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Rechtskomiteesitzungen

Seite 2 Zeitungsüberschriften, nachdem das Komitee nicht zur Sitzung erschienen war

Seite 3 Ausgewogenheit zwischen Briefen und Informationen

Meine Geschichte

Ich mache meine eigene  Bekanntgabe

 

Rechtskomiteesitzungen, die ganze Geschichte

Es folgt eine Reihe von Informationen, die schließlich zu meinem Gemeinschaftsentzug am 15. August 2002 führten. Die Anklage gegen mich lautete auf "Verursachen von Spaltungen". Im Verlauf der Rechtskomiteesitzung wurde im Grunde genommen erklärt, auch wenn ich die Wahrheit sagte, mache das keinen Unterschied, wenn Informationen die Versammlung beunruhigten, gebe das die Grundlage für einen Gemeinschaftsentzug ab. Ich habe keine Sünde gegen Gott begangen, ich habe bloß mit den Medien gesprochen, um Kinder zu schützen, und das ist keine Sünde, die den Tod verdient. Ich fordere die Organisation auf, meinen Gemeinschaftsentzug zu widerrufen und den von anderen, die ungerechterweise aus demselben Grund ausgeschlossen wurden. Die Grundlage für ihre Taten ist ihre Sünde gegen Gott, nicht meine.

"Denn wer immer euch aufgrund dessen, dass ihr Christus angehört, einen Becher Wasser zu trinken gibt, wahrlich, ich sage euch: Er wird seines Lohnes keinesfalls verlustig gehen. Wer immer aber einen von diesen Kleinen, die glauben, straucheln macht, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein, wie er von einem Esel gedreht wird, um den Hals gelegt und er tatsächlich ins Meer geworfen würde." (Markus 9:41-42)

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Dienstag, 7. Mai


Kontakt:

William H. Bowen: KY, www.silentlambs.org

Jehovas Zeugen beginnen, Mitglieder, die sexuellen Kindesmissbrauch auffliegen ließen, auszuschließen. 

Kirchenführer schützen Kinderschänder und ächten die Opfer, sagt langjähriger Zeuge. 

Zug als „Präventivschlag“ angesehen, ehe Dateline-Untersuchungsbericht erscheint. 

In Erwartung der bevorstehenden Sendung eines NBC-Dateline-Untersuchungsberichtes hat die Führung der Zeugen Jehovas mit Sitz in Brooklyn begonnen, langjährige Mitglieder, die wegen des massiven Problems des Kindesmissbrauchs in der Organisation ihre Stimme erhoben haben, aus der Religionsgemeinschaft auszuschließen. 

William H. Bowen, der Gründer von „silentlambs“, einer Hilfsorganisation für Zeugen Jehovas, die als Kinder sexuell missbraucht wurden, wird beschuldigt, „Spaltungen“ in der Religionsgemeinschaft zu erzeugen. Am vergangenen Freitag wurde er durch einen Brief davon in Kenntnis gesetzt, dass er diese Woche zu einer Anhörung zu kommen habe. 

Bowen sagt dazu: „Vor über einem Jahr, als wir erstmals vortraten, sagten die Führer der Organisation, das Problem gebe es nicht. Als wir über eintausend Geschichten von Opfern auf der Website von „silentlambs“ vorstellten, wurden die Opfer als Lügner bezeichnet. Jetzt, nachdem das Dateline-Programm mit ausgiebigen Belegen aufgezeichnet worden ist, beschließen Ortsversammlungen auf Anweisung der Zentrale, langjährige Mitglieder, die von Dateline gefilmt wurden, auszuschließen, kurz bevor das Programm Ende Mai/Anfang Juni gesendet werden soll? Offensichtlich geschieht dies, um Kirchenmitglieder davon abzuhalten, die Sendung einzuschalten, weil die Theologie der Zeugen Jehovas von den Mitgliedern fordert, auf nichts zu hören, das Ausgeschlossene über ihre Kirche zu sagen haben. Wenn sich die Mitglieder weigern, zu gehorchen, könnte das dazu führen, dass auch sie ausgeschlossen werden.“ 

Als Dateline die Familie Pandelo aus New Jersey interviewte, beschrieb die Familie, wie herzlos sie von den Zeugenältesten behandelt wurde, nachdem sie vor ihnen offen gelegt hatten, dass ihre Tochter von einem anderen Zeugen belästigt worden war. Obwohl die Kirche schon seit geraumer Zeit von dem in Kürze zu sendenden Interview Kenntnis hat, erhielten die Pandelos am Mittwoch vergangener Woche einen Brief, in dem sie zu einer Anhörung wegen des Vorwurfs der „Abtrünnigkeit“ einbestellt werden. In dem Brief wurde ihnen auch nahe gelegt, selbst zu gehen. Bei den Zeugen Jehovas bedeutet das soviel wie, sich selbst die Gemeinschaft zu entziehen. Wenn andere Zeugen, selbst Angehörige, weiter mit einem Mitglied, das gegangen ist oder dem „die Gemeinschaft entzogen“ wurde, Umgang haben, dann kann auch diesen die Gemeinschaft entzogen werden. 

Am Donnerstag wurde Barbara Anderson davon in Kenntnis gesetzt, dass sie beschuldigt wird, „Spaltungen“ in der Organisation zu verursachen. Sie wurde aufgefordert, an einer Sitzung eines Rechtskomitees teilzunehmen oder selbst die Gemeinschaft zu verlassen. Anderson ist eine frühere Forscherin, die für die Schreibabteilung der Kirche in Brooklyn, New York, arbeitete, und auch sie wirkt in Dateline mit und redet über das Vertuschen von Kindesmissbrauch bis in die leitende Körperschaft der Religionsgemeinschaft hinein.   

„Jahrelang hat die leitende Körperschaft (die Führung der Kirche) versucht, Missbrauchsopfer zum Schweigen zu bringen, so dass sie das Bilde der Kirche schützen kann“, sagte Anderson. „Nun dehnen sie ihre Einschüchterung und ihre Vertuschungen auf diejenigen von uns aus, die die Sache auffliegen lassen und versuchen, die Kinder zu schützen.“ 

In einer im Januar dieses Jahres eingereichten Klageschrift verklagte eine 23-Jährige Frau aus Sacramento, Erica Rodriguez, den Geistlichen der Zeugen Jehovas, der sie missbrauchte, und die Religionsgemeinschaft mit Sitz in New York, die Pädophilen „routinemäßig“, so die Klageschrift, „Zuflucht, Schutz, Mitgefühl und Unterstützung gibt“. „Als ich wegen meines Missbrauchs zu den Ältesten ging, hat man mir gesagt, man würde mir die Gemeinschaft entziehen, wenn ich zur Polizei ginge“, klagt Rodriguez. Manuel Beliz aus der spanischen Versammlung der Zeugen Jehovas in Othello im Bundesstaat Washington wurde für schuldig befunden, Rodriguez während ihrer Kindheit vergewaltigt und missbraucht zu haben, und zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Obwohl die Kirche Beliz schließlich wegen der Kinderschändung ausschloss, benutzt sie nun seine Erklärung: „Der Beklagte bestreitet alle falschen Anschuldigungen“ als Grundlage, ihn und die Kirche vor einer Zivilklage zu bewahren.             

Einer der Anwälte von Rodriguez in dem Verfahren, Jeffrey Anderson aus St. Paul, Minnesota, hat mehr Klagen wegen sexuellen Missbrauchs gegen religiöse Körperschaften eingereicht als jeder andere Rechtsexperte. „Meiner Erfahrung in den vergangenen zwanzig Jahren nach tritt in jeder Religionsgemeinschaft eine Handvoll tapferer Opfer vor. Wenn eine Religion Personen angreift, die versuchen, Kindern zu helfen, dann muss man sich wirklich fragen, was sie zu verbergen hat“, sagte er. 

„Das ist nicht das erste Mal, dass Kirchenführer diejenigen bestraft haben, die Fehlverhalten entlarven. Aber jedes Mal, wenn das passiert, ist es traurig“, sagte David Clohessy aus St. Louis. Er ist Landesdirektor von SNAP, dem Netzwerk von Überlebensopfern, die von Priestern missbraucht wurden, mit Sitz in Chicago. „Bowen und Anderson und ihre Mitstreiter verdienen Lob und keine Verurteilung. Wir zollen ihrem Mut Beifall und hoffen, dass die öffentliche Aufmerksamkeit sich bald auf Missbrauch in weiteren religiösen Gruppen richtet.“ 

„Seit Januar sind 177 katholische Priester wegen sexuellen Missbrauchs aus ihren Ämtern entfernt worden, und katholische Bischöfe sprechen über eine ‚Null-Toleranz’-Politik“, sagt Bowen. „Während katholische Führer die richtige Richtung einzuschlagen scheinen, wendet sich die Führung der Zeugen Jehovas rückwärts.“ 

Bowen aus Calvert City, Kentucky, war Kirchenältester in seiner Ortsversammlung und seit 43 Jahren Zeuge Jehovas. Er trat im Dezember 2000 als vorsitzführender Aufseher zurück, um Opfer zu unterstützen und die Führung der Religionsgemeinschaft zu drängen, einfühlsamer auf Missbrauchsopfer zu reagieren und mutmaßliche Täter dem Justizsystem zu übergeben. Bowens „silentlambs“ ist eine landesweite Selbsthilfeorganisation für Männer und Frauen, die von Jehovas Zeugen missbraucht wurden. (www.silentlambs.org, 1-887 WTABUSE) 

Bowen sagte, man benutze den Gemeinschaftsentzug als geistige Keule, um die Opfer zum Schweigen zu bringen, wenn sie vergewaltigt wurden. Dann, Jahre später, wenn es aufgrund der Verdrängung zu geistigen und seelischen Verhaltensauffälligkeiten kommt, schließt die Kirche sie aus, um das Problem loszuwerden. Das Opfer kann nicht gewinnen und wartet wie ein schweigendes Lamm auf die Schlachtung durch Anordnungen der Kirche, wenn es Hilfe am meisten braucht. Er meint, dass Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften, die missbraucht wurden, bereitwilliger sind, die Stimme zu erheben und Anwälte aufzusuchen oder sich an die Polizei zu wenden.  

Die Religionsgemeinschaft hat eine Million Mitglieder in den Vereinigten Staaten und sechs Millionen auf der ganzen Welt.

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Versandte Briefe:


 

Versammlung der Zeugen Jehovas

in Draffenville, Kentucky

Postfach 788 Benton KY 42025

29. April 2002 

VERTRAULICH UND PERSÖNLICH 

William H. Bowen

Calvert City, KY 42029 

Lieber Bruder Bowen, 

Die Ältestenschaft hat ein Rechtskomitee ernannt, das mit Dir zusammenkommen soll. Es geht um den Vorwurf, dass Du Spaltungen in der Versammlung und der Organisation der Zeugen Jehovas verursachst. Das Rechtskomitee lädt Dich zu einem Treffen ein am 10. Mai 2002 um 19:00 Uhr im Königreichssaal an der 86 Foust-Sledd Road, Benton, Kentucky. Rufe mich bitte unter 270-753-5827 an, wenn Dir diese Vorkehrung nicht genehm ist. Zur Erinnerung: Rechtsanwälte sind bei Rechtskomiteesitzungen nicht zugelassen.

 Hochachtungsvoll

Vorsitzender des Rechtskomitees

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WATCHTOWER

  BIBLE AND TRACT SOCIETY OF NEW YORK

LEGAL DEPARTMENT                                                                  PHONE (718) 560-5000

25 COLUMBIA HEIGHTS BROOKLYN, NEW YORK 11201, USA                        560-8903   

19. April 2002  

Suzanne J. Frankland

Melli, Guerin & Melli, P. C.

