Misshandelte Lämmer  Seite 1
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Gedichte und Gedanken

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Wenn ihr eure Geschichte mitteilen wollt, schickt sie an: mailto:story@silentlambs.org

Abgedruckte Beiträge können auf Rechtschreibung durchgesehen und gekürzt werden.

Die Erwachet!-Ausgabe vom 8. November 2001 enthielt einen besonderen Artikel mit der Überschrift "Hilfe für misshandelte Frauen". Unserer Meinung nach bietet dieser Artikel Vorschläge, die Frauen weiter in Misshandlungssituationen halten und sie daran hindern, angemessene Hilfe zu erhalten. Es ist eine weitere Wachtturm-Vorschrift, die verletzlichen Lämmern, die Hilfe brauchen, weh tut, wo in dem Artikel Beispiele von Frauen genannt werden, die zwanzig Jahre Misshandlung hinnehmen und "auf Jehova warten", dass er sie befreit. Dieser Artikel beschreibt Frauen, denen die Zähne ausgeschlagen wurden, denen Gewehre an den Kopf gesetzt wurden, während sie weiter in der Misshandlungssituation bleiben. Die Lösung? Nachdem die Frau zwanzig Jahre Misshandlungen hingenommen hatte, wurde der Mann schließlich ein Zeuge Jehovas, und das löste angeblich sein Problem. Dieser Artikel ist eine Beleidigung für jeden, der in einer Misshandlungssituation lebt, und die Lösungen, die er vorschlägt, bringen die Opfer in Gefahr. Und doch müssen Älteste diese Wachtturm-Politik unterstützen.

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Sieht diese Schwester so aus, als erhielte sie Hilfe?

Wir ermutigen euch, keine schweigenden Lämmer zu sein, sondern die Stimme zu erheben und wahrheitsgemäß zu berichten, wie Älteste reagierten, als ihr um Hilfe geschrieen habt. Denen, die diese Geschichten lesen, kommen einige Kommentare vielleicht zu drastisch vor, aber vielleicht ist das nötig, um das Ausmaß zu verstehen, wie Opfer verletzt worden sind.

Wie lang sollte eure Geschichte sein? Die Antwort ist: so lang wie nötig. Es ist notwendig, diese Geschichten an die Öffentlichkeit zu bringen, und dafür, auszudrücken, wie ihr euch fühlt, sollte es keine Beschränkung geben. Wir bitten euch: schreibt anonym und gebt besonders keine Namen und Orte an. Denn kann jeder hier seine Geschichte äußern, ohne Angst vor Repressalien der Versammlung zu haben.

Sagt, was ihr fühlt, kriegt es aus dem Kopf, helft anderen Opfern, damit sie sehen, dass sie wie bei sexuellem Missbrauch nicht alleine sind.

Wenn ihr den Artikel lesen möchtet, könnt ihr es hier tun: http://www.silentlambs.org/library_de/g02-11-8-Help_de.htm

Wenn ihr eure Geschichte mitteilen wollt, schickt sie an:
battered@silentlambs.org

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Es war 1981. Ich war eine junge Mutter und mit einem Zeugen Jehovas verheiratet. Ich war auch neu in der Wahrheit. Dies war meine zweite Ehe, und ich war erst siebzehn. Als unsere Ehestreitigkeiten also zu Stoßen und Schlagen wurden, war ich unangenehm berührt. Ich versuchte es zu verbergen, denn es musste mein Fehler gewesen sein. Aber die blauen Flecken waren schwer zu verstecken. Ich beschloss, mit den Ältesten zu reden, aber sie wollten nicht mit mir alleine reden. Im Ergebnis war mein Wort gegen das seine. Ich hielt den Mund und habe es niemand anderem erzählt.

Ich erinnere mich, dass ich mich im Haus meiner Eltern mit einer geschwollenen Lippe versteckte, und meine Freundin kam nach mir suchen. Sie wollte erst gehen, als meine Mutter sie mit mir reden ließ.

Sie konnte nicht glauben, was sie sah! Ich saß da mit einer geschwollenen Lippe, und es war mir peinlich. Sie sagte mir, ich solle es den Ältesten zeigen, Aber ich schämte mich, es muss mein Fehler gewesen sein. In meiner ersten Ehe geschah das nicht. Aber die Ältesten sagten: "Was kannst du tun, um Frieden zu bewahren?" Da ich es war, die zu den Versammlungen ging, war ich die geistig Stärkere in der Ehe. Ich solle das Haus besser sauber machen und auch noch 20 kg abnehmen. Nachdem sie ihre Weisheitsworte von sich gegeben hatten, verließen sie mich in dem Glauben, ich hätte an mir zu arbeiten, wenn meine Ehe überdauern sollte.

Schließlich rief ich die Polizei gegen meinen Mann. Sie sagten, wenn ich ihn nicht verklagte, würden sie beim nächsten Anruf meinen Sohn wegnehmen. Ich habe sie nicht wieder angerufen. Sie erzählten mir von dem Schutzhaus für misshandelte Frauen. Ich war nie von Sozialhilfe abhängig. Ich kannte niemanden, der das war, und hatte Angst. Ich ging mich noch einmal bei meinen Eltern verstecken, aber meine Mutter hat mich nach ein oder zwei Tagen nach Hause geschickt. Sie hat mir gesagt, Mund halten und weitermachen. Was ich tat, Aber es war egal.

So sprach ich während eines Streites, von dem ich wusste, dass ich am Ende wieder geschlagen würde, ein Gebet. "Jehova, bitte gib mir ein gutes Ziel! Ich weiß, dass du nicht willst, dass ich zusammengeschlagen werde." Ich warf mit einem Kaffeebecher nach meinem Mann und traf ihn am Ellbogengelenk! Am nächsten Tag ging er nicht zur Arbeit, weil er seinen Arm nicht bewegen konnte. Dann erklärte ich in einem Brief meinen Austritt aus der Gemeinschaft und brachte ihn zu einem Ältesten in einer anderen Versammlung. Ich sagte, diese Religion sei nicht die Wahrheit, weil Jesus Frauen mit Achtung behandelte, er schützte sie vor Misshandlungen. Natürlich wollte er wissen, wovon ich redete, und ich sagte ihm, was die Ältesten mir erzählt hatten. Langer Rede kurzer Sinn, diese Ältesten mussten sich bei mir entschuldigen. Aber deren Rache ist süß.

Ich wurde geschieden. Mein Exmann wurde schließlich wegen Ehebruchs ausgeschlossen, auch ein Mädchen mit demselben Vornamen wie ich wurde nach derselben Bekanntgabe ausgeschlossen. Die Leute behandelten mich, als hätte ich den Gemeinschaftsentzug! Ich sagte das dem obersten Ältesten, und er lachte mich aus. 

Einen Monat später war ich mit einer älteren Schwester draußen im Dienst. Sie sagte: "Wusstest du, dass die Schwestern in der Versammlung glauben, du hättest auch einen Gemeinschaftsentzug?" Ich fragte sie: "Warum?" Sie sagte, das läge daran, wie die Sache bekannt gegeben worden sei. Aber sie sagte, ich solle mir keine Sorgen machen, ging zu den Ältesten und erzählte ihnen davon. Sie konnten das Problem beheben.

Muss ich noch sagen, wie verloren ich mir vorkam? Ich war immer noch nicht gegangen. Das war die Gehirnwäsche.  Ein Jahr später beging ich Hurerei. Ich ging zu den Ältesten (denselben) und erzählte es ihnen. Ich war so verärgert über die Zurechtweisung, dass ich einen Autounfall hatte und mit Krücken bei der Rechtskomiteeverhandlung aufkreuzte. Sie wiesen mich zum Wohl der Versammlung öffentlich zurecht. Meine Freundin, die schwanger und nicht verheiratet war, wurde privat zurechtgewiesen. Jeder wusste das mit ihr! Versucht einmal, einen dicken Bauch zu verbergen!

Sie wiesen mich nicht zurecht, sie bekamen ihre Rache.

Ich bin Christin. Ich habe mein Leben Jesus Christus übergeben. Ich vergebe ihnen. Sie versuchen OHNE GOTTES GEIST ihr Bestes. Sie leiden alle. Es geht nicht um die Leute und was sie tun, es geht um Jesus und was sein Tod für die Welt bedeutete. Du musst den ersten Schritt tun (Niemand kann das für dich tun.) Das Elend geht immer weiter, immer weiter an diesem finsteren Ort namens KÖNIGREICHSSAAL!!!!!!!!!

DG

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Ich war seit Geburt bei den Zeugen Jehovas. Meine Familie gehörte zu denen, die bei Kongressen immer herausgestellt wurden. Ich wurde mit neun Jahren getauft, wie auch mein Bruder, der seit. ich glaube, 30 Jahren im Bethel ist. Eine Vollzeitpionierschwester und ein behinderter Bruder, der trotz seines erheblichen Hirnschadens in der Lage war, Bibelstellen mit Kapitel und Vers zu zitieren. Erinnert ihr euch an das Kind, das mit zwei Jahren zu jedermanns Freude aus der Bibel wie ein Buch daherreden konnte? Das war ich. Unsere Familie war groß und in der Gegend gut bekannt, weil sie "stark in der Wahrheit" war.

So sah es nach außen aus. Wie es zu Hause war, ist eine ganz andere Sache. Es war wie im Irrenhaus. Schläge waren an der Tagesordnung. Not nicht Klapse, Schläge. Gewöhnlich mit einer Hundeleine aus Leder, manchmal mit einer Hand oder einer Gerte oder dem erstbesten Gegenstand, wie Kochlöffel aus Holz. Meine Geschwister sagen bis heute oft, wie verwöhnt ich war, und offensichtlich der Liebling, denn ich bekam kaum den Riemen oder die Hundeleine, nur Schläge mit der Hand, bei denen ich schrie. Eines Abends wurde meine Schwester, damals 20 Jahre alt, gezwungen, in Unterwäsche auf dem Boden zu kriechen und Hundefutter zu essen und aus dem Hundenapf zu trinken, es mit der Zunge aufzulecken, und das nur, weil sie erwischt worden war, wie sie unbekümmert über einen Brocken von Kerl lachte. (Der Hund bekam ihr Essen.) Die ganze Zeit nannte meine Mutter sie eine Hure voller Dämonen und natürlich einen Hurenhund. Damals verdiente meine Schwester ganztags für den Familienunterhalt mit UND war Pionierschwester. Sie hatte nicht viel Zeit für Hurerei.

Ihr habt begriffen, worauf ich hinaus will? Ich muss nicht immer weiter von Horror bis Horror erzählen, denn ich weiß, dass jeder, der dies liest, wahrscheinlich dasselbe erlebt hat. Der Grund, warum ich schreibe, ist, dass gewisse Dinge geschehen sind, als ich ein Teenager war, wegen derer ich so enorme Schuldgefühle habe, über die ich nie hinwegkommen konnte, selbst nach 25 Jahren nicht. Dies ist also eine Art von Katharsis für mich, und ich hoffe, dass ich jetzt des Nachts schlafen kann.

