Meine Gedanken

Bitte schreibt an die leitende Körperschaft

25. Dezember 2001, 00:58

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Ich füge einen Brief bei, den ich kürzlich an die leitende Körperschaft schrieb. Damit wollte ich deutlich machen, dass unsere Forderungen einfach sind und wir die Kinder der Zeugen Jehovas schützen wollen. Wenn ihr mit den Punkten darin einverstanden seid, ermuntere ich euch, eine Kopie des Briefes auszudrucken und unten hinzuschreiben:

"Ich stimme Bruder Bowen zu. Bitte unternehmt jetzt etwas!"

Schickt den Brief an:

Governing Body
Watchtower
25 Columbia Heights
Brooklyn , NY , 11201

Ihr müsst nicht persönlich unterschreiben, aber ich glaube, für die paar Cents für das Briefporto könnte dies der leitenden Körperschaft erkennen helfen, dass dies wirklich ein Problem, ist, das sich ändern muss, dass hier nicht bloß ein paar verbiesterte Abtrünnige ein Hühnchen zu rupfen haben. Vielleicht erinnert ihr euch, dass die Wachtturm-Gesellschaft oft darum gebeten hat, dass die Mitglieder Briefe schreiben, wenn wichtige Themen aufgekommen sind, so, dass Zeugen in Gefahr waren oder verletzt wurden. Ist diese Sache von geringerem Wert?

Bitte stellt eure Position klar, indem ihr eine Kopie dieses Briefes zusammen mit der Unterstützungserklärung abschickt. Dies ist ein weiterer Weg, der Führung der Wachtturm-Gesellschaft zu zeigen, dass sie für Entscheidungen, die Kinder verletzen, Rechenschaft geben muss, und dass wir von ihr fordern, die schlimme Politik abzuschaffen. Dies kann ein Weg sein, denen wiederholt wertvollen Rat zukommen zu lassen, die im Irrtum sind. Wenn jemand sich weigert, triftigen Rat anzunehmen, als was zeigt er sich dann? Es ist auch ein Weg, die schweigenden Lämmer zu unterstützen und künftigen Opfern der Wachtturm-Politik Schutz zu bieten.

Wenn ihr diesen Idealen zustimmt und es als wichtiges Thema anseht, schickt euren Brief bitte noch heute ab.

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20. Dezember 2001

Leitende Körperschaft

Watchtower Bible and Tract Society

25 Columbia Heights

Brooklyn, NY 11201

Liebe Brüder,

Ich schreibe euch, um euch wiederum zu bitten, etwas zu tun, das im Interesse der Herde notwendig ist. Brüder, als geistige Hirten habt ihr euch viele Jahre lang in einer Weise verausgabt und versucht, die Herde zu führen, die Jesus gutheißen würde. Ihr erinnert euch sicher, dass es Petrus war, der sagte: "Daher gebe ich den älteren Männern unter euch diese Ermahnung, denn auch ich bin ein älterer Mann wie sie und ein Zeuge der Leiden des Christus, ja ein Teilhaber an der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll: Hütet die Herde Gottes, [die] in EURER Obhut [ist], nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer; auch nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem IHR Vorbilder für die Herde werdet. Und wenn der Oberhirte offenbar gemacht worden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen" (1. Petrus 5:1-4). Diese Bibelstelle hilft die Wichtigkeit dessen zu erklären, was es bedeutet, die euch anvertrauten Schafe zu hüten. Und wenn schon für die Schafe gesorgt werden soll, umso mehr dann für die kleinen Lämmer, die Kinder in der Versammlung.

Als ich euch vor etwa einem Jahr zum ersten Mal schrieb, war ich sehr empört über ein Problem, das sich mir in der Versammlung darstellte. Als örtlicher Hirte hatte ich das Gefühl, mir seien die Hände gebunden, um ein Kind davor zu schützen, missbraucht zu werden. Wie konnte ich eine guter "Hirte" sein und ein kleines Lamm, das in Gefahr war, nicht schützen? Mir wurde die Anweisung erteilt, es Jehova zu überlassen, aber würde Jehova auch nur einen Tag warten, wenn er wüsste, dass ein Kind zu Schaden kommt? Und so konnte auch ich nicht warten. Die Bibel sagt in Apostelgeschichte: "Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blut seines eigenen [Sohnes] erkauft hat" (Apg. 20:27-28) Würde ich als Ältester "acht geben", wenn ich die Bedürfnisse eines Kindes in Gefahr ignorierte?

Ich erkenne, dass ich in deutlichen Worten geschrieben habe, doch ich habe versucht, euch, Brüder, zu zwingen, dass ihr seht, eine welch entsetzliche Gefahr dies für die Versammlung darstellt. Ich glaubte, ihr müsstet für die klare und allgegenwärtige Gefahr für  die Versammlung wach gemacht werden. Ein weiterer Grund für die starken Worte in meinem Schreiben war, dass zahlreiche Personen mit mir Kontakt aufgenommen haben, die mich darauf aufmerksam machten, dass ihre Schänder in den meisten Fällen nicht angezeigt wurden, während sie gezwungen waren, als schweigende Lämmer zu leben. Um dieses Problem zu lösen, und nachdem ich mich mit mehreren Experten auf diesem Gebiet besprochen habe, bot ich drei Vorschläge an, wie man Kinder vor Kinderschändern schützen kann:

1.Wenn ein Kind missbraucht wurde, zuerst die Polizei rufen.
2.Kein Bruder und keine Schwester, die Kinder missbrauchen, sollten Vorrechte in der Versammlung haben dürfen.
3.Kein Bruder und keine Schwester, die Kinder missbrauchen, sollte in den Dienst von Haus zu Haus gehen dürfen.

