaben, wie zum Beispiel das Lehren in der Versammlung (1. Korinther 12:27-29; Epheser 4:11). Eltern hatten gewichtige Verpflichtungen innerhalb der Familie (Kolosser 3:18-21). Aber alle beteiligten sich an dem grundlegenden, wichtigen Werk des Predigens. Im ursprünglichen Griechisch der Christlichen Schriften wird diese Verantwortlichkeit als diakonía — Dienst, Dienstleistung — bezeichnet (Kolosser 4:17).

2 Im Lauf der Zeit änderte sich jedoch manches. Es entstand eine als Geistlichkeit bekannte Klasse, die sich das Privileg des Predigens vorbehielt (Apostelgeschichte 20:30). Die Geistlichkeit bildete unter denen, die sich als Christen bezeichneten, nur eine kleine Minderheit. Auf die übrigen, die überwiegende Mehrheit, wurde der Begriff „Laien" angewandt. Man hat die Laien zwar gelehrt, daß sie gewisse Pflichten hätten, zum Beispiel durch Spenden für den Unterhalt der Geistlichkeit zu sorgen, aber was das Predigen angeht, sind die meisten schließlich kaum mehr als passive Zuhörer geworden.

3 Die Geistlichen beanspruchen, „Diener Gottes" zu sein. Dazu absolvieren sie eine Hochschule oder ein Priesterseminar und werden ordiniert. In der International Standard Bible Encyclopedia heißt es: „ ‚Ordinieren‘ und ‚Ordination‘ beziehen sich gewöhnlich auf einen besonderen Status, der Geistlichen oder Priestern durch offiziell anerkannte Riten gewährt wird, wobei es insbesondere um die Befugnis der Wortverkündigung oder das Spenden der Sakramente oder um beides geht." Wer ordiniert die Geistlichen? Die New Encyclopædia Britannica sagt: „In den Kirchen mit episkopaler Tradition ist der ordinierende Geistliche immer ein Bischof. In presbyterianischen Kirchen wird die Ordination von Geistlichen des Presbyteriums verliehen."

4 In den Kirchen der Christenheit ist also das Privileg, ein Diener Gottes zu sein, stark eingeschränkt worden. Unter Jehovas Zeugen ist das allerdings nicht so. Warum nicht? Weil es in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts auch nicht so war.

Wer sind tatsächlich Diener Gottes?

5 Gemäß der Bibel sind alle Anbeter Gottes — ob im Himmel oder auf der Erde — seine Diener. Engel dienten Jesus (Matthäus 4:11; 26:53; Lukas 22:43). Engel sind außerdem bereit, „denen zu dienen, die die Rettung erben werden" (Hebräer 1:14; Matthäus 18:10). Jesus war ein Diener Gottes. Er sagte: „Der Menschensohn [ist] nicht gekommen . . ., um bedient zu werden, sondern um zu dienen" (Matthäus 20:28; Römer 15:8). Und da die Nachfolger Jesu ‘seinen Fußstapfen genau nachfolgen’ sollten, ist es kaum verwunderlich, daß sie ebenfalls Diener Gottes sein müssen (1. Petrus 2:21).

6 Kurz vor seiner Auffahrt in den Himmel sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Geht . . ., und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe" (Matthäus 28:19, 20). Jesu Jünger sollten ihrerseits Jünger machen, und damit waren sie Prediger oder Diener Gottes. Die neuen Jünger wiederum würden lernen, alles zu halten, was Jesus geboten hatte, einschließlich des Gebotes, hinzugehen und Jünger zu machen. Ob Mann oder Frau, Erwachsener oder Kind — ein wahrer Jünger Jesu war ein Diener Gottes (Joel 2:28, 29).

7 In Übereinstimmung damit verkündeten am Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. alle anwesenden Jünger Jesu, Männer wie Frauen, gemeinsam „die großen Dinge Gottes" (Apostelgeschichte 2:1-11). Außerdem schrieb der Apostel Paulus: „Mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Mund aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung" (Römer 10:10). Paulus richtete diese Worte nicht an eine Klasse von Geistlichen, der nur wenige angehören dürfen, sondern „an alle die, die als Geliebte Gottes . . . in Rom" waren (Römer 1:1, 7). Ebenso sollten alle ‘Heiligen, die in Ephesus waren, und die Treuen in Gemeinschaft mit Christus Jesus’ ihre ‘Füße mit der Ausrüstung der guten Botschaft des Friedens beschuhen’ (Epheser 1:1; 6:15). Und alle, denen der Brief an die Hebräer vorgelesen wurde, sollten ‘an der öffentlichen Erklärung ihrer Hoffnung ohne Wanken festhalten’ (Hebräer 10:23).

8 Wann wird denn jemand ein Diener Gottes? In anderen Worten: Wann wird er ordiniert? Und wer ordiniert ihn?

Ordination zu einem Diener Gottes Wann?

9 Zu der Frage, wann und von wem jemand ordiniert wird, wollen wir das Beispiel Jesu Christi betrachten. Er hatte weder ein Ordinationszeugnis noch einen Seminarabschluß, die ihn als Diener Gottes auswiesen, und er wurde auch von keinem Menschen ordiniert. Warum können wir dann trotzdem sagen, daß er ein Diener Gottes war? Weil sich an ihm die inspirierten Worte Jesajas erfüllten: „Jehovas Geist ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, um . . . gute Botschaft zu verkünden" (Lukas 4:17-19; Jesaja 61:1). Diese Worte lassen keinen Zweifel daran, daß Jesus beauftragt war, eine gute Botschaft zu verkünden. Von wem? Da er für dieses Werk mit Jehovas Geist gesalbt wurde, war es eindeutig Jehova Gott, der ihn ordinierte. Wann geschah dies? Als Jesus getauft wurde, kam tatsächlich Jehovas Geist auf ihn herab (Lukas 3:21, 22). Daher wurde Jesus bei seiner Taufe ordiniert.

10 Wie verhielt es sich mit den Nachfolgern Jesu im ersten Jahrhundert? Auch ihr Status als Diener Gottes kam von Jehova. Paulus sagte: „Unsere hinreichende Befähigung kommt von Gott, der uns wirklich hinreichend befähigt hat, Diener eines neuen Bundes zu sein" (2. Korinther 3:5, 6). Wie befähigt Jehova seine Anbeter, Diener Gottes zu sein? Beachten wir das Beispiel von Timotheus, den Paulus „Gottes Diener in bezug auf die gute Botschaft über den Christus" nannte (1. Thessalonicher 3:2).

11 Die folgenden an Timotheus gerichteten Worte verdeutlichen, wie er ein Diener Gottes wurde: „Du aber, bleibe bei den Dingen, die du gelernt hast und zu glauben überzeugt worden bist, da du weißt, von welchen Personen du sie gelernt hast, und da du von frühester Kindheit an die heiligen Schriften gekannt hast, die dich weise zu machen vermögen zur Rettung durch den Glauben in Verbindung mit Christus Jesus" (2. Timotheus 3:14, 15). Der Glaube des Timotheus, der ihn bewegen würde, eine öffentliche Erklärung abzulegen, beruhte auf einer Erkenntnis der Schriften. War das persönliche Lesen alles, was dazu nötig war? Nein. Timotheus benötigte Hilfe, um eine genaue Erkenntnis und geistiges Verständnis dessen, was er las, zu erlangen (Kolosser 1:9). Auf diese Weise wurde Timotheus „zu glauben überzeugt". Da er die Schriften „von frühester Kindheit an" kannte, müssen seine Mutter und seine Großmutter ihn als erste belehrt haben, da sein Vater offenbar nicht gläubig war (2. Timotheus 1:5).

12 Bevor Timotheus ein Diener Gottes wurde, geschah allerdings noch mehr. Zum einen wurde sein Glaube durch den Umgang mit Christen in nahe gelegenen Versammlungen gestärkt. Woher ist das bekannt? Der junge Mann Timotheus „stand bei den Brüdern in Lystra und Ikonion in gutem Ruf", als Paulus ihm zum erstenmal begegnete (Apostelgeschichte 16:2). Zum anderen schrieben zu jener Zeit bestimmte Brüder Briefe an die Versammlungen, um sie zu stärken. Und Aufseher besuchten sie, um sie zu ermuntern. All das half Christen wie Timotheus, in geistiger Hinsicht Fortschritte zu machen (Apostelgeschichte 15:22-32; 1. Petrus 1:1).

13 Angesichts der Anweisung Jesu in Matthäus 28:19, 20 können wir sicher sein, daß Timotheus irgendwann durch seinen Glauben dazu veranlaßt wurde, Jesus nachzuahmen und sich taufen zu lassen (Matthäus 3:15-17; Hebräer 10:5-9). Das war ein Zeichen seiner rückhaltlosen Hingabe an Gott. Bei seiner Taufe wurde Timotheus ein Diener Gottes. Von da an gehörten sein ganzes Leben, seine ganze Kraft und alles, was er besaß, Gott. Das war ein wesentlicher Bestandteil seiner Anbetung, „ein heiliger Dienst". Timotheus ruhte sich danach aber nicht auf seinen Lorbeeren aus. Er wuchs weiterhin in geistiger Hinsicht und wurde ein reifer christlicher Diener Gottes. Dazu kam es, weil Timotheus vertrauten Umgang mit reifen Christen wie Paulus hatte, weil er persönlich studierte und eifrig predigte (1. Timotheus 4:14; 2. Timotheus 2:2; Hebräer 6:1).

14 THeute ist die Ordination für den christlichen Dienst ähnlich. Wenn jemand „zum ewigen Leben richtig eingestellt" ist, wird ihm durch ein Bibelstudium geholfen, Gott und seine Vorsätze kennenzulernen (Apostelgeschichte 13:48). Der Betreffende lernt, nach biblischen Grundsätzen zu leben und inhaltsreiche Gebete an Gott zu richten (Psalm 1:1-3; Sprüche 2:1-9; 1. Thessalonicher 5:17, 18). Er hat Umgang mit Mitgläubigen und zieht Nutzen aus dem, was der „treue und verständige Sklave" alles bereitstellt und in die Wege leitet (Matthäus 24:45-47; Sprüche 13:20; Hebräer 10:23-25). Er durchläuft also verschiedene Ausbildungsstufen.

15 Wenn der Studierende Liebe zu Jehova Gott und einen starken Glauben an das Loskaufsopfer entwickelt hat, wird er sich schließlich seinem himmlischen Vater rückhaltlos hingeben wollen (Johannes 14:1). In einem persönlichen Gebet erfolgt diese Hingabe, und dann wird er als ein öffentliches Symbol dieser nichtöffentlichen Handlung getauft. Die Taufe ist für ihn die feierliche Ordination, denn dadurch wird er als ein Gott völlig hingegebener Diener — ein diákonos — anerkannt. Er muß sich von der Welt getrennt halten (Johannes 17:16; Jakobus 4:4). Rückhaltlos und bedingungslos hat er sich voll und ganz als „ein lebendiges, heiliges, für Gott annehmbares Schlachtopfer" dargestellt (Römer 12:1). Er ist ein Diener Gottes, ein Nachahmer Christi.

Worin besteht der christliche Dienst?

16 Was gehörte alles zum Dienst des Timotheus? Als Reisegefährte des Paulus hatte er besondere Aufgaben. Und als Timotheus Ältester wurde, arbeitete er hart daran, seine Mitchristen zu stärken und sie zu unterweisen. Aber im Mittelpunkt seines Dienstes stand wie bei Jesus und Paulus das Predigen der guten Botschaft und das Jüngermachen (Matthäus 4:23; 1. Korinther 3:5). Paulus schrieb an Timotheus: „Du aber bleibe in allen Dingen besonnen, erleide Ungemach, verrichte das Werk eines Evangeliumsverkündigers, führe deinen Dienst völlig durch" (2. Timotheus 4:5).

17 Bei heutigen christlichen Dienern Gottes ist es ähnlich. Sie führen einen öffentlichen Dienst durch, ein Evangelisierungswerk, zeigen anderen den Weg zur Rettung auf der Grundlage des Opfers Jesu und lehren Mildgesinnte, den Namen Jehovas anzurufen (Apostelgeschichte 2:21; 4:10-12; Römer 10:13). An Hand der Bibel belegen sie, daß das Königreich die einzige Hoffnung für die leidende Menschheit ist, und sie zeigen, daß man schon heute durch das Anwenden göttlicher Grundsätze sein Leben verbessern kann (Psalm 15:1-5; Markus 13:10). Ein christlicher Diener Gottes verkündet jedoch kein soziales Evangelium. Statt dessen lehrt er, daß „Gottergebenheit . . . eine Verheißung auf gegenwärtiges und künftiges Leben hat" (1. Timotheus 4:8).

18 Natürlich verrichten die meisten Diener Gottes noch weitere Dienste, die von Christ zu Christ verschieden sein können. Viele haben familiäre Verpflichtungen (Epheser 5:21 bis 6:4). Älteste und Dienstamtgehilfen haben besondere Aufgaben in der Versammlung (1. Timotheus 3:1, 12, 13; Titus 1:5; Hebräer 13:7). Viele Christen helfen beim Bau von Königreichssälen mit. Manche haben das wunderbare Vorrecht, als Freiwillige in einem Bethel der Watchtower Society tätig zu sein. Alle christlichen Diener Gottes haben jedoch einen Anteil an der Verkündigung der guten Botschaft. Es gibt keine Ausnahmen. Durch die Teilnahme an diesem Werk gibt man sich öffentlich als ein wahrer christlicher Diener Gottes zu erkennen.

Die Einstellung eines christlichen Dieners Gottes

19 Die meisten Geistlichen der Christenheit erwarten, daß man ihnen besondere Achtung erweist, und sie tragen Titel wie „Hochwürden" und „Vater". Ein christlicher Diener weiß jedoch, daß Verehrung nur Jehova gebührt (1. Timotheus 2:9, 10). Kein christlicher Diener beansprucht eine solche Hochachtung für sich oder strebt nach besonderen Titeln (Matthäus 23:8-12). Er weiß, daß die Grundbedeutung des Wortes diakonía „Dienst" ist. Das damit zusammenhängende Verb wird in der Bibel manchmal in Verbindung mit persönlichen Dienstleistungen gebraucht, wie zum Beispiel dem Servieren bei Tisch (Lukas 4:39; 17:8; Johannes 2:5). Obwohl es in Zusammenhang mit dem christlichen Dienst in einem erhabeneren Sinn verwendet wird, bleibt ein diákonos ein Diener.

20 Kein christlicher Diener Gottes hat daher Grund, überheblich zu sein. Wahre christliche Diener Gottes sind demütige Sklaven, selbst diejenigen mit besonderen Verantwortlichkeiten in der Versammlung. Jesus sagte: „Wer immer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein, und wer immer unter euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein" (Matthäus 20:26, 27). Jesus wusch seinen Jüngern die Füße und verrichtete damit die Arbeit des geringsten Sklaven, um ihnen zu zeigen, welche Einstellung sie entwickeln sollten (Johannes 13:1-15). Welch ein demütiges Dienen! Daher dienen christliche Diener Gottes Jehova und Jesus Christus voller Demut (2. Korinther 6:4; 11:23). Sie erweisen sich außerdem als demütig, indem sie einander dienen. Wenn sie die gute Botschaft verkünden, dienen sie selbstlos ihrem Nächsten (Römer 1:14, 15; Epheser 3:1-7).

Im Dienst ausharren

21 Ein Diener Gottes zu sein erforderte von Paulus Ausharren. Er teilte den Kolossern mit, daß er viel durchmachte, um ihnen die gute Botschaft zu predigen (Kolosser 1:24, 25). Doch weil er ausharrte, nahmen viele die gute Botschaft an und wurden Diener Gottes. Sie wurden geistgezeugte Söhne Gottes und Brüder Jesu Christi und hatten die Aussicht, Geistgeschöpfe an seiner Seite im Himmel zu werden. Welch ein herrlicher Lohn für ihr Ausharren!