In unserer Versammlung gab es eine Schwester, die ein Kleinkind hatte. Ich denke, er war hyperaktiv oder so, denn er war zwar lustig, süß und wirklich ein großartiger Kleiner, aber er schien bei den Zusammenkünften auch nicht auf seinem Sitz bleiben zu können. Er lief während einer Ansprache immer spontan zu Bühne und sagte albernes Zeug wie "Hallo alle!" und winkte und gab mit seinen kleinen Pausbacken sein unschuldiges Lächeln von sich. Ich fand es bezaubernd. Die Ältesten dachten anders und rieten der Mutter, die Disziplin zu verschärfen. So ... also, das fällt mir schwer zu erzählen ... sie begann, diesen bezaubernden (wenn auch unruhigen) Bengel in den Raum für die Königreichsdienstschule im hinteren Teil mitzunehmen, wenn er in den Zusammenkünften zu zucken anfing. Und auf den Rat der Ältesten hin hat sie ihn immer geschlagen. Ich weiß, dass das so war, weil ich ein Gespräch mithörte, das drei von ihnen in der "Bibliothek" mit ihr hatten, wo sie forderten, dass sie ihn bestrafte, um ihn unter Kontrolle zu halten.


Manchmal, wenn ich nachts versuche zu schlafen, hallt der Klang seiner Schreie in meinen Ohren. Peng! und der Schrei - Peng! Mama, Mama, nein, hör auf, bitte - Peng! Ich habe mir dann die Ohren zugehalten, und über meine Wangen liefen Tränen - Peng! Die Schreie wurden zu unmenschlichem Stöhnen aus Qual. Sie haben dann die Mikrofone hochgedreht oder ein Lied von den Aufnahmen gespielt. Und ich habe nichts getan. Niemand hat etwas getan ... eine Versammlung von über 100 Leuten saß da und sah unbehaglich drein ... ohne mit der Wimper zu zucken ... trockenes Husten und sich gegenseitig ansehen, aber mehr nicht. Alles, weil die Ältesten es "angeordnet" hatten. Eines Abends stand ein Ältester aus seinem Stuhl auf und stampfte nach hinten, offensichtlich um ihr zu sagen, dass der Lärm aufzuhören habe. Und er hörte auf. Wir hörten die Schläge, aber eine Schreie. Ich stand vorsichtig auf und ging nach hinten riss die Tür auf. Ihre Hand war fest auf seinen Mund und seine Nase gedrückt, und er strampelte verzweifelt vor Kurzatmigkeit. Seine Augen traten vor und er streckte seine Hand nach mir aus, ich nehme an, um Hilfe. Sein Körper war steif und er zuckte. Aus ihren Augen liefen die Tränen, aber sie schlug ihn weiter grausam. Wir konnten nur seine erstickten Schreie nicht im Hauptsaal hören. Es war so entsetzlich, dass ich es nie vergessen werde. Ich erzählte meiner Mutter davon, weil ich Angst hatte, aber sie schimpfte mich aus und sagte, ich sei verzogen und dürfe die Ältesten nicht anzweifeln. Ich habe es, als ich dann erwachsen war, wieder bei ihr angebracht, und sie hat eine Geschichte erfunden, wie sie den kleinen Jungen fragte, und er habe gelacht und gesagt, das sei nie geschehen, und wie er wolle, dass er wieder in den Königreichssaal zurück könne und wieder ein großartiges Verhältnis zu Jehova habe. Sie sagte, meine Einbildung habe mich genarrt und ich solle keine Geschichten erfinden, weil ich mich "in der Wahrheit" nicht wohl fühlte und auch, dass der Junge ein schlechter Same sei (Übrigens, meine Schwester schlug am Schluss auch ihr Stiefkind, und als ich es meiner Mutter berichtete, bekam ich dieselbe Geschichte zu hören ... es sei nie passiert, und sie hab das Mädchen gefragt und das Mädchen habe gesagt, ich redete wirr und hätte das vielleicht geträumt. Richtig.)

Ja, ich war damals nur ein Teenager, aber ich hätte zur Polizei gehen sollen. Ich hätte etwas tun sollen ... irgendetwas. Ich fühlte mich, als müsste ich in den Saal laufen und schreien, sie würde ihn umbringen, aber ich habe verdammt nochmal nichts getan. Ich war gefühllos wie gegenüber vielem, was im Saal und hinter geschlossenen Türen geschah. Es ist ein Wunder, dass das Kind bis in die Erwachsenenzeit hinein überlebte. Er endete mit einer schweren Geisteskrankheit (Hirnschaden?) und wurde kriminell. Soweit ich weiß, ist er immer noch im Gefängnis.

Bitte gebt nicht meine E-Mail-Adresse an, wenn ihr dies veröffentlicht. Nennt mich nur "John", wenn ihr einen Namen benutzt. Weil mein Bruder im Wachtturm ganz oben sitzt, habe ich Angst zu sagen, wer ich bin oder wo genau ich wohne.

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Ich weiß, diese Webseite dreht sich hauptsächlich um sexuellen Missbrauch in der Organisation der Zeugen Jehovas, aber ich möchte meine Geschichte mitteilen, weil ich wirklich verstehe, was in dieser Organisation los ist. Als Kind ging ich in die Versammlung der Zeugen Jehovas in Montville, Ohio. Auch sie waren sehr nachlässig gegenüber Verletzungen, die Kindern angetan wurden. Das war ein Fall von körperlicher und seelischer Misshandlung, und sie drehten mir und meinen Geschwistern den Rücken zu. Meine Mutter, ein getauftes Mitglied der Versammlung, misshandelte körperlich und seelisch. Sie kriegte immer ihre Wutanfälle und warf mit Sachen nach uns, sie schlug uns, trat uns, boxte uns und ließ ihre Wut in noch anderer Weise an uns aus. Ich glaube, nach Jahren des Dienstes für Gott hatte sie immer noch nicht ihren Frieden gefunden. Sie nannte ihre Kinder "dämlich" und "nutzlos" und sagte: "Ich wünschte, ihr wärt nie geboren worden" und: "Niemand wird euch glauben", und da sie eine Zeugin war, natürlich, dass wir in Harmagedon sterben würden. Sie hatte recht damit, dass uns niemand glaubte (und wenn doch, dann haben sie als verantwortliche, getaufte Mitglieder der Versammlung nichts unternommen, wozu sie verpflichtet gewesen wären). Mein Bruder ging zu den Ältesten, als er 13 war, und erzählte ihnen, was bei uns zu Hause ablief. Sie lachten ihn aus und sahen durch das Fenster der Bibliothek [wo sie zusammengekommen waren], meine Mutter lachte, als sei das ein Streich gewesen. Die Ältesten taten nichts. Ich glaube, sie dachten, er sei bloß rebellisch, und beließen es dabei. Tatsächlich befragten sie KEIN anderes Kind aus unserer Familie. Ich glaube, ihnen war überhaupt nicht an der "Wahrheit" gelegen. Mein ältester Bruder lebte noch zu Hause und war Dienstamtgehilfe und Zeuge dieser Angriffe, aber seine Loyalität lag bei der Versammlung, anstatt seine jüngeren Geschwister zu beschützen. Mit den Jahren haben es alle Kinder einer oder mehreren Personen in der Versammlung gesagt, selbst Zeugen Jehovas außerhalb unserer Versammlung wurde von den Misshandlungen erzählt, und sie taten nichts. Es ist eine Schande, dass wir dank der Ignoranz einer Gruppe, die nur daran dachte, das eigene Image zu schützen, weitere Jahre Missbrauch aushalten mussten. Ich lief weg, als ich fünfzehn war, und meine Mutter erhielt eine Menge Aufmerksamkeit und Unterstützung von der Versammlung. Ich wurde nie Mitglied der Organisation und bin in den vergangenen 12 Jahren, seit ich von zu Hause weg bin, nicht in der Lage gewesen, mich einer anderen Form der Religion zuzuwenden. Ich erzähle diese Geschichte, weil ein Leben verloren ging. Dieser 13-jährige Junge, der die Ältesten anflehte, ihm zu helfen, versuchte, sich umzubringen, als er 17 war, und noch immer wurde nichts unternommen. Mit 19 Jahren hatte er Erfolg damit, sein Leiden zu beenden, er starb am 3. Februar 1998. Er war ein getaufter Zeuge Jehovas, aber sie konnten ihn nicht schützen, weil er mit Problemen ankam, die die Ältesten nicht SEHEN und mit denen sie sich nicht ABGEBEN wollten. Probleme, die die Versammlung in ein schlechtes Licht bringen würden. So frage ich mich oft, wer für dieses verlorene Leben Rechenschaft wird ablegen müssen? Mögt ihr alle einen Weg der Heilung und des Glücks in eurem Leben finden ...

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Ich fühle mich gedrängt, euch zu sagen, wie entsetzt ich war, alle diese Geschichten auf eurer Webseite zu sehen. Ich kenne das Leid nur allzu gut, das einige wegen schweigsamer Ältester ertragen. Ich bin als Kind nie sexuell missbraucht worden (wenigstens dafür muss ich dankbar sein), aber ich weiß von mehreren in meiner Versammlung, die es wurden, und auf die Art, wie sie behandelt wurden, kann man nur mit Verachtung sehen. Ich erinnere mich ,wie ich von einer ausgeschlossenen Schwester, die mich um Hilfe bat, weggehen (und sie ÄCHTEN) musste, und es war qualvoll, sie wurde ja nicht wegen des Missbrauchs ausgeschlossen, sondern der Missbrauch wirkte sich bei ihr so aus, dass sie kein normales Leben mehr führen konnte. Diese Frau brauchte Hilfe - keinen Ausschluss. Man stelle sich mein Entsetzen vor, als ich die Schwester ächtete und ihre Familie ihren Schänder (in diesem Fall ihren Vater) wieder mit offenen Armen aufnahm (nach seiner Gefängnisstrafe für den Missbrauch an ihr und ich weiß nicht wie vielen anderen). Die Schwester, deren Tochter von dem oben erwähnten Mann fast missbraucht wurde (d.h. das 10-jährige Mädchen lehnte seine Avancen ab und sagte es ihrer Mutter), wurde zurechtgewiesen, weil sie AN DIE DECKE GING! Soll mir doch einer sagen, wie jemand reagieren soll, wenn jemand versucht, dein Kind in so hinterhältiger Weise zu verletzen????? Kurz gefasst war meine Erfahrung folgende: Ich befand mich in einer Ehe mit einem SEHR GEWALTTÄTIGEN MANN!!!! Und als ich zu den Ältesten ging, wurde mir ständig gesagt, ich solle zu ihm zurückkehren. Ich wollte ihnen einfach nur entgegen schreien: "ERTRAGT IHR DOCH MAL DEN MISSBRAUCH, DEN ICH ERTRAGEN MUSS, DIE VERGEWALTIGUNGEN UND DIE SCHLÄGE, UND DANN KOMMT ZU MIR ZURÜCK UND SEHT OB IHR MIR DANN NOCH DENSELBEN RAT GEBT!!!!!!!! WORTE KÖNNEN NICHT BESCHREIBEN, WAS DER SCHLECHTE RAT MIT MIR TAT UND, NOCH WICHTIGER, MIT MEINEN KINDERN. SIE HABEN ALLE ANGST, UND MEIN SOHN WURDE SCHLIESSLICH VON SEINEM LEHRER IN DER SCHULE MISSBRAUCHT (KEIN ZEUGE JEHOVAS). WOLLT IHR ETWAS IRONISCHES ERFAHREN? ICH WURDE GEÄCHTET WEGEN DES ÖFFENTLICHEN SKANDALS (ES WAR IN ALLEN ZEITUNGEN USW.) MIT MEINEM SOHN UND ICH HATTE NICHTS UNRECHTES GETAN! ICH HATTE WEGEN ALL DEM STRESS IN DER EHE EINEN NERVENZUSAMMENBRUCH UND WURDE DOPPELT GEÄCHTET, WEIL SEELISCHE KRANKHEITEN ALS ETWAS DÄMONISCHES BETRACHTET WURDEN/WERDEN!!!!!!!!! Ich möchte eines ganz deutlich machen: Ich gebe Jehova Gott nicht die Schuld dafür, ich spreche jedoch die schuldig, die so handeln und dabei seinen Namen benutzen.

