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Ein Katholik schreibt
Ein Brief an die örtliche Versammlung der Zeugen Jehovas
Auch wenn ich katholisch bin, habe ich über die Jahre viel Literatur von Ihnen entgegengenommen. Ich habe viel über die Fehler in meiner Glaubensgemeinschaft in Ihren Zeitschriften und Büchern gelesen. Zum Beispiel über das Problem mit pädophilen Priestern. (Siehe unten stehende Quellen.) Ich billige solch ein Verhalten in keiner Weise, finde es aber unglaublich heuchlerisch, dass Sie ständig mit Fingern auf andere zeigen, wenn Sie dasselbe Problem haben. (Siehe den Zeitungsartikel in der Anlage.) Eine Tatsache, die ich in Ihrer Literatur nie erwähnt gesehen habe. Zumindest hat unsere katholische Führung das Problem zugegeben. Jeder Zeuge Jehovas, mit dem ich geredet habe, wusste nichts über diese viele Millionen Dollar schweren Vergleiche. Die meisten leugneten, dass solche Dinge in "ihrer Organisation" geschähen. Ich habe dann die Zentrale in Brooklyn angerufen, um mir die Richtigkeit bestätigen zu lassen. Am Ende meines Anrufs wurde ich informiert, dass ich an den örtlichen Königreichssaal in meinem Wohngebiet schreiben könne, wenn ich wünschte, dass die Zeugen Jehovas mich nicht mehr zu Hause besuchten. Nehmen Sie diesen Brief als Ausdruck dieses Wunsches an. Ich habe nicht den Wunsch, einen heuchlerischen Esel den anderen Langohr schimpfen zu hören.

Jehovas Zeugen gedrängt, Sexmissbrauchspolitik zu ändern. Associated Press, veröffentlicht: 10. Mai 2007 NASHVILLE, Tennessee: Eine Gruppe für die Rechte von Opfern veröffentlichte am Donnerstag Dokumente, die zeigen, dass die Zeugen Jehovas kürzlich Zivilklagen mit 16 Personen durch Vergleich beilegten; die Opfer machten geltend, sie seien von Kirchenältesten sexuell missbraucht worden oder Kirchenvertreter hätten es versäumt, nach Aufkommen von Beschwerden wegen Missbrauchs zu handeln. Die Gruppe mit der Bezeichnung Silentlambs hielt in in Nashville eine Pressekonferenz ab, um zu fordern, dass die Religionsgemeinschaft ihre Politik des Reagierens auf sexuellen Missbrauch ändere. Vergleiche wurden geschlossen Ende Februar und Anfang März, so Gerichtsberichte, die Silentlambs erhielt und auf der Webseite der Gruppe veröffentlichte. Vierzehn der Fälle wurden in Kalifornien eingereicht; die anderen beiden jeweils in Oregon und Texas. Einzelheiten über die Bedingungen der Vergleiche konnten wegen einer Vertraulichkeitsübereinkunft, die zwischen den Parteien ausgehandelt wurden, nicht enthüllt werden, sagte Stephen Owens, der mit den Fällen in Kalifornien befasste Anwalt der Kläger. Andere Fälle sind noch anhängig, so Silentlambs, aber man konnte nicht sagen, wie viele. Die Zeugen Jehovas, deren Zentrale in Brooklyn, N.Y. liegt, sagten am Donnerstag, sie seien zufrieden, dass die Klagen beendet seien, lehnten aber einen weiteren Kommentar ab. "Unser liebevoller himmlischer Vater stellt in seinem Wort, der Bibel, klar, dass er Kindesmissbrauch verabscheut", hieß es in einer Erklärung der Religionsgemeinschaft. "Als Organisation werden wir ständig danach streben, Familien und Versammlungen mit gesunder biblischer Lehre aufzuklären, die sie benutzen können, um ihre Kinder vor Kinderschändern zu schützen. Und wir werden weiterhin unser Äußerstes tun, um die Kinder vor diesem entsetzlichen Verbrechen und vor dieser Sünde zu schützen." Es gibt etwa eine Million Zeugen Jehovas in den Vereinigten Staaten, die Anhänger sind bekannt für ihre Verbreitung der Zeitschriften Erwachet und Wachtturm von Tür zu Tür. William Bowen, der Gründer von Silentlambs, war ein Ältester der Zeugen Jehovas aus Kentucky, der die