Meine Gedanken

Wachtturm-Kommentar [15. Juli 2001]

4. Juni 2001, 15:33

*** w01 15. 7. S. 21 Sind wir wirklich tolerant? ***

Natürlich müssen wir uns auch davor hüten, übermäßig tolerant zu sein. Zum Beispiel wird furchtbarer Schaden angerichtet, wenn Kirchenleitungen pädophile Priester dulden, die immer wieder Jungen und Mädchen sexuell belästigen. Ein Reporter in Irland kommentierte dies wie folgt: „Für die Kirchenfürsten waren die Kinder der Anlass zur Sünde, so dass sie es dabei bewenden ließen, den Priester einfach zu versetzen."

Zeugt es von angebrachter Toleranz, so jemand einfach woandershin zu versetzen? Schwerlich. Angenommen, eine Ärztekammer ließe einen verantwortungslosen Chirurgen weiter operieren und versetzte ihn von einem Krankenhaus ins nächste, obwohl ein Patient nach dem anderen durch ihn zum Krüppel wird oder ums Leben kommt. Falsch verstandene Loyalität unter Berufskollegen könnte eine solche „Toleranz" erzeugen. Aber was ist mit den Leidtragenden, die durch Nachlässigkeit oder sogar kriminelles Verhalten geschädigt wurden oder ihr Leben verloren?

Ist das ein Fall, wo ein Esel den anderen Langohr schimpft, oder ist das ein Beweis, wo jemandem sein Gewissen keine Ruhe lässt? Diese Absätze kommen aus heiterem Himmel - ohne weiteren Kommentar, wie hier Toleranz zu definieren ist. Warum sollte jemand auf Katholiken und verantwortungslose Ärzte mit Steinen werfen, ohne anzuerkennen, dass die Wachtturm-Gesellschaft selbst im Glashaus sitzt?  Meiner Meinung nach würden die größten Täter, die "Kinder als Anlass zur Sünde" behandeln, in einem vergleichbaren Prozentsatz der Mitglieder die Wachtturm-Gesellschaft genau zwischen die Augen treffen. Packt die Wachtturm-Gesellschaft die Schuld, weil sie andere für genau das verurteilt, was sie selbst praktiziert?

silentlambs