Meine Gedanken
Die Einzige
31. August 2001, 19:56
Denen gewidmet, die dachten, sie seien die Einzigen ...
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Ein verstörtes Kind mit leeren
Augen sitzt still und allein und hat nicht viel zu sagen,
Er hat ihren Hund getötet und
gesagt, sie sei die nächste, würde sie den Freunden das zu sagen wagen.
Ein Vater, der ihr Vertrauen
missbrauchte, ihr die Unschuld nahm. Nun sitzt sie da ohne Gefühl,
Zuviel Angst, sich jemandem
anzuvertrauen, denkt sie, sie sei die Einzige, und weint still.
Eines Tags, im Moment des
Vertrauens, erzählt sie der Mutter von ihrem Entsetzen,
Die Eine, die glauben
sollte: statt dessen wird sie die
Tochter noch mehr verletzen.
Sie weint und sagt: Vielleicht
war es nur harmlos, vielleicht sind es Lügerei’n.
Das Kind fragt sich: War’s wirklich oder bin ich verrückt? Ich
muss die Einzige sein.
Das Kind wird älter und größer,
fasst Mut und geht zu den Ältesten hin,
Doch die Männer, statt Recht zu
üben, nennen sie eine Lügnerin.
Der Schänder leugnet, sie muss,
so sagt man, still sein oder sie wird geächtet,
Sie ist niedergeschlagen und
fühlt sich allein. Sie glaubt, sie ist die Einzige, völlig entrechtet.
Vor Schmerz, denkt sie, wird sie
zerbrechen. Sie gesteht einer Freundin, die zeigt den Schänder an.
Der Schänder ist Ältester, man
sagt ihr, ihre Sünde sei größer als die von dem Mann.
Beklagt der Verleumdung, so hört
sie sich die Bekanntmachung in der Versammlung an,
Sie hat keine Freunde mehr, die
Eltern wenden sich ab, hört denn keiner die Einzige an?
Seit Jahren ein schweigendes
Lamm, ist sie voller Angst, denn der Schmerz ist von Dauer,
Doch eines Tags hört sie, sie ist
nicht allein, denn andere Opfer teilen ihre Trauer.
Das wütende Brüllen des Lammes,
es wird der Beginn ihrer Heilung sein.
Und langsam glaubt sie: Sie hat nun Hilfe, sie ist nicht die Einzige, ist nicht allein.
silentlambs