Religionsgemeinschaft verließ, nachdem sie, wie er sagte, nichts gegen einen Kinderschänder unternahm. Bowen sagte, die Vergleiche seien bittersüß. "Auf der einen Seite sind wir froh, dass die Opfer endlich eine gewisse finanzielle Hilfe erhalten", sagte er. "Andererseits sind wir traurig und besorgt, weil die Opfer im Wesentlichen gezwungen sind, ihr Recht aufzugeben, andere zu schützen, in dem sie öffentlich über ihren Missbrauch sprechen." Bowens Gruppe hat die Politik der Zeugen Jehovas kritisiert, wenn ein Kinderschänder die Anschuldigung bestreite, seien zwei glaubwürdige Zeugen erforderlich, um die Schuld festzustellen - dies eine wörtliche Anwendung von Bibelversen wie 5. Mose 19:15 ("Nur auf das Zeugnis zweier oder dreier Zeugen kann die Beschuldigung untermauert werden"). Wenn es keine zwei Zeugen gibt, wird der Beschuldigte als unschuldig angesehen, die Anklagen bleiben geheim, und - so sagt Silentlambs - Eltern, die andere warnen, können wegen Verleumdung ausgeschlossen werden. Der Ausschluss ist die äußerste Strafe, er bedeutet, von den Beziehungen zu Angehörigen, Freunden und Geschäftspartnern, die Zeugen sind, abgeschnitten zu sein. Bowen sagte auch, die Zeugen Jehovas hätten eine jahrelange Politik, Missbrauch nicht bei der Polizei anzuzeigen. Er behauptet, die Organisation habe eine geheime Datenbank mit angeklagten Kinderschändern, die sie gegenüber den Justizbehörden nicht geöffnet hätten. "Sie setzen unschuldige Kinder und arglose Familien weiterhin dem Risiko entsetzlicher Verbrechen aus, weil sie ihre Geheimhaltung und ihren Ruf mehr schätzen als die Sicherheit der Kinder", sagte Bowen. Seit der Gründung von Silentlambs im Jahre 2001 haben, so sagt Bowen, etwa 7000 Menschen, die behaupten, missbraucht worden zu sein, Kontakt mit seiner Gruppe aufgenommen. Angelique Taylor, 42, Silentlambs-Mitglied aus St. Louis, sagte, sie sei im Alter von etwa12 Jahren von einem Ältesten der Zeugen Jehovas missbraucht worden. Taylor sagte, sie habe es ihrem Vater, ebenfalls Ältester, gesagt, und er sagte, sie mache aus einer Mücke einen Elefanten. "Ich möchte, dass jeder Ältester, jeder Zeuge Jehovas, wann immer er einen Missbrauch vermutet, zur Polizei geht und ihr von den Problemen erzählt", sagte Taylor. "Es ist unglaublich, welche Verheerung sexueller Missbrauch anrichtet." Associated Press Reporter Allison Hoffman in San Diego schrieb diesen Bericht.

Alle folgenden Fingerzeige beziehen sich gleichfalls auch auf Ihre Kirche. *** w98 1. 3. S. 4 Die Kirchen bekennen sich schuldig *** Mehrere Prälaten sind dem Beispiel des Papstes gefolgt. Im Dezember 1994 berichtete die italienische Zeitung Il Giornale: „Viele amerikanische Bischöfe sind im Fernsehen aufgetreten und haben öffentlich um Verzeihung gebeten." Um Verzeihung wofür? Dafür, daß sie zum Schaden vieler junger Opfer das Problem pädophiler Priester unterschätzten. *** g97 8. 4. S. 13-14 Sexuelle Ausbeutung von Kindern Ein weltweites Problem *** In der Ausgabe vom 16. August 1993 berichtete die Zeitschrift Newsweek in dem Artikel „Priester und Mißbrauch" über den „schlimmsten Skandal in der modernen Geschichte der katholischen Kirche in den USA". Darin wurde ausgeführt: „Seit 1982 sind gegen schätzungsweise 400 Priester Anschuldigungen erhoben worden, doch einige Geistliche gehen von 2 500 Priestern aus, die Kinder oder Jugendliche belästigt haben.  . . . Der Skandal kostet die Kirche nicht nur Geld, sondern bringt sie auch in eine äußerst peinliche Lage und tastet ihre Autorität in Fragen der Moral an." Weltweit gesehen, befinden sich auch noch andere Religionsgemeinschaften in derselben Situation. *** g93 8. 