West 115 century Road

Paramus, NJ 07652 

Betreff: Rechtskomiteesitzung gegen Barbara and Carl Pandelo                      

Sehr geehrte Frau Frankland, 

            ich vertrete die Ältestenschaft der englischen Versammlung von Bradley Beach, New Jersey, und ich schreibe auf Ihren Brief vom 4. Februar 2002 an die Watchtower Bible and Tract Society. Die Ältestenschaft hat ein Rechtskomitee ernannt, das sich mit Frau und Herrn Pandelo bezüglich der Anklage der Abtrünnigkeit treffen soll. Das Rechtskomitee lädt sie zu einer Anhörung am Montag, den 6. Mai 2002 um 19:30 Uhr im Königreichssaal an der 28 Main Street, Bradley Beach, New Jersey, ein. Frau und Herr Pandelo können bei dieser Anhörung Beweise oder Zeugen zu ihren Gunsten vorbringen. Das Rechtskomitee ermuntert sie, anwesend zu sein, und es würde ihnen gerne helfen, wenn sie schwerwiegende Zweifel haben. Aber wenn Herr und Frau Pandelo sich entschließen, nicht zu erscheinen, wird das Rechtskomitee ohne sie verhandeln und darüber befinden, ob ihnen aufgrund der Beweislage die Gemeinschaft zu entziehen ist. Für diesen Fall wissen Sie vielleicht nicht, dass es Anwälten nicht gestattet ist, Personen bei Rechtskomiteesitzungen zu vertreten. 

                        Wenn Herr und Frau Pandelo natürlich keine Zeugen Jehovas mehr sein wollen, setzen Sie mich bitte vor dem Zeitpunkt der Anhörung schriftlich davon in Kenntnis, dass wird das Rechtskomiteeverfahren beendet. Wenn Sie Fragen haben, nehmen Sie bitte Verbindung mit mir auf. Wenden Sie sich nicht an die Ältesten der Versammlung. 

                                                                       Hochachtungsvoll 

                                                                        Robert C. James                         

                                                                       Stellvertretender Rechtsbeistand

 

 RCJ:rgw

Kopie:  Ältestenschaft der englischen Versammlung Bradley Beach, NJ

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Bestätigung: 

Am Donnerstag, den 2. Mai 2002, trat der vorsitzführende Aufseher der Versammlung Manchester, Tennessee, an meinen Mann Joseph Anderson, der als Ältester in der Versammlung der Zeugen Jehovas dient, heran. Mein Mann wurde informiert, dass man einen Brief von der Zentrale der Zeugen Jehovas erhalten habe, der die Anweisung erhielt, ein Rechtskomitee gegen mich, Barbara Anderson, zu bilden, das sich um die Beschuldigung kümmern sollte, dass ich „Spaltungen in der Versammlung und in der Organisation der Zeugen Jehovas verursache“. Sieben Tage vor der Anhörung hat man mir mitgeteilt, dass diese am Freitag, den 10. Mai, stattfinden sollte und ich verteidigen könne, wenn die gegen mich vorgebrachten Anklagen falsch sein sollten.  

Barbara Anderson

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Jehovas Zeugen werden gegen Kritiker ihrer Missbrauchspolitik tätig


von Peter Smith
psmith@courier-journal.com
The Courier-Journal

Die Führung der Zeugen Jehovas unternimmt Schritte, um einen Mann aus dem Westen Kentuckys und drei weitere Kirchenmitglieder auszuschließen, die öffentlich kritisiert haben, dass die Kirche, wie sie sagen, Fälle von sexueller Belästigung von Kindern heimlichtuerisch behandelt.

Bill Bowen aus Benton, Kentucky, sagte, er sei für Freitag vor ein Rechtskomitee seiner Kirche in Draffenville, Kentucky, zitiert worden, um sich für die Anklage zu verantworten, er „verursache Spaltungen in der Versammlung und in der Organisation der Zeugen Jehovas“.

Bowen trat im Dezember 2000 als Ältester in der Versammlung Marshall County zurück, um gegen die Art und Weise, wie ein örtlicher Fall behandelt wurde, und gegen ihre Politik zu protestieren, wie sie mit Missbrauchsvorwürfen umgeht. Seither hat er eine Selbsthilfegruppe für Missbrauchsopfer geschaffen.

Bowen spielte eine wichtige Rolle in einem Zeitungsbericht im Courier-Journal im Februar 2001, wo es um sexuellen Missbrauch unter den Zeugen Jehovas ging. Dasselbe tat ein Ehepaar aus New Jersey, Carl und Barbara Pandelo, die sagen, man habe sie mit einem Ausschluss bedroht.

Eine frühere Angestellte in der Weltzentrale der Kirche, Barbara Anderson aus Normandy, Tennessee, sagte, auch sie stehe vor einem Ausschluss.

Das Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Zeugen Jehovas lehnte ausdrücklich einen Kommentar zu den vier Fällen ab und führte Vorschriften zur Vertraulichkeit an.

Der Bericht im Courier-Journal führte Gerichtsfälle in mehreren Bundesstaaten an, wo Funktionäre der Zeugen Jehovas angeklagt waren, Anschuldigungen, ihre Ältesten oder Mitglieder hätten in zwei Fällen sexuellen Missbrauch begangen, geheim gehalten zu haben, vermutlich gegen das Gesetz des betreffenden Bundesstaates.

Die Führung der Watchtower Bible and Tract Society, wie die Organisation formell heißt, hat diese Behauptungen bestritten und gesagt, man befolge alle Gesetze, die eine Anzeige bei Kindesmissbrauch zur Pflicht machen, und mische sich nicht in die Untersuchungen der Polizei ein.

Sie sagt, in Bundesstaaten, wo eine Anzeige bei Missbrauch keine Pflicht sei, unternehme man lieber Schritte, um die Kinder zu schützen, und verletzte nicht die, wie sie es sieht, Vertraulichkeit des Gesprächs zwischen Ältesten und einfachen Mitgliedern.

Kirchenvertreter sagen, sie könnten den Ältesten raten, Opfer aus Wohnungen zu nehmen, wo sie missbraucht werden, oder sie an Sozialberater zu verweisen.

Bowen sagte, er glaube, man unternehme die Schritte gegen ihn und die anderen, um Zeugen Jehovas davon abzuhalten, ihn, die Pandelos und Anderson in Nachrichten oder auf der Website seiner Organisation silentlambs anzuhören. (www.silentlambs.org).

Er sagte, Kirchenmitglieder, die zuhören, was „Abtrünnige“ sagen, oder die den Glauben aufgeben, stünden selbst in Gefahr, ausgeschlossen zu werden.

Bowen sagte, er habe darum gebeten, seine Anhörung am Freitag zu verschieben, da er sich einem kleineren operativen Eingriff unterziehen müsse.

Das Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Zeugen Jehovas zitierte in einer Erklärung Bibelstellen, nach denen Älteste zu Kirchenstrafen greifen müssten, um „die ihnen anvertraute Herde Gottes zu hüten“.

„Tatsächlich verlangt die Heilige Schrift von ihnen, darauf zu achten, dass die Versammlung rein und geeint bleibt“, hieß es in der Erklärung. „In diesem Verfahren werden keine übereilten Entscheidungen getroffen.“

Das Ziel sei nicht, jemanden hinauszuwerfen, sondern die Anordnung des Apostels Paulus zu befolgen, „einen solchen im Geiste der Milde wieder zurecht zu bringen“, so die Erklärung.

Die Pandelos aus Belmar, New Jersey, wurden zu einer Anhörung am Montagabend in ihrer Ortsversammlung herbeizitiert. Man beschuldigte sie, was nicht näher ausgeführt wurde, der „Abtrünnigkeit“, so ein Brief vom 19. April mit Wachtturm-Briefkopf.

Carl Pandelo sagte, er und seine Frau seien nur fünf Minuten geblieben, lang genug, um dem Vorsitzenden des Strafkomitees einen Protestbrief zu überreichen. Sie haben noch keine Antwort erhalten.

„Es ist nicht so, als ob wir das nicht erwartet hätten“, sagte er. „Man darf eben keinesfalls etwas gegen die Kirche sagen.“

Die Pandelos, die nicht mehr zu den Gottesdiensten der Zeugen Jehovas gehen, haben dem Courier-Journal mitgeteilt, nachdem Carls Vater, Clement Pandelo, ihre Tochter missbraucht hatte, sei die Versammlung dem Kinderschänder gegenüber mitfühlender gewesen als gegenüber dem Opfer.

Die Ältesten sagten Clement Pandelo, er solle sich selbst bei der Polizei anzeigen, und 1989 bekannte er sich schuldig, drei Mädchen belästigt zu haben, nachdem er eingeräumt hatte, schon seit 40 Jahren Kinder sexuell anzugehen.

Ein Ältester der Versammlung sagte gegenüber dem Courier-Journal, die Kirchenführer täten ihr Bestes, um in der Situation zu vermitteln.

Anderson sagte, sie habe keine schriftliche Anklage gegen sich gesehen, aber ihrem Mann, einem Ältesten der Versammlung Manchester, Tennessee, habe man gesagt, sie werde beschuldigt, „Spaltungen zu verursachen“.

„Ich bestreite das alles kategorisch“, sagte Anderson, eine frühere Angestellte in der Wachtturm-Weltzentrale in Brooklyn, New York, wo sie nach ihren Worten erstmals erfuhr, wie die Kirche mit Missbrauchsfällen umgehe.

Im vergangenen Jahr sind zwei weitere Klagen gegen die Wachtturm-Gesellschaft in den Bundesstaaten New Hampshire und Washington eingereicht worden. Die örtlichen Kirchenältesten werden darin beschuldigt, sich nicht an die Gesetze gehalten zu haben, nach denen ein mutmaßlicher Missbrauch angezeigt werden musste.

In beiden Fällen wurden Kirchenmitglieder des sexuellen Missbrauchs überführt.

In einer Klageschrift, die im Januar von Erica Rodriguez eingereicht wurde, die sagte, sie sei vor Jahren wiederholt von einem Kirchenmitglied missbraucht worden, wird geltend gemacht, ein Ältester in ihrer früheren Versammlung im Bundesstaat Washington habe ihr mit dem Gemeinschaftsentzug gedroht, falls sie den Täter bei der Polizei anzeige.

In einer Erklärung der Wachtturm-Gesellschaft wird dies bestritten. Es wird gesagt, es gebe keine Sanktionen gegen jemanden, der zur Polizei geht; außerdem hätten die Kirchenältesten und die Wachtturm-Gesellschaft erst Jahre danach von dem Missbrauch erfahren.

In New Hampshire verklagen zwei Frauen die Wachtturm-Gesellschaft. Sie beschuldigen Älteste, einen Verdacht auf Missbrauch nicht angezeigt zu haben. Ihr Vater wurde später überführt und zu einer Gefängnisstrafe von 56 Jahren wegen Missbrauchs verurteilt.

Jehovas Zeugen, gegründet im 19. Jahrhundert, zählen etwa eine Million Mitglieder in den Vereinigten Staaten und sechs Millionen weltweit.

Die Kirche, die am meisten wegen ihrer Missionierung von Haus zu Haus bekannt ist, sieht ihre Lehren als authentisches Christentum, obwohl es sich von anderen christlichen Kirchen in einigen grundlegenden Lehren unterscheidet.

Wie einige andere eng verbundene Religionsgemeinschaften üben Jehovas Zeugen Kirchenstrafen in ihren Versammlungen aus und schließen Mitglieder aus – „entziehen ihnen die Gemeinschaft“ –, die angeblich in ihren Irrtümern beharren.