DF

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Ich habe keinen Gemeinschaftsentzug und bin Zeugin Jehovas in gutem Ansehen, meine Geschichte ereignete sich vor etwa 20 Jahren, als man selbst im Alltagsleben selten darüber sprach, wenn man körperlich misshandelt wurde. Es war also wirklich sehr schwer, Zeugin Jehovas und Misshandlungsopfer zu sein, die Welt da draußen entdeckte gerade erst, wie schwerwiegend das war. Die Zeugen hatten dafür wie für alles andere auch die Ausrede, die Sache öffentlich zu machen würde Schande auf Jehova bringen. Also schluckte ich das Schweigen, meiner Mutter konnte ich nicht zu viel erzählen, da sie keine Zeugin Jehovas ist. Ich wollte Gott nicht in Verruf bringen, also nahm ich die Misshandlung einfach hin; verbale und körperliche Misshandlung und sexuellen Missbrauch durch einen Mann, der mein Ehemann war. Schließlich erzählte mir ein Nachbar von mir von einem Schutzhaus für misshandelte Frauen. Ich rief sie an, und natürlich erzählte ich ihnen nicht, dass der Mann einer von Jehovas Zeugen war, denn ich muss wieder die Organisation und Jehova in Schutz nehmen, wie man uns sagte. Die vom Schutzhaus sagten mir, es gebe so viele Frauen, die unter prügelnden Zeugen Jehovas litten. ich war schockiert und dachte, so etwas dürfte bei Jehovas Zeugen doch eigentlich nicht üblich sein. Ich erklärte den Ältesten, dass ich von ihm weggehen müsste, wenn er mir in einem Wutanfall nicht den Schädel spalten sollte. Die Ältesten gaben mir den Rat, ich sollte keine weltlichen Organisationen (Schutzhäuser) um Hilfe bitten, sondern mich stattdessen auf Jehova verlassen. Da Jehova meinen Mann immer noch stoppen musste, mich zu misshandeln, sagte ich ihnen, sie würden mich nicht vergiften. Die Ältesten hatten kein anderes Konzept, wie sie Frauen beistehen konnten, die misshandelt wurden, als mit ihnen zu beten und Bibelstellen über das Ausharren vorzulesen. Die Schutzhäuser verstanden die Psychologie der Schläger, die sie missbilligten. Das Schutzhaus nahm sich meiner und meiner drei Kinder an, gab uns Essen und Kleidung und klärte mich auf. Ich war ihnen sehr dankbar. Die Ältesten taten nichts anderes, als mir ein schlechtes Gefühl zu machen, weil ich draußen Hilfe gesucht hatte. Es verging eine Zeit, und mit der Ermutigung der Ältesten ging ich in meine Wohnung zurück, um zu versuchen, mich mit meinem Mann zu versöhnen. Stattdessen entführte er meine Kinder und benutzte dabei die Versammlung als Netzwerk - verschiedene Brüder und Schwestern versteckten meine Kinder vor mir. Das war im Königreichssaal von Garden Grove, Kalifornien, und auch ein Ältester war beteiligt. Für mehrere Wochen verlor ich jeden Kontakt zu meinen Kindern, die Ältesten sagten mir, ich solle auf Jehova vertrauen und vor den Behörden schweigen, während sie mit meinem Mann zusammenarbeiteten, um mich daran zu hindern, meine Kinder zu sehen. Ihre Argumentation war, da er das Haupt des Hauhaltes sei, habe er das Recht, mir meine Kinder wegzunehmen. Ich schrieb an die Zentrale der Zeugen Jehovas in Brooklyn, NY. Die Ältesten erhielten von der Zentrale die Anweisung, eine Ansprache über Respekt vor Autorität in der Versammlung zu halten und mich so als schlechten Menschen darzustellen, weil ich versuchte, meine Kinder zu finden. Ich habe nichts weiter unternommen, weil ich keine Schande auf Jehova bringen oder die Versammlung in Garden Grove verunglimpfen wollte. Als letzte Möglichkeit ging ich schließlich zur Polizei und führte Klage, und erst da arbeitete jemand mit mir zusammen, um meine Kinder zurückzubekommen.

 

Vieles an dem, wie es gehandhabt wurde, war falsch. Die Ältesten sollten nie jemandem davon abraten, zu den Behörden zu gehen, wenn man misshandelt wird. Sie sollten sich nie in Sorgerechtsdinge einmischen. Als mein Exmann schließlich wieder Zugang zu meinen Kindern hatte, vergifteten er und seine neue Frau weiter meine Kinder gegen mich, indem sie ihnen erzählten, ich sei ein schlechter Mensch, weil ich nicht regelmäßig die Versammlung besuchte. So viel zu brüderlicher Liebe. Bis heute habe ich nicht die beste Beziehung zu meinen Kindern, der Grund ist, wie man die Organisation benutzte, um uns zu verletzen. Aus diesen Gründen bin ich untätig, obwohl sie wollen, dass jedermann draußen sie für nett findet. Meine Erfahrung ist, dass sie drinnen entsetzlich sind.

Danke fürs Zuhören

 

MA

 

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Ich erinnere mich nicht an sexuellen Missbrauch in der Kindheit. Mein Vater, ein Zeuge Jehovas, wachte über mich wie ein Falke, und er ließ mich nie mit IRGENDEINEM männlichen Erwachsenen außerhalb der Familie allein. Und die Personen in meiner Familie waren Gott sei Dank ehrliche und vertrauenswürdige Zeugen Jehovas. Mein jüngerer Bruder wurde andererseits von jemandem in der Versammlung belästigt, weigert sich aber, darüber zu reden oder den Täter zu nennen. Er sprach mit seiner Frau nur darüber, als er trank. Jetzt sagt er nur noch, es geh niemanden etwas an. Dich ICH WURDE schrecklich behandelt und öffentlich gedemütigt, als ich meinen Exmann wegen häusliche Gewalt bei der Polizei anzeigte und er verhaftet wurde. Ich hatte die Ältesten viele Male um Hilfe gebeten und erhielt immer den Rat, "eine Antwort, wenn mild, wendet Zorn ab." In meinem Fall machte eine milde Antwort oder Schweigen die Sache immer noch schlimmer. Mein Exmann brauchte ebenfalls dringend Hilfe. In seiner Familie hatte es Suizid, Missbrauch und Alkoholismus gegeben, als er jung war. Stattdessen entzogen sie ihm schließlich einfach die Gemeinschaft, um ihn aus dem Gesicht zu kriegen, weil sie wirklich niemandem irgendwie helfen können, außer dass sie hm Bibelstellen vorlesen. Es war nicht Sache der Ältesten, in komplizierten Dingen Rat zu geben, dazu waren sie eindeutig unqualifiziert. Als ich an eine Scheidung dachte, nachdem mein Ex mehrmals untreu geworden war, wurde mir dringend geraten, ihm zu vergeben, obwohl die Ältesten von den körperlichen Misshandlungen wussten. Während ich und meine beiden Kinder n einem Frauenschutzhaus lebten, hörte ich davon, dass an jenem Abend im Königreichssaal eine "Ansprache" im Hinblick auf meine Situation gehalten werden sollte. Ich nahm Verbindung zu einem Ältesten auf, der sagte, die Brüder hätten gehofft, mit mir zu reden, doch obwohl sie es nicht hatten, sollte die Ansprache dennoch gehalten werden. Ich traf Vorbereitungen für eine Fahrt zum Königreichssaal. Ich stand mit tränen im Flur, als eine Ansprache über das "Bezeichnen" gehalten wurde, um die Versammlung (40 Verkündiger, also wusste jeder, worüber sie redeten) zu warnen, keinen Umgang mit jemandem zu haben, der öffentliche Schande über Jehovas Organisation bringe, der zu den Behörden ginge und den Mann einsperren ließe, anstatt sich in seiner Situation auf die Versammlungsältesten zu verlassen. Und der Älteste, der die Ansprache hielt, wiederholte vor der ganzen Versammlung Wort für Wort ein persönliches und vertrauliches Gespräch, dass ich einige Zeit vor der Verhaftung mit ihm hatte, als ich die Ältesten wegen einiger Zweifel an meinem Glauben um geistige Hilfe und Leitung bat. Er sagte: "Könnt ihr euch eine Schwester in der Versammlung VORSTELLEN, eine Zeugin Jehovas, die so etwas sagt?" Er beging also an mir Verrat. Nach der Ansprache stand ich im Vorraum, Tränen liefen mir im Gesicht herunter und ich sagte dem Ältesten: "Das ist bösartig! Das ist absolut bösartig! Wie kannst du es wagen?" Er schüttelte nur mit dem Kopf. Doch das war nur der Anfang. Ich könnte tagelang weitererzählen. Die Organisation misshandelt die Misshandelten auf vielen Ebenen. Meine ganze weitere Familie besteht aus Zeugen Jehovas, und, wie ihr euch vorstellen könnt, auch meine "Freundinnen" und Gefährten. Wenn ich zufällig einem von ihnen begegne, sehen sie mich bis heute so an, als wollten sie sagen: "Bist du noch nicht tot? Wir wollten es als Anschlag benutzen, was mit denen passiert, die gehen." Ich werde ihnen nie die Befriedigung verschaffen, dass sie mich unglücklich machen. Es ist ihr Verlust. Danke, dass wir alle hier einen Ort haben, wo wir unseren Gefühlen freien Lauf lassen können. 

L J

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Kurz nachdem meine Mutter ihren dritten Mann heiratete, begann sie mit den Zeugen zu studieren. Mein jüngerer Bruder besuchte mit ihr die Zusammenkünfte, aber ich war nicht interessiert. Ihr man war sehr dagegen, und schließlich verließ sie ihn deswegen. Sie wusste, dass sie nicht wieder heiraten konnte. Als er zu studieren begann, kehrte sie zu ihm zurück. Ich war damals elf, und er versuchte. mich zu missbrauchen. Gott sei Dank widerstand ich ihm und behielt die Oberhand, aber meine Mutter weigerte sich, mir zu glauben. Ich glaube, es war für sie nicht wichtig genug, um einen Mann zu verlassen, der studierte, um Zeuge Jehovas zu werden. Zumindest war das, was ich über zwei Jahrzehnte lang glaubte. Jetzt frage ich mich, ob sie mit meinen Anschuldigungen zu den Ältesten ging und ihr gesagt wurde, sie nicht zur Kenntnis zu nehmen. Ich weiß es nicht. Jetzt ist es mir egal, weil ich mich, meine Stiefkinder oder jemand anderen nicht Leuten unterordnen will, die sich weigern, etwas zu unternehmen, wenn es um ein Kind geht.