Der Sinn dieser Empfehlungen war, die Herde zu schützen. Jeder Punkt bietet besondere Sicherheiten, um die hohen moralischen Maßstäbe der Organisation zu schützen..

Der erste Vorschlag, "Wenn ein Kind missbraucht wurde, zuerst die Polizei rufen", verhilft nicht nur Kindern zu einer angemessenen Untersuchung, um festzustellen, was geschah, und wenn nötig, angemessene Behandlung zu erhalten, er würde auch jeden Kinderschänder darauf aufmerksam machen, wenn er ein Zeugenkind anrührt, dann kann er sich nicht hinter der Ältestenschaft verstecken, sondern käme vor die "obrigkeitlichen Gewalten" (Röm. 13:1). Das würde auch zeigen, dass Jehovas Zeugen anders sind als viele große Religionen, weil sie bei missbrauchten Kindern keinerlei Toleranz zeigen.

Der zweite Vorschlag, "Kein Bruder und keine Schwester, die Kinder missbrauchen, sollten Vorrechte in der Versammlung haben dürfen", wäre nicht nur eine Abschreckung für mögliche Schänder, er würde auch die Versammlung darauf aufmerksam machen, dass man bestimmte Leute überwachen muss und ihnen keine Kinder anvertrauen darf. Das würde wieder die Herde schützen.

Der dritte Vorschlag, "Kein Bruder und keine Schwester, die Kinder missbrauchen, sollte in den Dienst von Haus zu Haus gehen dürfen", würde die Öffentlichkeit wissen lassen, dass Jehovas Zeugen nie einen Kinderschänder in die arglose Öffentlichkeit schicken, was dieser wiederum das Vertrauen gibt, dass dem Zeugen Jehovas an der Tür zu trauen ist. Dies allein schützt dass Bild der Zeugen Jehovas in der Öffentlichkeit.

Brüder, meine Frage an euch ist, warum ihr bisher nichts getan habt. Wie lautete die Argumentation, die euch den Schrei um Hilfe auf der Webseite von Silentlambs ignorieren ließ? Wie viele Kinder wurden in den Jahren missbraucht, wo ihr diese Vorschläge immer noch nicht verwirklicht habt?

Im Wachtturm vom 1. Januar 1997 wurde der Eindruck vermittelt, als habe man einen dieser Vorschläge bereits verwirklicht. Die Empfindung nach dem Wachtturm vom 1. Januar 1997 war, dass alle Kinderschänder nie mehr Vorrechte in der Versammlung erhalten würden, doch in dem Brief "an alle Ältestenschaften" vom 14. März 1997 hieß es ganz klar, jemand mit einer Vorgeschichte als Kinderschänder sollte nicht beanstandet werden, was die Möglichkeit offen ließ, dass Brüder weiterhin als ernannte Diener arbeiten könnten. Der Brief an "alle Ältestenschaften in Großbritannien" vom 1. Juni 2001 klärte alle Irrtümer auf, indem er sagte, wenn eine gewisse Zeit seit dem letzten Missbrauch vergangen sei, könne ein Bruder wieder Ältester sein oder weiterhin als solcher dienen. Was habt ihr gedacht? Glaubt ihr wirklich, ihr könnt der Herde das eine sagen und Älteste gemäß geheimen Anweisungen aus einem Brief an die Ältestenschaften handeln lassen? Brüder, das muss aufhören. Hier geht es nicht um die eine oder andere Person, hier geht es um den Schutz der Kinder, um die Sicherheit der Versammlung, und nicht darum, Schande über Jehovas Namen zu bringen. Psalms 74:18 erklärt: "Gedenke dessen: Der Feind selbst hat geschmäht, o Jehova, und ein unverständiges Volk hat deinen Namen respektlos behandelt." Brüder, wollt ihr weiter Jehovas Namen schmähen, euch zum Feind machen und wie der Unverständige aussehen?

Brüder, ich dränge euch mit gebotener Eile, jetzt etwas zu unternehmen. Die Brüder und Schwestern werden eine Entscheidung respektieren und gutheißen, die im Interesse der Herde getroffen wird. Jesus sagte: "Ich bin der vortreffliche Hirte; der vortreffliche Hirte gibt seine Seele zugunsten der Schafe hin. Der Lohnarbeiter, der kein Hirte ist und dem die Schafe nicht zu eigen sind, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht — und der Wolf reißt sie weg und zerstreut sie —, weil er ein Lohnarbeiter ist und sich nicht um die Schafe kümmert" (Johannes 10:10-15). Brüder, ich flehe euch an, nicht wie der Lohnarbeiter zu handeln und die Herde, die Lämmer, der Gefahr ausgesetzt zu lassen. Seid wie Jesus, der bereit war, über seine Pflicht hinaus bis zum Tod für sie einzutreten. Warum immer ihr bisher nicht gehandelt habt, jetzt ist die Zeit zu handeln; sich dafür zu entschuldigen, nicht eher gehandelt zu haben; die, denen Unrecht angetan wurde, wissen zu lassen, dass sie geliebt und künftig besser geschützt werden. Die Brüder und Schwestern werden euch am Ende umso mehr verehren, weil ihr euch als demütige Hirten erwiesen habt, die im Interesse des Besitzes Jehovas handeln (Johannes 21:15-17).

Bitte hört zu, bitte unternehmt etwas, steht bitte für das Rechte auf, gebt den schweigenden Lämmern eine Stimme, und bitte schützt die Herde.

Hochachtungsvoll

William H. Bowen