*** w95 1. 11. S. 25-29 Trost für Menschen mit einem „niedergeschlagenen Geist" ***

Trost für Menschen mit einem „niedergeschlagenen Geist"

SATANS Welt hat heute „jedes sittliche Gefühl verloren" (Epheser 4:19; 1. Johannes 5:19). Ehebruch und Hurerei grassieren weltweit. In vielen Ländern werden 50 Prozent und mehr der Ehen wieder geschieden. Die Homosexualität wird in weiten Kreisen akzeptiert. Sexuelle Gewalt — Vergewaltigung — ist ein häufiges Thema in den Medien. Pornographie ist ein Milliardengeschäft (Römer 1:26, 27).

Zu den abscheulichsten Perversionen gehört der sexuelle Mißbrauch unschuldiger Kinder. Wie die Weisheit der Welt Satans ist auch der sexuelle Mißbrauch von Kindern ‘animalisch, dämonisch’ (Jakobus 3:15). Gemäß der Zeitschrift Time werden allein in den Vereinigten Staaten „den Behörden jedes Jahr von Lehrern und Ärzten über 400 000 Fälle von nachweislichen sexuellen Übergriffen gemeldet". Wenn diese Mißbrauchsopfer erwachsen sind, haben viele von ihnen immer noch schmerzhafte Wunden, und diese Wunden sind echt! In der Bibel heißt es: „Der Geist [die geistige Neigung, die inneren Empfindungen und Gedanken] eines Mannes kann seine langwierige Krankheit ertragen; was aber einen niedergeschlagenen [verletzten, leidenden] Geist betrifft, wer kann ihn tragen?" (Sprüche 18:14).

Die gute Botschaft von Gottes Königreich spricht Menschen aller Arten an, auch diejenigen, „die gebrochenen Herzens" oder „verzagten Geistes" sind (Jesaja 61:1-4). Es überrascht nicht, daß viele, die unter psychischen Schmerzen leiden, folgende Einladung annehmen: „Jeder, den dürstet, komme; jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei" (Offenbarung 22:17). Die Christenversammlung kann für die Betreffenden ein Ort des Trostes sein. Zu ihrer Freude erfahren sie, daß Leiden bald der Vergangenheit angehören werden (Jesaja 65:17). Doch bis dahin müssen sie möglicherweise ‘getröstet’ werden, und ihre Wunden müssen ‘verbunden’ werden. Passenderweise gab Paulus Christen den Rat: „Redet bekümmerten Seelen tröstend zu, steht den Schwachen bei, seid langmütig gegen alle" (1. Thessalonicher 5:14).

„Verdrängte Erinnerungen"

In jüngster Zeit sind einige „gebrochenen Herzens" aus Gründen, die andere nur schwer verstehen können. Es handelt sich um Erwachsene, die auf Grund von „verdrängten Erinnerungen", wie man es bezeichnet, sagen, sie seien als Kinder sexuell mißbraucht worden. Einige hätten niemals gedacht, belästigt worden zu sein, bis sie sich plötzlich zurückerinnerten oder „Erinnerungen" in ihnen wach wurden, daß sie als Kind von einem (oder mehreren) Erwachsenen mißbraucht wurden. Gibt es auch in der Christenversammlung Personen mit solchen beunruhigenden Gedanken? In einigen Ländern ist das der Fall, und diese Gott hingegebenen Christen verspüren womöglich großen Schmerz, Zorn, Schuld, Scham oder Einsamkeit. Wie David fühlen sie sich vielleicht von Gott verlassen und klagen: „Warum, o Jehova, stehst du ständig in der Ferne? Warum hältst du dich verborgen in Zeiten der Bedrängnis?" (Psalm 10:1).

Viele Aspekte dieser „Erinnerungen" werden von Experten im psychiatrischen Gesundheitswesen nicht ganz verstanden. Doch solche „Erinnerungen" können das Geistiggesinntsein Gott hingegebener Christen beeinflussen. Daher suchen wir zuversichtlich in Gottes Wort nach Anleitung, wie damit umzugehen ist. Die Bibel vermittelt „in allen Dingen Unterscheidungsvermögen" (2. Timotheus 2:7; 3:16). Sie hilft auch jedem, der beunruhigt ist, seinen Glauben auf Jehova zu setzen, der „der Vater inniger Erbarmungen und der Gott allen Trostes [ist], der uns tröstet in all unserer Drangsal" (2. Korinther 1:3, 4).