22 Diejenigen, die heute wirklich Diener Gottes sind, müssen ausharren. Viele quälen sich täglich mit Krankheiten oder Altersbeschwerden. Väter und Mütter arbeiten hart — viele von ihnen ohne Ehepartner —, um ihre Kinder großzuziehen. Schulkinder widerstehen mutig den schlechten Einflüssen ihrer Umgebung. Viele Christen haben mit enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Und viele erdulden Verfolgung oder Entbehrungen wegen der heutigen ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’ (2. Timotheus 3:1). Tatsächlich können die heute fast sechs Millionen Diener Jehovas folgende Worte des Apostels Paulus auf sich anwenden: „In jeder Weise empfehlen wir uns als Gottes Diener: durch das Ausharren in vielem" (2. Korinther 6:4). Christliche Diener Gottes geben nicht auf. Für ihr Ausharren verdienen sie ein großes Lob.

23 Außerdem führt das Ausharren wie bei Paulus zu wunderbaren Ergebnissen. Durch unser Ausharren bewahren wir ein enges Verhältnis zu Jehova und erfreuen sein Herz (Sprüche 27:11). Wir stärken unseren Glauben und machen Jünger, so daß sich die Zahl unserer Glaubensbrüder mehrt (1. Timotheus 4:16). Jehova hat in den gegenwärtigen letzten Tagen seine Diener gestützt und ihren Dienst gesegnet. Als Ergebnis sind die letzten Glieder der 144 000 eingesammelt worden, und Millionen andere haben die feste Hoffnung, sich ewigen Lebens auf einer paradiesischen Erde zu erfreuen (Lukas 23:43; Offenbarung 14:1). Der christliche Dienst ist wahrhaftig ein Ausdruck der Barmherzigkeit Jehovas (2. Korinther 4:1). Mögen wir alle diesen Dienst schätzen und dankbar dafür sein, daß die Frucht dieses Dienstes ewig währt (1. Johannes 2:17).
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Der Wachtturm, 1. November 1997, Seite 20:

Gileadschule und Sonderdienst

Einige Pioniere in Arizona — darunter auch ich — erhielten im Dezember 1942 die schriftliche Einladung zum Besuch einer neuen, von Jehovas Zeugen gegründeten Missionarschule. Man nannte sie ursprünglich Wachtturm-Bibelcollege Gilead. Später wurde der Name auf Wachtturm-Bibelschule Gilead abgeändert. Das Schulgelände lag fast 4 800 Kilometer entfernt, in der Nähe von Ithaca im nördlichen Teil des Staates New York.

Mehrere von uns Pionieren machten im Januar 1943 einen kurzen Besuch in Oregon und verließen dann mit einem Greyhound-Bus die brennend heiße Wüste von Arizona. Wenige Tage später trafen wir an unserem Zielort ein und befanden uns nun im kalten, verschneiten Norden des Staates New York. Die Schule öffnete am 1. Februar 1943 ihre Tore. Ihr Präsident, Nathan H. Knorr, erklärte damals vor 100 Studenten in seiner Eröffnungsrede: „Es ist NICHT der Zweck dieser Schule, ordinierte Diener Gottes auszubilden. Ihr seid bereits Diener Gottes und seid schon jahrelang als solche tätig gewesen. . . . Diese Schule hat einzig und allein den Zweck, euch weiter auszubilden, damit ihr noch besser befähigt werdet, in dem Gebiet, in das man euch sendet, als Diener Gottes zu amtieren."
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Der Wachtturm, 1. Mai 1996, Seite 16:

Da wir bei der Taufe als Diener Gottes ordiniert wurden, können wir zudem im Einklang mit Paulus sagen, daß „uns [Gott] wirklich hinreichend befähigt hat, Diener . . . zu sein" (2. Korinther 3:5, 6).
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Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt (1995), Seite 178:

IM EINKLANG MIT DEINER HINGABE UND TAUFE LEBEN

17 Es ist wichtig, zu bedenken, daß die Taufe nicht das Ende deines geistigen Fortschritts bedeutet. Sie kennzeichnet den Anfang des lebenslangen Dienstes für Gott als ordinierter Diener Gottes und als ein Zeuge Jehovas. Die Taufe ist zwar höchst wichtig, doch sie ist keine Garantie für die Rettung. Jesus sagte nicht, daß jeder Getaufte gerettet wird. Er sagte statt dessen: „Wer . . . bis zum Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden" (Matthäus 24:13). Es ist daher unerläßlich, daß du zuerst Gottes Königreich suchst, indem du es zum Hauptinteresse in deinem Leben machst (Matthäus 6:25-34).
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Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1994, Seiten 251-252:

Vor einigen Jahren saßen Hunderte von Zeugen Jehovas wegen ihrer christlichen Neutralität im Gefängnis. Jetzt sind Jehovas Zeugen in Polen jedoch als getaufte Prediger, ja als ordinierte Diener Gottes vom Militärdienst befreit. Die Regierung gewährt diese Befreiung, gestützt auf eine Bescheinigung, die die Gesellschaft Brüdern ausstellt, wenn sie die Voraussetzungen dafür erfüllen. Gegenwärtig sind zwar keine Zeugen wegen der Neutralitätsfrage in Haft, aber sie haben die Häftlinge, die sie in der Vergangenheit kennenlernten und die aufrichtiges Interesse an Gottes Wort gezeigt haben, nicht vergessen. Sie besuchen sie weiter und helfen ihnen, ihr Leben nach dem Willen Gottes auszurichten.
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Der Wachtturm, 1. Juni 1989, Seite 21:

Ein neues Zuhause für die Missionarschule Gilead

AM 1. Februar 1943 hielt Nathan H. Knorr, der damalige Präsident der Watchtower Bible and Tract Society, die Eröffnungsansprache für die erste Klasse einer neuen Schule. Er erklärte den einhundert Studenten: „Es ist nicht der Zweck dieser Schule, ordinierte Diener Gottes auszubilden. Ihr seid bereits Diener Gottes und seid schon jahrelang als solche tätig gewesen. . . . Diese Schule hat einzig und allein den Zweck, euch weiter auszubilden, damit ihr noch besser befähigt werdet, . . . als Diener Gottes zu amten." Bis auf den heutigen Tag hat die Wachtturm-Bibelschule Gilead Missionare ausgebildet.
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Der Wachtturm, 15. August 1988, Seite 27:

Welche Bedeutung hat die Wassertaufe?

Das vollständige Untertauchen im Wasser ist ein passendes Symbol der Hingabe einer Person an Gott, wodurch sie ein ordinierter Diener Gottes wird. Während sie untergetaucht wird, stirbt sie sozusagen ihrem früheren Leben gegenüber ab, und wenn sie aus dem Wasser herauskommt, ist es, als ob sie nun für einen neuen Lauf, einen Lauf der Selbstaufopferung im Dienst Jehovas, lebendig wird (vergleiche Römer 6:2-4; 12:1; Philipper 3:16) (15. 6., S. 29).
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Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe! (1988), Seite 153:

16 Diese Reiterheere müssen für den Krieg gerüstet sein. Und wie wunderbar hat doch Jehova in dieser Hinsicht für sie gesorgt! Johannes schreibt darüber: „Denn die Gewalt der Pferde liegt in ihren Mäulern und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen und haben Köpfe, und mit diesen richten sie Schaden an" (Offenbarung 9:19). Jehova hat seine ihm ergebenen getauften Diener zu diesem Dienst ordiniert. Durch die Theokratische Predigtdienstschule sowie durch andere Versammlungszusammenkünfte und Schulen hat er sie gelehrt, ‘das Wort zu predigen’, so daß sie in der Lage sind, autoritativ mit der „Zunge der Belehrten" zu sprechen. Er hat seine Worte in ihren Mund gelegt und sie ausgesandt, seine Urteilssprüche „öffentlich und von Haus zu Haus" bekanntzumachen (2. Timotheus 4:2; Jesaja 50:4; 61:2; Jeremia 1:9, 10; Apostelgeschichte 20:20). Die Johannes-Klasse und die große Volksmenge haben entsprechend dem, was über die „Schwänze" gesagt wird, in Form der Tausende von Millionen Bibeln, Bücher, Broschüren und Zeitschriften, die sie im Laufe der Jahre verbreitet haben, eine schmerzende Botschaft zurückgelassen. Ihren Gegnern, die auf den bevorstehenden von Jehova kommenden Schaden hingewiesen werden, erscheinen diese Reiterheere tatsächlich wie zwei Myriaden mal Myriaden. (Vergleiche Joel 2:4-6.)
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Der Wachtturm, 15. Juni 1988, Seiten 28-31:

Auf Gottes Weise einer seiner ordinierten Diener werden

EIN Besucher hätte wahrscheinlich aufgehorcht und nicht wenig über das gestaunt, was er zu hören bekam. Ort der Handlung war ein Kongreß der Zeugen Jehovas. Es wurde eine Ansprache für eine Anzahl von Personen gehalten, die sich taufen lassen wollten. Überraschenderweise erklärte der Redner den Taufbewerbern: „Daß ihr euch unter den Taufbewerbern befindet, läßt euren Wunsch erkennen, ein ordinierter Diener des Königreiches zu sein."

„Wie ist so etwas möglich?" hätte sich vielleicht ein Besucher gefragt. „Ist die Taufe nicht für Personen bestimmt, die mit dem Christentum erst in Berührung gekommen sind — und für Kleinkinder? Bedarf es nicht einer umfassenden, jahrelangen Ausbildung, um ein ordinierter Diener Gottes zu werden?" Vielleicht denkst du ähnlich. Und womöglich bist du überrascht, wenn du erfährst, was die Bibel über die Taufe und die Ordination zu sagen hat.

Bevor man sich taufen läßt

Zunächst sei darauf hingewiesen, daß die Taufe nichts für Personen ist, die nur mangelhaft über die christliche Botschaft unterrichtet sind. Die Bibel berichtet in Apostelgeschichte 8:12 davon, daß im ersten Jahrhundert Menschen getauft wurden, die „glaubten". Aus Matthäus 28:19 geht hervor, daß jemand vor der Taufe ein „Jünger" werden muß. Und wie wird man „gläubig" oder ein „Jünger" (ein Lernender)? Durch ein sorgfältiges Studium der Bibel. Auf diese Weise erlangt man eine genaue Erkenntnis über Jesus und Jehova Gott (Johannes 17:3). Erst nach Erlangen dieser Erkenntnis kann ein Lernender die Taufe in Betracht ziehen. Den Neubekehrten im ersten Jahrhundert wurde diese Unterweisung von gefestigten Christen erteilt (Apostelgeschichte 8:31, 35, 36).

IIn den Versammlungen der Zeugen Jehovas ist heute ebenfalls dafür gesorgt, daß mit interessierten Personen ein kostenloses Heimbibelstudium durchgeführt wird. Wer ein empfängliches Herz hat, wird das, was er lernt, mit der Zeit schätzen. Er wird sich bewogen fühlen, mit anderen über seine neugefundene Überzeugung zu sprechen (Römer 10:8-10). Er beginnt, die christlichen Zusammenkünfte regelmäßig zu besuchen, wo er noch weitere biblische Unterweisung empfängt (Hebräer 10:24, 25). Und wenn der neue Gläubige dies mehrere Wochen oder Monate getan hat, entsteht bei ihm der Wunsch, den biblischen Rat aus Römer 12:1 zu befolgen: „Daher bitte ich euch inständig, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, für Gott annehmbares Schlachtopfer darzustellen, das ist ein heiliger Dienst gemäß eurer Vernunft."

Für diese Hingabe genügt allerdings Erkenntnis allein nicht. Der Betreffende muß auch bereuen und ‘umkehren’ (Apostelgeschichte 3:19). Wieso das? Offen gesagt, einige haben ein unmoralisches Leben geführt, bevor sie Gottes Maßstäbe kennenlernten. Andere sind in selbstsüchtige Betätigungen verstrickt gewesen. Damit sie sich aber Gott als ‘heilig und annehmbar’ darstellen können, müssen sie solche früheren Handlungen bedauern. Sie müssen bereuen, daß sie ihre bisherige Lebenszeit, ihre Energie und ihre Fähigkeiten für schriftwidrige Betätigungen eingesetzt haben. Diese Reue muß auch von entsprechenden Taten begleitet sein, das heißt, sie müssen wirklich ‘umkehren’ oder ihre Lebensweise ändern.

Um einem neuen Gläubigen weitere Hilfe zu bieten, kommen christliche Älteste mit ihm zusammen und besprechen mit ihm die Grundlehren der Bibel. Einerseits können sich die Ältesten so vergewissern, ob der voraussichtliche Christ eine genaue Erkenntnis der Vorsätze Gottes erworben hat. Und andererseits erweist sich die Besprechung für den Lernenden als sehr hilfreich. Nötigenfalls können bestimmte Punkte, die er nicht richtig verstanden haben mag, geklärt werden.

Taufen finden im allgemeinen in Verbindung mit Kongressen der Zeugen Jehovas statt. Bei diesen Anlässen wird eine passende Ansprache für die Taufbewerber gehalten. Sie werden daran erinnert, daß man sich durch die Taufe nicht einfach einer Religion anschließt. Jesus sagte: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme seinen Marterpfahl auf und folge mir beständig" (Matthäus 16:24).

Des weiteren werden die Taufbewerber an die tiefe Bedeutung der Taufe erinnert. Häufig wird der Text aus 1. Petrus 3:21 zitiert: „Das, was diesem entspricht, rettet jetzt auch euch, nämlich die Taufe (nicht das Ablegen der Unsauberkeit des Fleisches, sondern die an Gott gestellte Bitte um ein gutes Gewissen), durch die Auferstehung Jesu Christi." Hier vergleicht Petrus die Taufe mit dem, was Noah erlebte, als er durch die Wasser der Sintflut ging. Während diese Wasser den bösen Bewohnern der Erde den Tod brachten, erwiesen sie sich für Noah als lebensrettend, da sie ihn sicher in der Arche trugen. In ähnlicher Weise werden Christen durch die Taufe aus der bösen Welt ‘gerettet’. Wenn sich jemand aufgrund seines Glaubens an den Nutzen des Todes und der Auferstehung Jesu Christi taufen läßt, befindet er sich vor Gott in gewissem Sinne in einem Zustand des ‘Gerettetseins’. Er gilt nicht mehr als ein Teil der zur Vernichtung verurteilten bösen Generation. (Siehe Apostelgeschichte 2:40.)

Man sollte sich somit nicht in einer Aufwallung der Gefühle taufen lassen, wie es häufig bei religiösen Erweckungsveranstaltungen geschieht. Das wird dadurch unterstrichen, daß der Diener Gottes, der der Taufe vorsteht, den neuen Jüngern noch vor ihrer Taufe zwei eindringliche Fragen stellt. Ihre zustimmenden Antworten sind eine „öffentliche Erklärung" über ihren Glauben an das Lösegeld und darüber, daß sie sich vorbehaltlos Jehova hingegeben haben (Römer 10:9, 10). Nun sind sie für die Taufe bereit.

Zu Dienern des Königreiches ordiniert

Das vollständige Untertauchen im Wasser ist ein passendes Symbol ihrer Hingabe an Gott. Während sie untergetaucht werden, sterben sie sozusagen ihrem früheren Leben gegenüber ab. Wenn sie aus dem Wasser herauskommen, ist es, als ob sie nun für einen neuen Lauf, einen Lauf der Selbstaufopferung im Dienst Gottes, lebendig werden. (Vergleiche Römer 6:2-4.)

Was hat jedoch die Ordination mit der Taufhandlung zu tun? Beachten wir, was in dem Werk Cyclopædia of Biblical, Theological, and Ecclesiastical Literature von M’Clintock und Strong (1877, Band VII, Seite 411) gesagt wird: „Ordination bedeutet die Ernennung oder Bestimmung einer Person für ein geistliches Amt, ob mit oder ohne begleitende Zeremonien" (Kursivschrift von uns). Diese Worte zeigen, daß es keiner feierlichen Zeremonie und keines Ordinationszeugnisses bedarf, damit man ein christlicher Diener Gottes wird.

