Briefe an Älteste

 

25. Januar 2001

 

Ältestenschaft Draffenville

PO Box 1316

Calvert City , KY 42029

 

Liebe Brüder,

 

ich schreibe, um Informationen über zwei Ereignisse zu fordern, die kürzlich in der Versammlung Draffenville stattfanden. Der erste Bereich bezieht sich auf mich selbst, da ich in der Versammlung umfassende Einschränkungen erhalten habe. Ich habe nichts Unrechtes getan, ich bin nicht kürzlich wieder aufgenommen worden, ich habe weder eine Sünde begangen, noch bin ich vor einem Rechtskomitee erschienen. Da nichts von alledem auf meinen Fall zutrifft, besteht offensichtlich kein Grund für Beschränkungen, und das veranlasst mich zu folgenden drei Fragen:  

  1. Welche Organisationsvorschrift wird hier befolgt? Wo steht das geschrieben?
  2. War die Entscheidung, so zu handeln, die der örtlichen Ältestenschaft, oder wer war dafür wo verantwortlich?
  3. Hat die Gesellschaft in irgendeiner Weise diese Richtung vorgegeben?

Der zweite Bereich bezieht sich auf die Ansprache "Örtliche Bedürfnisse" kürzlich von Tom Caruthers. Ich hätte gerne Antworten zu folgenden Fragen:  

  1. Wer hat wo zu der Ansprache "Örtliche Bedürfnisse" ermächtigt oder sie zu halten angewiesen?
  2. Wurde diese Ansprache in mehr als einer Versammlung gehalten?
  3. Wer schrieb den Stoff zu "Örtliche Bedürfnisse"?
  4. Hat die Gesellschaft in irgendeiner Weise zur Wiedergabe dieses Stoffes ermächtigt?

Ich erbitte höflichst Antworten zu diesen Fragen innerhalb der nächsten zehn Tage.

 

Und schließlich, da ihr Euch entscheiden habt, in alles andere als christlicher Weise zu handeln sowie die Wahrheit über die "Pädophilenpolitik" der Gesellschaft zu verdrehen, denke ich, dass ich Mündlichem in jeder Form von Ältesten oder Vertretern der Gesellschaft nicht mehr akzeptieren kann. Daher fordere ich in aller Demut, dass künftig alle Aussagen in Schriftform getätigt werden.

 

Im Voraus danke für eine schnelle Antwort, und mit diesem Brief sende ich Euch Grüße in herzlicher christlicher Liebe.

 

Hochachtungsvoll,  

 

William H. Bowen

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7. Februar 2001

 

Zusatz:

 

Ich bitte Euch schriftlich ein zweites Mal um die im beiliegenden Brief vom 25. Januar 2001 geforderten Informationen, da inzwischen mehr als zehn Tage verstrichen sind. Meine Forderung wurde völlig ignoriert,  Ron Carey aus Central City, KY, hat fernmündlich mit mir Kontakt aufgenommen und bat mich, ihn zusammen mit George Banderra aus Murry, KY, zu treffen. Ron sagte, man wolle über Probleme bezüglich Kindesmissbrauch und über meinen letzten Brief sprechen. Ich bat Ron, sich an meine Bitte in meinem Brief zu halten und schriftlich zu antworten. Als ich gefragt wurde, warum ich eine schriftliche Antwort haben wolle, erwähnte ich, dass ich jegliches Vertrauen zu Vertretern der Wachtturm-Gesellschaft verloren habe, weil sie mich und meine Familie meiner Meinung nach durch die harte Ansprache "Örtliche Bedürfnisse" in Bedrängnis brachte, und dazu kämen noch die völlig unangebrachten Einschränkungen, was bei vielen in meiner örtlichen Versammlung Fragen über mich selbst aufgeworfen hat. An diesem Punkt sagte Ron, die Einschränkungen seien ein Missverständnis gewesen. Ich erwiderte, dass ich meinerseits dies nicht missverstanden hätte, denn dies sei gewesen, worüber man mich in Kenntnis gesetzt hatte. Überdies stünde die Handlungsweise der Wachtturm-Gesellschaft, meine Familie zu filmen und dann die Videos dazu zu benutzen, um mich zu denunzieren, für die Pädophilenparadiesmentalität der Wachtturm-Gesellschaft, und die Verteilung dieses Videos an die Medien in ganz Kentucky und Indiana habe mir eine weitere Grundlage geliefert, allem zu misstrauen, was Vertreter der Wachtturm-Gesellschaft mündlich zu sagen hätten. Ich habe die ANtworten gem,äß meiner Forderung zu erhalten gewünscht. An diesem Punkt brach Ron das Gespräch ab.