Ich schimpfte auch über die seelische Misshandlung durch meinen Stiefvater. Immer studierte er, und selbst nachdem er getauft war, waren Dinge wie jeden Tag heißes Wasser ein Luxus, und besondere Nahrungsmittel wie echte Milch behielt er für sich selbst. Er nannte meinen Bruder, der damals erst neun Jahre alt war, einen Schwulen, weil er mit meiner Mutter schmusen wollte. Als mein Bruder 16 war, war auf einmal sein Hund verschwunden. Er suchte drei Tage lang nach dem Hund, bis er entdeckte, dass sein Stiefvater ihn erschossen und auf einem Feld liegen gelassen hatte. Wir bezahlten unsere eigene Schulkleidung und andere notwendige Dinge. Und als meine Periode begann, kaufte er mir meinen ersten Karton mit Slipeinlagen und sagte mir dann, weil es das erste Mal war, sei es nicht meine Schuld, aber künftig müsse ich damit rechnen, sie selbst zu bezahlen. Sobald mein Bruder von der High Schule abging, warf er ihn aus dem Haus. Mein Bruder fuhr vier Stunden lang bei Regen auf der Ladefläche eines Kleinlasters, um in einem anderen Bundesstaat Arbeit zu finden. Er lebte mehrere Monate lang auf einem Zeltplatz, bis er sich ein Zimmer leisten konnte. Was für ein Geschenk zum Schulabschluss!

Inzwischen verließ ich unser Zuhause mit dreizehn, weil mir sowohl meine Mutter als auch mein Stiefvater erzählten, es gäbe nur einen Grund, warum der Teufel im Haus sei: weil ich da sei. Seht, ich weigerte mich immer noch, zu den Versammlungen zu gehen. Ich zog zu meinem alkoholkranken Vater, der mich die nächsten drei Jahre lang prügelte. Ich kam an Drogen und wurde davon und den Schlägen sehr krank, so zog ich mit 16 wieder zurück zu Mutter und Stiefvater. Es hatte sich nicht viel dort geändert. Der Stiefvater war immer noch sehr grausam, und die Mutter verschloss lieber die Augen vor der Situation. Kaum zu glauben, aber auch ich begann ein Studium mit den Zeugen. Ein Zeuge Jehovas hatte Interesse an mir gewonnen und bot mir an, ihn zu heiraten, damit er mir ein stabiles Zuhause bieten konnte. Mit fliegenden Fahnen heiratete ich mit 17.

Natürlich war mein Mann ein kompletter Wahnsinniger! In diesem Punkt will ich die Ältesten allerdings in Schutz nehmen. Als ich wegen der körperlichen Misshandlungen und seines völlig unberechenbaren Verhaltens zu ihnen ging, gaben sie ihm Rat. Früher gaben sie auch meinem Stiefvater den Rat, ein liebevolleres Familienhaupt zu sein, aber nichts wurde erzwungen. Er und mein Mann taten im Grunde, was sie wollten. Nachdem mein Bruder aus dem Bundesstaat weggezogen war, folgten wird, weil ich es nicht aushielt, getrennt von ihm zu sein, und meinem Mann war es zu peinlich, in der Kleinstadt, in der wir lebten, zu bleiben, weil ich ihn mit Hilfe eines Ältesten aus einer Nachbarversammlung, der auch Arzt war, in ein psychiatrisches Krankenhaus hatte einliefern lassen.

Aber als wir in den anderen Bundesstaat zogen, gingen die Dinge den Bach herunter. Die Misshandlungen wurden viel schlimmer, und die Ältesten der neuen Versammlung waren nicht so hilfreich. Ich war ein paar Jahre lang allgemeine Pionierin, gab das aber wieder auf, als ein anderer Bruder und ich sich zueinander hingezogen zu fühlen begannen. Wir begingen keinen Ehebruch, aber die Anziehung war da. Ironischerweise denke ich, dass sie diese Anziehung vor allem deshalb entwickelte, weil dieser Bruder die verheerenden Auswirkungen der Misshandlung durch meinen Mann sah. Ich fühlte mich sehr unrein und gestand es den Ältesten. Danach schien die Ältesten mein Elend noch weniger zu interessieren. Man sagte mir, wenn ich Jehova genug lieben würde, könnte ich den seelischen Terror und die Misshandlungen meines Mannes ertragen. Als ich ihn mit Hilfe eines Psychiaters zum zweiten Mal ins Irrenhaus einliefern ließ (ein Richter ordnete es an, weil mein Leben in Gefahr war), hatte ich GENUG! In der Zwischenzeit hatte man auch eine junge Schwester, die ich sehr mochte, ausgeschlossen, weil sie nicht berichtet hatte, dass ein anderer Bruder sie vergewaltigt hatte. Ich reichte meine Scheidung ein und schrieb meinen Austrittsbrief an die Ältesten. Als sie mich baten, mit ihnen zusammenzukommen, warnten sie mich noch einmal, ich sollte bei meinem Mann bleiben und mich auf Jehova verlassen, um den Misshandlungen standzuhalten. Ich sagte ihnen, selbst wenn mein Mann zu Jesus selbst würde, könnte ich nicht mit ihm verheiratet bleiben. Anstatt mir zu erlauben, die Gemeinschaft zu verlassen, entzogen sie mir die Gemeinschaft. Ich nehme an, das war, damit es so aussah, als ob sie mich hinauswarfen und ich nicht von selbst ging.

Seither sind fast 17 Jahre vergangen, und gelegentlich höre ich etwas von meinem Bruder, aber ich hatte keinen Kontakt zu meiner Mutter und meinem Stiefvater. Die ersten paar Jahre waren schwierig, aber jetzt ist mein Leben um so vieles besser. Ich litt allerdings in einer zweiten Ehe und reiste herum, bis ich einen Ort fand, wo ich Wurzeln schlagen wollte. In den vergangenen neun Jahren habe ich einen Collegeabschluss gemacht und bin einem wunderbaren Mann begegnet, den ich geheiratet habe. Ironischerweise ist er ein christlicherer Ehemann als viele andere, die ich kannte, obwohl er kein Bibelforscher ist. Er setzt mich a die erste Stelle, und ich versuche jeden Tag dasselbe.

Nach all diesen Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas entschied ich, dass ich Frieden im Leben brauchte. Ich habe ihn jetzt, weil ich nicht mit Leuten Umgang pflege, die Kindesmissbrauch oder Gewalt gegen Frauen begehen oder auch nur gutheißen. Für euch alle, die ihr mit Missbrauch oder Misshandlung lebt und Angst habt, die Wachtturm-Organisation zu verlassen, weil das bedeutet, alles und jeden, das ihr kennt, zu verlassen, seid euch des folgenden versichert: Erstens, ihr könnt auch dann eine Beziehung zu Gott haben. Zweitens, obwohl ihr wählerisch sein sollt, wem ihr vertraut, gibt es draußen eine ganze Welt voller Menschen, die gern eure Familie werden wollen. Ich habe viele Freundinnen etwa im Alter meiner Mutter, die gern ihre Lücke ausfüllen und meinen, sie sei verrückt, dass sie keinen Umgang mit mir hat. Drittens, wenn ihr eine derartige Unsinnreligion verlasst, werdet ihr erkennen, dass ihr besser dran seid ohne Leute, die das Misshandeln von Frauen und Kindern gutheißen oder dies selbst tun. Bestenfalls sind sie dumm, schlimmstenfalls böse. Heute Abend werde ich ein Gebet für die schweigenden Lämmer sprechen. Möge Gott euch segnen und bewahren, während ihr euren Weg in diesem Leben findet.

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Mein Herz ist schwer, nachdem ich so viele Geschichten von schweigenden Lämmern gelesen habe. Ich war viele Jahre lang ein schweigendes Lamm und erkannte das erst vor kurzem. Und ich werde ein schweigendes Lamm bleiben, weil ich Vergeltung fürchte, wenn meine Identität bekannt ist. Meine Erfahrungen mit einem misshandelnden Ehemann und lieblosen, unfähigen Ältesten scheint zu verblassen im Vergleich zu vielem, was ich hier gelesen habe. Aber ich will sie den übrigen hinzufügen, weil es den Anschein hat, dass unsere vereinten Schreie mit wachsender Zahl lauter und wir selbst stärker werden.

  Vor etwa 20 Jahren, in einem Neuenglandstaat, war ich eine begeisterte neue Zeugin, die kürzlich wieder geheiratet hatte, und mein neuer Mann studierte auch die Bibel. Aus meiner ersten Ehe hatte ich drei kleine Kinder. Kurz nach unsere Hochzeit, und sobald mein neuer Mann Zeuge geworden war, begannen die Misshandlungen. Zuerst war es unterschwellige seelische Misshandlung ... ständige Kritik an den Kindern und mir, immer bekritteln und beschimpfen, er fegte die Teller vom Tisch, wenn ihn jemand oder etwas ärgerte; er zertrat absichtlich ein Lieblingsspielzeug, das am Ende des Tages noch draußen lag. Dann wurde es härter und spürbarer ... er schleuderte die Kinder in Wut am Arm herum, drückte sie zu Boden oder schob sie aus der Tür, er würgte mich, wenn ihn etwas ärgerte, das ich sagte (immer zu Hause im Privaten und nie öffentlich). Es gab nie blaue Flecken als Beweis. Er war wirklich eine Persönlichkeit wie Jekyll & Hyde, er seine böse Seite vor der Hochzeit nie gezeigt hatte.

  In den ersten paar Jahren versuchte ich, einen Ausgleich zu schaffen, indem ich die vollkommene kleine Zeugenfrau war und versuchte, ihn nie zu verärgern, um Konflikten aus dem Weg zu gehen, ich habe die Misshandlungen immer bagatellisiert und Entschuldigungen für seine Bemerkungen und Angriffe gefunden, aber als sie allmählich schlimmer wurden, trug ich das Problem den Ältesten in unserer Versammlung vor. Unglücklicherweise für mich war mein Mann zu der Zeit wirklich beliebt geworden -- sozusagen ein Kumpel für Kumpel. Niemand konnte glauben, dass er das tat oder sagte, wessen ich ihn beschuldigte. Sie kannten ihn nur als den freundlichen, umgänglichen Bruder im Königreichssaal, der laut die Lieder sang, Gebete sprach und an der Lautsprecheranlage saß. Ich habe das soziale Klima als "Kumpelclique" beschreiben hören. Natürlich war seine Erwiderung auf meine Anschuldigungen, dass ich mich nicht unterordnete und "meine" Kinder aus der Kontrolle geratene Flegel waren, denen er "Disziplin" beizubringen suchte.

  Jahrelang beteten meine Kinder und ich um einen Ausweg aus der eskalierenden Missbrauchssituation. Seine Misshandlungen mischte er nun mit Isolation und exzessiver Kontrolle. Meine eigene Familie hatte mich enterbt, als ich Zeugin wurde, so konnte ich mich an niemanden wenden. In meiner Verzweiflung schrieb ich an die Gesellschaft um Anleitung. Die Antwort war nur ein Formbrief, in dem mir gesagt wurde, ich solle weiter zu den Ältesten gehen. Diese Antwort war schlimmer als keine. Mein Brief an sie war ein Flehen um Hilfe, da meine Ältesten durch ihren Mangel an Verständnis und ihre Tendenz, sich auf die Seite meines Mannes zu stellen, meine Situation nur noch schlimmer machten. Dann wurde, um die Sache noch schlimmer zu machen, eine Kopie meines Briefes an sie und ihre Antwort an die falsche Versammlung geschickt, und nun war eine zweite Gruppe von Ältesten informiert, die jetzt die Einzelheiten kannten. Ich hatte gehofft und gebetet (tatsächlich jeden Tag ängstlich erwartet) um irgendein seelisches und geistiges Interesse und um Leitung, und alles, was ich bekam, war ein liebloser Formbrief. Es war solch eine Enttäuschung. Ich warf ihn in den Mülleimer.