Aber wird das auch in der Bibel gelehrt? Nehmen wir zum Beispiel Jesus Christus. Er war zweifelsohne der herausragendste Diener Gottes. Fand seinethalben eine feierliche Ordinationszeremonie statt, bevor er sein Predigtwerk begann? Verfügte er über ein Diplom, das ihn als Diener Gottes auswies? Ganz im Gegenteil. Er war lediglich im Wasser getauft worden, als Gott zum Ausdruck brachte, daß er ihn als seinen Sohn anerkannte, und ihn zu seinem Diener ordinierte (Markus 1:9-11; Lukas 4:18-21).

Wie verhielt es sich mit den Christen im ersten Jahrhundert? Es gibt keinen Bericht über eine prunkvolle Ordination dieser frühchristlichen Diener Gottes. In der Apostelgeschichte wird berichtet, daß Gläubige lediglich getauft wurden. Daraufhin beteiligten sie sich eifrig am öffentlichen Predigtdienst. (Siehe Apostelgeschichte 2:41-47; 8:36-39; 22:14-16.)

Was hatten diese Diener Gottes als Beweis ihrer Ordination vorzuweisen? Paulus sagte gemäß 2. Korinther 3:1-3: „Fangen wir wieder an, uns selbst zu empfehlen? Oder benötigen wir vielleicht, wie einige Menschen, Empfehlungsbriefe an euch oder von euch? Ihr selbst seid unser Brief, eingeschrieben in unser Herz und von allen Menschen gekannt und gelesen. Denn ihr werdet als ein Brief Christi offenbar gemacht, geschrieben durch uns als Diener, eingeschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist eines lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern auf Tafeln von Fleisch, auf Herzen." Gottes Geist, der auf diese Belehrten einwirkte, brachte eine neue, christliche Persönlichkeit hervor, die sozusagen von allen Beobachtern „gelesen" werden konnte. Dadurch wurde hinreichend bezeugt, daß Gott diejenigen, die an der Belehrung dieser neuen Jünger beteiligt waren, tatsächlich ordiniert hatte.

Im Predigtdienst ‘alle Kraft daransetzen’

Auch heute ist ein Diener Gottes an seinen Werken zu erkennen. Er ist ernstlich bestrebt, in seinem Predigtdienst ‘alle Kraft daranzusetzen’ (Lukas 13:24, Albrecht). Er betrachtet seinen Dienst als ein von Gott übertragenes wunderbares Vorrecht und achtet ihn nicht gering (1. Timotheus 1:12-16).

Das Königreich zu predigen ist die wichtigste Verpflichtung dieser Diener Gottes. Alle anderen Betätigungen müssen eingeschränkt werden, damit sie ‘ihren Dienst völlig durchführen’ können (2. Timotheus 4:2, 5). Selbstverständlich müssen sie für ihre eigenen materiellen Bedürfnisse und die ihrer Familie sorgen. Doch sind sie ‘mit Lebensunterhalt und Bedeckung zufrieden’. Sie lassen nicht zu, daß sie durch persönliche Betätigungen oder Wünsche vom Predigtdienst abgelenkt werden (1. Timotheus 5:8; 6:7, 8; Philipper 2:20-22). Sie vergewissern sich der „wichtigeren Dinge" (Philipper 1:10). Ständig sind sie bestrebt, sich das Beispiel Jesu Christi vor Augen zu halten, dessen Leben sich um das Predigen des Königreiches drehte (Lukas 4:43; Johannes 18:36, 37).

Dennoch befindet sich jemand, der sich taufen läßt und so ein ordinierter Diener Gottes wird, erst im Anfangsstadium seines Dienstes für Gott. Es stimmt, daß er Erkenntnis über Christus Jesus und Jehova Gott erlangt hat. Auch hat er viele Änderungen in seinem Leben vorgenommen, so daß sein christlicher Gottesdienst nicht bemängelt werden kann (2. Korinther 6:3). Der neugetaufte Christ hat noch lange nicht den vollen Wuchs erreicht. Seine Taufe, die seine Ordination bedeutet, ist lediglich e i n wichtiger Meilenstein auf seinem Weg, als Christ zu wachsen (Philipper 3:16). Daher muß jeder ordinierte Diener Gottes seine Wertschätzung für geistige Dinge ständig vertiefen. Er muß Zeit für das persönliche Studium einplanen. Er sollte alle Vorkehrungen nutzen, die für das Zusammenkommen der Versammlung getroffen worden sind. Und er sollte sich bemühen, die Qualität seiner Gebete zu verbessern, wodurch sein persönliches Verhältnis zu Gott enger wird (Lukas 6:45; 1. Thessalonicher 5:11; 1. Petrus 4:7).

Wir hoffen, daß dir diese biblischen Gedanken geholfen haben, zu erkennen, daß man keinen akademischen Grad erwerben muß, wenn man ein Diener Gottes werden möchte. Über drei Millionen Zeugen Jehovas sind treue Diener Gottes und verkündigen die in seinem Wort aufgezeichneten Wahrheiten. Laß dir doch von einem von ihnen helfen, die Bibel kennenzulernen!

[Bild auf Seite 29]

Gemäß der Bibel wird ein christlicher Diener Gottes bei seiner Taufe ordiniert
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Der Wachtturm, 15. März 1988, Seiten 14-15:

Offenbar neigen aber einige unter Gottes Volk zum anderen Extrem. Manche christliche Eltern warten, bis ihre Kinder fast 20 Jahre alt sind, und schneiden erst dann das Thema Taufe an. Doch immer wieder hören wir von der Hingabe Jugendlicher, die aus eigenem Antrieb zu diesem Entschluß gelangt sind. Zum Beispiel hatte der noch nicht 13jährige Sohn eines Ältesten den aufrichtigen Wunsch, sich taufen zu lassen. Sein Vater ließ drei andere Älteste die Fragen für Personen, die getauft werden möchten, mit ihm besprechen. Sie kamen zu dem Schluß, daß der Sohn, obwohl noch ziemlich jung, die Voraussetzungen für die Taufe erfüllte und so ein ordinierter Diener Jehovas werden konnte. Auf den Bahamainseln besuchte unlängst ein 10jähriges getauftes Mädchen, die Tochter von zwei Vollzeitpredigern, die Pionierdienstschule.
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Der Wachtturm, 15. Mai 1987, Seite 13:

Wer sind diese irdischen Diener Gottes? Nun, wer nur spricht mit der guten Botschaft vom Königreich regelmäßig bei den Menschen vor? Selbst Gegner geben zu, daß es sich dabei um Jehovas Zeugen handelt. Diese Königreichsverkündiger zählen jetzt über 3 Millionen, und in ihren Reihen ist eine rasche Mehrung zu beobachten. Im vergangenen Jahr wurden 225 868 neue Diener der guten Botschaft ordiniert. Und innerhalb dieses einen Jahres wurden weltweit 2 461 neue Versammlungen gegründet, das heißt durchschnittlich jeden Tag mehr als 6, so daß es zur Zeit insgesamt 52 177 Versammlungen in 208 Ländern und Inselgebieten gibt. Ja, die Prophezeiung aus Jesaja 60:22 erfüllt sich: Jehova beschleunigt sein Predigt- und Einsammlungswerk „zu seiner eigenen Zeit". Und jetzt ist diese Zeit gekommen!

Seite 27 (derselben Ausgabe):

Von den schneebedeckten Alpengipfeln im Norden bis zur Mittelmeerinsel Sizilien im Süden spiegeln die neuzeitlichen Zeugen Jehovas in Italien den Eifer ihrer Vorbilder aus dem ersten Jahrhundert wider. Jeden Tag des Jahres verbringen sie durchschnittlich über 100 000 Stunden im Königreichspredigtwerk. Was wurde dadurch erreicht? Allein im letzten Jahr ließen sich fast 12 000 Personen taufen und wurden ordinierte Diener Jehovas. Zusammen mit den 131 000 anderen Zeugen Jehovas in Italien bemühen sie sich jetzt, die ‘gelegene Zeit auszukaufen’.
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Der Wachtturm, 15. Januar 1987, Seite 30:

Ein weiterer Hochgenuß war die Taufansprache mit dem Thema: „Durch die Hingabe und die Taufe Frieden mit Gott erlangen". Der Redner zeigte, daß die Taufe sowohl ein sehr ernster als auch ein sehr freudiger Anlaß ist. Wir erlangen dadurch Frieden mit Gott und werden zu einem Diener Gottes ordiniert, zu einem Zeugen Jehovas. Und unsere Hingabe ist nicht nur als Verpflichtung zu sehen, denn wir können gleichzeitig mehrere Verpflichtungen eingehen. Für uns bedeutet die Hingabe vielmehr, ausschließlich dem göttlichen Wesen, Jehova Gott, ergeben zu sein.
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Der Wachtturm, 1. September 1985, Seiten 18-19:

Unsere Befähigung als Diener Gottes verteidigen

11 Die echten, von Gott ordinierten Königreichsdiener mußten schon immer ihre Befugnis zum Dienst verteidigen. Das trifft sicher auch auf Jehovas Zeugen in unserem 20. Jahrhundert zu. Ihre Befähigung als ordnungsgemäß ordinierte Diener Gottes ist angefochten und bezweifelt worden. Von wem? Insbesondere von den Absolventen der theologischen Seminare der Christenheit, die ein Ordinationszeugnis erhalten und als Geistliche bezahlt werden. Sie betrachten sich als ordnungsgemäß ausgebildet und hinreichend befähigt, die alleinigen professionellen Diener des Gottes der Bibel zu sein.

12 TEine ähnliche Situation ergab sich im 1. Jahrhundert u. Z. Der Mann, der unter Inspiration fast die Hälfte der Christlichen Griechischen Schriften niederschrieb, sah sich damit konfrontiert, daß man in der römischen Provinz Galatien seine Befähigung als ein Apostel Jesu Christi anfocht, ja man stellte in Frage, daß das, was er als Christentum lehrte, korrekt war. Daher war er genötigt, den Galatern folgendes zu schreiben: „Ich wundere mich, daß ihr euch so schnell abbringen laßt von dem, der euch durch Christi unverdiente Güte berufen hat, zu einer andersartigen guten Botschaft. Doch gibt es keine andere; nur sind da gewisse Leute, die euch Unruhe bereiten und die gute Botschaft über den Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als gute Botschaft verkündigen sollte außer dem, was wir euch als gute Botschaft verkündigt haben, er sei verflucht" (Galater 1:6-9).

13 TZugegeben, dieser Schreiber — der Apostel Paulus — lernte die christlichen Lehren nicht durch persönlichen Kontakt mit Jesus Christus oder seinen 12 Aposteln kennen. Paulus verbrachte erst später eine gewisse Zeit mit dem Apostel Petrus (Kephas) (Johannes 1:42; Galater 1:18, 19). Aber Paulus konnte als Beweis seiner Befähigung als Diener der guten Botschaft von Gott durch Christus den unbeständigen Christen in Galatien sagen: „Ja, als sie die unverdiente Güte kennenlernten, die mir verliehen worden war, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, diejenigen, die Säulen zu sein schienen, mir und Barnabas die rechte Hand der Mitteilhaberschaft, damit wir zu den Nationen gehen sollten, sie aber zu den Beschnittenen" (Galater 2:9). Jene Galater hätten sich daher fragen sollen: „Welchen Grund haben wir, die Botschaft des Paulus anzufechten und uns davon zu distanzieren, da er doch von Jakobus sowie von Petrus und Johannes, also von Aposteln Jesu, als ein Träger der wahren guten Botschaft anerkannt wird?"

14 Wie steht es mit Jehovas Volk heute? Sollten wir überrascht sein, daß wir als Gott hingegebene, getaufte Zeugen herausgefordert werden und unsere Stellung als Königreichsdiener verteidigen müssen, wenn schon ein Mann wie Paulus gezwungen war, seine Befähigung als ein Diener Gottes und Christi zu verteidigen? Wie im Falle des Paulus beweisen solche grundlosen Anklagen gegen uns natürlich gar nichts.
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Singt Jehova Loblieder (deutsch 1986):

Lied 202

Wir haben uns Gott hingegeben!

(2. Mose 39:30)

1. Zu Christus hat Gott Jehova uns hingeführt. Uns hat seine Wahrheit tief berührt. Wie Morgenstrahl so mild, sein Licht vom Thron her quillt, mit Glauben uns erfüllt. Zu dienen ihm, sind wir gewillt. Wir haben uns hingegeben dem höchsten Gott, frohlocken in ihm, der Gunst uns bot.

2. Wer so sich entscheidet, hat mit Sorgfalt studiert, wird als Diener Gottes ordiniert. Sein Lobgesang so klar im Chor der großen Schar Iertönt, ist annehmbar bei Gott; ihm er stellte sich dar. Durch Taufe im Wasser den Entschluß er beweist; als Zeuge das Königreich er preist.

3. So möge Jehova seinen Segen uns mehr’n, ein gutes Gewissen uns gewähr’n. Welch Vorrecht, nie gekannt! Nach Gottes Nam’ benannt, zum Lehren ausgesandt ist jeder, der nimmt Gottes Hand. Wir haben uns hingegeben Gott durch den Sohn; durch Treue erringen wir den Lohn.
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Erwachet!, 22. August 1984, Seite 27:

Die Studenten der Gileadschule werden nicht erst durch den Besuch dieser Schule zu ordinierten Dienern Gottes. Sie wurden zu Dienern ordiniert, lange bevor sie nach Gilead gekommen sind. Was N. H. Knorr der ersten Klasse am ersten Schultag sagte, trifft heute noch zu. Er sagte:

„Es ist NICHT der Zweck dieser Schule, ordinierte Diener Gottes auszubilden. Ihr seid bereits Diener Gottes und seid schon jahrelang als solche tätig gewesen. Das ist eine der Aufnahmebedingungen . . . Diese Schule hat einzig und allein den Zweck, euch weiter auszubilden, damit ihr noch besser befähigt werdet, in dem Gebiet, in das man euch sendet, als Diener Gottes zu amten."

Die Absolventen der 76. Klasse sind im Durchschnitt seit über 12 Jahren als ordinierte Diener Gottes tätig, wovon sie 8 Jahre im Vollzeitdienst verbracht haben. Interessanterweise hat jeder dritte der Absolventen — insgesamt 14 — als Vollzeitdiener in einem der Bethelheime in Großbritannien, in Kanada oder in den Vereinigten Staaten gedient.

Sam Gjesdal, der eine Zuteilung für Brasilien erhielt, machte auf ein Merkmal der Gileadschule aufmerksam, das dem Besuch eine besondere Bedeutung zukommen läßt. „In weltlichen Schulen werden Kenntnisse vermittelt, und man eignet sich soviel wie möglich davon an", sagte er, „aber hier kümmert man sich wirklich um dich. Man wünscht von dir, daß du dein Bestes tust. Hier bekundet man echtes Interesse an dir."

Sogar das Programm der Abschlußfeier war etwas Besonderes. Zur Eröffnung ertönte keine Fanfare. Man sah keine leitenden Vertreter einer Hochschulfakultät mit feierlichem Gesicht eine prunkvolle Prozession anführen. Es gab auch keinen von lauter Musik begleiteten Aufmarsch durch den Mittelgang des Versammlungsraumes. Niemand trug eine lange schwarze Robe oder einen quadratischen, mit einer Quaste verzierten Doktorhut. Es gab hier nichts, was an die Verherrlichung menschlicher Geschöpfe und ihrer Fertigkeiten erinnerte. Statt dessen stellte man voller Dankbarkeit die Verherrlichung des Einen in den Mittelpunkt, der alles ermöglicht hat, Jehova Gott. Gilead-Abschlußfeiern sind wirklich etwas Besonderes.
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In der Anbetung des allein wahren Gottes vereint (1983), Seite 99:

10 Die ersten, die gemäß diesen Richtlinien Jesu getauft werden sollten, waren Juden (und jüdische Proselyten), die als Nation bereits Gott hingegeben waren und denen bis zum Jahre 36 u. Z. besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Doch als dann auch den Samaritern und den Nichtjuden das Vorrecht gewährt wurde, christliche Jünger zu werden, mußten sie sich, bevor sie sich taufen ließen, persönlich Jehova rückhaltlos hingeben, um ihm als Jünger seines Sohnes zu dienen. Diese Bedeutung hat die christliche Wassertaufe auch heute noch für alle, auch für Juden. Diese „e i n e Taufe" gilt für alle, die wahre Christen werden. Sie werden auf diese Weise christliche Zeugen Jehovas, ordinierte Diener Gottes (Eph. 4:5; 2. Kor. 6:3, 4).
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Der Wachtturm, 15. Februar 1983, Seiten 16-20:

Wer sind heute Gottes Diener?