4. S. 31 Opfer pädophiler Priester treten an die Öffentlichkeit *** GEMÄSS der Zeitschrift U.S.News & World Report wurden „in den letzten 10 Jahren etwa 400 katholische Priester wegen sexuellen Mißbrauchs von Kindern bei kirchlichen und staatlichen Behörden gemeldet". Vor kurzem trafen sich Betroffene aus dem ganzen Land in Chicago (Illinois). Viele von ihnen sprachen offen darüber, wie sie von pädophilen Priestern mißbraucht wurden. Der NCR (National Catholic Reporter) schreibt jedoch, daß die Redner während des Treffens wiederholt einen weiteren Gedanken anklingen ließen: „Der erste Mißbrauch ist sexueller Natur; der zweite, schmerzvollere ist psychologischer Natur." Zu dem zweiten Mißbrauch kommt es, wenn die Kirche die Opfer nicht anhören will, ihre Anschuldigungen nicht ernst nimmt und die einzige Reaktion darin besteht, die beschuldigten Priester in Schutz zu nehmen. „Ob es nun berechtigt war oder nicht, sie stellten die katholische Geistlichkeit als eine irregeleitete Gruppe mit verderblichem Einfluß dar, die unbedingt ihre Privilegien und ihre Macht erhalten will, anstatt auf die Bedürfnisse der Laien einzugehen", heißt es weiter. *** g92 22. 8. S. 28 Wir beobachten die Welt *** „Pädophile Priester" „Eine Flut von Kindesmißbrauchskandalen hat die katholische Kirche dazu gebracht, gegen pädophile Priester — ein Phänomen, das, wie Kritiker meinen, von der Hierarchie der Kirche lange verschwiegen wurde — umfassende Ermittlungen einzuleiten", berichtet die Herald-News von Joliet (Illinois, USA). „In den vergangenen neun Monaten wurden sieben Priester aus der Chicagoer Gegend in eine andere Gemeinde versetzt, und einer wurde aufgrund von Anzeigen bezichtigt, Kinder sexuell mißbraucht zu haben." Ein von Kardinal Joseph Bernardin gebildeter dreiköpfiger Ausschuß soll entscheiden, wie das Problem anzugehen ist, das gemäß einem Sprecher der Kirche „viel ernster ist als gedacht" und schätzungsweise Hunderte von Priestern im ganzen Land betrifft. Statt auf Abwege geratene Priester wie früher in andere Gemeinden zu versetzen, bemüht man sich nun, sie aus dem Amt zu entfernen. Einige Leute haben trotz allem noch Zweifel. „Sie erkennen nicht die volle Tragweite des psychologischen Schadens, den man erleidet, wenn man von einem Vertreter der Kirche verletzt wird, die, wie wir dachten, unsere Wert- bzw. Moralbegriffe und Grundsätze geprägt hat", sagte die Mutter eines mißbrauchten Kindes. *** g91 22. 8. S. 29 Wir beobachten die Welt *** Pädophile Priester in Schutz genommen? „Diözesen nehmen immer noch pädophile Priester in Schutz", lautete kürzlich eine Schlagzeile in der US-Zeitung National Catholic Reporter. Die Zeitung interviewte Jeffrey Anderson, einen Anwalt, der vorwiegend für Fälle von sexuellem Mißbrauch zuständig ist. Nach seiner Schätzung hat es seit 1985, als die Öffentlichkeit zunehmend auf Pädophilie unter Priestern aufmerksam wurde, über tausend Fälle von Kindesmißbrauch durch Geistliche gegeben. Anderson verurteilte die Reaktion der Kirche auf den Mißstand. „Es ist das ewige Lied von der Scheu vor der Verantwortung", beklagte er die Bemühungen der Kirche, die angeklagten Geistlichen in Schutz zu nehmen. „Allgemein gesagt, hält sich die Institution Kirche bewußt zurück — sowohl bei der Sorge um die Opfer als auch bei der Auseinandersetzung mit den Risiken." *** g90 8. 