  Unser Familienleben bewegte sich auf einer Spirale nach unten. Meine Freundinnen in der Versammlung wussten nicht, wie sie auf unsere Situation reagieren sollten, daher wurde die Kinder und ich oft nicht eingeladen. Nachdem ich die Ältesten einschaltete, wurden die Misshandlungen und seine Drohungen noch schlimmer. Es gab Tage und Wochen, in denen er mich mit Schweigen strafte, nur unterbrochen durch plötzliche Wutausbrüche, Misshandlung und Gewalt. Er hielt Geld und Fahrmöglichkeiten zurück, nahm den Wagen mit zur Arbeit und ließ mich mit einem riesigen, alten, verbeulten Truck da sitzen, von dem er dachte, dass ich ihn nicht fahren könnte.

   Wäre ich keine Zeugin gewesen, hätte ich ihn bei erster Gelegenheit verlassen. Stattdessen betete ich und wartete auf die Ältesten und Jehova. Einmal wurde mir der Rat gegeben, so zu tun, als lebten wir zu Hause mit einem wilden Bär "... wenn der Bär wütend ist, hält man sich von ihm fern." Ich habe mich oft gefragt, ob man mir diesen Rat auch dann gegen würde, wenn es sich um die eigene Tochter handelte und dies die Enkel im Has mit dem "Bär" wären.

  Die Jahre dieser zunehmenden Misshandlunge waren wie eine langsame Folter, sie wurden schlimmer und kein Ende war in Sicht. Mein Glaube an Gott wurde wirklich auf die Probe gestellt. Schließlich endete alles in einer Nacht der Gewalt, bei der unter anderem mein Sohn brutal getreten wurde, weil er ein Glas mit Erdnussbutter nicht weggestellt hatte, bei der meine Tochter wiederholt geschlagen wurde, weil sie gerade da hereinschneite, und bei der ich besinnungslos geschlagen wurde, weil ich einzugreifen versuchte. Die Polizei wurde von meiner hysterischen Tochter gerufen, die aus dem Haus zu einer Telefonzelle rannte, als mein Mann mich auf ihrem Bett würgte. Am nächsten Tag erhielt ich auf den Rat der Polizei hin eine Anordnung, dass er sich fernzuhalten habe.

  Dort dort endet es nicht: Das Tüpfelchen auf dem i war, als wir zum nächsten Treffen in den Königreichssaal gingen und und sahen, dass mein Mann mit einem Ältesten und seiner Familie angekommen war und bei ihnen saß! Hätte irgendein Szenario deutlicher zu der Versammlung sprechen können! Was dann in den folgenden Wochen geschah, war, dass ich "bezeichnet" wurde und ich und meine Kinder noch mehr sozial isoliert waren. Man sagte mir, ich dürfe wegen meiner Handlungsweise keine Pionierin sein (der Schritt, den ich unternommen hatte, um eine Trennung zu erreichen). Eine Schwester, die mir immer Zuflucht geboten hatte, wenn die Kinder und ich zu unserer eigenen Sicherheit aus dem Haus fliehen mussten, erzählte mir Jahre später, sie hätte den Rat erhalten, sich von mir und meiner Situation fern zu halten. Wo waren die Liebe und das Mitgefühl, zu denen Jakobus 1:27 so offensichtlich aufrief, wo ermahnt wird, sich der Waisen und Witwen in ihrer Drangsal anzunehmen?

  Seitdem haben ich und meine Kinder es irgendwie fertig gebracht, uns zusammenzureißen und irgendwie zu fähigen Erwachsenen zu werden. Jeder von uns hat in den gewählten Berufen Erfolge und Respekt erzielt. Ja, auch ich, eine misshandelte Frau, ich habe irgendwie die Selbstachtung wieder gefunden und bin eine erfolgreiche Geschäftsfrau geworden. Ich blieb über 12 Jahre unverheiratet und habe nie einen Mann in unser Haus gelassen, während meine Kinder noch aufwuchsen. Die Zeit hat gezeigt, dass wir in diesem Fiasko die Unschuldigen waren. Meinem Exmann wurde schließlich aus anderen Gründen die Gemeinschaft entzogen, und er hat sich als der Verlierer und Schuldige erwiesen. Aber trösteten uns die Ältesten oder andere in der Versammlung oder entschuldigten sie sich, als mit der Zeit, offensichtlich wurde, dass meine Kinder und ich die Opfer und unschuldig waren? NEIN. Nur meine langjährige Freundin kam und weinte, als sie mir kürzlich erzählte, wie schrecklich sie sich fühlte, als sie sich vor so vielen Jahren auf Anweisung der Ältesten von mir zurückzog.

  Ich muss nicht noch extra sagen, dass diese Jahre einen schrecklichen Preis in Bezug auf unserer geistige Gesinnung forderten. Ich versuchte nie mehr, den Pionierdienst aufzunehmen, nachdem man mir gesagt hatte, ich dürfe es nicht. Keines meiner Kinder ist heute ein Zeuge, und zwei von ihnen haben unter schweren Depressionsanfällen gelitten. Ich denke, sie wurden geschwächt durch so viele unbeantwortete Gebete um Hilfe und ihr Wissen, dass unsere gefährliche und verzweifelte Situation von den Ältesten angezweifelt und bagatellisiert wurde.

  Mich bekümmert immer noch, dass ich den Unsinn so lange habe laufen lassen. Ich konnte die Misshandlungen gegen mich aushalten, aber meine Kinder hätten das nie ertragen sollen. Sie waren wirklich gute Kinder und hatten das nicht verdient. Wir wären besser dran gewesen, wäre ich beim ersten Missrauch gleich aus der ehe ausgebrochen. Ja, es gibt biblische Regeln für das Leben, die befolgt werden müssen, aber der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass Jehova nicht will, dass Frauen und Kinder misshandelt werden! Mir gelang es, mich in den Jahren so grade an der Wahrheit festzuhalten, und ich bin heute immer noch aktive Zeugin, aber allein durch Jehovas Gnade und die Erkenntnis, dass er alles richtig stellen wird. Älter und weiser, weiß ich jetzt, dass jeder von uns für die eigenen Entscheidungen und unseren Stand bei Jehova verantwortlich ist. Verletzung und Misshandlung zu entgehen, ist nicht falsch. Es ist klug. Wenn eine Situation in sich falsch ist ... dann ist sie es wahrscheinlich! Verlasst sie!

  Ich weiß, dass unser liebevoller Gott Jehova Zorn empfindet über die Geschichten, die wir uns hier mitteilen und die einem den Magen umdrehen. Er wird die Bösen und die Misshandelnden bestrafen, und die Entscheidungsträger, die sich falsch auf die Seite der Misshandelnden geschlagen haben, während sie den Opfern Liebe und Mitleid verweigern. Seine Arme sind offen für alle schweigenden Lämmer, um uns zu trösten und zu heilen. - Von einer Überlebenden

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Wow, ich habe die Geschichten auf deiner Webseite gelesen (von der ich eben erst durch einen Zeitungsartikel erfuhr), und ich dachte, ich sollte meine Geschichte auch auf deine Liste setzen. Ich glaube nicht, dass meine Erfahrung so schrecklich oder dramatisch ist wie das, was ich auf deiner Webseite gelesen habe, und ich meine nicht, dass ich zu demselben Schluss kam, nachdem ich meine Erfahrung überlebt habe, aber ... ich dachte doch, ich veröffentliche hier etwas.

Ich wuchs als Zeuge Jehovas auf und hätte ein Musterkind für Jehovas-Zeugen-Werte sein können. Im Alter von 13, 14, 15 Jahren hielt ich mit anderen Kindern in der Schule mein eigenes Bibelstudium ab, und sie schleppten oft ihre Kirchenältesten und Priester an, damit sie mit mir redeten, weil meine "Erkenntnis" aus der Bibel viel umfassender war als das ihre und sie Unterstützung brauchten. Ich war sicher, dass ich nach der High School Missionar der Zeugen Jehovas usw. würde. Doch ich lebte in einem Haus, wo mein Vater (ein Ältester) und meine Stiefmutter Missbrauch trieben. Nicht sexuell, sondern sie misshandelten uns seelisch und körperlich. Meine ältere Schwester war von zu Hause fort gegangen, als sie 14 war, um bei ihrer Mutter zu leben, nur weil sie die Misshandlungen nicht länger ertragen konnte. Ich glaubte andererseits, dass ich mich wie ein guter Zeuge Jehovas herausheben musste, und nahm alles hin: die Misshandlungen, die Schläge, den Essensentzug als Strafe, dass ich nicht zu Hause sein durfte, wenn niemand anders da war, und dass ich dann in den Pferdeanhänger kriechen musste, um mich zu wärmen, wenn man mich mitten im Winter von Wyoming draußen ließ. 

Mein Vater zog häufig mit uns um, und immer dachte ich, das habe damit zu tun, dass die anderen Zeugen Jehovas schließlich die Misshandlungen merkten und begannen, Bemerkungen zu machen. Aber letztlich hat niemand in der Versammlung etwas unternommen. Obwohl sie davon wussten oder zumindest spürten, was da los war, versuchte niemand zu helfen.

So lief ich mit 16 Jahren von zu Hause weg. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich landete in einer anderen Stadt in Utah, und nach ein paar Tagen erkannte ich, dass ich nicht in der Lage wäre zu überleben, ohne etwas Extremes zu tun, z.B. Geld stehlen. So wandte ich mich an die Polizei um Hilfe. Ich traf einen wunderbaren Polizeibeamten, Lt. Dobson in St. George, Utah. Er war nett und fürsorglich, aber letztlich sagte er mir, ich müsse zu meinem Vater zurückkehren. Ich erklärte, dass ich dann wieder ausreißen würde. Ich hatte die Entscheidung getroffen, nie mehr bei diesen Leuten zu leben.

So ... Entschuldigung, dass ich bis hierher so lange gebraucht habe, aber das sind Dinge, die wir alle gemeinsam haben. Als mein Vater mich von der Polizeistation abholte, stellte er klar, dass er etwas finden wolle, wo ich leben konnte, bei einem anderen Familienangehörigen oder sonst wohin er mich schicken könnte, und das ging für mich in Ordnung. Was er allerdings auch klar machte: Er war wütend, dass ich der Polizei gesagt hatte, wir seien Zeugen Jehovas. In seinem Denken war es das Schlimmste, was passieren konnte, dass die Polizei von Misshandlungen bei einer Zeugenfamilie erfahren hatte. Es gab keine Diskussion, wie das Problem zu lösen sei, oder dass ich sein Sohn war, den er behalten wollte, das sehr lange Gespräch drehte sich allein darum, wie ich so etwas Schreckliches hatte tun und der Polizei erzählen können, dass ich ein Zeuge Jehovas sei. Und jetzt wollte er mich loswerden.

Das Gute daran ist, dass ich damals die Entscheidung traf, nichts mehr mit der Religion der Zeugen Jehovas, oder was das angeht, mit keiner Religion, zu tun haben zu wollen. Und jetzt, 22 Jahre später, bin ich glücklich, gut angepasst und vermisse weder meinen Vater noch die Zeugenreligion. Und mit beiden habe ich nichts zu tun.