„[Wir] sandten Timotheus, unsern Bruder und Diener Gottes am Evangelium Christi" (1. THESSALONICHER 3:1, 2, LUTHER-BIBEL, 1964; SIEHE AUCH NEUE-WELT-ÜBERSETZUNG).

VOR einiger Zeit waren in Mittelamerika ordinierte Geistliche daran beteiligt, eine Revolution zu organisieren, durch die eine Regierung gestürzt wurde. Im Fernen Osten leitete ein Geistlicher einen Überfall, bei dem zwei Menschen getötet wurden. In Südasien organisierten Geistliche besitzlose Arbeiter in ihrem Kampf gegen die „Unterdrücker".

2 Alle diese Männer behaupteten, christliche Diener Gottes zu sein. Waren sie es aber wirklich? Sollte ein Diener Gottes solche Dinge tun? Das ist eine wichtige Frage, denn die Menschen lernen Gott hauptsächlich durch die Tätigkeit seiner wahren Diener kennen und erlangen dadurch die Aussicht auf ewiges Leben (1. Korinther 3:5; Johannes 17:3). Wir müssen erkennen können, wer die wirklichen Diener Gottes sind. Aber wie ist das möglich? Nur die Bibel kann uns dabei helfen.

„Diener" in der Bibel

3 Zunächst wollen wir klären, was gemäß der Bibel ein Diener ist. In der Sprache, in der die Christlichen Griechischen Schriften ursprünglich niedergeschrieben wurden, lautete das Wort für „Diener" diákonos. Es gibt zwar verschiedene Vorstellungen über den Ursprung dieses Wortes, doch seine Bedeutung ist wohlbekannt. Die Grundbedeutung ist „Diener". In den Evangelien werden diákonos und damit verwandte Wörter oft gebraucht, um jemand zu bezeichnen, der bei Tisch aufwartet (Lukas 4:39; Johannes 2:5, 9). Im Griechisch der Tage Jesu bezeichnete das Wort jedoch oft auch etwas Erhabeneres. In nichtbiblischen Dokumenten wurde es auf religiöse Amtsträger bezogen, und in der ersten Übersetzung der Hebräischen Schriften ins Griechische wurden damit Hofbeamte und Bedienstete des Perserkönigs Ahasverus bezeichnet (Esther 1:10; 6:3, Septuaginta). Natürlich ist der erhabenste Dienst, an dem sich ein Mensch beteiligen kann, der Dienst für den Höchsten, Jehova Gott.

4 Da es ein solch großes Vorrecht ist, ein Diener Gottes zu sein, erhebt sich die Frage: Wie sollte ein echter Diener Gottes über sich denken? Er sollte nicht stolz sein oder sich wichtig nehmen. Bestimmt läßt er sich nicht mit schmeichlerischen Titeln wie „Heiliger Vater" oder „Ehrwürden" anreden (Matthäus 23:8-12). Statt dessen erklärte Jesus, ein echter christlicher Diener Gottes müsse demütig sein. Er sagte: „Wer irgend unter euch groß werden will, soll euer Diener sein, und wer irgend unter euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein" (Matthäus 20:26, 27).

5 Ein Diener gehorcht den Geboten seines Herrn. Aus seiner Arbeit können jedoch auch noch andere Nutzen ziehen. Wenn zum Beispiel sein Herr Gäste hat, dann gehorcht er seinem Herrn, indem er sich ihrer Bedürfnisse annimmt. Christliche Diener, die „Gottes Diener" und „Diener Christi" sind, gehorchen den Geboten, die Gott ihnen durch seinen Sohn, Jesus Christus, gab (2. Korinther 6:4; 11:23). Aber die Tätigkeit, die sie verrichten, gereicht anderen Menschen zum Nutzen. Zum Beispiel war Paulus ein Diener für die „Leute von den Nationen" (Epheser 3:1-7). Sein Dienst brachte denen, die auf ihn hörten, große Segnungen ein. Und er gereichte Jehova Gott und Jesus Christus, deren Geboten Paulus gehorchte, zur Ehre.

Der größte Religionsdiener

6 Doch was sollte ein Diener Gottes tatsächlich tun? Wir können diese Frage beantworten, indem wir die Tätigkeit des größten Religionsdieners, der je lebte, Jesus Christus, betrachten. Jesus sagte: „Der Sohn des Menschen [ist] nicht gekommen . . ., um bedient zu werden, sondern um zu dienen und seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben" (Matthäus 20:28). Wessen Geboten gehorchte Jesus als Diener? Wem diente er? Und wie? Jesus gehorchte den Geboten seines himmlischen Vaters (Johannes 8:28). Und zu Beginn diente er nur den Juden (Römer 15:8). Aber schließlich gereichte sein Dienst allen gerechtgesinnten Menschen zum Nutzen (Johannes 3:16).

7 Was tat Jesus als Diener Gottes? Er vermied es, sich in die Politik einzumischen. Mindestens zweimal hatte er Gelegenheit, auf politischem Gebiet Stellung zu beziehen, doch er weigerte sich (Markus 12:13-17; Johannes 6:15). Warum? Weil sein Dienst über der Politik stand, und der Nutzen seines Dienstes, unter anderem ewiges Leben, war viel größer als der Nutzen, der sich aus politischen Aktivitäten ergeben könnte. Außerdem kann ein Diener Gottes kein Diener der Welt sein (Matthäus 6:24). Daher war Jesus nie ein „Teil der Welt" (Johannes 17:14; Jakobus 4:4). Statt dessen predigte und lehrte er. Er verkündigte öffentlich Gottes Namen. Er predigte, daß Gottes Königreich die einzige Hoffnung für die Menschheit ist. Er lehrte seine Jünger die hohen Sittenmaßstäbe Gottes und schulte sie, ihm im Dienst nachzufolgen. Schließlich gipfelte sein Dienst darin, daß er sein Leben für die Menschheit opferte (Matthäus 4:17; 5:27-32; 20:28; Johannes 17:3-6).

8 Jesus ist ein Vorbild für alle; alle sollten ‘seinen Fußstapfen genau nachfolgen’ (1. Petrus 2:21). Nur wer sich genau nach dem Dienst Jesu Christi ausrichtet, kann sich heute zu Recht als Diener Gottes bezeichnen. Wenn wir die Tätigkeit der christlichen Diener in den Jahren nach dem Tod Jesu untersuchen, werden wir feststellen, was alles dazugehört.

Der christliche Diener Gottes

9 Zunächst wollen wir die Frage klären, welche Voraussetzungen jemand damals erfüllen mußte, um als ein Diener Gottes befähigt zu sein. Heute erhalten die meisten Geistlichen der Christenheit von einem Theologieseminar oder einer theologischen Fakultät Dokumente, in denen ihnen ihre Befähigung bescheinigt wird. Doch Jesus hatte kein solches Dokument. Er war ein befähigter Diener, weil Gott ihn dazu gesalbt hatte (Lukas 4:18, 19). In ähnlichem Sinne sagte der Apostel Paulus: „Unsere hinreichende Befähigung kommt von Gott, der uns in der Tat hinreichend befähigt hat, Diener eines neuen Bundes zu sein" (2. Korinther 3:5, 6). Gott selbst befähigt also seine Diener. Wie?

10 Betrachten wir das Beispiel des Timotheus, der „Gottes Diener in bezug auf die gute Botschaft über den Christus" war (1. Thessalonicher 3:2). An ihn schrieb Paulus: „Du aber, bleibe bei den Dingen, die du gelernt hast und zu glauben überzeugt worden bist, da du weißt, von welchen Personen du sie gelernt hast, und da du von frühester Kindheit an die heiligen Schriften gekannt hast, die dich weise zu machen vermögen zur Rettung durch den Glauben in Verbindung mit Christus Jesus" (2. Timotheus 3:14, 15; siehe auch Vers 16 und 17).

11 Bedeutet das, daß Timotheus lediglich die Bibel las und so ein Diener Gottes wurde? Nein. Zuerst wurde er von anderen Dienern Gottes „zu glauben überzeugt". Um wen handelte es sich dabei? Da er die Schriften „von frühester Kindheit an" kannte, muß er zumindest die grundlegende Unterweisung von seiner Mutter und seiner Großmutter erhalten haben; sein Vater war offenbar nicht gläubig (2. Timotheus 1:5). Als dann Paulus zum ersten Mal Timotheus traf, gaben „die Brüder in Lystra und Ikonium" bereits „einen guten Bericht über ihn" (Apostelgeschichte 16:2). Somit war sein Glaube durch die Gemeinschaft mit seinen christlichen Glaubensbrüdern in diesen Versammlungen weiter aufgebaut und gestärkt worden. Außerdem war es damals üblich, daß gewisse angesehene Brüder und besonders die leitende Körperschaft der Christenversammlung in Jerusalem an die verschiedenen Versammlungen Briefe schrieben, um ihren Glauben zu stärken, und reisende Aufseher erbauten sie durch ihre Besuche (Hebräer 10:23; Apostelgeschichte 15:22-32; 1. Petrus 1:1).

12 Zu irgendeiner Zeit war der Glaube des Timotheus durch Studium und Gemeinschaft so stark geworden, daß er ihn antrieb, sich zum Zeichen seiner Hingabe an Gott taufen zu lassen und sein Leben in den Dienst für Gott zu stellen (Matthäus 28:19, 20; Hebräer 10:5-9). Logischerweise wurde er zu diesem Zeitpunkt ein Diener Gottes. Aber seine Fortschritte hörten damit nicht auf. Seine Fähigkeiten als Diener wurden durch eine besondere geistige Gabe und durch persönliche Unterweisung und Schulung durch den Apostel Paulus verbessert. Und Timotheus machte aufgrund seines persönlichen Studiums und der Gemeinschaft mit anderen Christen weitere Fortschritte (1. Timotheus 4:14; 2. Timotheus 2:2). So war er ein ‘Diener der guten Botschaft’. Was tat er als solcher?

13 Timotheus hatte besondere Aufgaben, da er ein Reisegefährte des Paulus war. Als Ältester wandte er Zeit und Kraft auf, um seine Mitchristen zu lehren und zu stärken. Dies gehörte zu seinem Dienst (1. Timotheus 4:6). Doch der Hauptbestandteil seines Dienstes war wie bei Jesus das Predigen der guten Botschaft (Matthäus 4:23). Der Apostel Paulus schrieb an Timotheus: „Du aber bleibe in allen Dingen besonnen, erleide Ungemach, verrichte das Werk eines Evangeliumsverkündigers, führe deinen Dienst völlig durch" (2. Timotheus 4:5).

14 Von wem außer von Timotheus und Paulus wurde aber erwartet, am christlichen Dienst teilzunehmen? Nur von den Ältesten und den besonderen reisenden Beauftragten? Nein. Der Apostel Paulus erklärte, daß der Antrieb für das Predigen der guten Botschaft von dem Glauben herrühre, den alle Christen besitzen sollten. Er schrieb: „Mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung" (Römer 10:10).

15 Bedeutet das, daß alle, die wirklich den christlichen Glauben besitzen, christliche Diener sein und sich am Predigen der guten Botschaft beteiligen sollten? Ja. Paulus richtete seine Worte an die gesamte Versammlung in Rom, nicht nur an die Ältesten (Römer 1:1, 7). Alle in der Versammlung Ephesus sollten ihre ‘Füße mit der Ausrüstung der guten Botschaft des Friedens beschuht’ haben (Epheser 6:15; 1:1). Und alle, die den Brief an die Hebräer hörten, sollten ‘an der öffentlichen Erklärung ihrer Hoffnung ohne Wanken festhalten’ (Hebräer 10:23). Denke auch daran, daß sich zu Pfingsten jeder, ob Mann oder Frau, an der öffentlichen Verkündigung der „großen Dinge Gottes" beteiligte (Apostelgeschichte 2:1-21; 1:14).

16 Außerdem hatte Jesus kurz vor seiner Himmelfahrt zu seinen Nachfolgern gesagt: „Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe" (Matthäus 28:19, 20). Diejenigen, die in all den verschiedenen Nationen auf die Botschaft eingingen, sollten nicht nur Hörer werden. Sie sollten Jünger werden mit allem, was dazugehört (Lukas 10:1; 14:27, 33; Johannes 13:35; 15:8; Apostelgeschichte 1:8).

Gottes Diener heute

17 Bis hierher haben wir gesehen, daß der wahre christliche Diener Politik meidet und sich von der Welt getrennt hält. Er ist demütig und hält sich an die hohen Sittenmaßstäbe, die Jesus seine Nachfolger lehrte. Er ist Gottes Diener und ahmt Christus nach. Daher sollte er nicht seine eigenen Ideen verfolgen oder die Wahrheit verwässern, um sie für andere annehmbarer zu machen. Dennoch gereicht sein Dienst anderen Menschen zum Nutzen, sowohl Gläubigen als auch Ungläubigen (Matthäus 20:28; 26:39; 1. Petrus 4:8-10).

18 Ein wesentlicher Bestandteil des heutigen christlichen Dienstes ist wie bei Jesus und Timotheus das Predigtwerk. Was wird gepredigt? Nun, die Rettung beruht immer noch auf dem Opfer Jesu. Und wer gerettet werden möchte, muß immer noch den Namen Jehovas anrufen (Apostelgeschichte 4:12; Römer 10:13). Außerdem ist das Königreich immer noch die einzige Hoffnung für die leidende Menschheit. Daher sagte Jesus voraus: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen" (Matthäus 24:14). Die wahren Diener Gottes sind diejenigen, die diese Prophezeiung erfüllen und diese Wahrheiten lehren. Und wer verrichtet dieses von Gott gebotene Werk? Nur Jehovas Zeugen (Jesaja 43:10-12).

19 Wie erlangt jemand die Befähigung, ein Diener Gottes zu sein? Genauso wie Timotheus: Indem er, gestützt auf ein Studium der Bibel, einen festen Glauben an Gottes Vorsätze erlangt, indem er diesen Glauben durch die Gemeinschaft mit anderen Christen stärkt, indem er sich der Wassertaufe unterzieht als Zeichen seiner Hingabe an Gott, die er im Gebet vollzogen hat, um Gott von da an zu dienen, und indem er sich von der leitenden Körperschaft der Christenversammlung leiten und führen läßt (Hebräer 10:23-25; Matthäus 24:45-47). Wer beteiligt sich an diesem Dienst? Alle, die einen aufrichtigen, aktiven Glauben an Gottes Vorsätze haben, gestützt auf eine genaue Erkenntnis. Die Tatsache, daß sich jemand als christlicher Zeuge Jehovas an dem Dienst beteiligt, ist ein Beweis für die Echtheit seines Glaubens (Jakobus 2:17).

20 IIn unseren letzten Tagen sind viele Religionsdiener der Christenheit eifrig damit beschäftigt, ein „soziales Evangelium" zu predigen; sie mischen sich dabei in die Politik ein oder ziehen die Existenz Gottes und die Bedeutung der Bibel in Frage. Und die Laien in der Christenheit bekunden wenig Interesse daran, Diener Gottes zu sein. Wir sind daher dankbar, daß Gott Diener erweckt hat, die vor der Menschheit seinen Namen hochhalten und aufrichtiggesinnten Personen helfen, die wichtigen Wahrheiten des Wortes Gottes, der Bibel, kennenzulernen. Es gibt über zwei Millionen dieser Diener in aller Welt, und mit Gottes Hilfe dienen sie der ganzen Menschheit.
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Our Kingdom Ministry, Dezember 1981, Seite 4 (nicht auf Deutsch erschienen): 

Fragekasten

Im [Wachtturm vom 15. Juni 1981] wurde gesagt, die Ordinierung als Diener Gottes finde bei der Taufe einer Person statt. Wie beeinflusst dies unsere Ansicht über Personen, die befähigt sind, Ehen zu schließen?