12. S. 31 „Sexuelle Krise" unter der Geistlichkeit *** Einer Konferenz der US-amerikanischen Bischöfe wurde ein Bericht über die „Katastrophe" der Prozesse gegen pädophile Geistliche übergeben. Der 100seitige Bericht „beschrieb im einzelnen eine Strategie, wie die Haftung der Kirche für Rechtsfälle auf 1 Milliarde Dollar begrenzt werden kann, gestützt auf die 30 gegenwärtig anhängigen Verfahren". Die Prozesse sind von den katholischen Eltern der betroffenen Kinder angestrengt worden. Und Psychiater, die die jungen Opfer dieser Verbrechen behandeln, haben lang anhaltende, oft dauernde Schäden festgestellt. Gottes Wort spricht von „schändlichen sexuellen Gelüsten" als Ursache dafür, daß männliche Personen ‘in ihrer Wollust zueinander entbrennen, Männliche mit Männlichen, indem sie unzüchtige Dinge treiben’, und fügt hinzu, daß es die „gerechte Verordnung Gottes" ist, „daß die, die solche Dinge treiben, den Tod verdienen" (Römer 1:26, 27, 32; siehe auch 1. Korinther 6:9, 10). *** w94 1. 12. S. 6 Der Atheismus im 20. Jahrhundert *** Die Geistlichkeit verleugnet Gott auch insofern, als sie seinen Sittenmaßstäben den Rücken gekehrt hat, was beispielsweise an einer nicht enden wollenden Prozeßlawine gegen pädophile Priester deutlich wird. In der Christenheit herrschen heute die gleichen Zustände wie in Israel und Juda im Altertum. Dem Propheten Hesekiel wurde gesagt: „Das Land ist mit Blutvergießen erfüllt, und die Stadt ist voll Verkehrtheit; denn sie haben gesagt: ‚Jehova hat das Land verlassen, und Jehova sieht nicht‘ " (Hesekiel 9:9; vergleiche Jesaja 29:15). Kein Wunder, daß sich viele völlig von den Kirchen der Christenheit zurückgezogen haben. Müssen sie deshalb aber den Glauben an Gott aufgeben? *** g90 8. 11. S. 31 „Unsere Schande ist in der ganzen Welt zu sehen" *** DIE New York Times vom 20. Juli 1990 brachte folgende Schlagzeile: „Kanadischer Prälat scheidet wegen Sexskandals um Geistliche aus dem Amt". Was stand im Hintergrund? Ein weiterer Fall, in dem Geistliche angeklagt wurden, weil sie Jungen sexuell mißbraucht hatten. Diesmal ereignete sich der Skandal in der kanadischen Provinz Neufundland, und es waren katholische Geistliche. Was war hier so besonders? Die Times berichtete: „Der Erzbischof von Neufundland hat sein Amt niedergelegt, nachdem die Verantwortlichen der katholischen Kirche nichts oder nur unwirksame Schritte angesichts eines dreijährigen Skandals unternommen hatten, zu dem es gekommen war, weil katholische Priester und katholische Laien wegen sexuellen Mißbrauchs von Meßdienern, von verwaisten Jugendlichen und anderen angeklagt wurden." Ein Priester, der 1979 das erste Mal wegen schwerer Unzucht angeklagt war, wurde kürzlich zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er sich in 36 Anklagepunkten für schuldig bekannt hatte. In der Regel werden diese Fälle vertuscht, und eine nennenswerte Disziplinarmaßnahme bleibt aus. Ein Priester wird eventuell in eine andere Gemeinde oder in eine andere Stellung versetzt, wo dann die Schlechtigkeit von neuem begangen werden kann. Aber hier fühlte sich der Erzbischof bewogen, mit folgender Erklärung aus seinem Amt zu scheiden: „Wir sind eine sündige Kirche. Wir sind nackt. Unser Zorn, unser Schmerz, unsere Angst, unsere Schande ist in der ganzen Welt zu sehen." (Vergleiche Offenbarung 17:15-18.) *** g93 8. 3. S. 28 Wir beobachten die Welt *** Die Schattenseite der Vereinigten Kirche von Kanada „Die meisten von uns würden — gutgläubig wie wir sind — niemals annehmen, daß es innerhalb der Kirche zu sexuellem Mißbrauch kommt, geschweige denn, daß Geistliche sich dessen schuldig machen", sagte Pfarrerin Sylvia Hamilton von der Vereinigten Kirche von Kanada. Sie deutete jedoch an, daß sexueller Mißbrauch „ein Hauptproblem" ist. Wie in der kanadischen Zeitung The Toronto Star zu lesen war, ist sexueller Mißbrauch „— von sexistischen Witzen bis zu aufgezwungenen sexuellen Handlungen — im Verhältnis gesehen innerhalb der Kirche genauso verbreitet wie in der weltlichen Gesellschaft, wenn nicht sogar noch weiter verbreitet". Peter Lougheed, Mitglied einer Sonderkommission der Vereinigten Kirche von Kanada, gab zu, daß „die Kirche für Frauen und andere Gemeindemitglieder noch unsicherer ist als der weltliche Arbeitsplatz". Weiter hieß es in dem Bericht: „Nachdem das Problem jahrelang geleugnet und verheimlicht wurde, kommt es jetzt wie aufsteigende Blasen in einem Morast zum Vorschein." *** g93 8. 