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Bald Link über nationale Sexualstraftäter
US-Justizministerium bietet bald Link über Sexualtäter in allen Bundesstaaten 
US-Justizministerium plant Register der Sexualstraftäter
Webseite zur Konsolidierung der staatlichen Bemühungen

von Dan Eggen
Redakteur der Washington Post
Samstag, 21. Mai 2005; A10
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/05/20/AR2005052001348.html


Das Justizministerium kündige gestern Pläne für ein landesweites Register der Sexualstraftäter an, das Internetbenutzern erlauben würde, alle Datenbanken in den einzelnen Bundesstaaten mit einer Suche zu durchmustern.
Beamte sagten, die Webseite werde als Reaktion auf Beschwerden von Opferrechtsgruppen und einiger Parlamentarier geschaffen, gefährliche Sexualtäter entgingen oft der Entdeckung, indem sie in einen anderen Bundesstaat zögen.
Generalstaatsanwalt Alberto R. Gonzales kündigte in einer Rede vor dem Nationalen Presseclub die Initiative an und sagte, die Justiz würde darauf hinarbeiten, dass die Webseite innerhalb von 60 Tagen mit 20 Bundesstaaten verbunden sei. Die übrigen Bundesstaaten würden im Herbst hinzukommen
"Wir müssen Eltern und Gemeinden auf dem laufenden und rege halten", sagte Gonzales. "Mit dieser Technologie wird jeder Bürger und jeder in der Justiz Tätige in der Lage sein, nach den neuesten Informationen über die Identität und den Aufenthaltsort eines bekannten Sexualtäters zu suchen."
Alle außer zwei Bundesstaaten hätten inzwischen irgendeine Art von Sexualtäterregister, aber Forderungen nach einer landesweiten Datenbank hätten im Gefolge mehrerer Schwerverbrechen, bei denen verschiedene Justizbehörden verschiedener Bundesstaaten beteiligt waren, Unterstützung erlangt.
In einem bekannten Fall war im Jahre 2003 Dru Sjodin, 22, ein Collegestudent aus North Dakota, mutmaßlich von einem Täter entführt und umgebracht worden, der sechs Monate zuvor aus einem Gefängnis in Minnesota freigelassen worden war. Senator Byron L. Dorgan (Bezirk North Dakota.) hat ein Gesetz namens "Dru's Law" vorgeschlagen, das ein landesweites Täterregister beinhaltet.
"Bei all den schwerstkriminellen Entführungen und den Verbrechen von Sexualtätern ist es höchste Zeit, dass wir ein nationales Register brauchen", sagte Dorgan und fügte hinzu, er würde weiterhin auf noch andere Gesetzesänderungen drängen, darunter eine strengere Überwachung freigelassener Täter.
Strafverteidiger haben einige der bundesstaatlichen Datenbanken kritisiert, weil sie eine Atmosphäre der Vergeltung gegen Täter erzeugen, die ihre Schuld gegenüber der Gesellschaft bezahlt haben. Gruppen für bürgerliche Freiheiten haben auch Sorgen über die Implikationen für die Privatsphäre bei einem landesweiten Register geäußert.
Vertreter der Justiz sagten, die neue Webseite würde Probleme mit der Privatsphäre vermeiden, wenn jemand die Datenbanken der Bundesstaaten anzapft, die die Kontrolle über ihre eigenen Daten behalten würden.
Gonzales sagte, die Justiz werde auch mit Beamten in den beiden Bundesstaaten zusammenarbeiten, die keine Register haben - Rhode Island und Oregon - "damit sicher ist, dass  alle bei diesem wichtigen Kennzeichnungssystem mit ins Boot kämen."
Das nationale öffentliche Sextäterregister kann kostenlos besucht werden.