SM

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Ich bin eine ehemalige Zeugin Jehovas und war 15 Jahre lang mit einem Zeugen Jehovas verheiratet, der mich sehr misshandelt hat. Wenn ich diese Artikel lese, was andere durchgemacht haben: Ich war in einer sehr ähnlichen Situation. So etwa im ersten Jahr unserer Ehe war es sehr gut. Ich weiß nicht, was passierte, aber mein Mann wurde völlig anders. Er wurde sehr eigensinnig und misshandelte mich. Ich ging zu seinem Vater, der damals Aufseher der Versammlung war. Er sprach mit seinem Sohn, und das Problem eskalierte. Zu der Zeit hatten wir keine Kinder. Etwa um 1971 ging ich zu einigen Dienern (damals nannte man sie noch nicht Älteste). Sie fragten mich, ob ich etwas getan hätte, das ihn wütend machte. Ich wusste sofort, dass sie mir nicht glauben würden. Überdies hatten sie alle meinen Mann gekannt, seit er ein paar Jahre alt war.


Nachdem ich das dreieinhalb Jahre ausgehalten hatte, war ich bereit zu gehen. Ich entdeckte, dass ich ein Kind bekam. Er war sehr glücklich darüber, und ich dachte, vielleicht würde er sich ändern. Das tat er auch für eine gewisse Zeit. Ich war in den ganzen neun Monaten sehr krank und musste mit ihm, und wie er mich öffentlich misshandelte, fertig werden. Ich gebar ein gesundes Mädchen. Wir gingen weiter zu den Zusammenkünften, und ich fühlte mich so schlecht, weil ich eine Maske vortäuschte. Er war dieser entsetzliche Mensch zu Hause, und wenn er in den Königreichssaal oder in den Predigtdienst ging, war er wie ausgewechselt. Er begann die Kleine zu schlagen, als sie drei Wochen alt war. Ich empfand das als sehr beunruhigend. Ich ging zu seinem Vater und erzählte es ihm, und er war sehr verärgert. Er sagte ihm, wenn er noch einmal seine Tochter schlüge, bekäme er es mit ihm zu tun. Er tat es weiter, und so ging ich zu ein paar Ältesten, und sie meinten, er täte das, was die Bibel sagt: "Wer seine Rute spart, verzieht das Kind." Das ging eine Zeitlang so weiter, dann bekam ich ein weiteres Mädchen. Ich sagte ihm, wenn er je wieder beginne, meine Kinder zu schlagen, würde ich gehen und beide mit mir nehmen. Er machte weiter, und so nahm ich meine Kinder und ging zu meiner Mutter, die in einem anderen Bundesstaat lebte. Sie war eine Zeugin Jehovas. Sie sagte mir, was ich täte, sei verkehrt, und ich solle wieder zu meinem Mann zurückkehren und zu Jehova beten, er solle die Sache in Ordnung bringen. Ich blieb für ein paar Wochen und ging dann nach Hause. Dann begann er, mich körperlich und seelisch zu misshandeln. Das ging ein paar Jahr so, wir waren in einer neuen Versammlung, da unsere sich geteilt hatte, und so ging ich zu einigen Ältesten. Und sie glaubten mir nicht. Ich sagte ihnen, dies geschehe vor meinen Kindern, die damals 3 und 4 Jahre alt waren. Das mache sie zu Nervenwracks. Ich betete weiter und hoffte, die Situation würde besser. Ich war sogar zu den Ältesten gegangen, als er mich geschlagen und ich ein blaues Auge hatte. Er sagte ihnen, wir hätten Softball gespielt und ihn ins Auge gekriegt. Ich war am Boden zerstört. Das ging die nächsten paar Jahre so weiter, und ich betete weiter zu Jehova um einen Ausweg. Ich wurde sehr krank und musste mich einer großen Operation unterziehen. Ich traf mit einer der Schwestern im Königreichssaal die Verabredung, dass sie sich um meine Töchter kümmerte. Ihr fiel auf, dass die Mädchen blaue Flecken am Körper hatten, und sie fragte, was geschehen sei. Ich sagte ihr, dass ihr Vater sie zu hart schlüge und dass ich zu den Ältesten gegangen war, sie mir aber nicht geglaubt hatten.

Nach meiner Operation betete ich, dass die Dinge besser würden, aber sie wurden es nicht. Mein Mann wollte noch ein Kind, und ich konnte keine Kinder mehr bekommen. Er ging raus und beging Ehebruch. Das gab er mir gegenüber zu, und so ging ich zu den Ältesten und sagte ihnen, was geschehen war. Sie arrangierten ein "Komitee" von Brüdern, das mit uns zusammenkommen sollte. Ich hatte Gründe für eine Scheidung von ihm, aber sie sagten immer wieder, ich solle bei der Familie bleiben, die brauche mich. Mein Mann hatte wirklich eine schlechte Einstellung, und ich hoffte, sie würden ihm die Gemeinschaft entziehen, aber das taten sie nicht. Er wurde "öffentlich zurechtgewiesen". Ich konnte mich nicht entschließen, was ich tun sollte. Die Ältesten riefen weiter an, ob wir uns wieder vertragen hätten. Ich sagte ihnen, ich brauchte mehr Zeit. Sie übten weiter Druck auf mich aus. Schließlich beschloss ich, bei ihm zu bleiben. Es war das Schlimmste, as ich je getan habe. Er misshandelte mich weiter, und nach sieben weiteren Jahren fand ich heraus, dass er Drogen nahm. Ich ging zu den Ältesten, und sie glaubten mir nicht. Er traf auch andere Frauen. Schließlich hatte ich genug und ging eines Morgens aus dem Haus und kam nie mehr zurück. Ich ließ es meine Kinder wissen, und sie kamen jedes Wochenende zu Besuch, sie sagten mir, wenn ich nicht gegangen wäre, hätte er mich umgebracht. Natürlich versuchten die Ältesten, mich zu erreichen. Ich tat nichts Falsches. Dann, eines Tages, nahm mein Mann die Mädchen und ich konnte sie nicht mehr finden. Es dauerte 11 Jahre, bis ich sie wieder fand. Inzwischen hatte er die Wahrheit verlassen und ging zur Kirche Gottes und Christi und ist dort Ältester. Seit 17 Jahren bin ich nun ausgeschlossen. Ich werde nie vergessen, wie ich von den Ältesten der Versammlung behandelt wurde. Mein eigener Schwager war Ältester und sagte schlimme Dinge. Einer der Ältesten hatte sogar den Nerv, das Gerücht über mich zu verbreiten, als ich gegangen war, sei ich Prostituierte geworden. Das ist alles andere als die Wahrheit, ich habe mehr Selbstachtung, als jemals so etwas zu tun. Ich wurde wegen Rauchens ausgeschlossen. Und nach allem, was ich durchmachte, war ich ein Nervenbündel.


Ich habe nie Ehebruch begangen oder mich mit anderen Männern verabredet. Ich bin heute wieder verheiratet und habe einen wundervollen Mann. Er ist kein Zeuge Jehovas, aber der beste Ehemann der Welt. Was ich selbst und meine Töchter mit den Ältesten und der Versammlung erlebt haben, ist nur die Spitze des Eisbergs. Meine Mädchen haben immer noch Erinnerungen daran, wie er sie schlug, und sie sind erwachsen und haben eigene Kinder. Meine beiden Töchter müssen zur Therapie gehen, die Probleme stecken ihnen immer noch im Kopf. Das alles hätte vermieden werden können, wenn sich die Ältesten um die Sache gekümmert hätten, sie hätten sich nur mich und meine Töchter anzusehen brauchen und die körperlichen Misshandlungen erkennen können.

Ich habe diese Geschichten von missbrauchten und misshandelten Kindern gelesen, und sie brechen mir das Herz. In einer Organisation, in der Liebe und Vertrauen da sein sollten, werden diese Kinder sexuell missbraucht, und das wird ihnen für den Rest ihres Lebens anhängen, und daran zu denken, dass die Ältesten diese Taten begehen, lsst sich mir den Magen umdrehen.

PB

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Etwa vor zwölf Jahren begegnete ich meinem Mann, der ein Zeuge Jehovas war. Damals und bis zur Hochzeit, und selbst noch NACH der Hochzeit, wusste ich nicht, dass er Zeuge Jehovas war. Ich wusste nicht einmal, was das bedeutete. Damals war er so etwas wie ein Diener an dem kleinen Fenster im Hinterteil des Saales, wo es die Buchbestellungen und dergleichen gab. Jedenfalls, nachdem wir eine Woche oder zwei verheiratet waren, schleppte er mich zum ersten Mal mit in den Saal. Drinnen trennte er sich von mir, und ich fühlte mich anfangs sehr unbehaglich ... dann schließlich kam er und setzte sich zu mir, nachdem er ein paar Frauen gebeten hatte, zu kommen und mit mir zu reden. Woraus dann natürlich ein kostenloses Bibelstudium wurde. Innerhalb eines Monats wurden meine persönlichen Besitztümer wie meine Bibel ... die nach ihrer Definition nicht die RICHTIGE war ... King-James-Version, mein Kreuz, Ohrringe meiner verstorbenen Mutter, deren Besitz nach ihrer Richtung etwas Böses ist, plus zahlreiche weitere Dinge kaputt gemacht ... meine Engelsflügel usw.. Dann, als meine Kinder, die ich mit in die Ehe brachte, sich weigerten, in den Königreichssaal zu gehen, und über die groben Bemerkungen ihnen gegenüber ärgerlich wurden, weil sie nicht in der "Wahrheit" seien und so ... jedenfalls in dem Königreichssaal, in den wir gingen, war es üblich, die Hand zu heben, wenn man einen Kommentar geben wollte, stieß mich mein Mann leicht an, ich solle meine Hand heben. Wenn ich es nicht tat, war es später schlimm. Beleidigungen, die man sich nicht vorstellen konnte. Da begann ich mir über das alles Fragen zu stellen.

Als nächstes begann er mich zu schlagen ... z.B. wenn meine Kinder nicht still gesessen hatten, selbst die einfachsten Dinge haben ihn einen Rüffel erteilen lassen. Nun, ich ging und erzählte den Frauen, dass wir dieses kostenlose Bibelstudium haben wollten, und sie erzählten es den Ältesten ... zwei Älteste kamen heraus, um mit uns zu reden ... großer Fehler ... riesiger Fehler ... das machte die Dinge schlimmer ... so hielt ich still und versuchte eine gute Frau zu sein ...

Stellt euch vor, man hat mir gesagt, ich sollte es nicht mit den Frauen, die zu mir zum Studium kamen, besprechen ...Dann wurden aufgrund seiner Gewalt die Kinder von zu Hause entfernt. Es wurde so schlimm, dass ich noch einmal zu den Ältesten ging, und sie gaben mir Unterstützung ... die Unterstützung, die sie mir gaben, war, dass ich mehr Geduld und Verständnis haben sollte und solch einen Quatsch. Wussten sie nicht, dass ich mir aufgrund der Schläge so wertlos vorkam, dass ich die Zeugen Jehovas nur noch als SCHLECHT anzusehen begann? Eines Abends war ich die ganzen Schläge so leid, dass ich versuchte, mir das Leben zu nehmen. Damals meinte ich, das wäre das Richtige, man hat mir das Gefühl gegeben, ich sei das Problem ... und inzwischen klang der Tod mehr nach Freund und das Leben mehr nach Feind. Ich meine, ich bin in einer ehe und werde seelisch und körperlich misshandelt, und alles, was ich hören konnte, war, dass ich nicht in der Wahrheit sei. So beschloss ich, dem allen ein Ende zu machen. Diesmal wurde ich ins Krankenhaus gebracht. Damals machten die Ältesten das, was sie "bezeichnen" oder so nannten ... dann geschah etwas ... ein Prediger sprach mit mir und sagte, dass ich Hilfe brauchte. Ich begann eine Therapie. Ich glaube, um die Zeit herum wurde er ausgeschlossen, weil ich nicht meinen Mund hielt. Wie oft sollte der Arzt denn noch glauben, dass ich gegen die Wand gestoßen oder einfach gefallen bin? Was dann geschah, war noch schlimmer ... wir gingen in den Saal, und er musste seinen Mund halten. Er musste alles zurückhalten, bis wir alleine waren. Das war schlimm ...