In jedem Bundesstaat sind die Erfordernisse für das Schließen von Ehen etwas unterschiedlich. In einigen Bundesstaaten, Städten oder Gemeinden darf die Hochzeitszeremonie nur von rechtmäßig bei den örtlichen Behörden registrierten Geistlichen durchgeführt werden. Es ist daher entscheidend, am Ort nachzuprüfen, welche Rechtserfordernisse für das Schließen von Ehen gelten, und sich daran zu halten. Schreibt die Gesellschaft bitte nicht um Informationen an, da wir sie für die verschiedenen Bundesstaaten, Städte oder Gemeinden in diesem Land nicht verfügbar haben.

Weil eine christliche Ehe etwas sehr Bedeutendes ist und sich zwei Personen vor Jehova binden, sollte ein gut befähigter ordinierter Diener den Vorsitz bei der Eheschließung haben - er hält die Heiratsansprache und führt die Eheschließung durch. Damit ist es vorzuziehen, dass Versammlungsälteste, Männer mit gutem Ruf in der Versammlung, dieser Verantwortung nachkommen, damit alle Dinge in richtiger Ordnung geschehen.

Informationen über Hochzeitsansprachen, -zeremonien und gültige Eheversprechen sind zu finden im Watchtower vom 15. März 1969, Seiten 174-179; 1. Mai 1974, Seiten 274-277; 15. März 1977, Seiten 172-185, und in Erwachet! vom 22. Mai 1974, Seiten 3-6.

Vorkehrungen für die Benutzung der Königreichssäle für Hochzeiten sollten von der Ältestenschaft der Versammlung genehmigt werden. Da die Schrift die Anweisung enthält, nur "im Herrn" zu heiraten (1. Kor. 7:39 ), sollten Personen, die die Zeremonie durchführen, davon Abstand nehmen, ungleiche Ehen zu schließen, solche Hochzeiten sollten nicht im Königreichssaal stattfinden. Wenn es in diesem Zusammenhang zu sehr ungewöhnlichen Situationen kommt, ist es das Beste, der Gesellschaft die Umstände mitzuteilen.
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Der Wachtturm, 15. Juni 1981, Seiten 14-17:

Wer sind die Diener Gottes?

VOR einigen Jahren hatten wir eine Reihe von Einwänden dagegen erhoben, die in einigen Sprachen gebräuchliche Bezeichnung „Minister" (im Sinn eines religiösen Amtsträgers) auf alle Gott hingegebenen und getauften Christen anzuwenden. Diese Einwände beruhten u. a. auf Sprachunterschieden und auf der Ansicht anderer religiöser Körperschaften und Amtsträger über ihren Anspruch, „Minister" zu sein. Doch scheinen diese Einwände nicht zwingend genug zu sein, um den Standpunkt zu verneinen, den Jehovas Volk während des größten Teils der letzten 100 Jahre eingenommen hat.

„DIÁKONOS" DIENER ODER „MINISTER"

In der englischen Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften erscheinen das Verb minister und das Substantiv minister viele Male. In der deutschen Übersetzung finden sich das Verb dienen und das Substantiv Diener. Das so übersetzte griechische Substantiv ist diákonos, das buchstäblich „durch den Staub" bedeutet und jemand bezeichnet, der gewissermaßen durch Botengänge staubig wird. Dieses Wort wird anscheinend in drei unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht, die wir jetzt untersuchen möchten.

Zunächst wird das Wort diákonos gebraucht, um jemand zu bezeichnen, der in materieller Hinsicht, in weltlichem Sinn, dient, und es kann sich ganz einfach auf den Dienst in einer Hausgemeinschaft beziehen. Zum Beispiel lesen wir in einem der Gleichnisse Jesu: „Der König [sagte] zu seinen Dienern [diákonoi]: ,Bindet ihm Hände und Füße‘ " (Matth. 22:13). Dasselbe Wort erscheint in Römer 13:4, wo es mit Dienerin wiedergegeben wird und auf weltliche Regierungen Bezug nimmt.

IIn bestimmten Zusammenhängen wird das griechische Wort diákonos in einem besonderen, begrenzten offiziellen Sinn gebraucht, wie zum Beispiel in Philipper 1:1, wo es sich auf gewisse Personen in der Christenversammlung bezieht, die dazu ernannt worden sind, ein Amt zu bekleiden, denn dort wird es in Zusammenhang mit Personen erwähnt, die das Amt eines Aufsehers oder „Bischofs" innehaben. So lesen wir: „Paulus und Timotheus, Sklaven Christi Jesu, an alle Heiligen in Gemeinschaft mit Christus Jesus, die in Philippi sind, samt den Aufsehern und Dienstamtgehilfen [oder „Diakonen", diákonoi]." In diesem besonderen Sinn wird die Bezeichnung auch in 1. Timotheus 3:8, 12 gebraucht, wo der Apostel Paulus die an solche Dienstamtgehilfen oder „Diakone" gestellten Anforderungen aufzählt.

Schließlich gibt es noch andere Fälle, in denen dieser Begriff von den inspirierten Schreibern der Christlichen Griechischen Schriften anscheinend in einem erweiterten Sinn gebraucht wird und ebenfalls mehr bezeichnet als einen Diener, der weltliche Aufgaben erfüllt. Das trifft dann zu, wenn sich der Begriff auf eine Gott hingegebene Person bezieht, die Gott in Verbindung mit heiligen oder geistigen Dingen dient. In einem solchen Falle wird er in einigen Sprachen passender durch ein Wort wiedergegeben, das den Gedanken an einen erhabenen oder gottgefälligen Dienst vermittelt. Dementsprechend könnte im Deutschen dieser besondere Sinn des griechischen Wortes diákonos etwa durch den Ausdruck „Diener Gottes" (statt „Diener") angedeutet werden. Der Apostel Paulus bezeichnet sich in Kolosser 1:23 als jemand, der „ein Diener [diákonos]" oder minister (engl.) wurde oder geworden war. (Siehe Authorized Version; Revised Standard Version; New Testament in Modern English von Phillips; The New English Bible.) Paulus bezeichnet auch andere als Diener oder minister, wie zum Beispiel Timotheus (1. Tim. 4:6, AV; RSV; New International Version).

„DIAKONÍA" DIENST ODER „MINISTRY"

Eng verwandt mit dem griechischen Wort diákonos ist das Substantiv diakonía, das einen „Dienst" bezeichnet. Dieses griechische Wort wird gleichfalls sowohl in weltlichem als auch in religiösem oder heiligem Sinn gebraucht. In weltlichem Sinn erscheint es in Apostelgeschichte 6:1, wo wir lesen: „Als nun in diesen Tagen die Jünger an Zahl zunahmen, entstand ein Murren der griechisch sprechenden Juden gegen die hebräisch sprechenden Juden, weil ihre Witwen bei der täglichen Austeilung [„ministration", Fußnote in der Neuen-Welt-Übersetzung, engl. Ausg. 1971] übersehen wurden."

Wenn diakonía in religiösem Sinn gebraucht wird, verwenden einige Übersetzer in gewissen Sprachen ein besonderes Wort dafür. Sie geben es dann nicht mit „Austeilung" oder „Dienst" wieder, sondern zum Beispiel im Englischen mit ministry, einem Wort, das auf einen erhabenen, gottgefälligen Dienst hindeutet. Ein solches Beispiel sind die Worte des Apostels Paulus über sein Apostelamt für die Heiden: „[Ich] verherrliche . . . meinen Dienst [ministry, engl.]" (Röm. 11:13, RSV; NEB; NIV). Dementsprechend könnte im Deutschen dieser besondere Sinn des griechischen Wortes diakonía etwa durch den Begriff „Gottesdienst" (statt „Dienst") angedeutet werden. Des weiteren schrieb Paulus, er sei dankbar dafür, daß Gott ‘ihn für treu erachtet habe, indem er ihm ein Dienstamt [ministry, engl.]’, einen gottgefälligen, erhabenen „Dienst", zugewiesen habe (1. Tim. 1:12, Kingdom Interlinear Translation). Deshalb schrieb Paulus an Timotheus: „Du aber bleibe in allen Dingen besonnen, erleide Ungemach, verrichte das Werk eines Evangeliumsverkündigers, führe deinen Dienst völlig durch." Wenn Timotheus evangelisierte oder die „gute Botschaft" predigte, so war das kein weltlicher Dienst. Es war ein gottgefälliger, erhabener Dienst, der ihn zu einem Diener Gottes machte. Aus dem gleichen Grunde ist heute jeder, der sich an diesem Evangelisierungsdienst beteiligt, ein Diener Gottes (2. Tim. 4:5, AV; NIV; RSV).

In diesem Sinn gebrauchten Schreiber der Christlichen Griechischen Schriften unter Inspiration die griechischen Wörter diákonos, diakonía und ähnliche, wodurch sie Jehovas Zeugen ein Beispiel gaben. Tatsächlich sind Jehovas Zeugen nicht nur eine religiöse Organisation in der allgemein anerkannten Bedeutung des Begriffs „Versammlung" oder „Kirche", sondern sie sind auch eine Vereinigung, die Männer, Frauen und Jugendliche schult und ausrüstet, Diener Gottes, „Diener" in einem erhabenen oder gottgefälligen Sinn, zu sein, Prediger der guten Botschaft von Gottes Königreich. Zu diesem Zweck veranstalten sie fortschreitende Studienkurse, in denen Männer, Frauen und junge Leute in wichtiger biblischer Erkenntnis geschult werden, damit sie immer wirkungsvollere Diener Gottes werden können. Diese Studienkurse finden in fünf wöchentlichen Zusammenkünften statt, in denen biblische Lehren dargelegt, biblische Prophezeiungen erklärt, die Anwesenden im christlichen Wandel unterwiesen und im Predigen und Lehren biblischer Wahrheiten geschult werden.

ORDINATION ZUM DIENER GOTTES

Wie alle religiösen Organisationen haben Jehovas Zeugen die Befugnis und das Recht, zu bestimmen, wann die von ihnen unterwiesenen Personen so weit sind, daß sie sich als Diener des Wortes Gottes qualifizieren, als „Diener" in einem erhabenen, gottgefälligen Sinn. Nach einer angemessenen persönlichen Schulungszeit werden die Betreffenden von den ordnungsgemäß ernannten Ältesten ihrer Versammlung geprüft. Wenn erkannt werden kann, daß sie eine hinreichende Erkenntnis des Wortes Gottes und eine von Herzen kommende Wertschätzung für dessen Botschaft haben, wenn sie sich vorbehaltlos Jehova hingegeben haben, um seinen Willen zu tun und den Fußstapfen Jesu Christi nachzufolgen, und wenn sie ihr Leben mit den Erfordernissen und Grundsätzen Gottes in Einklang gebracht haben, werden sie zur Taufe zugelassen und so zum Diener Gottes ordiniert. Für dieses Vorgehen gibt es einen eindeutigen biblischen Präzedenzfall, denn erst nachdem sich Jesus zur Taufe dargestellt hatte, begann er seine Laufbahn als gesalbter Diener Gottes, indem er die gute Botschaft von Gottes Königreich predigte (Mark. 1:9-15).

BuIst es aber vernünftig, die Taufe durch vollständiges Untertauchen im Wasser als hinreichende Ordinationszeremonie zu betrachten? Vielleicht nicht nach den vorherrschenden Bräuchen in der Christenheit, doch sicher vom biblischen Standpunkt aus gesehen, was auch aus dem Werk Cyclopædia of Biblical, Theological, and Ecclesiastical Literature (1877), Bd. VII, S. 411 von M’Clintock und Strong hervorgeht. Gemäß diesem Werk ist eine Ordination „die Ernennung oder Bestimmung einer Person für ein geistliches Amt, ob mit oder ohne begleitende Zeremonien. . . . Wohl kaum ein unbefangener Geist bleibt bei einer biblischen Untersuchung dieses Themas von der großen Bedeutung der Tatsache unbeeindruckt, daß weder der Herr Jesus Christus noch einer seiner Jünger bestimmte Gebote oder Erklärungen hinsichtlich der Ordination gab." Ein Diplom oder Ordinationszeugnis ist für Diener Gottes heute ebensowenig erforderlich, wie es für den Apostel Paulus erforderlich war. (2. Kor. 3:1-3).

DER GOTTESDIENST DER ZEUGEN JEHOVAS

Wie führen Jehovas Zeugen ihren Gottesdienst durch? Einige von ihnen dienen als ernannte Älteste, und als solche predigen und lehren sie in ihrer Versammlung vom Podium aus und in Bibelstudiengruppen der Versammlung, die in Wohnungen von Zeugen stattfinden. Doch die umfassendste und bezeichnendste Methode, die die Zeugen in ihrem Gottesdienst anwenden, ist diejenige, die die Apostel und die anderen der ersten Jünger Jesu anwandten, indem sie seinem Gebot gehorchten: „In welche Stadt oder welches Dorf ihr auch hineingeht, da forscht nach, wer es darin verdient . . . Wenn ihr in das Haus eintretet, so grüßt die Hausgenossen; und wenn das Haus es verdient, so komme der Friede darauf, den ihr ihm wünscht" (Matth. 10:11-13).

Auch der Apostel Paulus zeichnete sich dadurch aus, daß er sowohl Versammlungen als auch Einzelpersonen in ihrer Wohnung predigte. Zu den Ältesten von Ephesus sagte er: „Ihr wißt wohl, wie . . . ich mich nicht davon zurückhielt, euch alles, was nützlich war, kundzutun noch euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren. Doch legte ich gründlich Zeugnis ab, sowohl vor Juden als auch vor Griechen, in bezug auf Reue gegenüber Gott und Glauben an unseren Herrn Jesus" (Apg. 20:18-21). Das ist ein vortreffliches Musterbeispiel für Diener Gottes von heute.

Und was den neuzeitlichen Gottesdienst von Haus zu Haus und die Verwendung religiöser Traktate betrifft, so entschied das Oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten im Fall Murdock gegen Pennsylvanien (1943): „Die Verbreitung religiöser Traktate von Hand zu Hand ist eine uralte Form missionarischen Evangelisierens — so alt wie die Geschichte der Druckpressen . . . Diese Art religiöser Tätigkeit nimmt unter dem 1. Amendment dieselbe hohe Stufe ein wie die Anbetung in den Kirchen und das Predigen von den Kanzeln."

Auch das Berufungsgericht der Vereinigten Staaten für den 7. Kreis entschied im Fall Ransom gegen Vereinigte Staaten (1955), man könne keinen „begründeten Unterschied machen . . . zwischen Religionsdienern der Zeugen Jehovas, die aus Berufung von Tür zu Tür und an Straßenecken predigen, und Religionsdienern konventionellerer Glaubensrichtungen, die auf Kanzeln predigen, in kirchlichen Schulen lehren oder verschiedene andere religiöse Tätigkeiten für ihre Kirche verrichten".

Sollte sich der Umstand, daß diese Diener Gottes nicht all ihre Zeit ihrem Dienstamt widmen, ungünstig auf ihren Anspruch auswirken, Religionsdiener zu sein, und sollte das heißen, daß sie nicht die Voraussetzungen dafür erfüllen? Keineswegs, denn selbst der Apostel Paulus ging weltlichen Beschäftigungen nach, um für sich und seine Begleiter zu sorgen (Apg. 18:3, 4; 20:33, 34). Dieser Standpunkt wurde durch folgende Entscheidung des Berufungsgerichts der Vereinigten Staaten für den 5. Kreis im Fall Wiggins gegen Vereinigte Staaten (1958) bestätigt: „Religionsdiener der Zeugen Jehovas . . . haben keine andere Wahl, als sich mit weltlichen Geschäften zu befassen, um sich Mittel zu beschaffen, damit sie das Dienstamt zu ihrer Berufung machen können. . . . Der Prüfstein . . . ist . . ., ob er aus Berufung nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßig die Grundsätze seiner Religion lehrt und predigt."

Wer sind also die Diener Gottes? Es sind die Gott hingegebenen, getauften Christen, die den Dienst für Gott und ihren Nächsten zu ihrer Hauptaufgabe machen (Mark. 12:28-31).