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Jehovas Zeugen

Büro für Öffentlichkeitsarbeit 

Zur sofortigen Veröffentlichung
8. Mai 2002

ERKLÄRUNG

       In Übereinstimmung mit dem, was die Bibel lehrt, hüten die Ältesten der Zeugen Jehovas „die Herde Gottes in ihrer Obhut“. Sie haben das geistige Wohl jedes Versammlungs­mitgliedes im Sinn. (1. Petrus 5:2)  Dieses Hirtenwerk wird aus Respekt vor der Versammlung und jedem einzelnen Betroffenen vertraulich durchgeführt.

       Wenn auch die Ältesten der Ortsversammlungen um die geistige Gesundheit eines jeden Mitgliedes der Versammlung bemüht sind, so behalten sie doch die geistige Gesundheit der Versammlung als Ganzes im Auge. Tatsächlich fordert die Heilige Schrift von ihnen, darauf zu achten, dass die Versammlung rein und geeint bleibt. (1. Korinther 1:10)  Hier können keine übereilten Entscheidungen getroffen werden. Es ist niemals das Ziel der Ältesten, jemanden aus der Versammlung zu entfernen. Sie unternehmen vielmehr in Übereinstimmung mit den Worten des Paulus alle Anstrengungen, „einen solchen im Geist der Milde wieder zurecht zu bringen.“ – Galater 6:1 

Kontakt: J. R. Brown, Telefon: (718) 560-5600

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Der folgende Brief wurde an das achtköpfige Rechtskomitee geschrieben, das Montagabend gebildet wurde, um sich mit der Familie Pandelo zu befassen. (Typischerweise besteht ein Rechtskomitee aus drei Mitgliedern.)  Die Familie Pandelo übergab dem Komitee diesen Brief und ging dann. Bis heute hat sie keine Entscheidung als Antwort gehört. 

6. Mai 2002 

Ältestenschaft der Versammlung Bradley Beach

Englische Versammlung

Bradley Beach, New Jersey 

Watchtower Bible and Tract Society

200 Watchtower Drive

Patterson, NY 12363-9205 

An die Ältesten der englischen Versammlung der Zeugen Jehovas in Bradley Beach 

Dieser Brief gilt als Erwiderung auf Eure “Einladung”, dass wir mit Eurem Rechtskomitee bezüglich der „Anklage der Abtrünnigkeit“ zusammenkommen, gegründet auf Eure „Beweise“ und „Zeugen“, die Ihr vorbringen werdet. 

Erstens: Ich, Carl Pandelo, und meine Frau, Barbara Pandelo, streiten alle Beschuldigungen oder Anklagen ab, die Ihr hinsichtlich des Vorwurfs der Abtrünnigkeit vorbringt. Wir haben nichts getan, dessen wir uns schämen müssten, nichts Unmoralisches oder Unbiblisches, und wir werden auf die Beschuldigungen nicht anders reagieren, als dass wir sie nachdrücklich bestreiten. 

Zweitens: In Eurem Brief an unsere Anwälte erklärt Ihr, Ihr hättet „gerne, dass wir anwesend sind, und Ihr würdet uns helfen, wenn wir schwerwiegende Zweifel hätten.“ Unsere Antwort darauf: Wir meinen, Eure Erklärung, Ihr wolltet uns als „Hirten“ der Versammlung „helfen“, ist heuchlerisch, da meine Frau seit 1998 nicht mehr die Zusammenkünfte im Königreichssaal besucht, und ich in den letzten beiden Jahren, oder so, auch nicht mehr. Es gab in dieser Zeit zahlreiche Besuche des Kreisaufsehers, aber weder die Ältesten in Bradley Beach noch der Kreisaufseher haben uns aufgesucht, um uns nach dem Zivilprozess gegen meinen Vater, einen der Pädophilie beschuldigten Zeugen Jehovas, der unsere Tochter missbrauchte, zu „helfen“. Nach dem Prozess wegen sexueller Belästigung kam ich mit einem Rechtskomitee der Versammlung der Zeugen Jehovas in Hackensack zusammen – wegen einer Anklage gegen A. V., den vorsitzführenden Aufseher, weil er im Zeugenstand die Unwahrheit gesagt hatte. Bei der Rechtskomiteesitzung gab A. V. vor mir und den anderen Ältesten, W. G. und A. S., zu, dass er gelogen hatte. Als sie sich an Brooklyn wandten, wurde ihnen gesagt, sie sollten die Sache fallen lassen. Das hat mir W. G. erzählt. Er informierte mich, er habe gehört, wie V. sein Lügen zugab, aber er könne nichts tun, da er der Zentrale, die sich nicht wieder mit ihm in Verbindung setzte, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sei. 

Drittens: In Anbetracht dessen und angesichts der ständigen Unaufrichtigkeit der Ältesten auf Anweisung der Zentrale wegen des sexuellen Missbrauchs an unserer Tochter ist meine Frau aufgrund des geistigen Missbrauchs, der an unserer Familie von Personen verübt wurde, denen wir vertrauten und die wir liebten, seelisch krank geworden. Das hat uns seelisch und geistlich und körperlich mitgenommen. Aus diesem Grund fühlen wir uns von unseren Religionsführern verraten; nicht nur von ein paar Einzelnen, sondern insbesondere durch das völlig ehrlose Verhalten derer, die in der Versammlung und auch im Bethel in Bezug auf die Behandlung des Themas Kindesmissbrauch „die Führung übernehmen“. Wenn wir jetzt von Personen, an denen uns etwas lag und denen wir vertraut haben, als „Abtrünnige“ bezeichnet und gemieden werden, dann ist das Unrecht. 

Viertens: Meine Familie und ich haben von „Freunden“ (Zeugen Jehovas) Briefe mit Todeswünschen erhalten, weil wir unsere Stimme gegen sexuellen Missbrauch in der Versammlung erhoben haben. Die Medien sind an uns herangetreten und haben uns gebeten, unsere Geschichte über diese Dinge zu erzählen. Wir sind nicht zu den Medien gegangen. Wir haben die Wahrheit erzählt, nämlich was zu tun Älteste nicht in der Lage sind. Es ist unser Recht als Eltern, die Dinge beim Namen zu nennen und unsere Kinder vor Raubwölfen zu schützen, die durch Eure Art, wie Ihr die Opfer, die vortraten, behandelt habt, geschützt und verborgen wurden und indirekt die Erlaubnis erhielten, andere weiter zu missbrauchen. Wenn so ein Raubwolf zu einer Familie in der Christenversammlung gehört, wird von den anderen Angehörigen der Familie des Täters erwartet, Stillschweigen zu wahren, selbst wenn es Opfer sind, damit keine „Schmach auf Jehovas Name fällt“. Die Bibel warnt vor so etwas mit den Worten: „Wer seinen Vater oder seinen Bruder, seine Schwester oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.“ Das sind Christi Worte. Es ist gegen die christliche Lehre, zuzulassen, dass es weiterhin sexuellen Missbrauch in der Versammlung gibt, und diejenigen zu bestrafen, die vortreten und darüber reden. Es ist mein Recht als Elternteil, meine jüngste Tochter davor zu bewahren, seelisch bloßgestellt zu werden, und aus diesem Grund sehen wir uns nicht in der Lage, wieder die Zusammenkünfte im Königreichssaal zu besuchen. Ihr habt Euch dafür entschieden, unsere Familie dafür zu ächten, dass wir diese Haltung einnehmen, und jetzt, wo diesen Monat das Dateline-Programm gesendet werden soll, hat es die Wachtturm-Gesellschaft für passend angesehen, an uns, die wir Dateline ein Interview gegeben haben, Briefe zu schicken, in denen wir der „Abtrünnigkeit“ beschuldigt und angeklagt werden, „Spaltungen zu verursachen“. Ihr selbst seid es, die Spaltungen in den Familien verursacht haben, und Ihr selbst seid zu Abtrünnigen geworden und tragt eine schwere Verantwortung vor unserem großartigen Schöpfer. 

Wir werden nicht mit der Ältestenschaft zusammenkommen oder mit ihr reden, weil sie in unserem Martyrium um sexuellen Missbrauch jahrelang viele Male unser Vertrauen missbraucht hat. Das gipfelte kürzlich darin, dass C. H. anrief und versuchte, uns eine Falle zu stellen, so dass wir sagen würden, was sie für ihr Rechtskomitee hören wollten, wobei S. S. ohne unser Wissen einige Minuten zuvor  in der Leitung war. Das ist schändlich und unchristlich und wert, dass wir all denen, die wir liebten und denen wir vertrauten, unser Vertrauen und unsere Achtung entziehen. 

Viele christliche Grüße

Carl und Barbara Pandelo 

Auch von der Tochter unterschrieben.

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Jehovas Zeugen behaupten sexuellen Missbrauch

von unserem Redakteur Ron Howell
 
8. Mai 2002

Einige Zeugen Jehovas sagen, die Gruppe vertusche weit verbreiteten Kindesmissbrauch in der Religionsgemeinschaft, die ihre Weltzentrale in Brooklyn hat und dafür bekannt ist, ihre Anhänger von Haus zu Haus zu schicken, um neue Mitglieder zu werben.

„Aufgrund des geschlossenen Charakters der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas ... tritt das Thema des Schutzes sexuellen Missbrauchs unter den Angehörigen sehr stark hervor“, sagte Barbara Pandelo, Einwohnerin von Belmar, N.J., und Zeugin Jehovas.

Frau Pandelo sagte, 1988 sei ihre Tochter von einem Verwandten, der ebenfalls Zeuge Jehovas ist, sexuell belästigt worden.

Sie ist eine von mehreren Kritikern aus dem ganzen Land, denen von ihren örtlichen Kirchenführern befohlen wurde, vor besonderen Komitees zu erscheinen. Pandelo und die anderen sagen, man habe sie wegen ihrer Unverblümtheit, besonders was den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen angeht, ins Visier genommen.

Ein Sprecher der Zeugen Jehovas, die dem Vernehmen nach sechs Millionen Mitglieder weltweit haben, bestritt die Anschuldigungen kategorisch.

„Man kann nicht als Sexualtäter bekannt sein und gleichzeitig irgendein Amt in der Organisation innehaben“, sagte J.R. Brown, der Sprecher. „Wir verfolgen eine sehr starke und kämpferische Politik bei der Behandlung jeglicher sexuellen Belästigung.“

In Kentucky sagte William H. Bowen, ein Mitglied der Gemeinschaft, Jehovas Zeugen hätten aufgrund ihrer überkommenen Heimlichtuerei und dem Widerstreben, Missbrauchsfälle ernsthaft zu untersuchen, ein „Paradies für Pädophile“ geschaffen.

Bowen sagte, als Ältester habe er versucht, einen Fall von sexuellem Missbrauch zu untersuchen, aber Kirchenvertreter hätten ihm vor anderthalb Jahren gesagt, er solle das „in Gottes Händen lassen“.

Im vergangenen Jahr startete er eine Website, www.silentlambs.org, auf der er behauptet, es gebe zahllose Fälle von sexuellem Missbrauch, begangen von Mitgliedern und vertuscht von den Kirchenoberen.

„Auf diese Weise werden sie uns los“, sagte Bowen bezüglich der örtlichen Anhörungen.

Bowen und Pandelo machen geltend, dass die Tradition, an den Türen zu schellen und neue Mitglieder zu werben, geradezu zu Problemen für die Religionsgemeinschaft einlädt.