Wir trennten uns eine Zeitlang, und ich begann, wieder mehr Selbstvertrauen aufzubauen, und bekam meine Kinder wieder. Das nächste, was ich weiß, war, dass er wollte, dass wir in unserer Ehe einen Neubeginn machen sollten. Und das haben wir ...


Jetzt kommt, wie alles endete. Vor ein paar Wochen kamen einige Älteste in unser Haus und luden ihn wieder in den Saal ein. Er ging zu allen Zusammenkünften ... diese Woche ging er dann zu einem großen Kongress. Der dauerte drei Tage. Er kam nach Hause zurück und saß im Schlafzimmer und las, und ich ging hinein und setzte mich, um zu reden... Er begann, über den bösen Kasten (Fernsehen) zu reden und dann übers Internet (böse) und wurde wütend und erbost auf mich. Er hat mich nicht geschlagen. Aber während ich hier sitze und dies schreibe ... weiß ich nur eins sicher ... Ich habe meine eigene Meinung über die Organisation.

RP

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Kürzlich fand ich deine Webseite und wünschte, ich hätte sie schon lange gekannt. Ich war 18 Jahre lang Zeugin Jehovas - Neun Jahre davon diente ich as allgemeine Pionierin. Ich war mit einem "Bruder" verheiratet, der Alkoholiker war und dennoch Dienstamtgehilfe in der Versammlung.

Im Verlauf der sechseinhalb Jahre, die wir verheiratet waren, steigerte er sich von Beschimpfungen über seelische und dann körperliche Misshandlungen. Die meisten Abende kam er nach Hause und hatte bereits eine Flasche Wein intus, und der folgte dann zu Hause noch eine. Je mehr er trank, umso gewalttätiger wurde er. Kurz nach unserer Heirat schickte er meine beiden Teenagersöhne aus dem Haus. Weil ich keine Schande über die Versammlung bringen und meinem Mann "unterwürfig" sein wollte, hörte ich auf die Brüder, die sagten, es sei Zeit, dass sie gingen, weil sie rebellisch seien. Heute verstehe ich, dass sie gegen seine Unterdrückung rebellierten und ihn als den elenden Typen sehen konnten, der er war.

Nach nur einem Jahr dieser Beziehung hatte ich nicht mehr die seelische Stärke, zurückzukämpfen oder auch nur zu verstehen, dass meine Kinder mich brauchten. Ich konnte nicht für sie eintreten oder sie schützen. Nachdem er meine Kinder rausgeworfen hatte, hatte er freie Bahn, mich körperlich zu misshandeln. Das ging fast sechs Jahre so, ehe ich schließlich zugab (auch vor mir selbst), dass da ein echtes Problem war. Aufgrund seiner Wut und Gewalt wurde ich viele Male geschlagen, gegen Wände geworfen, öffentlich geohrfeigt, aus einem fahrenden Auto geworfen - um nur ein paar Dinge zu erwähnen. Weil er mich auf den Kopf schlug, habe ich 25% meines Gehörs verloren.

Als ich es den Brüdern erzählte, glaubten sie mir nicht, weil nie Narben zu sehen waren. Aus irgendeinem Grund glaubte ich, dass Jehova es zu seiner zeit in Ordnung bringen würde. Also, das geschah nicht. Aber Jehova gab mir meinen Frieden. Eines Abends, kurz nachdem ich von einer recht großen Operation zurückgekommen war, spuckte mein Mann mir ins Gesicht. Mein heute erwachsener Sohn war zu Besuch und kam herein, als es passierte. Es war kein Geheimnis mehr. Weniger als eine Woche später beging mein Mann Ehebruch - ich reichte sofort die Scheidung ein. Ein Leben in Scham und Heimlichtuerei zu führen war mein Vergehen, und ich hatte Angst, es den Brüdern zu erzählen. Ich machte bei alldem den Pionierdienst weiter und ertrug mein Leid mit Schweigen. Jahrelang konnte ich nicht einmal vor mir selbst zugeben, dass ich misshandelt worden war. Natürlich dachte ich, es sei meine Schuld - hätte ich ihn nicht bloß dieses oder jenes gefragt oder länger gewartet. Ich war eine treue Ehefrau - tat all das - arbeitete Vollzeit und versuchte doch, ein behagliches Zuhause zu schaffen und einen mörderischen Pionierzeitplan zu erfüllen.

Heute ärgere ich mich nicht mehr über meine Erfahrung, weil ich wirklich Gottes Liebe erfahren und ein Herz voller Mitgefühl für Menschen habe. Aber ich muss zugeben, dass es etwas Schlimmeres gab als das, was mir mein Mann antat - ich fühlte mich von den Ältesten in der Versammlung nicht unterstützt. Die Wahrheit ist, dass sie Verrat an mir übten - besonders die Brüder, die mir am nächsten waren. Das sind die, die zum Essen und Trinken zu einem kommen und einen selbst und seine Mittel benutzen, um ihre Mängel zu kompensieren.

Nachdem die Ältesten die Untreue meines Mannes entdeckten (die er eine Zeitlang verheimlichte), wurde er bloß zurechtgewiesen. Sie wussten, dass er keine Reue zeigte - selbst seine Haltung ihnen gegenüber war arrogant. Die Wahrheit ist, dass ich glaube, dass viele Älteste einfach wie eine "Seilschaft" sind und sich wenig um das Opfer kümmern. Ich habe das immer wieder gesehen - sie behalten ihre schmutzigen kleinen Geheimnisse (wie das Befummeln von Frauen, wenn sie zuviel trinken) für sich, als könne Jehova es nicht sehen. Nachdem ich von der Pionierliste weg war - ich wurde behandelt wie eine Ausgestoßene, auch wenn ich der "unschuldige" Teil war, der nur versuchte, Jehova zu dienen. Wie schmerzlich zu wissen, dass mein früherer Mann in der Versammlung immer noch in gutem Ansehen steht, obwohl er immer noch Alkoholmissbrauch treibt.

Ich bleib noch etwa zwei Jahre danach in der Versammlung - und bemühte mich zu verstehen, wie meine Situation schlecht gehandhabt wurde, und ich beginne andere Schwestern in derselben Zwangslage zu sehen. Zum ersten Mal in 18 Jahren begann ich, zu bezweifeln, ob dies wirklich die wahre Religion ist - War dies Gottes Organisation? Mit der Zeit geschahen so viele Dinge, die unverhohlene Verletzungen selbst meines eigenen Moralkodex waren, dass ich mich bei dem Gedanken, noch eine weitere Zusammenkunft zu besuchen, erstickt fühlte.

Im September 2000 verließ ich die Versammlung, nachdem ich die Ältesten bei wenigstens vier Gelegenheiten um Hilfe gebeten hatte, weil ich keine Antwort bekommen konnte. Ich kam in diese Organisation, um mein Verhältnis zu Gott zu stärken - nur fühlte ich mich nach 18 Jahren Dienst entfernter von Gott als je zuvor. Ich konnte einfach nicht bleiben, weil das, was ich erfuhr, mehr Schmerz erzeugte, als ich ertragen konnte. Natürlich wurde ich als Abtrünnige bezeichnet, obwohl ich nicht unmoralisch gehandelt oder anderes Fehlverhalten gezeigt hatte.

Jetzt endlich bin ich im Frieden mit mir und habe entdeckt, dass der Gott, dem ich diene und den ich kenne, einer ist, der mich liebt und den ich lieben kann. Ich begann, auf die "kleine innere Stimme" zu hören und fand den Gott meiner Kindheit wieder - einen, der tröstet und mit Leben umfängt. Ich bin so dankbar. Diese Erfahrung lehrte mich die Bedeutung bedingungsloser Liebe - und wenn wir Gottes Liebe nicht bedingungslos kennen und vertrauen können, wessen Liebe können wir dann vertrauen?? Heute kann ich pharisäerhafte Organisationen erkennen, und obwohl ich keinen Weg verdamme, bis ich dankbar, dass ich aus solch einer heraus bin (Offenbarung 18:4).

Und am wichtigsten, ich habe drei enge Freundinnen, die in der Organisation schlecht behandelt wurden. Eine, die versuchte, sich das Leben zu nehmen. Dies sind geistig gesinnte Menschen mit Liebe zu Gott und der Wahrheit, und auch sie beginnen, den Weg des Lebens zu gehen. Ich bin dankbar, dass ich für sie da sein konnte, als ich niemanden außer Jehova hatte, an den ich mich wenden konnte. Er hat mich seither jeden Tag im Leben geleitet - ich bin jetzt mit einem wunderbaren, geistig gesinnten Mann verheiratet und habe zwei weitere schöne Söhne. Meine eigenen Söhne haben mir vergeben, wie sie aufwuchsen, und wir sind auf dem Weg der Heilung.

Meine Absicht im Leben ist es, anderen zu helfen - sie zu ermutigen, nach innen zu sehen, wie besonders Gott sie erschuf, und sie brauchen keinen Mann und keine Organisation als Mittler. Ich möchte, dass die Menschen die Wahrheit über ihr Sein erkennen - nur dann können wir Freiheit finden.

Diesen Morgen um 5:30 Uhr rief eine meiner lieben "Schwestern" an, um mir zu sagen, dass Gott zu ihrem Herzen gesprochen hat und sie deutlich sehen kann. Seht, bei mehreren Gelegenheiten hat sie versucht,, sich das Leben zu nehmen, anstatt in einer Ehe mit einem sehr bekannten Ältesten zu bleiben, der sie misshandelte. Schließlich fand sie die Kraft, die Polizei zu rufen - er ist im Gefängnis. Obwohl sie mit ihrem Körper bezahlte (ihr Arm, der durch ein Fenster gesteckt wurde, musste mit fast 20 Stichen genäht werden), sind wir dankbar, dass sie nicht mit dem Rest ihres Lebens bezahlt hat.

Eines der am lautesten schreienden, offensichtlichen Probleme ist, dass die Organisation der Zeugen Jehovas dazu neigt, im Missbrauch zu verharren. In allen seinen hässlichen Formen ist sie aus zwei Gründen ein Nährboden für Missbrauch und Misshandlung:

1. Die Ältesten wollen mit nichts zu tun haben - wenn man Probleme hat, besonders wenn es öffentlich bekannt wurde - lassen sie einen fallen. An wen soll man sich dann wenden?

2. Wenn man die Stimme erhebt - wird man geächtet und es wird gesagt, man verursache Spaltungen. Wenn man Fragen stellt, wird man als abtrünnig bezeichnet.

Ich habe es immer für bemerkenswert gehalten, wenn so genannte "Weltmenschen" in ihrem Leben Probleme haben, dann neigen sie dazu, zu ihren geistlichen Führern zu gehen. Jehovas Zeugen andererseits haben niemanden, an den man sich wenden kann.

Der Mut und die Liebe, die du zeigst, weil du für alle aufstehst, die schweigend gelitten haben, lässt mein Herz jubeln. Ich danke dir persönlich und werde mein Möglichstes tun, um dich in deinen Bemühungen zu unterstützen. Danke für deine Lauterkeit und Aufrichtigkeit und für ein Forum, dass schließlich ein Ventil für mich wurde, um mir dies von der Seele zu reden.

