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Gesetzesänderungen, die Opfern helfen
Alle Religionen mögen aufpassen, wenn sie Kinderschänder schützen
Kirche übertreibt: Bankrott droht wegen Prozessen in Allentown, PA, USA ... Wenn ihr denkt, ihr seid immun dagegen, dass sich ein Pädophiler unter dem Mantel eines freundlichen Nachbarn in euer Leben schleicht, denkt noch einmal nach. Die Kirche tut es nämlich nicht ... ------- Kirche übertreibt: Bankrott droht wegen Prozessen. Vergangene Woche berichteten Zeitungen über ein neues Gesetz, das Sexualverbrechen an Kindern anspricht. Ein Gesetz, HB 2300, würde ein einjähriges Fenster öffnen, wonach alle Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester, egal wann sie missbraucht wurden, gegen die Kirche zivilrechtlich klagen könnten. Die Kirche könnte sich dann nicht zu ihrem Schutz auf die Verjährung berufen. Die Kirche behauptet, ein solches Fenster sei unfair und könnte sie in den Bankrott treiben. Als Opfer von sexuellem Missbrauch als Kind unterstütze ich das anhängige Gesetz aus vollem Herzen. Doch es ist wichtig, Fragen und Sorgen um dieses Gesetzesvorhaben anzusprechen. Würde ein einjähriges Fenster zu Hunderten von Prozessen führen, die die Kirche in den Bankrott treiben? Nein. Zweifellos würde es viele Prozesse geben. Priester haben vielen Personen nachgestellt, diese sind durch die katholische Hierarchie geschädigt worden. Aber die Behauptung der Kirche, sie würde in den Bankrott getrieben, ist Angstmache im Sinne von Öffentlichkeitsarbeit, sie zielt auf das Mitgefühl der Massen und lenkt vom eigentlichen Thema ab — ihre Schuld in zahllosen Fällen von Vergewaltigungen von Kindern. Erstens ist die Kirche versichert und hat viele weitere Versicherungspolicen. Ja, die Versicherungen würden sich ärgern, aber in allen anderen Diözesen im ganzen Land, die durch Missbrauchsprozesse gegen Priester getroffen wurden, haben sich die Versicherungsgesellschaften mit der Diözese verglichen und einen Teil der Ansprüche gezahlt. Zweitens ist die Rede von Geldbußen. Das würde das Argument der Kirche, es könne Trittbrettfahrer geben, schwächen. Drittens könnte nicht gebrauchtes Immobilienvermögen verkauft und verwendet werden, um einen Teil der Vergleiche zu zahlen. Allein in der Diözese Philadelphia machten im Juni dieses Jahres nur fünf Personen in einem Priesterseminar auf der Main Line (Wert: 68 Millionen Dollar) ihren Abschluss. Was ist mit den Ferienheimen an der Küste von Jersey und in den Poconos? Und schließlich waren in Diözesen, die Millionen wegen Priestermissbrauchs gezahlt haben, keine sozialen Dienste betroffen. (Natürlich kennen wir letztlich die finanzielle Situation der Kirche nicht, weil sie nicht bereit ist, ihre Bücher offen zu legen.) Von drei Diözesen, die Insolvenz anmeldeten, zahlte zuvor keine Gelder wegen solcher Prozesse. Es war ein taktisches Manöver; Zahlungen an Opfer führten in keinem Fall zum Bankrott. Ein Opferentschädigungsfonds ist eine gute Sache, oder? Falsch. Er nimmt den Opfern und der Gemeinde viel. Was die Medien, der Gesetzgeber und die Öffentlichkeit nicht erkennen, ist, dass es nicht allein um Geld geht. Wenn es zu Zivilprozessen kommt, dürfen die Opfer die Täter offen vor Gericht benennen. Weil eine Sache wegen der Verjährung unter dem heutigen Gesetz nicht strafrechtlich verfolgt werden kann, werden keine Medien die Namen der Vergewaltiger von Kindern veröffentlichen. Das führt dazu, dass Pädophile unerkannt unter uns leben und die Kinder weiter in Gefahr schweben. Wenn ihr denkt, ihr seid immun dagegen, dass sich ein Pädophiler unter dem Mantel eines freundlichen Nachbarn in euer Leben schleicht, denkt noch einmal nach. Da die Kirchen freiwillig keine Täternamen herausgeben, ist es wichtig, dass das Gesetz erlassen wird, damit die Dinge durch Zivilprozesse aufgedeckt werden. Für Opfer geht es dabei mehr um den Schutz von Kindern als um Entschädigungen in bar. Opfer würden nur dann einem Entschädigungsfonds zu stimmen, wenn Vorkehrungen getroffen werden, den Namen des Pädophilen zu veröffentlichen. Ist es nicht schwer, alte Fälle zu beweisen? Manchmal ja, und diese Fälle werden verworfen. In anderen Fällen gibt es klare Beweise für Missbrauch, und dann kann man vorgehen wir im Falle von Mord, der nach Jahren vor Gericht gebracht wird. Das muss eine Jury entscheiden. Aus Sicht der Opfer geht es der Kirche weniger um Geld, als vielmehr um die öffentliche Demütigung und die Peinlichkeit, der sie beim Öffnen der Akten ausgesetzt ist. Die Kirche hat die Chance, Tausenden Recht zukommen zu lassen, die durch den Skandal betroffen sind. Wenn sie es mit Heilung und Wiedergutmachung ernst meint, dann sollte sie dieses Gesetzunterstützen. Tammy Lerner aus New Tripoli ist Leiterin der Sektion Allentown von SNAP, dem Survivors Network of those Abused by Priests and Other Clergy.!