„Wenn Jehovas Zeugen von Haus zu Haus gehen, reden sie mit jedem“, sagte Pandelo, eine Hausfrau. „Oft tragen Leute [die angeworben wurden], diese Neigungen [zu sexuellem Missbrauch] in die Versammlung.“

Pandelo sagte, obwohl sie die Gottesdienste in ihrer Ortsversammlung seit 1998 nicht mehr besuche, fürchte sie, aus der Religionsgemeinschaft ausgeschlossen zu werden.

Alle praktizierenden Mitglieder, selbst ihre langjährigen Freunde und die Verwandten, müssten ihr dann aus dem Weg gehen, sagte sie. „Man wird angesehen, als sei man tot.“

Bei einer Komiteesitzung präsentierten sie und ihr Mann Carl keine formale Verteidigung. „Wir haben einen Brief aufgesetzt und ihn abgegeben und es dabei belassen“, sagte sie.

Jehovas-Zeugen-Sprecher Brown sagte, es habe bis dato erst eine Komiteesitzung gegeben und es sei noch nichts gegen jemanden unternommen worden.

Copyright © 2002, Newsday, Inc.

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Bowen kämpft gegen seinen Ausschluss wegen Kritik an den Zeugen

Ernie Mitchell,
NewsChannel 6

„Kindern wird durch die Politik der Organisation Schaden zugefügt. Ein typischer Zeuge Jehovas erfährt erst dann davon, wenn sein eigenes Kind belästigt  wurde.“

Ein Zeuge Jehovas, der als Ältester zurücktrat, kämpft am Freitag gegen seinen Ausschluss.

Bill Bowen ist ehemaliger vorsitzführender Aufseher oder Pastor der Zeugen Jehovas in Draffenville.

Bowen prangert öffentlich eine Politik an, von der er sagt, sie beschütze Kinderschänder, indem man sich weigere, ihre Geständnisse der Polizei zu melden.

Kirchenvertreter haben Bowen aufgefordert, sich für die Anschuldigung zu verantworten, er verursache Spaltungen in der Versammlung. Bowen sagt, er werde darum kämpfen, Mitglied zu bleiben, damit er Opfern von Kindesmissbrauch in der Kirche helfen könne.

„Ich betrachte mich immer noch als einen Zeugen Jehovas in gutem Ansehen“, sagt Bowen.

Bowen sagt, die Kirchenführer wollten ihm „die Gemeinschaft entziehen“ – der Begriff der Gruppe für Exkommunikation –, weil er im März 2001 eine Website seiner Organisation Silentlambs gestartet habe.

Er berichtet, die Website produziere 30 bis 40 E-Mails pro Tag über sexuelle Belästigung bei den Mitgliedern. Er sagt, es seien schon Zeugen dafür hinausgeworfen worden, dass sie Geständnisse von Mitgliedern öffentlich gemacht hätten, die vor der aus Laien bestehenden Ältestenschaft sexuellen Missbrauch zugegeben hatten.

Mitglieder in Bowens altem Königreichssaal in Draffenville sagen, die Kirche hindere sie nicht daran, Missbrauch anzuzeigen. Sie sagen, man könne den Tätern den Rat geben, sich den Behörden zu stellen. Sie sagen aber, es werde den Mitgliedern dringend davon abgeraten, die Dinge jedem zu erzählen.

„Der Unterschied zwischen unnötigem Geschwätz und dem Zurückhalten von Informationen vor denen, die das Recht haben, sie zu erfahren, sind zwei Paar Schuhe“, sagt der Zeuge Jehovas Bruce Waite.

Bowen möchte, dass Silentlambs den Kodex des Schweigens bricht, von dem er sagt, dass er von seiner Kirche eingerichtet wurde.

„Kindern wird durch die Politik der Organisation Schaden zugefügt. Ein typischer Zeuge Jehovas erfährt erst dann davon, wenn sein eigenes Kind belästigt  wurde,“  sagt Bowen.

J. R. Brown, vom nationalen Informationsbüro der Zeugen Jehovas sagt, das Verfahren gegen Bowen sei vertraulich.

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New York Post

VIER ZEUGEN JEHOVAS VOR DEM RAUSWURF

von DAN MANGAN

9. Mai 2002 – Führer der Zeugen Jehovas wollen vier Personen ausschließen, die in einer Fernsehshow über sexuelle Belästigung von Kindern in der Kirche gesprochen haben, sagen die vier.

Wenn das geschieht, würden, so behaupten sie, andere Zeugen Jehovas – ebenfalls mit der Drohung des Ausschlusses – daran gehindert, sich das bevorstehende „Dateline“-Programm bei NBC anzuschauen, in der in allen Einzelheiten kritisiert werde, wie die Kirche mit solchen Fällen umgehe.

Ein Sprecher der Religionsgemeinschaft mit Sitz in Brooklyn bezeichnete diese Behauptung als „absurd“.

Beide Seiten stimmen darin überein, dass alle Zeugen – auch die Angehörigen der vier – selbst riskieren würden, ausgeschlossen zu werden, wenn sie – außer unter gewissen Umständen – mit Ausgeschlossenen reden würden.

Während die vier glauben, die bevorstehende Sendung habe die Handlungsweise der Kirche beschleunigt, sagte Kirchensprecher J. R. Brown, vor vergangenem Dienstag habe die Zentrale der Kirche nicht gewusst, dass diese Leute bei der Show mitmachten.

Er sagte auch, die Ortsversammlungen hätten die Entscheidung getroffen, sie zu beschuldigen, geistliche Dinge verletzt zu haben.

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CNN/AP

LOUISVILLE, Kentucky (AP) – Als Säule seiner Kirche saß William Bowen über Mitzeugen zu Gericht, die vom rechten Weg abkamen. Bei einigen Gelegenheiten trug Bowen die äußerste Strafe mit – den Hinauswurf aus der straff organisierten Religionsgemeinschaft.

Aber nun erwartet Bowen, seit seiner Geburt Zeuge Jehovas, selbst die Verurteilung durch Mitgläubige.

Der 44-Jährige ehemalige Kirchenälteste ist einer von vier Zeugen Jehovas, die vor der Exkommunikation – oder dem Gemeinschaftsentzug, wie die Religionsgemeinschaft das nennt – stehen. Die Anklage: sie hätten in der Glaubensgemeinschaft Unfrieden gesät, indem sie ihre Stimme gegen die Art und Weise erhoben haben, wie die Kirche mit mutmaßlichem Kindesmissbrauch umgeht.

Bowen beklagt, dass die Zeugen Jehovas mutmaßlichen Sex mit Kindern ihren Reihen wegen des geschlossenen Charakters der Kirche und ihrem Beharren, Probleme intern zu behandeln, im Allgemeinen nicht bei den weltlichen Behörden anzeigen.

Jehovas Zeugen gehen der Welt auf vielerlei Weise aus dem Weg. Sie weigern sich, Waffen zu tragen, die Landesfahne zu grüßen oder an weltlichen Regierungen teilzuhaben. Sie lehnen auch Bluttransfusionen ab.

Bowen soll am Freitag in seiner Kirche in Draffenville, einer Kleinstadt in Westkentucky, vor einem Rechtskomitee erscheinen.

Zwei weitere Personen, Carl und Barbara Pandelo aus Belmar, New Jersey, hatten diese Woche ihre Anhörung und warten nun auf eine Entscheidung.

Barbara Anderson aus Normandy, Tennessee, wird gleichfalls vor ein Komitee zitiert. Anderson hat gesagt, sie habe von der Art des Umgehens ihrer Kirche mit Missbrauchsfällen erfahren, als sie in der Weltzentrale in New York City tätig war.

Wie Bowen sagen auch die Pandelos, der wahre Beweggrund sei der, sie in der Religionsgemeinschaft, die behauptet, sechs Millionen Mitglieder weltweit zu haben, zum Schweigen zu bringen.

In einer von der Weltzentrale herausgegebenen Erklärung sagten Jehovas Zeugen, Kirchenführer „seien durch die Bibel verpflichtet, darauf zu achten, dass die Versammlung rein und einig bleibt.“

J. R. Brown, Sprecher der Religionsgemeinschaft, sagte, Eltern würden von der Kirche nicht bestraft, wenn sie in Fällen sexueller Belästigung von Kindern zuerst zur Polizei gingen.

Weiterhin meinte er, wen ein Rechtskomitee des sexuellen Missbrauchs für schuldig befinde, der werde aus allen Ämtern entfernt und dürfe nicht von Haus zu Haus missionieren, ohne dass ihn ein Mitzeuge begleite.

Bowen bestritt das und sagte, er habe von Fällen gehört, wo Eltern dafür bestraft wurden, dass sie zuerst zur Polizei gingen, und von Vorfällen, wo Missbrauchstäter doch allein von Haus zu Haus gehen durften.

Bowen, der zwei Jahre in der Zentrale in Brooklyn verbrachte, sagte, er habe sich vor ein paar Jahren der Sache angenommen, als er in vertraulichen Unterlagen gelesen hatte, dass Anfang der 80er Jahre ein Mitglied der Kirche ein Kind missbraucht habe. Er sei in seinen Bemühungen, das Problem in der Kirchenhierarchie zur Sprache zu bringen, ernüchtert worden.

„Sie wollten sich mit dem Thema Kindesmissbrauch nicht abgeben“, sagte Bowen. „Sie wollten nicht, dass die Täter immer angezeigt werden. Und sie benutzten die Kontrolle, die die Organisation ausübt, als mehr oder weniger geheimen Weg, das zu verhindern.“

Bowen trat im Jahr 2000 aus Protest als Kirchenältester zurück und hat eine Hilfsgruppe für mutmaßliche Missbrauchsopfer geschaffen. Er sagte, er habe im vergangenen Jahr von Tausenden von möglichen Missbrauchsopfern gehört. Beschuldigt werden sowohl einfache Mitglieder, als auch, wie bei dem Skandal, der die katholische Kirche verschlingt, Führer der Religionsgemeinschaft.

„Ich glaube nicht, dass wir versucht haben der Organisation der Zeugen Jehovas Schaden zuzufügen“, sagte er. „Sie behaupten, sie hätten höhere moralische Maßstäbe als andere Religionen und Gruppen. Nun, dann ist das in jeder Hinsicht zu ihrem Vorteil, um ihre Maßstäbe zu erhöhen.“

Bowen warnte, auf die Religionsgemeinschaft könne eine wahre Flut von Prozessen zukommen, wenn sie sich nicht ändere. In zwei Klageschriften, die bereits im vergangenen Jahr in den Bundesstaaten New Hampshire und Washington gegen die Religionsgemeinschaft eingereicht wurden, werden Kirchenälteste beschuldigt, nicht die Gesetze der Bundesstaaten befolgt und mutmaßliche Täter bei der Polizei angezeigt zu haben. 

Steve Lyons, Ältester in Bowens Kirche in Draffenville, die aus etwa 60 Mitgliedern besteht, sagte, Jehovas Zeugen seien für jede Anschuldigung eines Missbrauchs empfänglich.„Ich denke, wir tun, was wir können. Wenn es darum geht, Täter anzuzeigen, halten wir uns an alle örtlichen Gesetze. Wir tun unser Möglichstes, Kinder selbst in Fällen zu schützen, wo der Missbrauch noch nicht bewiesen, sondern nur behauptet wird.“

Der Streit der Pandelos mit der Religionsgemeinschaft geht auf das Jahr 1988 zurück, als ihre 12-Jährige Tochter berichtete, sie sei von ihrem Großvater väterlicherseits, der auch der Glaubensgemeinschaft angehört, sexuell belästigt worden. Carl Pandelos Vater ist inzwischen wieder in der Gemeinschaft, während die Pandelos selbst möglicherweise ausgeschlossen werden.