Ist es tatsächlich geschehen?

In der Welt gibt es sehr kontroverse Ansichten darüber, worum es sich bei diesen „Erinnerungen" handelt und in welchem Umfang sie tatsächlich Geschehenes beinhalten. Da Jehovas Zeugen „kein Teil der Welt" sind, mischen sie sich nicht in diese Kontroverse ein (Johannes 17:16). Wie veröffentlichte Berichte zeigen, haben sich solche „Erinnerungen" manchmal als zutreffend erwiesen. Ein Beispiel: Nachdem sich der Versicherungsgutachter Frank Fitzpatrick daran „erinnerte", daß ihn ein bestimmter Priester sexuell mißbraucht hatte, traten fast einhundert Personen an die Öffentlichkeit und behaupteten, ebenfalls von diesem Priester mißbraucht worden zu sein. Wie es hieß, soll der Geistliche den Mißbrauch zugegeben haben.

Allerdings gilt es zu beachten, daß manche ihre „Erinnerungen" nicht durch Beweise erhärten konnten. Einige der Betroffenen hatten lebhafte „Erinnerungen" daran, von einer bestimmten Person oder an einem bestimmten Ort mißbraucht worden zu sein. Doch später ließen zuverlässige Gegenbeweise erkennen, daß die Einzelheiten dieser „Erinnerungen" nicht stimmen konnten.

Eine Zuflucht bieten

Aber wie können diejenigen getröstet werden, die wegen solcher „Erinnerungen" einen „niedergeschlagenen Geist" haben? Beschäftigen wir uns einmal mit Jesu Gleichnis von dem barmherzigen Samariter. Ein Mann wurde von Räubern überfallen, geschlagen und sämtlichen Besitzes beraubt. Als der Samariter vorbeikam, empfand er Mitleid mit dem verletzten Mann. Was tat er? Bestand er darauf, sämtliche Einzelheiten des Überfalls zu erfahren? Oder ließ sich der Samariter eine Beschreibung der Räuber geben, um ihnen unverzüglich nachzujagen? Nein. Der Mann war verletzt. Deshalb versorgte der Samariter vorsichtig seine Wunden und schaffte ihn liebevollerweise in die Sicherheit einer nahe gelegenen Herberge, wo er sich erholen konnte (Lukas 10:30-37).

Zugegeben, es besteht ein Unterschied zwischen physischen Wunden und einem „niedergeschlagenen Geist", der durch tatsächlichen Mißbrauch im Kindesalter verursacht wird. Doch beides läßt den Betreffenden sehr leiden. Das, was der Samariter für den verletzten Juden tat, zeigt, was getan werden kann, um einem leidenden Mitchristen zu helfen. Das wichtigste ist, ihn liebevoll zu trösten und ihm beizustehen, damit er sich wieder fangen kann.

Der Teufel ließ den treuen Hiob offenbar aus der Überzeugung heraus leiden, daß er dessen Lauterkeit durch physische oder psychische Schmerzen brechen könnte (Hiob 1:11; 2:5). Seitdem hat Satan oft durch Leid — ob direkt von ihm verursacht oder nicht — versucht, den Glauben von Dienern Gottes zu schwächen. (Vergleiche 2. Korinther 12:7-9.) Könnten wir daran zweifeln, daß sich der Teufel heute Kindesmißbrauch und den „niedergeschlagenen Geist" vieler Erwachsener, denen das widerfahren ist (oder die durch „Erinnerungen", daß es ihnen angetan wurde, beunruhigt sind), zunutze macht, um Christen im Glauben zu schwächen? Ein Christ, der leidet, aber sich unerschütterlich weigert, seine Lauterkeit aufzugeben, sagt wie Jesus, als er von Satan angegriffen wurde: „Geh weg, Satan!" (Matthäus 4:10).

