Meine Gedanken

Wachtturm-Lügen verletzen Opfer

5. Juni 2001, 02:47

Wer den nachstehend zitierten Wachtturm aus dem Jahre 997 liest, bekommt den Eindruck, jemand, der als Kinderschänder "bekannt" ist (d.h. er hat gestanden), nie Vorrechte in der Versammlung erhält. Ist das wirklich der Fall? In einem Gespräch mit der Dienstabteilung wurde mir persönlich offen gesagt, ein Kinderschänder könne wieder dafür in Frage kommen, nachdem lange Zeit verstrichen ist. War das eine Falschdarstellung der Wachtturm-Politik? Ma lese den unten stehenden Formbrief der Rechtsabteilungen an die Versammlungen für Fälle von "bekannten" Kinderschändern. Man beachte, dass der Absatz am Ende die Möglichkeit offen hält, wieder in Frage zu kommen, nachdem zuerst die Gesellschaft angeschrieben wurde. Die Fraqge ist also, wer lügt hier, die Schreibabteilung, die den Wachtturm von 1997 verfasste, oder die Rechtsabteilung? Wie auch immer, man wird belogen.

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*** w97 1. 1. S. 28-29 Verabscheuen wir das Böse ***

Je nach Rechtslage in dem Land, in dem der Mißbraucher lebt, kann es durchaus sein, daß er eine Gefängnisstrafe oder andere vom Staat verhängte Strafen verbüßen muß. Die Versammlung wird ihn davor nicht schützen. Überdies hat der Mann eine schwerwiegende Schwäche erkennen lassen, die künftig in Betracht gezogen werden muß. Wenn er reumütig zu sein scheint, wird man ihn ermuntern, geistig Fortschritte zu machen, sich am Predigtdienst zu beteiligen und sogar Aufgaben in der Theokratischen Predigtdienstschule zu halten sowie in der Dienstzusammenkunft mitzuwirken, soweit damit kein Lehren verbunden ist. Das bedeutet jedoch nicht, daß er sich eignet, in verantwortungsvoller Stellung in der Versammlung zu dienen. Wie lauten die biblischen Gründe dafür?

Zunächst einmal muß ein Ältester ‘Selbstbeherrschung üben’ (Titus 1:8). Zwar kann sich niemand von uns vollkommen beherrschen (Römer 7:21-25). Doch ein getaufter erwachsener Christ, der sündigt, indem er ein Kind sexuell mißbraucht, offenbart eine unnatürliche Schwäche des Fleisches. Wie die Erfahrung zeigt, kann es durchaus vorkommen, daß ein solcher Erwachsener noch weitere Kinder mißbraucht. Wenn auch nicht jeder Mißbraucher diese Sünde wiederholt, ist das doch bei vielen der Fall. Und die Versammlung kann nicht in jemandes Herz schauen, um herauszufinden, wer dazu neigt, sich wiederholt an Kindern zu vergehen, und wer nicht (Jeremia 17:9). Daher hat folgender Rat, den Paulus an Timotheus richtete, im Fall getaufter Erwachsener, die Kinder sexuell mißbraucht haben, besonderes Gewicht: „Lege niemals deine Hände jemandem voreilig auf; auch habe nicht teil an den Sünden anderer" (1. Timotheus 5:22). Zum Schutz unserer Kinder gilt: Ein Mann, von dem bekannt ist, daß er ein Kind sexuell mißbraucht hat, eignet sich nicht, eine verantwortungsvolle Stellung in der Versammlung zu bekleiden. Auch kann er nicht als Pionier dienen oder eine andere Form besonderen Vollzeitdienstes verrichten. (Vergleiche den Grundsatz aus 2. Mose 21:28, 29.)

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WATCHTOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY OF NEW YORK, INC.
25 COLUMBIA HEIGHTS . BROOKLYN . NEW YORK 11201-2483. U.S.A. PHONE (718) 560-5000

BODY OF ELDERS

Liebe Brüder,

Wir haben euren Brief vom xxxxxx xx,xxxx bezüglich Bruder xxxx erwogen. Als Anlage findet ihr ein S-52-Formular, das zeigt, dass Bruder xxxxxx als Ältester gestrichen wurde.