„Das ist fast wie eine öffentliche Steinigung“, sagte Barbara Pandelo.

So können Zeugen Jehovas, die beim Umgang mit Ausgeschlossenen ertappt werden, selbst hinausgeworfen werden, sagte sie. „Niemand redet mit einem Ausgeschlossenen. Sie schauen durch einen hindurch, als ob man unsichtbar wäre.“

Ähnlich sagte Bowen, er sei von seinen Angehörigen geächtet worden und sein Kerzengeschäft hätte Schaden genommen.

„Vielleicht tut es mir irgendwie persönlich leid. Aber wenn ich noch einmal entscheiden sollte, würde ich es tausend Mal wieder tun“, sagte Bowen.

Copyright 2002 The Associated Press. Alle Rechte vorbehalten. Das Material darf nicht veröffentlicht, gesendet, umgeschrieben oder nochmals verbreitet werden.


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The New York Times

9. Mai 2002

Landesweite Kurzmitteilung: Religion

SEXANKLAGEN BEI JEHOVAS ZEUGEN. Vier Zeugen Jehovas, die öffentlich kritisiert haben, wie ihre Kirche mit Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs umgeht, sind vor Kirchengerichte zitiert worden, was zu ihrem Ausschluss führen könnte. Die vier machen geltend, dass Kirchenälteste Anschuldigungen wegen Missbrauchs durch die Angehörigen [der Opfer] oder durch andere Kirchenmitglieder nicht sofort bei den Behörden angezeigt haben.
Laurie Goodstein (NYT)

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TIMES ONLINE

ENGLAND

Recht & Soziales

11. Mai 2002

Nachrichten aus den Religionen

Ein Amerikaner steht vor dem Hinauswurf bei den Zeugen Jehovas, nachdem er die Art und Weise in Frage gestellt hatte, wie die Glaubensgemeinschaft mit Anklagen wegen Kindesmissbrauchs umgeht. William Bowen, ein 44-Jähriger ehemaliger Kirchenältester, wurde mit einem „Gemeinschaftsentzug” bedroht, nachdem er die Gruppe beschuldigte, Beschuldigungen nicht den zuständigen Behörden zu melden. Bowen sollte gestern vor einem Rechtskomitee seiner Versammlung in Draffenville, Westkentucky, erscheinen.
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washingtonpost.com

In Kürze

Samstag, 11. Mai 2002; Seite B08

Ächtung für Kritiker an Missbrauchspolitik zeichnet sich ab

Jehovas Zeugen, die in aller Öffentlichkeit die Art und Weise kritisierten, wie ihre Religionsgemeinschaft mit Anschuldigungen von sexuellem Missbrauch umgeht, sagen, der Prozess, sie zu ächten, habe begonnen.

Ein früherer Ältester, eine frühere Forscherin in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas in Brooklyn, New York, und die Eltern eines Mädchens, das missbraucht wurde, sagen, man habe sie zu Sitzungen mit örtlichen Rechtskomitees herbeizitiert.

J.R. Brown, nationaler Sprecher der Zeugen Jehovas, bestätigte, dass die vier zu Anhörungen einbestellt wurden, sagte aber, das Verfahren möge sich auf „Sünden“ konzentrieren, die zu den öffentlichen Bemerkungen über sexuellen Missbrauch in keiner Beziehung stehen. Näheres dazu sagte er nicht.

Die Rechtskomitees werden darüber befinden, ob den vieren „die Gemeinschaft entzogen wird“, wie die Gruppe einen Ausschluss nennt.

William Bowen, der frühere Älteste aus Kentucky, trat aus Protest gegen die Reaktion der Religionsgemeinschaft auf Kindesmissbrauch vor etwa 18 Monaten von seinem Posten zurück. Bowen ist der Abtrünnigkeit beschuldigt worden, und er plant, diesen Monat mit einem Rechtskomitee zusammenzukommen.

Die anderen Herbeizitierten sind die frühere Forscherin Barbara Anderson aus Tennessee und Carl und Barbara Pandelo aus New Jersey, deren 12-Jährige Tochter mutmaßlich von ihrem Großvater, einem Zeugen Jehovas, sexuell belästigt wurde.

Die Pandelos hatten bereits ihre Anhörung, aber es ist noch keine Entscheidung veröffentlicht worden.

Associated Press

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Ich heiße William H. Bowen und lebe schon seit fast zehn Jahren hier in Marshall County. Wer die Tageszeitung gelesen hat oder die Nachrichten auf Channel 6 gesehen hat, dem ist vielleicht ein Bericht über einen früheren Ältesten der Zeugen Jehovas aufgefallen, der aus Protest gegen die Art, wie Jehovas Zeugen mit Kinderschändern in ihrer Gemeinde umgehen, sein Amt niedergelegt hat. Um Jehovas Zeugen, die missbraucht wurden, zu helfen, habe ich eine gemeinnützige Organisation ins Leben gerufen. Wir bieten eine Internet-Webseite namens “silentlambs” (www.silentlambs.org) an, deren Zweck es ist, Opfern zu helfen, die zum Schweigen gebracht wurden, indem sie einen Ort haben, wo sie sich aussprechen können und nicht geächtet werden. Nach nur etwa einem Jahr der Tätigkeit haben wir jetzt über tausend Geschichten von Opfern auf der Webseite von Silentlambs. Gleichzeitig hat das NBC-Programm Dateline eine ausführliche Darstellung gefilmt, sie haben mich selbst, Leute aus dem Zeugen-Hauptbüro und bestimmte Opfer interviewt. Die Geschichte ist sehr packend und soll Ende dieses Monats ausgestrahlt werden. Wie sah die Reaktion der Zentrale der Zeugen Jehovas zu diesem Tatsachenbericht aus? Sie schickten spezielle, von der Zentrale ernannte Rechtskomitees aus, um alle zu exkommunizieren, die an vorderster Stelle in Dateline auftraten. Bis heute haben die Zeugen Jehovas nicht zugegeben, dass es in ihrer Kirche ein Problem mit Kindesmissbrauch gibt. Sie beschuldigen alle Opfer, Lügner zu sein. Wie hätte wohl die Reaktion der amerikanischen Öffentlichkeit ausgesehen, wenn die katholische Kirche solch eine Haltung eingenommen hätte? Dass angesichts so vieler Beweise jedes Fehlverhalten abgestritten wird, lässt einen doch fragen, was sie wohl zu verstecken versuchen. Das bleibt noch abzuwarten. Solange bitten wir Sie höflichst um jede Hilfe, um Jehovas Zeugen erkennen zu lassen, wie wichtig es ist, die Kinder zu schützen.


Für Freitag, dem 24. Mai 2002, um 19:00 Uhr bin ich zu einer Rechtskomiteesitzung beordert worden, wo man mir die Gemeinschaft entziehen will, weil ich versuche, Kinder zu schützen, indem ich über das Problem des Kindesmissbrauchs in der Gemeinde der Zeugen Jehovas spreche. Welche Religion sie auch haben und welchem Glaubenssystem Sie sich verschrieben haben, wir sollten alle einen Glaubenssatz gemeinsam haben, nämlich dass Kinder nie durch irgendeine Macht zum Schweigen gebracht werden sollten, wenn sie missbraucht werden. In allen Staaten ist Kindesmissrauch ein Verbrechen, und es ist ethisch und moralisch recht, dies im Interesse des Schutzes der Kinder anzuzeigen und Kinderschänder in eine Position zu bringen, wo sie keine Kinderschändung mehr begehen. Daher bitte ich alle, die teilnehmen möchten, für den 24. Mai 2002 um 17:30 Uhr zu einer Kerzenwache vor der Versammlung Draffenville der Zeugen Jehovas am 68w Highway außerhalb von Draffenville. Wir wollen damit der Gemeinde und den Zeugen Jehovas zeigen, wie wichtig es uns ist, Kinder nie als schweigende Lämmer leiden zu lassen. Ein Kind sollte nie Angst haben, aufgrund von Vorschriften, die Kirchenführer ihnen und ihren Familien auferlegen, zu reden. Wir werden Musik haben, es wird von der Silentlambs-Webseite vorgelesen, und dann gibt es einen Moment des Schweigens für alle schweigenden Lämmer auf der Welt. Alle sind eingeladen; Kerzen gibt es auf dem Gelände. Weitere Informationen bei William H. Bowen


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15. Mai 2002


Liebe Brüder,


Ich, Carl Pandelo, und meine Frau Barbara legen hiermit Berufung gegen den Gemeinschaftsentzug vom 10.5.2002 ein. Wir tun dies aus folgenden Gründen:

Weder ich noch meine Frau hat eine Tat begangen, die zum Gemeinschaftsentzug führt.

Wir beide bestreiten irgendein Fehlverhalten, das einen Ausschluss bei den Zeugen Jehovas rechtfertigt.
Wir sagen deutlich, dass ein Gespräch mit den Medien, um Kinder von Zeugen Jehovas vor der Wachtturm-Politik zu schützen, kein Verursachen von Spaltungen oder Abtrünnigkeit ist und damit auch keine Tat, die zum Ausschluss führt.

Ich fordere des weiteren, dass alles über meinen Anwalt zu laufen hat. Der Anruf, in dem uns unser Gemeinschaftsentzug mitgeteilt wurde, hat nicht frühere Forderungen geachtet, dass alles nur über meinen Anwalt zu gehen hat. Wenn weitere Versuche unternommen werden, meine Familie zu belästigen, indem man sich nicht an diese Richtlinien hält, werde ich rechtliche Schritte unternehmen müssen, um meine Familie vor eurem Mangel an Fügsamkeit zu schützen.

Hochachtungsvoll,

Carl Pandelo

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Als ich dies hier gelesen habe, habe ich geweint. Alle, die möchten, können sich freuen und am 24. Mai eine Kerze in eurem Namen brennen lassen. Schickt eure Bitten an info@silentlambs.org zusammen mit den Anfangsbuchstaben der Person, für die ihr die Kerze brennen lassen möchtet. Wenn ihr eine kurze Erklärung abgeben möchtet, wird sie im Kreise der Anwesenden verlesen. Wir freuen uns, eure Bitten zu erfüllen.

silentlambs 

Ich habe gelesen, dass an dem Abend, wo Bowens Rechtskomitee zusammenkommt, eine Kerzenwache in der Stadt für alle stattfindet, die sehen möchten, dass dem Bedrohen unschuldiger junger Missbrauchsopfer mit einem Gemeinschaftsentzug, wenn sie es weitersagen, ein Ende bereitet wird.  

Ich habe geweint.  

Ich weinte um meine Schwester ... vergewaltigt von einem Hilfspionier, der ein enger Freund meines Bruders (jetzt Bethelältester) war .... sie hatte erst versucht, wie ihre großen Brüder in die Wahrheit zu kommen ... sie hatte versucht, die Zusammenkünfte zu besuchen ... in den Predigtdienst zu gehen ... zu studieren ... NUR mit Jehovas Volk Umgang zu haben statt den „bösen Weltmenschen ... dem schlechten Umgang.“  

Ich weinte noch einmal um meine Schwester ... zusammen mit ihrem jüngsten Bruder ... denn als beide aufhörten, zu studieren und zu den Zusammenkünften zu gehen ... und mein Bruder und ich ... wir waren zu beschäftigt mit unserer neuen „Familie“, mit ihnen unsere Freizeit zu verbringen und zu den Zusammenkünften zu gehen ... zu studieren... von Haus zu Haus zu gehen ... Kongresse zu besuchen ... wir waren zu beschäftigt mit dem Werkle Gottes, um zu bemerken oder uns darum Sorgen zu machen, dass unser Stiefvater die älteren Geschwister benutzte, dass er die beiden Kinder ausnutzte, wenn die anderen weg waren. 