Geistig stark bleiben

Der „treue und verständige Sklave" hat Informationen veröffentlicht, die helfen sollen, sich mit den geistigen und emotionellen Verletzungen auseinanderzusetzen, die Kindesmißbrauch bewirkt (Matthäus 24:45-47). Wie die Erfahrung zeigt, ist es für den Leidenden eine Hilfe, wenn er auf die ‘Kraft im Herrn und die Macht seiner Stärke’ vertrauen kann und die „vollständige Waffenrüstung Gottes" anlegt (Epheser 6:10-17). Zu dieser Waffenrüstung gehört auch die biblische „Wahrheit", die Satan als den größten Feind bloßstellt und die die Finsternis erhellt, in der er und seine Helfershelfer ihr Unwesen treiben (Johannes 3:19). Außerdem gibt es den „Brustpanzer der Gerechtigkeit". Der Leidende sollte sich bemühen, an gerechten Maßstäben festzuhalten. Einige verspüren beispielsweise den starken Drang, sich etwas anzutun oder unsittlich zu handeln. Jedesmal, wenn sie diesem Drang widerstehen, erringen sie einen Sieg.

Die geistige Waffenrüstung schließt auch die ‘gute Botschaft des Friedens’ ein. Über die Vorsätze Jehovas zu sprechen stärkt sowohl den, der redet, als auch jeden, der zuhört (1. Timotheus 4:16). Wenn es dir schwerfällt, über die gute Botschaft zu sprechen, weil du einen solchen „niedergeschlagenen Geist" hast, solltest du versuchen, andere Christen zu begleiten, die dieses wichtige Werk durchführen. Und vergiß nicht den „großen Schild des Glaubens". Glaube daran, daß Jehova dich liebt und daß er alles wiederherstellen wird, was du verloren hast. Du mußt fest daran glauben, daß Jesus dich liebt, denn er hat es dadurch bewiesen, daß er für dich starb (Johannes 3:16). Satan hat schon immer die unwahre Behauptung aufgestellt, Jehova würde sich nicht um seine Diener kümmern. Das ist eine weitere seiner großen, hinterhältigen Lügen (Johannes 8:44; vergleiche Hiob 4:1, 15-18; 42:10-15).

Sollte es dir auf Grund deines Herzensschmerzes schwerfallen zu glauben, daß sich Jehova um dich kümmert, wird es dir eine Hilfe sein, mit anderen Gemeinschaft zu pflegen, die fest davon überzeugt sind, daß er es tut (Psalm 119:107, 111; Sprüche 18:1; Hebräer 10:23-25). Gestatte Satan auf keinen Fall, dich um den Preis, das Leben, zu bringen. Denke daran, daß zur Waffenrüstung der „Helm der Rettung" gehört sowie das „Schwert des Geistes". Die Bibel ist vom heiligen Geist inspiriert, gegen den Satan nicht ankommen kann (2. Timotheus 3:16; Hebräer 4:12). Ihre heilsamen Worte können psychischen Schmerz lindern. (Vergleiche Psalm 107:20; 2. Korinther 10:4, 5.)

Schließlich solltest du beharrlich um die Kraft zum Ausharren beten (Römer 12:12; Epheser 6:18). Das von Herzen kommende Gebet gab Jesus angesichts größter psychischer Qualen Kraft, und es kann auch dir helfen (Lukas 22:41-43). Fällt es dir schwer zu beten? Bitte andere, mit dir und für dich zu beten (Kolosser 1:3; Jakobus 5:14). Der heilige Geist wird deine Gebete unterstützen. (Vergleiche Römer 8:26, 27.) Wie manche schmerzhafte körperliche Krankheiten mögen auch einige tiefe emotionelle Wunden in dem gegenwärtigen System der Dinge nicht vollständig geheilt werden können. Doch mit der Hilfe Jehovas können wir ausharren, und Ausharren ist — wie auch in Jesu Fall — ein Sieg (Johannes 16:33). „Vertraut auf ihn [Jehova] zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht" (Psalm 62:8).

Was ist mit dem angeblichen Mißbrauchstäter?