[Bild auf Seite 15]

Gemäß der Bibel wird jemand bei seiner Taufe zum Diener Gottes ordiniert.

[Bilder auf Seite 16]

Gemäß dem biblischen Beispiel führen Jehovas Zeugen ihren Gottesdienst öffentlich und von Haus zu Haus durch.

Seiten 19-20 (derselben Ausgabe):

WEIBLICHE DIENER GOTTES

Ja, alle Gott hingegebenen und getauften Christen, ungeachtet des Geschlechts oder Alters, können Verkündiger, Prediger, Diener Gottes sein, „Diener" in einem erhabenen oder heiligen Sinn, vorausgesetzt, daß sie das durch ihren Lebenswandel und ihr Zeugnisgeben beweisen. Der Apostel Paulus schrieb in Römer 16:1, 2: „Ich empfehle euch Phöbe, unsere Schwester, die eine Dienerin der Versammlung in Kenchreä ist, damit ihr sie auf eine Weise im Herrn willkommen heißen mögt, wie es für die Heiligen würdig ist, und ihr beistehen mögt in irgendeiner Sache, in der sie euch benötigen mag, denn sie selbst hat sich auch als eine Verteidigerin vieler erwiesen, ja meiner selbst." Offensichtlich sprach Paulus von mehr als nur einem Dienst in materieller Hinsicht. Es ist von etwas die Rede, was mit dem gesprochenen Wort zu tun hat, dem christlichen Dienst. Doch Phöbe war nicht zu einem weiblichen Dienstamtgehilfen ernannt worden, da Jehova Gott durch Paulus keine Vorkehrung dafür getroffen hatte, daß Frauen in ein solches Amt eingesetzt wurden.

In seinem Brief an die Christenversammlung in Philippi erwähnt Paulus Euodia und Syntyche und bezeichnet sie als „Frauen . . ., die für die gute Botschaft Seite an Seite mit mir gestritten haben [offensichtlich, indem sie die gute Botschaft von Gottes Königreich predigten und lehrten], zusammen mit Klemens und auch den übrigen meiner Mitarbeiter, deren Namen im Buche des Lebens stehen" (Phil. 4:2, 3).

Wir sollten auch Priscilla, die Frau Aquilas, nicht übersehen. Sie wird wiederholt erwähnt, meistens sogar vor ihrem Mann (Apg. 18:2, 18, 26; Röm. 16:3; 1. Kor. 16:19; 2. Tim. 4:19). Als der redegewandte Apollos in Ephesus eintraf und er offensichtlich weitere Unterweisung benötigte, ‘nahmen Priscilla und Aquila ihn mit nach Hause, und sie beide erklärten ihm das Wort Gottes noch genauer’ (Apg. 18:26, Kingdom Interlinear Translation).

Mehrere Gerichte in den Vereinigten Staaten haben weibliche Zeugen Jehovas, die sich am Evangelisierungswerk von Haus zu Haus beteiligten, als Religionsdiener anerkannt. Das Oberste Gericht des Staates Vermont beispielsweise erklärte im Fall Vermont gegen Greaves (1941), daß Elva Greaves „eine ordinierte Religionsdienerin einer Sekte oder Gruppe ist, die unter dem Namen ,Jehovas Zeugen‘ bekannt ist".

JUGENDLICHE DIENER GOTTES

Der gleiche Grundsatz kann auf jugendliche Christen angewandt werden. Wenn sie auch keinesfalls als ernannte Diener in der Versammlung dienen könnten, wäre ihr Alter kein Hindernis, Prediger oder Verkündiger der „guten Botschaft" zu sein, Diener Gottes. Jesus zeigte im Alter von 12 Jahren, daß er fähig war, mit dem Wort Gottes ‘zu dienen’ (Luk. 2:46-50). Samuel wurde „ein Diener Jehovas", als er noch ein „Knabe" war (1. Sam. 2:11; siehe auch Luther, van Eß, Allioli). Und so beweisen auch heute einige schon als Teenager oder sogar noch früher, nachdem sie sich Jehova hingegeben haben und getauft worden sind, sowohl dadurch, daß sie eifrig die gute Botschaft predigen, als auch durch ihren Lebenswandel, daß sie wirklich Diener Gottes sind (2. Tim. 2:22; Pred. 12:1).

EIN „HEILIGER DIENST"

Jesus stellte die Regel auf, daß das, was ein Mensch zu sein behauptet, nach seinen Werken beurteilt werden muß. Er sagte: „Die Werke selbst, die ich tue, legen Zeugnis über mich ab, daß der Vater mich gesandt hat" (Joh. 5:36). Aufgrund der gleichen Regel sind jene Diener Gottes (oder „Diener" in einem erhabenen Sinn), die Gott aussendet, ob männlich oder weiblich, jung oder alt, an ihrem Dienst für die Königreichsinteressen zu erkennen, an ihrem „heiligen Dienst" für Jehova, ihren Gott (Matth. 4:10; Röm. 12:1, 2).

SJeder Zeuge Jehovas, der angemessen in Gottes Wort unterwiesen und zum Zeichen dafür, daß er sich Gott hingegeben hat, getauft worden ist und danach in ernsthafter Weise Dienst für Jehova Gott verrichtet, indem er von seinem Namen und seinem Königreich Zeugnis ablegt, ist heute in Gottes Augen wirklich sein „Diener" (Joh. 12:26). Jedenfalls wird in Offenbarung 7:9-17 von der ‘großen Volksmenge, die heute aus allen Nationen kommt’, gesagt, daß sie ‘Gott in seinem Tempel Tag und Nacht heiligen Dienst darbringt’. Alle ihre Glieder sind Gottes Diener, seine Diener in einem heiligen, erhabenen Sinn.
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Der Wachtturm, 15. Dezember 1972, Seite 744:

Beharrlichkeit

Manchmal muß man sogar beharrlich sein, wenn man Gutes tun möchte. Das erleben Jehovas Zeugen oft, die bei ihrer Predigttätigkeit das Beste im Sinn haben: den Menschen zu helfen, Gottes Wort zu verstehen und anzuwenden, damit sie schließlich von Gott gesegnet werden.

In Malaysia kam eine Zeugin Jehovas zu einer jungen Chinesin, die in einer Garage hinter einem großen Haus wohnte. Sie ließ dem Mädchen ein Exemplar des biblischen Lehrbuches Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies in Chinesisch zurück. Sie versprach ihm wiederzukommen, um mit ihm ein unentgeltliches Heimbibelstudium zu beginnen.

Beim ersten Besuch war das junge Mädchen dabei, einen großen Berg Wäsche zu bügeln, und es hatte noch nichts gelesen. Der Samstag war sein arbeitsfreier Tag. Deshalb wurde der nächste Besuch für den Samstag vereinbart. Beim zweiten Besuch traf die Zeugin Jehovas das Mädchen wieder beim Bügeln an, und das ganze Zimmer war voll von Verwandten die zu Besuch gekommen waren. Am darauffolgenden Samstag, beim dritten Besuch, erfuhr die Zeugin Jehovas, daß das Mädchen mit Bügeln im Rückstand sei. Es war aber immer noch an dem kostenlosen Bibelstudium interessiert und hatte sich vorgenommen, seine Schwester zu fragen, ob sie sich auch an dem Studium beteiligen möchte. Beim nächsten Besuch, dem vierten, hatte das Mädchen eine gute Nachricht: Seine Schwester wollte mitstudieren. Man wollte sich daher in der folgenden Woche in der Wohnung der Schwester, etwa drei Kilometer entfernt, treffen.

Am nächsten Samstagmorgen zog ein Gewitter auf. Aber die Zeugin Jehovas wollte ihr Wort halten und machte sich trotzdem auf den Weg. Sie wurde bis auf die Haut naß. Als sie bei dem Haus ankam, war die Tür verschlossen, und niemand war da. Die Zeugin dachte: „Eine Chance gebe ich dem Mädchen noch."

Beim sechsten Besuch fand sie das Mädchen zu Hause. Es entschuldigte sich aufrichtig. Man verabredete sich für den folgenden Samstag. Beim siebenten Besuch konnte tatsächlich mit dem Studium begonnen werden, und von da an gab es keine Verzögerung und keine Unterbrechung mehr. Die junge Chinesin machte gute Fortschritte, besuchte bald die christlichen Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas und ist jetzt selbst ein ordinierter Prediger — und das alles, weil sich jemand beharrlich bemühte, Gutes zu tun. — Gal. 6:9.
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Der Wachtturm, 1. April 1972, Seite 218: 

Die leitende Körperschaft ist Gott für die religiöse Gesellschaft, die den christlichen Zeugen Jehovas als Werkzeug dient, sehr dankbar. Diese gesetzlich eingetragene, nicht gewinnerstrebende Gesellschaft setzt sich aus treuen Gott hingegebenen, getauften Jüngern Jesu Christi zusammen, aus ordinierten Predigern, die sich freiwillig in den Dienst Jehovas gestellt haben, und das erleichtert die Durchführung des gewaltigen Werkes sehr, das zur Zeit auf der Erde getan wird — die Verkündigung der guten Botschaft von Gottes aufgerichtetem Königreich auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, bevor nun bald das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge kommt.

Seite 763 (derselben Ausgabe):

Nach dreimonatigem regelmäßigem Studium der Bibel fing ich an, Änderungen in meinem Leben vorzunehmen. Ich schaffte meine Gewehre ab. Meine früheren Freunde dachten, ich sei verrückt geworden, und hörten nun, da ich unbewaffnet war, auf, Umgang mit mir zu haben. Der religiöse Schmuck wurde aus meinem Wohnzimmer entfernt. Vor Ablauf eines Jahres besuchte ich die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas im Königreichssaal und begann sogar, mit ihnen am Predigtdienst teilzunehmen. Schließlich ließ ich mich taufen und wurde selbst ein ordinierter Prediger.
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Der Wachtturm, 1. August 1971, Seite 472: 

Der Mann kam zu dem Schluß, daß es in Anbetracht seiner „Spielsucht" in seinem Fall am besten wäre, das Spiel ganz aufzugeben. Er verschenkte das Damebrett. Die Menschenmengen, die sich häufig bei ihm aufgehalten hatten, kamen bald nicht mehr. Er hatte mehr Zeit für seinen Beruf und auch reichlich Zeit, in Ruhe Gottes Wort zu studieren. Er machte nun wieder gute Fortschritte in geistiger Hinsicht. Bald danach ließ er sich auf einem großen Kongreß der Zeugen Jehovas taufen und wurde so selbst ein ordinierter Diener Gottes.
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Der Wachtturm, 15. Mai 1971, Seiten 315-316: 

Am zweiten Kongreßtag freuten sich die 679 tätigen Zeugen Jehovas in Liberia zu sehen, wie 62 Personen im Atlantischen Ozean getauft wurden. Diese neuordinierten Diener Gottes gehörten den verschiedensten Volksschichten und Ständen an. Unter ihnen befanden sich ein bekannter Rechtsanwalt, eine Amerikanerin, die früher dem Friedenskorps angehört hatte, eine junge Afrikanerin, die in der Schule wegen ihres Glaubens wiederholt geschlagen worden war, und ein siebenundsiebzigjähriger ehemaliger protestantischer Prediger. Sie alle beten nun vereint den wahren Gott an.
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Erwachet!, 22. April 1971, Seite 13: 

Im Oktober 1963 wurde dem Gericht weiteres Beweismaterial unterbreitet. Darin wurde bis ins einzelne gezeigt, daß Vollzeitprediger der Zeugen Jehovas ordinierte Prediger sind und Anspruch auf die vom Grundgesetz vorgesehene Wehrdienstausnahme haben.
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Der Wachtturm, 1. Januar 1971, Seite 6: 

Was geschieht jedoch, wenn Gottes Wort im Leben solcher Menschen wirksam wird? Nun, aus Panama wird von einem Mann berichtet, der anfing, die Bibel zu studieren, und daraufhin aufhörte, sich zu betrinken, um Geld zu spielen, zu rauchen und die Frau zu schlagen, mit der er zusammen lebte und die die Mutter seiner vier Töchter war. Da er sich nach Gottes gerechten Maßstäben richten wollte, wünschte er sie zu heiraten. Sie war einverstanden; sie heirateten, und in derselben Woche wurde er als christlicher Prediger ordiniert.
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Der Wachtturm, 15. Juli 1970, ISeite 442: 

Stimmt es, daß alle Zeugen Jehovas Prediger sind? Sind sie zu Predigern geschult worden?

Ja, vom biblischen Standpunkt aus sind Jehovas Zeugen im wahrsten Sinne des Wortes alle Prediger. Ein Prediger ist ein öffentlicher Diener Gottes, der den Fußstapfen Jesu Christi folgt. (1. Petr. 2:21) Jeder wahre Christ, der sich Gott hingegeben und seine Hingabe durch die Taufe symbolisiert hat, beteiligt sich am Predigtdienst, der ein Bestandteil seines Gottesdienstes bildet, und ist deshalb ein ordinierter Prediger. — Jes. 61:1, 2; Matth. 24:14; 2. Kor. 3:5.

Obwohl für die biblische Ordination eine theologische Ausbildung und ein schriftliches Ordinationszeugnis nicht erforderlich sind, werden Jehovas Zeugen doch systematisch und gründlich auf den christlichen Predigtdienst vorbereitet und darin geschult. Sie wohnen wöchentlich fünf lehrreichen Zusammenkünften bei, die insgesamt fünf Stunden dauern, und widmen sich auch zu Hause fleißig dem persönlichen Bibelstudium. In ihrer Theokratischen Predigtdienstschule lernen sie wirkungsvoll zu sprechen und zu lehren. Dieser Lehrkurs ist nie zu Ende, und die Teilnehmer möchten auch nicht, daß er je abgeschlossen würde. Sie sind vom Schulprogramm begeistert, und da sie auf Fortschritt bedacht sind, wissen sie, daß sie weiter lernen und immer bessere Diener Gottes werden müssen.
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Der Wachtturm, 1. April 1970, Seite 213: 

Jehovas Zeugen haben im vergangenen Dienstjahr viel Freude erlebt, denn Jehova Gott hat ihr Bemühen, die gute Botschaft auf der ganzen Erde zu predigen, gesegnet. Ein besonderes Ereignis in diesem Jahr waren die internationalen Kongresse „Friede auf Erden", die sie im Juli und August in Nordamerika und Europa abhielten und bei denen 840 572 Personen anwesend waren. Diese und auch die anderen Zeugen, die bei diesen Kongressen nicht zugegen sein konnten, sind entschlossen, die gute Botschaft vom Königreich weiterhin zu predigen. Sie lieben alle den Frieden, weil sie den Gott des Friedens anbeten. (2. Kor. 13:11) Es gibt immer noch viel zu tun, und wir stellen fest, daß Jehova die Bemühungen seines Volkes gesegnet hat, denn im Dienstjahr 1969 waren 1 336 112 Verkündiger tätig — eine neue Höchstzahl. Das ganze Jahr hindurch wandten jeden Monat durchschnittlich 1 256 784 Verkündiger für den Predigtdienst Zeit auf. Natürlich können von diesen Verkündigern der guten Botschaft vom Königreich nicht alle ihre ganze Zeit der Verbreitung dieser Botschaft widmen; dennoch sind alle Gott hingegebenen, getauften Jünger ordinierte Prediger. 76 515 von ihnen widmeten jedoch als Missionare, Sonderpioniere oder allgemeine Pioniere ihre ganze Zeit dem Predigtwerk. Sie alle wandten 100 bis 150 Stunden im Monat auf, um die gute Botschaft vom Königreich zu verbreiten. Alle übrigen, die eine einzige, große weltweite Versammlung bilden, wandten jeden Monat durchschnittlich 10 bis 15 Stunden dafür auf, Gottes Königreich zu predigen und das Wort der Wahrheit in das Herz und in den Sinn anderer Menschen einzupflanzen.
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Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1970, Seiten 24-25:

Jehovas Zeugen haben im vergangenen Dienstjahr viel Freude erlebt, denn Jehova Gott hat ihr Bemühen, die gute Botschaft auf der ganzen Erde zu predigen, gesegnet. Ein besonderes Ereignis in diesem Jahr waren die internationalen Kongresse „Friede auf Erden", die sie im Juli und August in Nordamerika und Europa abhielten und bei denen 840 572 Personen anwesend waren. Diese und auch die anderen Zeugen, die bei diesen Kongressen nicht zugegen sein konnten, sind entschlossen, die gute Botschaft vom Königreich weiterhin zu predigen. Sie lieben alle den Frieden, weil sie den Gott des Friedens anbeten. (2. Kor. 13:11) Es gibt immer noch viel zu tun, und wir stellen fest, daß Jehova die Bemühungen seines Volkes gesegnet hat, denn im Dienstjahr 1969 waren 1 336 112 Verkündiger tätig — eine neue Höchstzahl. Das ganze Jahr hindurch wandten jeden Monat durchschnittlich 1 256 784 Verkündiger für den Predigtdienst Zeit auf. Natürlich können von diesen Verkündigern der guten Botschaft vom Königreich nicht alle ihre ganze Zeit der Verbreitung dieser Botschaft widmen; dennoch sind alle Gott hingegebenen, getauften Jünger ordinierte Prediger. 76 515 von ihnen widmeten jedoch als Missionare, Sonderpioniere oder allgemeine Pioniere ihre ganze Zeit dem Predigtwerk. Sie alle wandten 100 bis 150 Stunden im Monat auf, um die gute Botschaft vom Königreich zu verbreiten. Alle übrigen, die eine einzige, große weltweite Versammlung bilden, wandten jeden Monat durchschnittlich 10 bis 15 Stunden dafür auf, Gottes Königreich zu predigen und das Wort der Wahrheit in das Herz und in den Sinn anderer Menschen einzupflanzen.
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The Watchtower, 1. September 1969, Seite 522: 

DEN CHRISTLICHEN DIENST VERBESSERN

Alle wahren Christen sind sehr daran interessiert, ihren Dienst in der bestmöglichen Weise auszuführen. Es war für sie daher ein weiterer reicher Segen, so viel guten Rat zu erhalten, wie sie ihren Dienst verbessern können. Für alle, die ordinierte Diener Gottes werden wollten, gab es die Taufansprache. Wie erregend es war, zu sehen, wie bei diesen Kongressen in Nordamerika 12 894 Personen aufstanden und sich zur Wassertaufe vorstellten! Den Taufbewerbern wurde gesagt, es sei eine glückliche Zeit, trotz sich verschlimmernder Weltverhältnisse zu leben. Warum? Weil es noch nicht zu spät ist, Gottes Wohlwollen und das ewige Leben zu erlangen, indem man ein ganzherziger Diener Jehovas wird. (Spr. 8:35).
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The Watchtower, 1. April 1969, Seite 209:

Nun ist dies als Fähigkeit etwas, aus dem sich die Welt viel macht, und in der Tat werden mit geschickten Überlegungen und Händen viele außerordentliche Meisterleistungen erreicht. Erfolg im Dienst für Gott erfordert auch Geschick, aber die Kunst, ein guter Lehrer des Wortes Gottes zu sein, ist für niemanden allzu schwer zu beherrschen. Zwar erfordert es viele Jahre des Lernens und Übens, um ein geschickter Chirurg oder Ingenieur zu werden, und diejenigen, die dafür in Frage kommen, sind wenige, aber das gilt nicht für Personen, die geschickte Diener Gottes sein möchten. Nicht, dass nicht viel Studium und Umsetzen des Gelernten in die Tat erforderlich ist. Das ist so, aber das Einzigartige am Dienst für Gott ist, dass man bereits nach kurzer Zeit des Lernens daran teilhaben kann. Wenn jemand die guten Dinge aus Gottes Wort zu lernen beginnt und die Bedeutung der Lehren für andere sieht, besteht für ihn kein Grund, sich darin zurückzuhalten, über diese guten Dinge mit seinen Mitmenschen zu reden. Natürlich sollte er als Neuer vorsichtig sein, damit er nicht unwissentlich Irrlehren verbreitet; daher sollte er genau auf die Anweisungen erfahrenerer Diener hören, während er in der Aufgabe geschult wird. Über kurz oder lang kann er sich Gott hingeben und getauft werden und ein geschickter Diener Gottes werden, der andere belehrt.
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The Watchtower, 1. Januar 1969, Seitens 25-26:

Aus dem Bericht wird deutlich, dass Zehntausende das Wort Gottes für wahr und genau befunden haben, und mit allem Eifer möchten sie anderen von Gottes Wahrheit erzählen. Welch eine Freude war es zu sehen, dass 82842 Personen, mit denen im Jahre 1968 Bibelstudien durchgeführt wurden, jetzt ihr Leben Jehova weihen und sich als öffentliches Symbol für die Hingabe, in Zukunft Gottes Willen zu tun, im Wasser taufen lassen! Diese 82842 Neugetauften schließen sich nicht einer Religionsgemeinschaft an, nur um Mitglieder zu werden, wie es viele von ihnen waren, als sie in die "Kirche" der Christenheit gingen. Ihre Zeit, einmal pro Woche in die Kirche zu gehen, um Hörer und nicht Täter des Wortes Gottes zu  sein, sind für immer vorbei. Diese Neugetauften haben den Aufruf gehört: "Geht aus ihr hinaus, mein Volk", und 82842 von ihnen haben es getan und sind nun Diener Gottes geworden, und sie empfinden wie der Apostel Paulus, der sagte: "Wehe mir, wenn ich die gute Botschaft nicht verkündigte!" (1. Kor. 9:16) Diese neu ordinierten Diener Gottes haben sich mit mehr als einer Million weiterer Zeugen Jehovas auf der ganzen Welt verbunden, und gemeinsam empfinden sie große Freude, anderen zu predigen und sie zu lehren, die Bibel kennen zu lernen.
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The Watchtower, 1. August 1968, Seite 466:

Louis Cassels, Redakteur für religiöse Nachrichten, hatte über Jehovas Zeugen auch folgendes zu sagen: "Ihre phänomenale Wachstumsrate ist das Ergebnis eifriger Missionstätigkeit, die den etablierten Kirchen die Schamröte ins Gesicht treibt. Jeder Zeuge wird als ordinierter Diener Gottes angesehen und wird ausgesandt, um an den Wohnungstüren zu klingeln, Literatur an Straßenecken abzugeben und so vielen wie möglich die [Königreichs]botschaft zu predigen. . . . Hinter dieser Leidenschaft, Bekehrte zu gewinnen, steht die feste Überzeugung der Zeugen, dass das Ende der Menschheitsgeschichte unmittelbar bevorsteht. Sie erwarten es für jede Stunde und ganz sicher innerhalb der nächsten zehn Jahre."
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The Watchtower, 1. Februar 1966, Seite 75:

Im Gegensatz zu dem Fehlen persönlicher Besuche durch die Geistlichen der Christenheit ist es eine Tatsache, dass die Zeugen Jehovas im Jahre 1965 jede Woche des Jahres 770595 Heimbibelstudien durchführten, und dies geschah nicht nur durch den vorsitzführenden Geistlichen der Versammlung alleine. Vielmehr wurde das Werk von all denen verrichtet, die die Versammlung bilden, denn alle Zeugen Jehovas sind ordinierte christliche Diener (Jes. 61:1-3).
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The Watchtower, 15. Mai 1966, Seiten 300-301:

Jesus Christus war ein Vorbild für Ausgeglichenheit, als er auf der Erde war. Man beachte einige der Dinge, die er sagte und denen er zustimmte: "Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen" (Matt. 4:10). "Gib uns heute unser Brot für diesen Tag" (Matth. 6:11). "So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen" (Matth. 6:33). "Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht" (Matth. 11:30). "Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott" (Matth. 22:21) "Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn" (Matth. 22:37). "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Matth. 22:39). "Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden" (Matth. 24:14). "Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen" (Matth. 28:19). "Martha, Martha, du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge. Wenige Dinge jedoch sind nötig oder nur eins" (Luk. 10:41, 42) Er war nicht durch Überlieferungen unausgeglichen; er heilte eine Frau am Sabbat (Luk. 13:10-17). Obwohl Jesus die Notwendigkeit der Fürsorge für die Familie und des Zahlens von Steuern anerkannte, ist leicht zu sehen, dass das eigentlich Wichtige ist, Jehova anzubeten, sein Wort und sein Königreich zu predigen und ein Lobpreiser seines Namens zu sein. Tatsächlich werden nur solche Diener Gottes gerettet. In dieser Hinsicht denke man über Jakobus 2:24, 26 nach: "Ihr seht, dass ein Mensch durch Werke gerechtgesprochen wird und nicht durch Glauben allein. Ja, wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot." Um Leben zu erhalten, muss man ein tätiger Diener Gottes sein, und das heißt, ein Prediger und Lehrer der guten Botschaft von Gottes Königreich. Man muss ein hingegebener Anbeter Jehova Gottes sein. Jehovas Zeugen sind eine Gesellschaft von ordinierten Dienern, und heute nehmen sie an einem zweifachen Rettungsprogramm teil.
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The Watchtower, 15. September 1964, Seite 563:

BETE UM DIE RECHTEN ENTSCHEIDUNGEN

19 Jung und alt, wir alle sind ständig aufgerufen, Weisheit beim Treffen rechter Entscheidungen walten zu lassen. Jakobus gibt uns wiederum den Rat: "Wenn es also einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig und ohne Vorwürfe zu machen; und sie wird ihm gegeben werden. Er bitte aber unablässig im Glauben, ohne irgendwie zu zweifeln" (Jak. 1:5, 6).

20 In den USA gibt es den Fall eines ordinierten Dieners Jehovas im Teenageralter. In seiner Zeit an der High-School erzielte er sowohl im Sport als auch in den wissenschaftlichen Disziplinen gute Noten. Kurz vor seinem Abschluss wurde ihm ein Football-Stipendium angeboten, damit er aufs College gehen könne. Hervorragende Sportführer besuchten ihn, um ihn zur Annahme zu ermuntern. Dieser junge Mann stand nun vor einer wichtigen Entscheidung. Tagelang waren die Gedanken in ihm im Widerstreit; an einem Tag wollte er sich für die Annahme des Stipendiums entscheiden, am nächsten für den Vollzeitpredigtdienst. Schließlich machte er es zu einer Sache des Gebets zu Jehova um Weisheit. Neben seinen täglichen Appellen verbrachte er die Stunden nach der Schule im öffentlichen Predigtwerk. Die Antwort auf seine Gebete war: er wurde in seiner Entscheidung für den Vollzeitpionierdienst und gegen das Stipendienangebot gestärkt. Die richtige Entscheidung war gefallen.

Seite 555 (derselben Ausgabe):

Die ganze oben erwähnte große Menschenmenge von Anbetern besteht aus Hingegebenen, die in Jehovas theokratischen Erfordernissen gut unterwiesen wurden. Sie kommen nicht mit leeren Händen, ohne Gaben für ihren liebevollen Gott. Vielmehr kommen sie voller gefälliger "Schlachtopfer der Lobpreisung", die darzubringen sie durch Jehovas noch auf der Erde lebende Gesalbte gelernt haben (Hebr. 13:15). Ja, diese "Fremden" aus allen Nationen haben sich "Jehova angeschlossen", indem sie sich in Verbindung mit dem gesalbten Überrest des geistigen Israels hingegeben haben (Sach. 8:23; Gal. 6:16). Alle diese von der "großen Schar" derer aus den Nationen kommen ebenfalls, um ihre Gebete durch Jehovas Tempelvorkehrung darzubringen. Diesbezüglich sah Jesaja weiter vorher: "Und die Ausländer, die sich Jehova angeschlossen haben, um ihm zu dienen und den Namen Jehovas zu lieben, um ihm zu Knechten zu werden . . . sie will ich dann zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Haus des Gebets. . . . Ihre Ganzbrandopfer und ihre Schlachtopfer werden zur Annahme auf meinem Altar sein. Denn mein eigenes Haus wird ja ein Haus des Gebets für alle Völker genannt werden" (Jes. 56:6, 7). Diese große Schar fremder Anbeter ist heute wirklich zu hingegebenen, getauften und ordinierten Dienern Jehovas geworden und wird offiziell vor Jehovas himmlischem Thron anerkannt (Offb. 7:15). Wie Personen vom gesalbten Überrest sehen diese fremden Nichtglieder, die nicht dem Neuen Bund angehören, es als unschätzbares Vorrecht an, den einzigartigen Namen Jehovas als Jehovas Zeugen zu tragen (Jer. 31:31-34).
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The Watchtower, 1. August 1964, Seiten 479-480:

Fragen von Lesern

Begründet die Bibelstelle aus Jesaja 61:1, 2 die Ordinierung der "anderen Schafe"? (L. H. , USA)

In Jesaja 61:1, 2 heißt es: "Der Geist des Herrn Jehova ist auf mir, darum, dass Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun. Er hat mich gesandt, um die zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangengenommenen und das weite Öffnen [der Augen] selbst den Gefangenen; um auszurufen das Jahr des Wohlwollens seitens Jehovas und den Tag der Rache seitens unseres Gottes; um zu trösten alle Trauernden."

Man beachte, dass der Prophet hier sagt, er sei durch Jehovas Geist gesalbt worden. Jesus wandte die Prophezeiung auf sich selbst an, aber erst, nachdem er bei seiner Taufe im Jordan durch Gottes heiligen Geist gesalbt worden war (Luk. 3:21 , 22; 4:17 -21). Die Glieder seines Leibes werden auch von Jehovas Geist gesalbt, wenn sie von Jehova zu Söhnen Gottes gezeugt werden. Sie werden zu Gliedern des Leibes Christi, des Gesalbten (2. Kor. 1:21, 22).

Die in Johannes 10:16 und Offenbarung 7:9 erwähnte und beschriebene "Große Volksmenge" aus "anderen Schafen" ist nicht durch Jehovas Geist gesalbt, auch wenn sie ein gewisses Maß seines Geistes haben, und daher begründet Jesaja 61:1, 2 nicht ihre Ordinierung zum Predigen. Doch sie sind von Jehova Gott ordiniert, seine Diener zu sein, und sicher sind sie nicht dazu ordiniert worden, nun etwas anderes zu tun als der gesalbte Überrest. So könnten sie zu Recht Jesaja 61:1, 2 anführen, um das Werk zu beschreiben, an dem als ordinierte Diener Anteil zu haben ihnen geboten ist.

