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Vicki um Vergleich betrogen
Missrauchsopfer wiederum fertiggemacht

Watchtower betrügt Missbrauchsopfer um Vergleich

 

In einem kürzlich beendeten Prozess, in dem Vicki Boer die Watchtower Corporation (die Körperschaft der Zeugen Jehovas) verklagte, entschied das Gericht, dass Mrs. Boer 5000 Dollar Schmerzensgeld dafür zu zahlen seien, dass die Religionsgemeinschaft mit ihren Anschuldigungen wegen Missbrauchs nachlässig umgegangen war, als sie die Ältesten um Hilfe bat. Die Watchtower Corporation heuchelt in den Medien zwar "Mitgefühl" für Mrs. Boer, nutzte aber eine Bestimmung im kanadischen Gesetz aus, um sie auf Zahlung der Verfahrenskosten in Höhe von 140.000 Dollar als Strafe für die fünf Jahre Kampf vor Gericht zu bestrafen. Siehe dazu Medienartikel und Hintergrundinformationen unter:

 

 http://www.silentlambs.org/newsletter_de/newsletter024_de.htm

 

Als die Medien begannen, deshalb Fragen zu stellen, wurde es der Wachtturm-Gesellschaft als Religionsgemeinschaft schwer gemacht, zu zeigen, dass sie irgendein "Mitgefühl" für Missbrauchsüberlebende hatte, die aufgrund ihrer Missbrauchspolitik litten. Dies wurde zu einem weiteren PR-Alptraum für die Zeugen Jehovas in Kanada. Wie kann jemand sagen, er möchte Menschen helfen, wenn er öffentlich vor Gericht Überlebende von Kindesmissbrauch zerreißt?  Mit einem weiteren kreativen Zug hatten Wachtturm-Anwälte versucht, den Mitgliedern den "Eindruck" zu vermitteln, sie hätten keine Vorstellung davon, dass Mrs. Boer die Verfahrenskosten zahlen sollte. In einem neueren Brief an jemanden, der um Informationen bat, schrieb man dazu:

 

http://www.silentlambs.org/education_de/Britishlettervickyboer_de.htm

 

Hier wird unterstellt, die kanadischen Gerichte seien die Übeltäter und die Wachtturm-Gesellschaft habe nicht gewusst, dass man ihr die Gerichtsgebühren zusprach. Meier Meinung nach ist das eine unverschämte Lüge. Jedermann, der die Prozessordnung kennt, versteht, dass Ersatz der Gerichtsgebühren zugesprochen wird, wenn ein formaler Antrag gestellt wird. Dieser Antrag ist im Prozessprotokoll deutlich dokumentiert. Glauben sie wirklich, ihre Mitglieder seien zu dumm, um das nachzuprüfen? Wachtturm-Anwälte stellten diesen Antrag und nutzten dabei eine Lücke im kanadischen Gesetz aus. Dieses Gesetz bezieht sich auf geringe Ansprüche und wurde in Kraft gesetzt, um jemanden daran zu hindern, um vielfache geringe Ansprüche wegen belangloser Prozesse geltend zu machen. Angenommen, jemandem wurden 100 Dollar geboten und derjenige nahm dann das Gericht so in Anspruch, dass die wahren Verfahrenskosten höher lagen und er am Ende doch nur 50 Dollar zugesprochen bekam, dann sollte das Gesetz genau dies verhindern. Durch Ausnutzung dieses Schlupfloches im Gesetz hat die Wachtturm-Gesellschaft jetzt in Bezug auf höhere Vergleiche einen Präzedenzfall geschaffen, der Kläger in künftigen Jahren schädigen wird. Das Ergebnis ist an dem zu sehen, was Mrs. Boer passierte. Egal wie hoch die Vergleichssumme ist, wenn sie geringer ist als das ursprüngliche Angebot, kann der Kläger zur Zahlung der Verfahrenskosten verpflichtet werden.                    

 

Die Wachtturm-PR-Abteilung wird nun, um den verlorenen Prozess gegen eine Missbrauchsüberlebende zu verteidigen, der Öffentlichkeit erzählen, sie habe aus großem "Mitgefühl" beschlossen, auf ihre Ausgaben zu verzichten. Wiederum geht die Täuschung weiter, denn sie haben Mrs. Boer schon deutlich zu verstehen gegeben, dass sie ihre 5000 Dollar Vergleichssumme vergessen könne. Ihr könnt den Brief von Mrs. Boers Anwalt lesen (im Original): Hier klicken.

 

Wenn man sich die fortlaufenden Ereignisse im vergangenen Jahr ansieht, wie Missbrauchsopfer weltweit von den Zeugen Jehovas behandelt wurden, wenn sie über ihren Missbrauch sprachen

(weitere Informationen unter: http://www.silentlambs.org/education_de/wtinfo_de.htm), 

sieht man, was hinter dem "Mitgefühl" der Wachtturm-Gesellschaft wirklich steckt: ein habgieriges Unternehmen, das die Opfer ihrer Missbrauchspolitik bestraft und zum Schweigen bringt.