Jemand, der ein Kind tatsächlich sexuell mißbraucht, ist ein Vergewaltiger und sollte als solcher betrachtet werden. Jedes Opfer eines Mißbrauchs hat das Recht, den Täter anzuzeigen. Allerdings sollte eine Anzeige nicht voreilig erfolgen, wenn sie sich lediglich auf „verdrängte Erinnerungen" an den Mißbrauch stützt. In diesem Fall ist es für den Leidenden das wichtigste, wieder ein Maß an innerem Gleichgewicht zu erlangen. Nachdem einige Zeit verstrichen ist, ist er möglicherweise besser in der Lage, die „Erinnerungen" zu bewerten und zu entscheiden, was er, wenn überhaupt, in Verbindung damit unternimmt.

Nehmen wir Donnas Fall. Sie ging, wie es hieß, wegen Eßstörungen zu einem Therapeuten, dessen Fachkompetenz aber offenbar zweifelhaft war. Kurz darauf zeigte sie ihren Vater wegen Inzest an, der daraufhin vor Gericht gestellt wurde. Die Geschworenen gelangten zu keiner Entscheidung, weshalb der Vater nicht ins Gefängnis kam, aber er mußte 100 000 Dollar Gerichtskosten tragen. Und dann, nachdem sich all das abgespielt hatte, erklärte Donna ihren Eltern, sie sei nicht mehr überzeugt, daß es einen Mißbrauch gegeben habe!

Salomo gab den klugen Rat: „Geh nicht hinaus, um übereilt einen Rechtsfall zu führen" (Sprüche 25:8). Wenn es berechtigten Grund zu der Annahme gibt, daß der angebliche Täter weiterhin Kinder mißbraucht, ist eine Warnung wahrscheinlich unumgänglich. In einem solchen Fall können die Versammlungsältesten helfen. Ansonsten überstürze nichts. Vielleicht gibst du dich schließlich damit zufrieden, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Wenn du allerdings dem angeblichen Täter gegenübertreten möchtest (nachdem du dir zunächst Gedanken darüber gemacht hast, wie du angesichts der möglichen Reaktionen wohl empfinden wirst), hast du das Recht, das zu tun.

In der Zeit, in der sich jemand, der solche „Erinnerungen" hat, wieder erholt, kann es zu peinlichen Situationen kommen. Jemand könnte beispielsweise deutlich vor Augen haben, wie er von jemandem belästigt wurde, den er täglich sieht. Man kann keine Regeln aufstellen, wie in einem solchen Fall vorgegangen werden sollte. „Jeder wird seine eigene Last tragen" (Galater 6:5). Jemand könnte auch das Gefühl haben, ein Verwandter oder ein Angehöriger habe etwas damit zu tun gehabt. Man sollte allerdings die teilweise zweifelhafte Natur von „verdrängten Erinnerungen" berücksichtigen, wenn es darum geht, jemanden zu identifizieren, den man als Täter verdächtigt. Solange die Angelegenheit nicht einwandfrei bewiesen ist, sollte man in dieser Situation den Kontakt mit der Familie aufrechterhalten — zumindest durch gelegentliche Besuche oder auf brieflichem oder telefonischem Wege —, wodurch man sein Bemühen zeigt, gemäß der Bibel zu leben. (Vergleiche Epheser 6:1-3.)

Was können Älteste tun?

Wenn sich ein Glied der Versammlung an die Ältesten wendet, weil ihm plötzliche Gedanken oder „verdrängte Erinnerungen" daran kommen, als Kind mißbraucht worden zu sein, werden normalerweise zwei der Ältesten beauftragt, Hilfe zu leisten. Sie sollten den Betroffenen freundlich ermuntern, sein Hauptaugenmerk jetzt darauf zu richten, mit der psychischen Belastung fertig zu werden. Die Namen aller Mißbrauchstäter, an die sich der Betreffende „erinnert", sollten streng vertraulich bleiben.

Älteste müssen in erster Linie ihren Hirtenpflichten nachkommen (Jesaja 32:1, 2; 1. Petrus 5:2, 3). Deshalb sollten sie vor allem darauf bedacht sein, sich „mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut" zu kleiden (Kolosser 3:12). Sie sollten unvoreingenommen zuhören und dann heilsame Worte aus der Bibel gebrauchen (Sprüche 12:18). Einige Betroffene, die qualvolle „Erinnerungen" hatten, äußerten ihre Dankbarkeit dafür, daß Älteste sie regelmäßig besuchten oder anriefen, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Solche Kontakte müssen nicht sehr zeitaufwendig sein, aber sie zeigen das Interesse der Organisation Jehovas. Wenn der Leidende erkennt, daß seine christlichen Brüder ihn wirklich lieben, kann ihm geholfen werden, sein inneres Gleichgewicht weitgehend zurückzuerlangen.