 

Ich bitte noch einmal um Beantwortung aller Fragen. Ich jedenfalls habe meine Einschränkungen nicht missverstanden, und niemand hat mich bis jetzt anders lautend informiert. Wenn für mich vollkommene Einschränkung gilt, dann beantwortet bitte diese Fragen:  

  1. Warum wurde ich als Vorleser des Wachtturm zurückgezogen, als ich zwei Zuteilungen auf dem Plan stehen hatte?
  2. Warum habe ich keine Aufgaben in der theokratischen Predigtdienstschule?
  3. Warum bin ich nicht informiert worden, warum ich seit nunmehr über einem Monat keine Kommentare mehr geben darf?
  4. Warum hat man mir kein Gebet übertragen?
  5. Wer versteht hier falsch, wie und wann rechtliche Einschränkungen gelten?
  6. Sollte nicht die Versammlung informiert werden, dass gegen einen Bruder und seine Familie ein schwerwiegender Irrtum begangen wurde?

Ich warte noch einmal darauf, dass Ihr mir meine Fragen beantwortet, da ich sicher bin, dass ihr eine liebevolle Haltung einnehmen und das Problem, das Ihr geschaffen habt, richtig stellen wollt. Ich möchte Euch großzügig weitere zehn Tage einräumen, um schriftlich darauf zu antworten, warum ihr diesen Weg eingeschlagen habt. Along with this letter goes my warm Christian love.

 

Hochachtungsvoll,   

 

William H. Bowen

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21. Februar 2001

 

Zusatz:

 

Ich bitte nun zum dritten Mal um die im Brief vom 25. Januar 2001 und im Zusatz vom 7. Februar 2001 geforderten Informationen. Bis heute bestand alles, was ich als eine Art Entschuldigung oder Erklärung erhalten habe, in den Bemerkungen von Ron Carey per Telefon am 5. Januar 2001, wo er sagte, es hätte ein Missverständnis gegeben, und von James Bonnell in der Sonntagsversammlung am 11. Januar 2001. In diesem Gespräch wurden drei Sätze gesagt. Erstens: "Ich habe einen Brief für dich." Das war meiner Meinung nach eine Scheinaussage, um mich zu dem Glauben zu verleiten, dass ich auf meine Fragen schließlich, wie gefordert, eine Antwort bekäme. Stattdessen war es mein erster Brief, der ohne Quittung zurückkam. Was eine Erklärung oder Entschuldigung angeht, so sagte James Bonnell: "Was Einschränkungen angeht, du hattest nie wirklich irgendwelche Einschränkungen, ich dachte nur, es wäre gut, sich wieder zu beruhigen, aber mach, was du willst." Das schein zwar ein Anerkennen des Unrechts zu sein, aber egal wie ich das sehe, ich kann es nicht zu einer Entschuldigung aufbauen. Und bei der nächsten Sonntagszusammenkunft durfte ich zwar Kommentare geben, aber bei den beiden Zusammenkünften danach wurde ich absichtlich nicht aufgerufen. Wie komme ich zu diesem Schluss? Ein Beispiel: Am Sonntag hob ich über fünfzehn Mal die Hand, doch stattdessen wurden andere aufgerufen, die schon zahlreiche Kommentare gegeben hatten. Dies zwingt mich dazu, noch einmal die Antworten auf die vorherigen und die nachfolgenden zusätzlichen Fragen zu fordern:  

  1. Habe ich jetzt wieder Einschränkungen?
  2. Wenn ich bis jetzt keine Kommentare geben, kein Vorsitzender sein, den Wachtturm vorlesen, in der theokratischen Predigtdienstschule sein oder ein Gebet halten durfte, welcher Vorschrift folgt man da und o steht sie geschrieben?
  3. Wenn dies, wie von den Brüdern Bonnell und Ron Carey unterstellt, ein Fehler war, was tut man, um das Unrecht richtig zu stellen?
  4. Warum hat man meine Familie nicht von dem schwerwiegenden Irrtum in Kenntnis gesetzt, der begangen wurde, und sich, wie gefordert, schriftlich entschuldigt?

Noch einmal fordere ich alle Antworten in Schriftform, da ich glaube, Mündlichem nicht mehr vertrauen zu können. Bitte haltet Euch an meine Forderung; ich gebe Euch noch einmal zehn Tage. Betrachtet dies als weiteren Versuch, eine vernünftige Lösung für Eure Handlungsweise zu finden. meine herzliche christliche Liebe an Euch.

 

Hochachtungsvoll,   

 

William H. Bowen