Aus gutem Grund erklärt die Wachtturm-Ausgabe vom 1. Januar 1997 auf Seite 29: "Doch ein getaufter erwachsener Christ, der sündigt, indem er ein Kind sexuell mißbraucht, offenbart eine unnatürliche Schwäche des Fleisches. Wie die Erfahrung zeigt, kann es durchaus vorkommen, daß ein solcher Erwachsener noch weitere Kinder mißbraucht. Wenn auch nicht jeder Mißbraucher diese Sünde wiederholt, ist das doch bei vielen der Fall. Und die Versammlung kann nicht in jemandes Herz schauen, um herauszufinden, wer dazu neigt, sich wiederholt an Kindern zu vergehen, und wer nicht (Jeremia 17:9). Daher hat folgender Rat, den Paulus an Timotheus richtete, im Fall getaufter Erwachsener, die Kinder sexuell mißbraucht haben, besonderes Gewicht: „Lege niemals deine Hände jemandem voreilig auf; auch habe nicht teil an den Sünden anderer" (1. Timotheus 5:22). Zum Schutz unserer Kinder gilt: Ein Mann, von dem bekannt ist, daß er ein Kind sexuell mißbraucht hat, eignet sich nicht, eine verantwortungsvolle Stellung in der Versammlung zu bekleiden." Daher sollten im besten Interesse der Versammlung und ihrer Mitglieder weder die Ortsversammlung noch die Gesellschaft so angesehen werden, als übertrügen sie Macht oder ein Amt an jemanden, der als Missbraucher bekannt ist.

Nachdem wir sorgfältig und gebetsvoll alle Faktoren im Fall von Bruder xxxxx xxxxx erwogen haben, glauben wir, dass das vorhin Gesagte auf ihn zutrifft. Daher solltet ihr ihm keine besonderen Verantwortungen übertragen, die als Zuteilungen aufgefasst werden könnten, auch wenn einige Zuteilungen als geringfügig angesehen werden könnten. Er sollte nicht gebraucht werden, um mit Konten, Literatur, Zeitschriften, Abonnements oder Predigtdienstgebieten umzugehen. Er würde auch nicht als Helfer, Mikrofonträger, zur Bedienung der Tonanlage, zur Vertretung der Versammlung im Gebet oder zum Verlesen von "Bekanntmachungen" in der Dienstversammlung gebraucht werden. Er würde nicht als Vorleser im Versammlungsbuchstudium oder beim Wachtturmstudium gebraucht werden, er würde auch keine Predigtdienstzusammenkunft leiten. Es wäre ratsam, kein Buchstudium in seinem Haus zu haben. Und er käme nicht als Hilfspionier oder allgemeiner Pionier in Frage. Hingegen könnte er allgemeine Aufgaben für den Königreichssaal, in dem er die Zusammenkünfte besucht, erledigen, es wäre aber nicht gutzuheißen, wenn er in anderen Königreichssälen oder Kongresssälen arbeitet. Er kann Studierendenansprachen in der Theokratischen Königreichsdienstschule halten und in der Dienstversammlung an Aufgaben teilnehmen, wo er nicht lehrt, vorausgesetzt, dies erregt bei denen in der Versammlung keinen Anstoß, die von seinem früheren Fehlverhalten wissen.

Bitte erinnert euch an die folgende Anweisung, die im vertraulichen Brief der Gesellschaft vom 14. März 1997 an alle Ältestenschaften bezüglich Personen erscheint, die als Kindesmissbraucher bekannt sind: "Personen, die in dieser Hinsicht eine Schwäche gezeigt haben, sollten empfindlich für die Notwendigkeit sein, nicht allein mit Kindern zu sein. Sie sollten keine Kinder halten oder ihnen anderweitig ihre Zuneigung zeigen. Es wäre passend, wenn die Ältesten einen jeden freundlich warnen, der Dinge tut, die eine Versuchung oder oder Anlass zur Sorge anderer in der Versammlung sein könnten. - 1. Kor. 10:12,32." Das schließt ein, dass Kinder (die nicht seine sind) nicht bei ihm übernachten dürfen, dass er nicht mit einem Kind im Predigtdienst tätig sein darf, keine Freundschaften mit Kindern pflegen darf und dergleichen.

Nachdem eine Anzahl weiterer Jahre vergangen ist, mögt ihr euch fragen, ob diesem Bruder gewisse Vorrechte übertragen werden können. Wenn er im weiteren Verlauf einen vortrefflichen Bericht hat, wenn es weder von seinem Opfer/seinen Opfern oder deren Verwandten keine Klagen gibt, und wenn die Ältestenschaft zu dem Schluss kommt, niemand habe etwas daran auszusetzen, dass er besondere, geringere Vorrechte in der Versammlung erhält, könnt ihr der Gesellschaft schreiben und eure Beobachtungen und Empfehlungen bekannt geben, die zeigen, wie ihr darüber denkt, ob er wieder in der Versammlung gebraucht werden kann. Erklärt deutlich, wie diejenigen, denen Unrecht getan wurde, oder deren Verwandte, über ihn denken, und wie die Versammlung ihn jetzt betrachtet. Ihr solltet erst Anweisungen der Gesellschaft erhalten, ehe ihr ihm gewisse Vorrechte übertragt.

Mit diesem Brief senden wir euch unsere herzliche christliche Liebe. Eure Brüder,

Watchtower Bible and Tract Society
of New York, Inc.

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Dieser Brief wird auf meiner Webseite veröffentlicht werden.

silentlambs