Ich weinte um meine beiden Ex ....aufgewachsen in der Wahrheit ... wiederholt von ihren Vätern sexuell belästigt ... ihre Eltern ehrend ... der innere Aufruhr, den sie hatten ... der schließlich seinen Tribut forderte ... und sie zerriss.  

Ich weinte um meine Tochter ... entsetzlich missbraucht von ihrer Stiefmutter ... ich war zum Anfang zu sehr geblendet von der „Wahrheit“, um es zu erkennen ... bis es zu spät war.  

Ich weinte, weil ich dumm genug war, diese Ehe zu retten zu versuchen ... ich habe alles geglaubt, was die Neinsager in diesem Gästebuch auch so eifrig glauben ... dass Jehovas irdische Vertreter ... geleitet durch den Heiligen Geist, es schon richten würden und könnten ... 

Ich weinte, dass ich das Leid meiner Kinder gemehrt habe, als ich versuchte, sie „auf Jehova warten“ zu lassen ... 

Ich weinte, dass ich Schwierigkeiten bekam, als ich meine Tochter von diesem Kinderschänder wegholte, und ich sah es als „Strafe von Jehova“ an.  

Ich weinte, als ich mich daran erinnerte, wie die Ältesten mich und meine Kinder behandelten, weil ich wollte, dass sie etwas gegen einen Kinderschänder in zweiter Generation unternahmen, der in gutem Ansehen blieb.... 

Und ich weinte, als ich an all die Verleumdungen dachte, mit denen sie meine Familie bedachten, weil ich das Wohlergehen eines Kindes schließlich höher setzte, als nicht das theokratische Schiff zum Wanken zu bringen ... 

Und ich weinte, dass ich glaubte, ich würde eine „schlechte Einstellung“ entwickeln, wie sie sagten ... und folgte dem Rat der Bibel, „die älteren Männer zusammenzurufen“, damit sie meinen schwindenden Glauben wiederherstellten und mir in meiner geistigen Krankheit halfen ... dieselben, die sich einen Dreck um meine Kinder kümmerten ... und die das noch weiter dadurch zeigten, dass sie sich weigerten, bei einem meiner Kinder Hirtenbesuche zu machen ... 

Ich weinte, dass ich das Leid meiner Kinder gemehrt habe, indem ich sie weiter zu den Zusammenkünften nahm, usw., als ich sie eigentlich nicht mitnehmen sollte ... 

Ich weinte vor Scham über meinen Anteil an der Mitabhängigkeit von dieser theokratischen Familie.  

Ich weinte, als ich mich an den Brief erinnerte, den ich von der Wachtturm-Gesellschaft erhielt ... von der leitenden Körperschaft ... in dem es hieß, ich solle meinen Ehepartner über meine Kinder stellen.  

Und ich weinte vor Mitleid mit anderen Familien, die für ihre Kinder eingestanden sind ... die die wirkliche Wahrheit  höher stellen als das Gerede, man sei „in der Wahrheit“ ... und die nun „Jehovas liebevolle Strafe“ erleiden, den Gemeinschaftsentzug.  

Und ich weinte um euch, die ihr den Wahrheitssagern eine Strafpredigt hieltet ... ich weiß genau, was ihr empfindet ... weil ich dasselbe empfunden habe ... und ich frage mich, wie viele von euch vielleicht selbst Opfer sind ... oder Angehörige haben, die es sind ... und erkennt, dass ihr dasselbe sagt, was die Kinderschänder sind?... dasselbe, was die Führung (in den Versammlungen und in der Zentrale) sagen? 

Ich weinte, weil ich weiß, dass meine Familie und ich nicht in der Lage sein werden, da zu sein ... mit unseren eigenen Kerzen.  

Ich möchte gerne um Freiwillige bitten, die besondere Kerzen für jedes Opfer in meiner Familie anzünden ... da wir nicht da sein können.  

Es würde uns eine Menge bedeuten.

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20.05.2002 

Ältestenschaft Draffenville

Postfach 788

Benton, KY 42025 

Liebe Brüder, 

mit diesem Schreiben fordere ich Euch auf, kürzlich abgegebene Kommentare über die am Freitag bevorstehende Rechtskomiteesitzung in der Presse zurückzuziehen. Ich möchte auch erwähnen, dass mir in einer Antwort bestätigt wurde, dass unser Treffen am 24. Mai um 19:30 stattfinden soll und dass George Banderra zum Vorsitzenden des Rechtskomitees ernannt wurde. Danke für Eure Antwort. Ich fordere auch die Bekanntgabe der Namen der „Zeugen“, die dort ihre Anklagen gegen mich vorbringen wollen. Ich denke, es ist nur fair, das im Voraus zu wissen, da es mir helfen wird, mich auf dieses „Verfahren“ vorzubereiten und besser zu verstehen, wie es zu der Vorladung wegen solch absurder Anklagen kam. Ich bin sicher, dass Ihr mich nicht mit Anklagen und Zeugen überraschen wollt, ohne dass ich eine Ahnung habe, worüber Ihr im Voraus redet. 

Es ist bemerkt worden, dass in der Presse bestimmte Gebiete eingeführt wurden, die nicht zu der Anhörung vor dem Rechtskomitee gehören. Es mag Euch auch helfen, sich dessen bewusst zu sein, was Leute öffentlich gesagt haben, die die Zentrale vertreten und Euch in Euren Bemühungen Anweisungen erteilen:

Tullahoma News – 11. Mai: „In einem Interview mit der New York Post, erklärte J.R. Brown, Sprecher der Zeugen Jehovas, die drohenden Gemeinschaftsentzüge hätten nichts mit dem Dateline-Interview zu tun, und die ‚Kirchenzentrale habe nicht gewusst, dass diese Leute in der Sendung mitwirkten.’“ Washington Post – 11. Mai: „J.R. Brown, Sprecher der Zeugen Jehovas für die USA, bestätigte, die vier seien zu Treffen beordert worden, aber er sagte, das Verfahren möge sich um ‚Sünden’ drehen, die in keiner Beziehung zu den öffentlichen Bemerkungen zum Kindesmissbrauch stehen. Er sagte nichts Näheres dazu.“  Newsday – 8. Mai: „Pandelo und die anderen sagen, man ziele auf sie, weil sie so offen geredet hätten, besonders über den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Ein Landessprecher der Zeugen Jehovas, die nach eigenen Angaben sechs Millionen Mitglieder weltweit haben, bestritt die Anschuldigungen energisch.“

Ich freue mich über die öffentliche Bestätigung, dass die Anklage, „Spaltungen zu verursachen“, sich weder auf irgendwelche „öffentlichen Kommentare über sexuellen Missbrauch“ gründet noch sich auf das „Dateline-Interview“ bezieht. Daher interessiert es mich sehr zu erfahren, worauf sich die Anklage „Spaltungen“ bezieht.   

Ein zweites Gebiet, das mir größere Sorgen macht, sind die anderen Kommentare, die in ihrem Textzusammenhang böswillig und verleumderisch erscheinen. Hier eine Auswahl: 

  1. Louisville-Courier – 8. Mai: „In einer im Januar eingereichten Klageschrift von Erica Rodriguez, die sagte, sie sei vor Jahren wiederholt von einem Kirchenmitglied missbraucht worden, wird behauptet, ein Ältester in ihrer früheren Versammlung im Bundesstaat Washington habe ihr mit dem Ausschluss gedroht, wenn sie den Missbrauch bei der Polizei anzeigte. In einer Wachtturm-Erklärung wird das bestritten; es heißt, es gebe keine Sanktionen gegen jemanden, der zur Polizei gehen will, und die Kirchenältesten und die Wachtturm-Gesellschaft hätten von dem Missbrauch erst Jahre später erfahren.“ In dieser Erklärung wird das Opfer, Erica Rodriguez, zu einer Lügnerin gestempelt. Wir fordern, dass diese Erklärung schriftlich zurückgezogen wird und für die Bemerkungen, die sie noch einmal zum Opfer machen, eine schriftliche Entschuldigung an Erica Rodriguez geschickt wird. 
  2. Newsday – 8. Mai: „Man kann nicht als Sextäter bekannt sein und gleichzeitig ein Amt in der Organisation inne haben“, sagte J. R. Brown, der Sprecher. Wie Ihr wisst, stimmt das nicht, und das wird durch Bemerkungen in dem Brief an die Ältestenschaften in Großbritannien vom 1. Juni 2001 bestätigt, wo es heißt:

„Von der oben genannten Anweisung gibt es eine Ausnahme: Die Ältesten mögen an das Zweigbüro geschrieben und alle Einzelheiten über einen früheren Kinderschänder genannt haben, der gegenwärtig als Ältester oder Dienstamtgehilfe dient. Wenn in einem solchen Fall das Zweigbüro entschieden hat, dass er ernannt werden oder weiterhin in einer Vertrauensstellung dienen kann, weil die Sünde vor vielen Jahren geschah und er seither ein vorbildliches Leben führt, sollte sein Name nicht auf der Liste erscheinen. Es ist auch nicht nötig, Informationen über die frühere Sünde des Bruders weiterzugeben, wenn er in eine andere Versammlung umzieht, es sei denn, das Zweigbüro hat anderslautende Anweisungen erteilt. Wenn daher solch ein ernannter Mann in eine andere Versammlung zieht, sollte ein Brief, in dem der Umzug bestätigt wird, an die Rechtsabteilung der Wachtturm-Gesellschaft geschickt werden.“ 

Angesichts dieser Feststellungen fordern wir einen schriftlichen Rückzug der obigen Erklärung von J. R. Brown und eine schriftliche Entschuldigung dafür, dass der Presse Falschinformationen gegeben wurden und unterstellt wurde, wir würden nicht die Wahrheit sagen.