Was wäre, wenn sich der Betroffene zu einer Anzeige entschließt? Die beiden Ältesten sollten ihm dann raten, den Beschuldigten im Einklang mit dem Grundsatz aus Matthäus 18:15 selbst anzusprechen. Falls sich der Ankläger emotionell außerstande fühlt, mit dem Betreffenden ein persönliches Gespräch zu führen, kann dies telefonisch oder gegebenenfalls brieflich geschehen. Auf diese Weise kann sich der Angeklagte vor Jehova zu der Beschuldigung äußern. Vielleicht kann er sogar Beweise vorlegen, daß er den Mißbrauch nicht begangen haben kann. Es könnte auch sein, daß der Beschuldigte gesteht und es zu einer Aussöhnung kommt. Welch ein Segen das doch wäre! Wird ein Geständnis abgelegt, können die beiden Ältesten die Angelegenheiten im Einklang mit den biblischen Grundsätzen weiterverfolgen.

Wird die Beschuldigung zurückgewiesen, sollten die Ältesten dem Ankläger erklären, daß rechtlich nichts weiter unternommen werden kann. Und die Versammlung wird den Beschuldigten weiterhin als unschuldig betrachten. Gemäß der Bibel müssen zwei oder drei Zeugen vorhanden sein, damit rechtliche Schritte unternommen werden können (2. Korinther 13:1; 1. Timotheus 5:19). Selbst wenn sich mehr als eine Person an einen Mißbrauch durch dieselbe Person „erinnert", ist die Natur dieser Erinnerungen doch zu ungewiß, um ohne weitere belastende Beweise rechtliche Entscheidungen darauf zu stützen. Das bedeutet nicht, daß solche „Erinnerungen" als falsch (oder als wahr) betrachtet werden. Aber bei einem Rechtsfall muß man sich an die biblischen Grundsätze halten.

Was ist, wenn der Beschuldigte — obwohl er die Missetat bestreitet — tatsächlich schuldig ist? Kommt er sozusagen ungestraft davon? Ganz gewiß nicht! Die Frage der Schuld oder Unschuld ist bei Jehova in besten Händen. „Die Sünden einiger Menschen sind öffentlich kund und führen direkt zum Gericht, bei anderen Menschen aber werden die Sünden später ebenfalls kund" (1. Timotheus 5:24; Römer 12:19; 14:12). Im Bibelbuch Sprüche heißt es: „Die Erwartung der Gerechten ist Freude, aber selbst die Hoffnung der Bösen wird zugrunde gehen." „Wenn ein böser Mensch stirbt, geht seine Hoffnung zugrunde" (Sprüche 10:28; 11:7). Jehova Gott und Jesus Christus werden schließlich ein für allemal ein gerechtes Urteil fällen (1. Korinther 4:5).

Dem Teufel widerstehen

Welch einen Beweis für innere Stärke und Liebe zu Gott liefern doch Gott hingegebene Personen, die trotz großer physischer oder psychischer Schmerzen ausharren! Und welch ein Zeugnis für die Macht des Geistes Jehovas, der sie stützt! (Vergleiche 2. Korinther 4:7.)

Auf die Betreffenden sind folgende Worte des Petrus anzuwenden: „Widersteht ihm [Satan], fest im Glauben" (1. Petrus 5:9). Das ist nicht immer leicht. Manchmal kann es einem sogar schon schwerfallen, klar und logisch zu denken. Doch fasse Mut! Bald wird es den Teufel und seine listigen Anschläge nicht mehr geben. Wir sehnen uns wirklich nach der Zeit, wo folgendes geschieht: „[Gott] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3, 4).

[Fußnoten]

„Verdrängte Erinnerungen" und ähnliche Ausdrücke wurden in Anführungszeichen gesetzt, um sie von den normalen Erinnerungen zu unterscheiden, die wir alle haben.

Der in diesem Absatz umrissene Schritt ist möglicherweise unumgänglich, wenn die Angelegenheit in der Versammlung allgemein bekanntgeworden ist.