Jehova Gottes Gebot an alle, die sich ihm hingeben, die "gute Botschaft vom Königreich" zu predigen, bildet die Bedingung für die Ordinierung der "großen Volksmenge" aus den "anderen Schafen" (Matth. 24:14). Das Gebot Gottes über die Verantwortung zu predigen kann jedermann in der Bibel lesen, aber dieser Auftrag begründet erst die Ordinierung, nachdem jemand Gottes Wort studiert, genaue Erkenntnis erlangt, sich Gott hingegeben, um seinen Willen zu tun, und  dan diese Hingabe durch die Wassertaufe symbolisiert hat. So hat die "große Volksmenge" aus den "anderen Schafen" ihre Ordinierung von Gott aufgrund seines Gebotes an hingegebene Christen, die gute Königreichsbotschaft zu predigen, und Jehova stützt ihn mit seinem heiligen Geist, so wie sein Geist auch über den vorchristlichen Propheten und Zeugen war.
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The Watchtower, 1. Februar 1964, Seite 86:

Bei den Zeugen Jehovas kann jeder erwachsene, hingegebene und getaufte männliche Christ, der dazu befähigt ist, als Diener Gottes tätig sein und öffentliche biblische Ansprachen und Beerdigungsreden halten, Ehen schließen und den Vorsitz beim Abendmahl des Herrn innehaben. Es gibt keine Geistlichenklasse. Aufseher und ihre Dienstamtgehilfen sind nur Diener ihrer Mitchristen. Sie sind nicht auf besondere Weise ordiniert, und daher sind sie solche besonderen Diener nur so lange, wie sie diese Aufgabenzuteilung haben (Eph. 4:11-16; 1. Tim. 3:1-7).
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The Watchtower, 1. Januar 1964, Seite 23:

Diese Bibelstudien wurden nicht bloß vom vorsitzführenden "Diener" der Versammlung der Zeugen Jehovas durchgeführt, das Werk wurde vielmehr von denen verrichtet, die die Versammlung bilden. Alle Zeugen Jehovas sind ordinierte christliche Diener. In den Tagen der Apostel galt das Gebot, 'hinzugehen und Jünger aus Menschen aller Nationen zu machen', allen, die sich geweiht hatten und getauft waren, Männern wie Frauen. Heute ist das christliche Werk nicht anders. Weder Gottes Bibel noch die darin enthaltenen Gebote haben sich geändert. Aber die Vorstellungen der Menschen darüber, wie eine christliche Religion aussehen sollte, haben sich geändert. Warum nicht deine Religion zu der machen, wie Christus sie lehrte, zu einer christlichen?
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The Watchtower, 1. Juni 1963, Seiten 332-333:

Die Taufe einer Person ist der öffentliche Erweis des Todes der früheren Lebensweise. Bliebe der Täufling im Wasser untergetaucht, bedeutete das wirklich seinen Tod. Passenderweise wird er dann zum Leben erhoben; lebendig, um den Willen Gottes zu tun. Vom Tag der Taufe einer Person könnte man also sagen, sie sei der Beginn eines neuen Lebens. Die Taufe dient sowohl als öffentliches Bekenntnis der Hingabe, als auch als Zeichen, dass jemand ein ordinierter Diener Gottes ist. Diese Person ist von Jehova zweifach gesegnet. Der Tag der Taufe sollte vermerkt werden, und man sollte sich dessen immer erinnern. Was Jehovas sichtbare Organisation angeht, so ist es der Tag deiner Ordination in den Dienst des Allerhöchsten.
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The Watchtower, 1. März 1963, Seiten 144-145:

PROTESTANTISMUS UND DAS ALLGEMEINE PRIESTERTUM

9 Es war der Reformator Luther, der die Lehre vom allgemeinen Priestertum wieder ans Tageslicht brachte. Er war ein eifriger Erforscher der Bibel und erkannte bald, wie weit sich die katholische Kirche durch ihr besonderes Priestertum von der Urkirche entfernt hatte, und in seinem Kampf gegen das Papsttum machte er von dem, was er gefunden hatte, eifrig Gebrauch. "Wir wurden bei unserer Taufe alle zu Priestern geweiht", betonte er und spottete über den Papst, weil der meinte, durch eine Ordinationszeremonie aus bereits getauften Christen Priester machen zu können. "Dass der Papst oder der Bischof jemanden salbt, ihm eine Tonsur schneidet, ihn ordiniert, weiht und anders als die Laien kleidet", sagte er, "mag wohl einen Heuchler oder Narren aus ihm machen, aber nie einen Christen oder geistlichen Menschen."

10 Dann begann Luther, in seiner neu gebildeten Kirche mit großem Eifer das allgemeine Priestertum zu praktizieren, und lehrte, das wichtigste Werk eines Christen, ein Werk, das alle anderen priesterlichen Pflichten beinhalte, sei es, "das Wort Gottes zu lehren". Damit erlitt er jedoch Schiffbruch. Er musste erfahren, dass das gewöhnliche Volk geistig so von der katholischen Kirche vernachlässigt worden war, dass das allgemeine Priestertum und seine Pflichten sein Begriffsvermögen überstieg. Luthers Nachfolger folgten ihm in diesem Werk nie. Es verlöschte.

11 Bereits vorreformatorische Bewegungen wie die Waldenser in Mitteleuropa und die Lollarden in England hatten versucht, gemäß dem allgemeinen Priestertum zu leben. Nach der "Reformation" haben Bewegungen wie der "Pietismus" in Deutschland und die Oxford-Bewegung unserer Tage in gewissem Maße dasselbe versucht, aber alle diese Bemühungen hatten offensichtlich nicht Gottes heiligen Geist, denn alle verliefen sich, und selbst in der heutigen lutherischen Kirche hat sich die Situation seit der Zeit Luthers nicht geändert: Die Lehre vom allgemeinen christlichen  Priestertum wird theoretisch anerkannt, aber nicht praktiziert.

12 Dennoch erheben viele nichtbischöfliche protestantische Geistliche, darunter auch Lutheraner, den Anspruch, das allgemeine Priestertum zu haben, ihre Geistlichen seien nur für eine besondere Aufgabe aus der Herde genommene Diener. In der Theorie wird gesagt, jedes Mitglied einer Versammlung könne als solcher dienen, o wie die Siedler in Amerika die passendsten Laien aus ihrer Mitte aussuchten, damit sie Diener seien, wo immer sie sich niederließen, bis sie einen "wirklichen" Geistlichen bekämen, oder so wie Schiffskapitäne von der Mannschaft und den Passagieren als Geistliche angesehen werden. Tatsache ist jedoch, dass die protestantischen Kirchen, einschließlich der lutherischen, eine besondere Priesterschaft haben. Und kein gewöhnlicher Niemand kann in ihren Kirchen ohne besondere Ordination predigen oder Liturgien durchführen. Normalerweise wird niemand ohne besondere akademische Ausbildung ordiniert, und sie kleiden sich anders als die Übrigen, zumindest wenn sie ihr Amt ausführen. Ausnahmen sind so selten, dass sie nur die Regel bestätigen. In protestantischen Kirchen ist es nicht so wie in der Urkirche, wo gemäß dem norwegischen Professor Hallesby "alle Zeremonien der Kirche von allen Christen durchgeführt werden konnten." Daher geben ehrliche protestantische Geistliche, deren Kirchen das allgemeine Priestertum lehren, zu, dass sie in Wirklichkeit eine besondere Priesterschaft haben.
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The Watchtower, 1. Januar 1963, Seiten 17-18:

38 Den Fußstapfen Jesu Christi nachzufolgen erfordert keine theologische Seminar- oder Universitätsausbildung. Wäre eine solche höhere Ausbildung notwendig, dann hätten Petrus und Johannes keine Apostel Jesu Christi gewesen sein können. Diese beiden waren gewöhnliche Menschen mit gesundem Verstand. Sie achteten und liebten die Wahrheit. Sie waren Männer, die ihrem Lehrer Jesus Christus zuhörten und von ihm lernten. Als ihnen ihr auferstandener Lehrer erklärte, warum er an einem Marterpfahl hatte sterben müssen, waren sie nicht von der Art, dass sie zurückwichen, sondern sie waren bereit, hinauszugehen, und zu Pfingsten predigten sie die Dinge, die sie gehört und geglaubt hatten. So berichtet uns die Bibel, dass die Mitglieder des jüdischen Sanhedrins, als sie "bemerkten, dass sie ungelehrte und gewöhnliche Menschen waren, [sich] wunderten. Und sie begannen sie als solche zu erkennen, die mit Jesus gewesen waren" (Apg. 4:13). Es ist der Geist in einem Menschen, sein Eifer, seine Hingabe und seine Erkenntnis, was zählt, nicht sein Diplom, das an einer Wand hängt. Diese Männer hatten wahre Erkenntnis erlangt, weil sie mit Jesus gewesen waren und die Wahrheit erfahren hatten. Und sie äußerten diese Wahrheit ohne Furcht. Es war nicht ihre akademische Ausbildung, damals die Rabbinerschule, die sie zu Dienern Gottes befähigte. Dort schrieben sie sich nie ein. Sie wurden durch Gott, nicht durch Menschen, zu Dienern Gottes ordiniert. Dass die Geistlichen der Christenheit "das Gewand" tragen, mag ihre Linie bis zum Jahre 325 u.Z. und zum Nizänischen Glaubensbekenntnis zurückführen, aber nicht zurück zu Jesus Christus und dem Wort Gottes.

39 Dies zu wissen, sollte für Menschen in allen Teilen der Welt, die die Bibel lieben, eine wirkliche Ermunterung sein, und es sollte ihnen helfen, für den Dienst einzutreten. Wenn Fischer wie Petrus und Johannes Apostel Jesu Christi sein und dafür in Frage kommen konnten, Gott als seine ordinierten Diener auf der Erde zu vertreten, warum kann dann nicht jeder, der die Wahrheit aus Gottes Wort liebt und Gott hingegeben ist und sein Leben im Dienste Gottes geweiht hat, dasselbe tun? Alle Urchristen waren Diener Gottes und erforschten Gottes geschriebenes Wort. Es wird deutlich, dass jeder, der ein Christ wird, auch ein Prediger der guten Botschaft sein muss. Die Schwierigkeit in der Christenheit heute ist, dass in ihr nur die Geistlichen als Diener Gottes anerkannt werden, und ihre Versammlungen sind zu einer hörenden, nicht zu einer predigenden Herde gemacht worden. In der Christenheit hat sich eine Geistlichen- und eine Laienklasse entwickelt, und wie in The Outline of History hingewiesen wurde, sah H. G. Wells "den grundlegenden Unterschied zwischen dem voll entwickelten Christentum von Nizäa und den Lehren Jesu von Nazareth." Über das Urchristentum sagte er: "Ihre einzige Organisiertheit war die Organisiertheit zu Predigern, und ihre Hauptfunktion war die Predigt." Das ist der Grund, worin wahre Christen heute die Notwendigkeit zur Organisiertheit sehen. Die gesamte Organisation der Zeugen Jehovas ist aus ordinierten Dienern gebildet, und ihre Hauptfunktion ist die Schulung im Gebrauch der Predigt. Sie benutzen biblische Predigten von Haus zu Haus und bei ihrem Heimbibelstudienwerk. Christen heute müssen wie die Zeugen Jehovas in den Tagen der Apostel sein, die von Haus zu Haus gingen und den Menschen, die sie in ihren Häusern besuchten, predigten, und zwar jeder Familie, und sie studierten die Bibel mit ihnen. Paulus sagte: "... wobei ich mich nicht davon zurückhielt, euch alles, was nützlich war, kundzutun und euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren" (Apg. 20:20 ). H. G. Wells zeigte, dass ab 325 n.Chr. die Religionsführer der Christenheit komplizierte Rituale um einen Altar schufen, Diakone, Bischöfe und Priester weihten und die Messe einrichteten und mit dem Bau von Anbetungsstätten begannen. Welch ein Unterschied zu dem, wie die frühen Christen den allmächtigen Gott Jehova anbeteten!
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The Watchtower,15. Oktober 1962, Seiten 626-627:

IST JEDER ZEUGE JEHOVAS EIN DIENER GOTTES?

Ja, im eigentlichen biblischen Sinne des Wortes. Ein Diener Gottes ist ein öffentlicher Diener (griech. diákonos, "durch den Staub") Jehova Gottes, ein Fußstapfennachfolger Jesu, der in die Öffentlichkeit geht, sogar auf staubigen Straßen reist, um die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen. Die Sache ist dringend, wie Paulus betonte, als er sagte: "Ich gebiete dir feierlich vor Gott und Christus Jesus, . . . Predige das Wort, halte dringend darauf" (2. Tim. 4:1, 2). Jeder wahre Christ führt diesen Dienst freudig als regelmäßigen Teil seiner Anbetung, die zur Rettung führt, durch. In Römer 10:10 wird gesagt: "Denn mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Mund aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung." Die Vollmacht zum Dienst kommt für hingegebene Männer, Frauen und Jugendliche von der höchsten Quelle, von Gott selbst. "Preist Jehova von der Erde her, . . . ihr jungen Männer und auch ihr Jungfrauen, ihr alten Männer zusammen mit Knaben. Mögen sie den Namen Jehovas preisen" (Ps. 148:7, 12, 13). Jeder, der von Gott angenommen werden möchte, reagiert auf dieses Gebot, indem er an die Worte des Jakobus denkt: "Ihr seht, dass ein Mensch durch Werke gerechtgesprochen wird und nicht durch Glauben allein. Ja, wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot" (Jak. 2:24, 26; Offb. 22:17). Wenn du die Lehren der Bibel annimmst und nach deinem Glauben lebst, wirst auch du Gottes Diener sein.

WER ORDINIERT DIE ZEUGEN JEHOVAS?

Die einzig gültige Ordination für den christlichen Dienst kommt von Gott (2. Kor. 3:5, 6; Jes. 61:1, 2). Wer von einer menschlichen Organisation ordiniert wurde, ist Diener dieser Organisation, aber wer von Gott ordiniert wurde, ist sein Diener. In der Bibel umreißt Gott die Erfordernisse für Personen, die seine Diener werden. Sie müssen sein Wort studieren, um seinen Willen zu erfahren, und dann ihr Leben in Übereinstimmung damit bringen. Wenn jemand dies tut, fordert Gott, dass er sich hingibt, um Seinen Willen zu tun (Röm. 12:1). Diese Hingabe, das Gelöbnis, Gottes Willen zu tun, geschieht im persönlichen Gebet zu Jehova Gott durch Jesus Christus. Dann muss er als Symbol der Hingabe wie Jesus im Wasser getauft werden (Matth. 3:13-17). Jetzt wird er ein ordinierter Diener Gottes.

Er hat sich nicht selbst ordiniert, indem er gelobte, Gottes Willen zu tun, er wurde auch nicht durch die Taufe ordiniert. Gottes Auftrag an alle, die sich hingeben, um seinen Willen zu tun, ist es, was die Ordinierung dieser Personen als seine Diener ausmacht, und Er stützt sie durch seinen heiligen Geist. Nicht nur Männer, sondern auch Frauen und befähigte Jugendliche können diese biblische Ordinierung empfangen (Ps. 68:11; Apg. 2:17, 18; Röm. 16:1; Pred. 12:1). Während Gottes Gebot, die gute Königreichsbotschaft zu predigen, von allen in der Bibel gelesen werden kann, stellt es nur für die eine Ordinierung dar, die seinen Erfordernissen nachkommen. Man kann das mit der Übergabe eines Diploms an einen Abschlussstudenten vergleichen. Der Wortlaut des Diploms ist überall derselbe und kann von allen gelesen werden, doch was es besagt, trifft nicht auf alle zu. Auf ein solches Diplom gehört der Name einer Person nur dann, wenn sie den Erfordernissen nachgekommen ist. Ebenso ist es nach Studium, Hingabe und Taufe, dass der in der Bibel aufgezeichnete Auftrag die Ordinierung darstellt. Natürlich sind eine theologische Universitätsausbildung und ein schriftliches Zertifikat für eine Ordination keine Erfordernisse für eine biblische Ordinierung (Joh. 7:15; Apg. 4:13; Gal. 1:11, 12, 15-17). Vielmehr bringen von Jehova ordinierte und durch seinen heiligen Geist gestützte Diener lebende Empfehlungsbriefe hervor (2. Kor. 3:1-3). Jeder aufrichtige Erforscher des Wortes Gottes wird Wertschätzung dafür haben, dass der eigentliche Zweck, die Bibel zu studieren, der ist, für eine Ordinierung in Frage zu kommen, die Leben für andere wie auch für ihn selbst bedeutet (2. Tim. 3:16, 17; 1. Tim. 4:16). Natürlich können neu mit der Gesellschaft der Königreichszeugen verbundene Erforscher der Bibel am öffentlichen Zeugnisgeben teilnehmen, aber sie werden erst dann zu ordinierten Dienern Gottes, wenn sie sich hingeben und in Übereinstimmung mit Gottes Willen taufen lasen (Matth. 28:19, 20). Auf dieses Ziel hin studieren sie eifrig.

Seite 634 (derselben Ausgabe):

Alle, die im Bethel leben, sind ordinierte Diener der Zeugen Jehovas, die wie über 900 000 Mitdiener auf der ganzen Welt sehr daran interessiert sind, dass die Botschaft von Gottes Königreich auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt wird. Aus diesem Grund betrachtet jeder von ihnen es als Vorrecht, irgendeine Aufgabe im Bethel zu verrichten, um dieses Predigtwerk zu fördern. Das tun sie freiwillig, ohne materiellen Lohn, außer Nahrung und Unterkunft und eine Beihilfe von 14 Dollar pro Monat für persönliche Bedürfnisse.

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