  1. WPSD 6 – 8. Mai: „Mitglieder des früheren Königreichssaales von Bowen in Draffenville sagen, die Kirche hindere niemanden daran, bei Missbrauch Anzeige zu erstatten. Sie sagen, sie mögen einem Missbrauchstäter den Rat geben, sich selbst bei der Behörde anzuzeigen. Sie geben aber zu, dass sie Mitgliedern abraten, mit jedem darüber zu reden. ‚Unnötiges Geschwätz und das Zurückhalten von Informationen vor denen, die ein Recht haben, sie zu erfahren – das sind zwei völlig verschiedene Dinge’, sagte der Zeuge Jehovas Bruce Waite.“ Bruder Waite kennt den gegenwärtigen geständigen Kinderschänder in der Versammlung Draffenville sehr gut.  Bruder Waite weiß oder weiß vielleicht auch nicht, dass das Opfer des Kinderschänders bedroht wurde, zu schweigen, wenn doch alles, was es zu tun hatte, war, einen Polizeibericht zu unterschreiben, der den Täter ins Gefängnis gebracht hätte.  Daher beruht seine Erklärung auf Fehlinformationen, wenn man sie nach der tatsächlichen Handlungsweise der örtlichen Ältesten beurteilt. Deshalb fordern wir, dass seine Erklärung gegenüber der Presse schriftlich völlig zurückgezogen wird und man sich schriftlich bei dem Opfer entschuldigt, dass man es daran gehindert hat, den Mann, der es vergewaltigt hatte, anzuzeigen.
  2. New York Post – 9. Mai: „Während die vier glauben, die bevorstehende Sendung habe die Kirche zu ihrer Handlungsweise angetrieben, sagte Kirchensprecher J. R. Brown, vor dem Dienstag habe die Zentrale der Kirche keine Vorstellung gehabt, dass diese Leute bei der Sendung mitwirken.“ Das ist eine unrichtige Erklärung aufgrund einer Lawine von Gegenbeweisen, zum Beispiel im Tri City Herald vom 18. August 2001: „Barbara Anderson, die zu einer Gruppe gehört, die gegen von Geistlichen begangene Sexualverbrechen kämpft, ist eine von etwa 20 Anwältinnen und Anwälten aus dem ganzen Land, die nach Adams County reisten, um dort Erica Rodriguez in ihrem Prozess zu unterstützen. Anderson hatte zuvor in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas in New York als Forschungsassistentin gearbeitet. Sie sagte, sie habe dem Nachrichtenmagazin Dateline, von dem eine Mannschaft bei dem Prozess gegen Beliz anwesend war, Unterlagen gegeben, die beschreiben, dass die Führung der Kirche sehr wohl von Kindesmissbrauch in der Organisation weiß und hilf, ihn zu vertuschen.“  Auch WPSD hat das Dateline-Interview seit Februar 2001 bekannt gemacht.  Darum fordere ich, dass diese unzutreffende Erklärung schriftlich zurückgezogen und eine schriftliche Entschuldigung an die vier Opfer geschickt wird, die vor einer Anhörung vor einem Rechtskomitee stehen.
  3. New York Post – 9. Mai: „Er sagte auch, die Ältesten der Ortsversammlung hätten entschieden, sie verschiedener geistiger Vergehen anzuklagen.“ AP – 9. Mai: „In einer von ihrer Zentrale herausgegebenen Erklärung sagten die Zeugen Jehovas, von Kirchenführern ‚fordere die Heilige Schrift, darauf zu achten, dass die Versammlung rein und geeint bleibe.’“  Tullahoma News – 11. Mai: „Brown sagte auch, die Ältesten der Ortsversammlung hätten entschieden, sie verschiedener geistiger Vergehen anzuklagen.“ Washington Post 11. Mai: „J. R. Brown, Sprecher der Zeugen Jehovas für die USA, bestätigte, dass die vier vor Rechtskomitees zitiert wurden, aber er sagte, das Verfahren möge sich um ‚Sünden’ drehen, die in keinem Zusammenhang mit öffentlichen Bemerkungen über sexuellen Missbrauch stehen. Er sagt nichts Näheres dazu.“ Tennessean – 11. Mai: „Personen in der Organisation, die sexueller Straftaten beschuldigt werden, kommen vor ein Rechtskomitee wie dem, vor dem Frau Anderson gestern stand, sagte Brown.“ Alle diese Erklärungen sind verleumderisch und unterstellen unchristliches oder widergöttliches Verhalten als Grundlage für diese Rechtskomiteesitzungen. Das ist natürlich nicht wahr, und darum fordere ich, dass diese Erklärungen schriftlich zurückgezogen werden und eine schriftliche Entschuldigung an jedes der vier Opfer geschickt wird, die vor einer Anhörung vor einem Rechtskomitee stehen.
  4. Asbury Park Press – 14. Mai: „Semonian sagte, er habe den Fall Pandelo nicht gekannt. Er sagte, jeder, der der Kinderschändung überführt worden sei, könne kein Amt in der Kirche inne haben und auch das Werk nicht allein durchführen.“ AP 9. Mai: „J. R. Brown, Sprecher der Religionsgemeinschaft, sagte, Eltern würden nicht von der Kirche bestraft, wenn sie bei Kindesmissbrauch zuerst zur Polizei gingen. Und er sagte, jeder, der von einem Rechtskomitee der Kirche der Kinderschändung überführt worden sei, könne kein Amt in der Kirche inne haben oder ohne Begleitung eines Mitzeugen von Haus zu Haus gehen.“ Ihr wisst sehr gut, dass diese Erklärungen vollkommen falsch sind, da Kinderschänder zu guter Letzt doch ein Dienstamt bekleiden dürfen, wenn nur hinreichend Zeit vergangen ist. Bitte beachtet den Brief vom 1. Juni 2001 an alle Ältestenschaften in Großbritannien:

„Von der oben genannten Anweisung gibt es eine Ausnahme: Die Ältesten mögen an das Zweigbüro geschrieben und alle Einzelheiten über einen früheren Kinderschänder genannt haben, der gegenwärtig als Ältester oder Dienstamtgehilfe dient. Wenn in einem solchen Fall das Zweigbüro entschieden hat, dass er ernannt werden oder weiterhin in einer Vertrauensstellung dienen kann, weil die Sünde vor vielen Jahren geschah und er seither ein vorbildliches Leben führt, sollte sein Name nicht auf der Liste erscheinen. Es ist auch nicht nötig, Informationen über die frühere Sünde des Bruders weiterzugeben, wenn er in eine andere Versammlung umzieht, es sei denn, das Zweigbüro hat anderslautende Anweisungen erteilt. Wenn daher solch ein ernannter Mann in eine andere Versammlung zieht, sollte ein Brief, in dem der Umzug bestätigt wird, an die Rechtsabteilung der Wachtturm-Gesellschaft geschickt werden.“

Im übrigen gibt es keine schriftliche oder mündliche Vorschrift, nach der Kinderschänder paarweise im Werk von Haus zu Haus tätig sein müssen. Zur weiteren Information lest bitte den Formbrief, der geschickt wird, wenn Älteste wegen Kinderschändung aus dem Amt entfernt werden:

Jetzt, nachdem wir alle Faktoren im Fall von Bruder xxxxx xxxxx sorgfältig und gebetsvoll erwogen haben, glauben wir, dass das, war im Vorangehenden erklärt wird, auf ihn zutrifft. Daher solltet ihr ihm keine besonderen Verantwortungen übertragen, die sich als zugeteilte Pflicht auffassen lassen, auch wenn einige Zuteilungen als geringfügig angesehen werden. Er sollte nicht gebraucht werden, Konten, Literatur, Zeitschriften, Abonnements oder Predigtdienstgebiete zu verwalten. Er sollte auch nicht als Aufseher, Mikrofonträger oder Mischpultbediener benutzt werden, die Versammlung im Gebet vertreten oder in der Dienstversammlung „Bekanntmachungen“ vorlesen. Er kommt auch nicht in Frage, um beim Versammlungsbuchstudium oder beim Wachtturm-Studium vorzulesen oder um eine Zusammenkunft für den Predigtdienst zu leiten. Es wäre ratsam, dass in seiner Wohnung kein Buchstudium stattfindet. Und er käme nicht als Hilfs- oder allgemeiner Pionier in Frage. Hingegen könnte er freiwillig bei der Instandhaltung des Königreichssaales mitwirken, in dem er die Zusammenkünfte besucht, aber es könnte nicht gutgeheißen werden, wenn er in anderen Königreichs- oder Kongresssälen arbeitet. Er mag Studierendenansprachen in der Theokratischen Predigtdienstschule halten und in der Dienstversammlung mitwirken, wenn es sich nicht um Lehren handelt, vorausgesetzt, dass dies nicht abstoßend für diejenigen in der Versammlung ist, die von seinem früheren Fehlverhalten wissen.

Erinnert euch bitte an die folgende Anweisung in dem vertraulichen Brief der Gesellschaft vom 14. März 1997 an alle Ältestenschaften bezüglich bekannter Kinderschänder: „Personen, die in dieser Hinsicht eine Schwäche gezeigt haben, sollten sensibel für die Notwendigkeit sein, nicht mit Kindern alleine zu sein. Sie sollten davon Abstand nehmen, Kinder zu halten oder ihnen auf andere Weise ihre Zuneigung zu zeigen. Es wäre passend, wenn die Ältesten jedem freundlich eine Warnung erteilen, der Dinge tut, die eine Versuchung oder eine Ursache zur Sorge für andere in der Versammlung sein mögen.“ (1. Korinther 10:12, 32) Das würde einschließen, dass keine Kinder (außer den eigenen) eine Nacht bei ihm zu Hause verbringen, dass er nicht mit einem Kind zusammen im Predigtdienst tätig ist, keine Freundschaften mit Kindern pflegt, und dergleichen.

Nachdem eine Anzahl weiterer Jahre vergangen ist, mögt ihr euch fragen, ob diesem Bruder wieder bestimmte Vorrechte zugeteilt werden können. Wenn er sich weiterhin lobenswert betragen hat, wenn es kein Klagen von seinem/seinen Opfer(n) oder deren Verwandten gibt, und wenn die Ältestenschaft zu dem Schluss kommt, es könne niemand verkehrt finden, wenn man ihm Vorrechte in kleinen Dingen in der Versammlung überträgt, dann könnt ihr der Gesellschaft schreiben und eure Beobachtungen und Empfehlungen bekannt geben, die zeigen, wie ihr meint, dass er in der Versammlung gebraucht werden kann. Erklärt deutlich, was Opfer und deren Verwandte über ihn denken und wie die Versammlung ihn jetzt betrachtet. Ihr solltet erst Anweisungen von der Gesellschaft erhalten, ehe ihr ihm bestimmte Vorrechte zuteilt.

Im Lichte dieser Ausführungen hat der Wachtturm-Sprecher die Tatsachen verdreht und die tatsächliche Wachtturm-Politik gegenüber Presse und Öffentlichkeit falsch dargestellt. Ich fordere ein schriftliches Zurückziehen dieser irreführenden Erklärungen und eine schriftliche Entschuldigung an die vier Opfer, die vor einer Anhörung vor einem Rechtskomitee stehen.

Wir verstehen zwar, dass aufrichtige Menschen Fehler machen können, aber wenn Brüder in Aufsichtspositionen die Öffentlichkeit irreführen und Missbrauchsopfer verleumden, dann "schlagen" sie im Grunde ihre Brüder (Matth. 24:39) und zeigen damit einen Mangel an Mitgefühl und stellen ihre Brüder und Schwestern in ein schlechtes Licht. Das erinnert mich an die Bibelstelle aus Jeremia 23:1-3, wo es heißt: "Wehe den Hirten, die die Schafe meiner Weide umbringen und zerstreuen!" ist der Ausspruch Jehovas ... "Siehe, ich wende euch wegen der Schlechtigkeit eurer Handlungen meine Aufmerksamkeit zu." Wir hoffen sicher, wenn wir versuchen, auf unser geistiges Wohl zu achten, dass die oben begangenen Fehler keine vorsätzlichen waren, und bitten daher höflich um völliges Zurückziehen, Entschuldigung und freundliche Beachtung für die, die aufgrund dieser Bemerkungen gelitten habenSprüche 19:9 sagt: "Der falsche Zeuge wird nicht straffrei sein, und wer Lügen vorbringt, wird umkommen." Es ist unsere Hoffnung, dass ihr, Brüder, nie in diese Kategorie fallt, und deshalb erwarten wir eure schnelle Reaktion, diese Dinge zu berichtigen.

Bitte antwortet schriftlich, damit nicht der Anschein erweckt wird, ihr wolltet täuschen, und zeigt wirklich den Wunsch, dieses schreiende Unrecht wieder gutzumachen, das ihr öffentlich gegen eure Mitbrüder und Mitschwestern begangen habt. Und bitte achtet meine frühere Forderung, dass jede Korrespondenz schriftlich an meinen Anwalt gehtWir erwarten höflichst eure schnelle Antwort und senden euch mit diesem Brief unsere herzliche christliche Liebe.