11. S. 29 Wir beobachten die Welt *** Ärger in den Kirchen „Das Problem des sexuellen Mißbrauchs in Kirchenkreisen dauert an", heißt es im Toronto Star. Häufig kommt es in Verbindung mit Kirchenführern zu Sexskandalen. Sie beschränken sich nicht auf TV-Evangelisten oder auf die katholische Kirche. Wie eine Geistliche der Heilsarmee bemerkte, komme es auch „in den Reihen der Heilsarmee, der United Church und der presbyterianischen Kirche" zu Fällen von Mißbrauch. Der anglikanische Erzbischof von York, Michael Peers, sagte, diese Art Mißbrauch sei ein „tiefverwurzeltes und finsteres" Problem der Kirche. Dem Star zufolge gab Erzbischof Peers zu, daß die Kirche in der Vergangenheit Anschuldigungen wegen sexuellen Mißbrauchs „geleugnet und dafür gesorgt hat, daß die Öffentlichkeit nicht darauf aufmerksam wurde". Timothy Bently vom Familienzentrum in Toronto soll gesagt haben, daß „die Autorität der Kirche, Geschlechtsmoral zu predigen, verlorengeht, wenn sie nicht offen und ehrlich dem ins Auge sieht, was in hohem Maße eine geistige Krise darstellt". *** g92 8. 8. S. 28 Wir beobachten die Welt *** Geistlichkeit und sexueller Mißbrauch Das staatliche Fernsehen Australiens brachte kürzlich eine Dokumentation mit dem Titel „Der schlimmste Verrat". In der Sendung wurde behauptet, daß 15 Prozent der Geistlichen in Australien sexuelle Vergehen begangen hätten, von Kindesmißbrauch bis hin zur Vergewaltigung weiblicher Gemeindemitglieder. Innerhalb weniger Stunden nach der Sendung konnten sich etliche Einrichtungen, die gegründet wurden, um Beschwerden über sexuellen Mißbrauch entgegenzunehmen, vor Anrufen angeblicher Opfer nicht retten. Viele dieser Anrufer erwähnten, daß sie ihre Erfahrung seit vielen Jahren geheimgehalten haben. Eine Frau sagte, sie spreche zum ersten Mal seit 40 Jahren über das Leid, das sie in der Kindheit erfahren habe. Eine andere erzählte, daß der Geistliche, nachdem er sie als Kind mißbraucht habe, ihr mit dem Höllenfeuer gedroht hätte, falls sie es wagen sollte, mit jemandem darüber zu sprechen. Sprecher verschiedener Kirchengruppen verneinten die 15 Prozent, gaben jedoch zu, daß der sexuelle Fehltritt Geistlicher ein ernsthaftes Problem sei. *** g94 8. 1. S. 28 Wir beobachten die Welt *** Kirche versichert sich gegen Mißbrauchsklagen „Die katholische Kirche in Australien hat eine Versicherung in Millionenhöhe abgeschlossen, um sich gegen Klagen wegen sexuellen Mißbrauchs durch Priester abzusichern", hieß es in der in Sydney (Neusüdwales) erscheinenden Zeitung The Sunday Telegraph. „Wir geben zu, daß es weiterhin zu Fällen von sexuellem Mißbrauch kommt", sagte ein katholischer Bischof in Melbourne (Australien). Er meinte, ein solch hoher Versicherungsschutz sei für „diese Art von Vergehen" gerechtfertigt. Nach Aussagen einer Selbsthilfegruppe für Betroffene ist sexueller Mißbrauch durch Geistliche weiter verbreitet, als die Kirche es zugibt. Ein Sprecher der Gruppe sagte, seiner Ansicht nach sei die Kirche mehr darauf bedacht, die Geistlichkeit in Schutz zu nehmen, als den Opfern zu helfen. Außerdem würden die Versicherungspapiere der Kirche eigentlich die Botschaft übermitteln: „Sage niemandem die Wahrheit."