Hochachtungsvoll

William H. Bowen

Silentlambs


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Versammlung der Zeugen Jehovas

in Draffenville, Kentucky

Postfach 788 Benton KY 42025 

16. Mai 2002 

VERTRAULICH UND PERSÖNLICH 

William H. Bowen

Calvert City, KY 42029 

Lieber Bruder Bowen, 

die Ältestenschaft hat ein Rechtskomitee benannt, das mit Dir wegen der Anklage gegen Dich zusammenkommen soll, dass Du Spaltungen in der Versammlung und der Organisation der Zeugen Jehovas verursacht hast. Das Rechtskomitee lädt Dich zu einem Treffen am 24. Mai 2002 um 19:30 in den Königreichssaal an der 86 Foust-Sledd Road in Benton, Kentucky, ein. Sei so gut und rufe mich unter 270-436-2165 an, wenn diese Vereinbarung Dir ungelegen kommt. Zur Erinnerung: Anwälte sind bei Rechtskomiteesitzungen der Versammlungen nicht zugelassen. 

Hochachtungsvoll 

George Bandarra

Vorsitzender des Rechtskomitees
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Donnerstag, 23. Mai

Kontakt:

William H. Bowen: KY -silentlambs.org
 

Erste Kerzenwache für vergewaltigte Kinder bei Jehovas Zeugen 

Kirchenführer möchten Hilfsgruppe für Missbrauchte zerschlagen 

Kinderschützer legen Beweise für das Problem vor

In Erwartung eines investigativen Berichtes in NBC Dateline, der am 28. Mai gesendet werden soll, veranstaltet die Organisation Silentlambs ihre erste Kerzenwache für Opfer von Kindesmissbrauch bei den Zeugen Jehovas. Vergewaltigte Kinder und Anwälte kommen aus Kalifornien, Florida, Illinois, Ohio, Louisiana, Tennessee und weiteren Bundesstaaten, sowie örtliche Unterstützer aus dem Westen Kentuckys.  

Bitten für über 300 Kerzen, die angezündet werden sollen, sind von Zeugen-Jehovas-Opfern aus der ganzen Welt bei uns eingegangen – zusammen mit Texten, die den Anwesenden verlesen werden sollen. Es gibt auch eine Landkarte, die die Anwesenden ablegen werden, wo die Wohnorte der Opfer gekennzeichnet sind, die berichtet haben, dass sie aufgrund der Politik der Zeugen Jehovas zum Kindesmissbrauch verletzt worden sind. Die Gruppe wird ein lebendes Zeugnis für das massive Problem des Kindesmissbrauchs in der Organisation der Zeugen Jehovas mit Sitz in Brooklyn sein, das die Führung erst einmal als bestehend anerkennen muss. 

Später am Abend, um 19:30 Uhr, wird William H. Bowen der vierte Zeuge Jehovas sein, der, weil er in Dateline mitwirkte, in den vergangenen beiden Wochen vor ein Rechtskomitee zitiert wurde und einen Gemeinschaftsentzug zu gewärtigen hat, weil er die Stimme erhob, um Kinder zu schützen. Bowen erklärt: „Ich bin traurig zu sehen, dass es dazu kommt, aber so, wie die chinesische Jugend auf dem Platz des Himmlischen Friedens für die Freiheit aufstand, so stehen wir für Kinder auf und werden nicht zulassen, dass diese Bewegung durch von der Zentrale angewiesene Gemeinschaftsentzüge zerbrochen wird.“

Die Religionsgemeinschaft hat eine Million Mitglieder in den USA und sechs Millionen weltweit.


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31 schweigende Lämmer waren bei der Pressekonferenz auf den Stufen des Gerichtsgebäudes in Benton, KY., anwesend. Reporter von fünf Medien erhielten Informationen für verschiedene Nachrichtenquellen. The weekend newspapers should be interesting to read.

Um 10:00 Uhr hatten wir die Pressekonferenz, und ich gab folgende Erklärung ab:

Eröffnungserklärung für die Pressekonferenz:

Während ich hier stehe, sind drei von meinen Brüdern und Schwestern ausgeschlossen worden, und heute Abend werde ich der vierte sein, der für seinen Versuch, Kinder zu schützen ausgeschlossen wird. Der Zweck dieser Aktionen ist nicht nur, uns, die wir im Dateline-Programm mitwirkten, loszuwerden, sondern eine neue Generation von schweigenden Lämmern zu schaffen, die niemanden haben, an den sie sich wenden können, wenn sie mit sexuellem Missbrauch zu tun haben. Bei dieser Pressekonferenz geht es nicht um uns, sondern um den Schutz der Kinder, um die Entlarvung des Schutzes für Kinderschänder, darum, dass eine Religion eine Bewegung zerbrechen möchte, deren einziges Ziel und Absicht sind, Missbrauchsopfer bei den Zeugen Jehovas zu unterstützen und ihnen Mut zu machen, wieder gesund zu werden.

Während diese Rechtskomitees versuchen, „ihre Brüder zu schlagen“ (Matt 24:39), damit sie ruhig sind, geht es bei der ganzen Sache wirklich um die Opfer. Sie werden nicht geschlagen, damit sie ruhig sind, es wird nicht mehr zugelassen, dass Kirchentribunale Zeugen beeinflussen, damit sie aufhören zu reden. Heute sprechen die Opfer zu ihnen, der Öffentlichkeit, und sie werden das weiterhin tun, bis die Zeugen Jehovas ihre Politik beenden, Kinderschänder zu schützen und die Mitglieder davon abzuhalten, in Gebäude wie diesem zu gehen, indem die Dinge in vertraulichen Akten versteckt gehalten werden.

Es ist die Kirche, die zum Schweigen gebracht werden wird; es ist die Kirche, die diese Stufen hinauf und durch diese Tür geschleift werden wird, weil sie Milliarden von Dollar Schadensersatz leisten wird für diese verletzten Opfer, weil sie sich nicht entschieden für die Kinder einsetzte.

Ich habe hier heute ein paar Missbrauchsopfer und Anwälte, die gerne ihre eigenen persönlichen Erklärungen abgeben möchten.

Schluss:

Ich lade alle Anwesenden ein, sich um 17:30 Uhr an der Kerzenwache vor dem Königreichssaal von Draffenville am Highway 68 für die schweigenden Opfer auf der ganzen Welt zu beteiligen. Über 300 Zeugen-Jehovas-Opfer haben uns Botschaften geschickt und darum gebeten, dass eine Kerze für sie in Erinnerung an ihre verlorene Umschuld angezündet werde. Ich möchte nun mit einem Gedicht schließen.

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Dann kam die Kerzenwache um 17:30 Uhr.

Es ging gut; 45 Leute waren bei der ersten Kerzenwache für schweigende Lämmer auf der ganzen Welt anwesend. Holly und Heather Berry waren da zusammen mit vielen weiteren Opfern, die Geschichten erzählten, Lieder sangen und selbst geschriebene Gedichte aufsagten, damit sie mit dem Thema Missbrauch klarkämen. Es gab viele bewegende Augenblicke, wo man den großen Kummer und das Leid, das in den Äußerungen zum Ausdruck kam, spürte. Wir haben eine riesige Plane mit 350 Kerzen in Beuteln aufgespannt, die sich, paarweise gestellt, wohl über 400 Fuß erstreckten. In jedem Beutel steckte zusammen mit der Bezeichnung des Bundesstaates oder des Landes, aus dem sie kommen, die Bitte eines Opfers, für ihn eine Kerze anzuzünden. Als die Sonne unterging, war es eine schöne Ansicht und ein lebendes Zeugnis für den Schmerz und das Leid, die durch die Wachtturm-Politik verursacht werden. Mehrere Medien berichteten darüber, und mit gespannter Erwartung sahen wir das Rechtskomitee auf uns zukommen  Warum? Wenigstens 20 Missbrauchsopfer wollten vor dem Rechtskomitee stehen und als Zeugen aussagen, dass Silentlambs keine Spaltung in der Organisation verursacht. Als es nach 19:30 war, wurde ersichtlich, dass das Rechtskomitee nicht aufkreuzen würde. So rief ich die Dienstabteilung an, um zu fragen, warum. Sie sagten, sie hätten schon geschlossen. Ich sagte, das sei ein Notfall, so stellten sie mich zu einem Bruder durch, der sagte, er wüsste nichts und ich solle später noch einmal anrufen. Nun, ich war nicht überrascht. Zu diesem Augenblick schrieb ich einen Brief und steckte ihn zusammen mit einem Lamm aus Stoff an den Türknopf. Der Brief lautete: 

Liebe Brüder,

   ich war hier zu meiner Komiteesitzung, zu der Ihr nicht erschienen seid. Bitte teilt meinem Anwalt mit, warum ihr die Anklage gegen mich nicht betrieben habt, die ihr durch die Wachtturm-Zentrale gegen mich erhoben habt. Ich bin traurig, dass Ihr beschlossen habt, so vielen Zeugen solche Unannehmlichkeiten zu bereiten, die aus den ganzen USA angereist sind, um zu Eurer Anklage auszusagen, ich „verursache Spaltungen“ in der Organisation. Nachdem Ihr den Termin drei Wochen im Voraus bekannt gegeben habt, war es unfreundlich von Euch, die Mitbrüder und -schwestern in solch einer herzlosen Weise zu behandeln. Wenn ihr Euren Sinn wieder ändert und beschließt, eine neue Sitzung mit neuen Anklagen anzuberaumen, muss ich fordern, dass ihr bitte alle Kosten für die Anreise und Aussage meiner Zeugen bezahlt. 

    Wenn Ihr fürchtet, noch einmal mit mir zusammenzukommen, dann verstehe ich das, besonders, weil Ihr keine Beweise habt. Darf ich den Vorschlag machen, dass Ihr nicht Eure „Brüder schlagt“, indem Ihr Missbrauchsopfern solche Schwierigkeiten bereitet, wenn Ihr nicht ernsthaft vorhabt, die Sache weiter zu betreiben, und sie für die Zeit, die Kosten und die Umstände, die ihr verursacht habt, zu entschädigen. 

Mit diesem Brief in herzlicher Verbundenheit 

und freundlichen Grüßen 

Silentlambs 

Danach gingen wir alle zum Gemeindezentrum, wo sich um die Ecke der alte Königreichssaal befindet, und alle nahmen wir ein gutes Essen ein und erhoben einen Trinkspruch, um die Wachtturm-Gesellschaft noch einmal anzutreiben. Auf dem Nachhauseweg hielt ich an, um ein TV-Team aufzusuchen, das den Abschlussbericht aufnahm. Sie erzählten mir, dass das Komitee nicht aufgekreuzt war, und als sie George Bandarra anriefen, habe der gesagt, das Treffen sei vertraulich und privat und aufgrund der ganzen Aufmerksamkeit fühlten sie sich mit einem Treffen nicht behaglich. Als die Reporterin versuchte, weitere Fragen zu stellen, habe er einfach aufgelegt. Wirklich aalglatte Kerle, versicherte sie mir. Sie werden wieder da sein, egal, wie oft ein neuer Termin anberaumt wird. 

Also an alle, die es interessiert: Ob es euch passt oder nicht, ich bin immer noch ein Zeuge Jehovas „in gutem Ansehen“. Dateline wird keine Ausgeschlossenen bringen, weil bis jetzt alle Entscheidungen zur Berufung anstehen. Oops … sieht so aus, als seid ihr wieder versohlt worden; wartet, bis ihr die neuen Zeitungen zum Wochenende seht.  Schlimme PR-Typen, wenn ihr eure „Brüder schlagt“... 

Silentlambs

Seite 2 Zeitungsüberschriften, nachdem das Komitee nicht zur Sitzung erschienen war

Seite 3 Ausgewogenheit zwischen Briefen und Informationen

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