JJ

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Ich habe gerade diese Geschichten über misshandelte Frauen gelesen, Schwestern in der Wahrheit auf deiner Silentlambs-Webseite. Bill, du und ich, wir haben vor einiger Zeit mehr über das Thema Kindesmissbrauch gesprochen ... alle meine sechs Kinder wurden von ihrem Vater missbraucht, einem Bruder, der immer noch in gutem Ansehen steht!

Wenn ich einige dieser Geschichten lese ... bricht es mir um euch alle, Schwestern, das Herz. Das wirklich Traurige ist, dass man weiß, dass es VIELEN so geht!

Jehovas Herz muss immer wieder brechen, aber er wird dafür sorgen, dass die Übeltäter, die Schänder, für ihre Taten Rechenschaft werden ablegen müssen.

Meine Geschichte würde viele der Situationen, von denen ich hier gelesen habe, wiederholen, und eines Tages werde ich sie hier veröffentlichen. Warum ich jetzt aber schreibe, ist, dass ich Verbindung zu anderen Schwestern mit denselben Erfahrungen herstellen will.

Ich bin immer noch aktive Zeugin Jehovas, besuche immer noch die Versammlung, in der mein Exmann in gutem Ansehen steht (er stellte es so dar, dass das Gericht anordnete, dass ich nicht mit den Kindern umziehen darf - ich darf umziehen, darf aber nicht die Kinder mitnehmen). Ich würde gern Verbindung zu anderen Schwestern haben, die auch noch aktive Zeuginnen Jehovas sind. Ich sage nicht, dass ich mich weigere, mit Schwestern zu reden, die die Wahrheit verlassen haben, oder mit Frauen, die nie getauft wurden oder nicht mehr zu den Zusammenkünften gehen und die Wahrheit aufgaben ... aber ich würde mich weigern, mit Personen zu reden, die mich zu überreden versuchten, die Wahrheit zu verlassen.

Jeder kann mich unter cen45324@centurytel.net erreichen, wenn er mehr Informationen braucht oder daran interessiert ist, Verbindung zu vielen Schwestern herzustellen, die diese Art von Missbrauch erlebt haben.

Ich heiße Andee. Ich bin in den Vierzigern, geschieden, behindert, Mutter von sechs ganz besonderen Kindern und kämpfe so gut ich kann in diesen letzten Tagen ums Überleben.

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Ich heiratete einen Zeugen Jehovas und wurde dann selbst eine. Unser Sohn wurde geboren, und mein Exmann begann, ihn zu schütteln, als er ein Baby war, und ihn dann zu schlagen, als aus dem Jungen ein Kleinkind wurde. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass mein Exmann damals seelisch krank war. Wir brauchten eine Beratung. Ich ging zu den Ältesten, weil ich wusste, dass diese Situation offensichtlich nicht so weiter gehen konnte. Ihre erste Reaktion war: "Lass das nicht an die Zeitungen gehen, du darfst es niemandem erzählen." Ich bekam keinerlei Hilfe, so musste ich das Haus mit meinem Sohn verlassen, ehe er mich umbrachte. Das hat sich jahrelang auf mich ausgewirkt, und häufig habe ich die Ältesten um Hilfe oder irgend jemanden gebeten, mit mir zu reden. Immer wurde mir gesagt, ich sollte still sein und dürfte es niemandem sagen. Mein Sohn ist jetzt 15 Jahre alt und hat seelische Narben. Seit er acht war, hatte er Kinderpsychologen, wen auch immer, jedenfalls reihenweise. Jahrelang hat er sich selbst verletzt. Er schlägt mit seinem Kopf, beißt sich und schneidet sich in den Arm. Es ist so tragisch, das zu sehen. Das les hätte vermieden werden können, hätten wir von Anfang an Hilfe suchen dürfen. Wenn jemand einen Vorschlag hat, wie man meinem Sohn helfen kann, wäre ich dankbar dafür. Ich muss nicht noch extra betonen, dass ich heute wiedergeborene Christin bin.

 

MB

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Ich habe in den vergangenen 24 Stunden viel über mein altes Leben nachgedacht.

Während dieser angstvollen Stunden und der ruhelosen Nacht gingen mir so viele zufällige Gedanken durch den Kopf. Ich musste mich hinsetzen und einfach die Worte auf Papier fallen lassen. Dies ist, was ich ohne Nachdenken schrieb:

"Gebrochene Schreie,
gefangen in meiner Kehle,
finden nie den Weg zum Mund,
während sein heißer Atem meine Sinne bedrängt.

'Du gehörst mir', sagt er.
Schleimige Hände gleiten über meine Gänsehaut,
geh weg, geh weg, lass mich in Ruhe.
Aber die Worte können nicht heraus,
weil ich so taub bin."

Ich beginne meine Geschichte und sage in aller Aufrichtigkeit, dass mein Mann mich nie geschlagen hat. Ich weiß, dass ich weitaus glücklicher bin als viele andere in dieser Hinsicht. Ich füge hinzu, dass ich mich nicht als Misshandlungsopfer sehe. Ich bin Misshandlungsüberlebende.

Früher konnte ich Misshandlung nur aufgrund körperlicher Male definieren. Ich glaubte, wenn es nicht schwarz oder blau war, hätte ich nicht das Recht zu denken oder zu sagen, ich wurde misshandelt. Ich finde jetzt interessant, wie ein Lexikon "Misshandlung" definiert [Anmerkung des Übersetzers: Im Englischen wird für Misshandlung und Missbrauch dasselbe Wort benutzt]:

"Misshandlung, Missbrauch
tr.v. missbrauchen, missbrauchend, missbraucht haben
falsch oder unangemessen missbrauchen: Alkohol missbrauchen; ein Vorrecht missbrauchen.
durch Misshandlung verletzen.
jmd. sexuelle Handlungen aufnötigen: vergewaltigen oder belästigen.
jmd. mit verächtlichen, ordinären oder beleidigenden Worten überfallen; schmähen.

n.
Falscher Gebrauch: Missbrauch von Macht, von Drogen.
Körperliche, eheliche Misshandlung.
Sexueller Missbrauch.
Unrichtige oder falsche Praxis: eine Behörde missbraucht Bürger.
Beleidigende oder ordinäre Sprache: verbale Misshandlung."

Ich trage keine körperlichen Narben von seinen Händen. Die Frage, ob die körperliche Krankheit, an der ich heute leide, die Folge von jahrelangem Stress ist (von den Dingen, denen er mich unterwarf), wird unter meinen Ärzten immer noch diskutiert. Am Ende zahlt der Körper den Preis für Jahre, die man in einem ständigen Panikzustand verbringt.

Ich wuchs in der "Wahrheit" auf, und so war in mir die märchenhafte Vorstellung, dass die meisten Zeugen ihre Frauen lieben, "wie sie sich selbst lieben". Misshandlung ihrer Frauen war etwas, was nur "weltliche" Männer taten.

Ich sagte ihm vom ersten Tag unserer Beziehung an, wenn ich je bei einem Mann sei, der mich schlüge, würde ich ihn ohne zweite Chance verlassen. Ich glaube auch, dass mein Exmann meinen Vater fürchtete, der ein Mann mit fast seiner Statur ist und mehr Kraft hat als er. Seine Technik war List und Heimlichkeit; seine Waffen der Wahl waren Worte, körperliche Einschüchterung, sexuelle Nötigung und die Androhung körperlicher Gewalt, die immer da war, kaum unter der Oberfläche. Er begann früh mit der seelischen Manipulation, während wir noch miteinander gingen. Ich war völlig unerfahren. Damit meine ich, dass ich davor so sehr vom anderen Geschlecht abgeschirmt war, dass ich noch nie geküsst worden war.

Plötzlich befand ich mich in der Situation, wo ich jedes Mal, wenn wir allein waren, seine flinken Finger abwehren musste. Ich glaubte nicht, dass ich das Recht hatte, daran etwas zu tun oder ihm zu sagen, er solle aufhören. Nebenbei war er Dienstamtgehilfe und ich nur eine einfache Verkündigerin. Sicher würde er nichts tun, was nicht in Ordnung war, oder? Er liebte mich, er wollte doch wohl nicht meine Beziehung zu Gott stören?

Nachdem wir verheiratet waren und mehr über Sex lernte, forschte ich in ein paar alten Wachtturm-Bänden nach. Ich las Artikel, die im Jahr nach meiner Geburt veröffentlicht wurden, aber immer noch der neueste Stoff zu dem Thema waren. Ich erkannte, dass wir "zu weit gegangen" waren (nach Wachtturm-Definition), indem wir vor der Ehe "Petting" betrieben.

Ich zeigte meinem Mann den Artikel und sagte, wir müssten zu den Ältesten gehen. Er war wütend. Er bestand darauf, dass wir es keinem sagen müssten, dass es "Okay" war. Als ich im schließlich sagte, mein Gewissen lasse mir keine Ruhe und ich würde mit ihnen Reden, willigte er schließlich ein. Wir wurden privat zurechtgewiesen, und obwohl unsere Familien dies (bis heute!) nicht wissen, litt ich unter einer schweren Depression und extremen Schuldgefühlen, die mich quälten. Ich fühlte mich so schmutzig, schuldig, wertlos, dass ich zu dem Schluss kam, ich müsse alles, was mein Mann mir antat, verdienen.

Er musste mich also nie schlagen, um mich ihm unterwürfig zu machen, weil ich bereits seelische Gefangene war. Die Frau, die ich war, glaubte, dass ihr Körper nicht ihr gehöre und "Nein" ein Wort war, dass man nie zu seinem Mann sagt, wenn er das ihm Zustehende wollte. Schließlich war er mein "ehelicher Besitzer", und ich hatte keine Rechte. Er betonte die Vorkehrung des "Hauptes" und erinnerte mich ständig an meinen "Platz".

Ich wurde suizidgefährdet, hatte Depressionen und begann, gesundheitliche Probleme zu entwickeln. Ich bekam fast ein Magengeschwür und verlor viel Gewicht. Meine "weltlichen" Arbeitskollegen begannen, Selbstgebackenes mitzubringen und auf meinen Schreibtisch zu legen, weil sie sich Sorgen um mich machten. Ich war ein wandelndes Skelett. Mit der Zeit nahmen seine körperlichen Einschüchterungen zu. Er drückte mich nicht mit meinen Armen gegen die Wand, warf nicht mit Dingen, blockierte die Tür, so konnte ich nicht gehen, wenn er in Wut war. Er stoppte immer kurz vor den Schlägen, aber die Bedrohung durch körperliche Gewalt hing immer über mir. Natürlich beschimpfte er mich auch auf unflätige Weise, aus allem und jedem Grund. Er nannte mich dämlich und war wütend über Dinge, auf die ich keinen Einfluss hatte. Ein Beispiel ist, dass er über die Preise beim Lebensmittelhändler wütete, wenn er doch selbst die Liste geschrieben hatte für das, was ich ihm kochen sollte. Wenn ich vor etwas lief und mir einen blauen Flecken am Arm holte, sah er sich das an und sagte: "Die Leute denken noch, ich würde dich schlagen." An so etwas dachte ich damals nicht, aber jetzt erkenne ich, dass das doch zeigt, wie er um seinen Ruf besorgt war.

Später (nach meiner Scheidung) sagte eine langjährige Bekannt, die keine Zeugin Jehovas ist, zu mir: "Ich habe mir immer Sorgen gemacht, wenn ich sah, dass du dich für alles entschuldigt hast. Du konntest ihn nicht zufrieden stellen. Ich erkannte, wenn es draußen regnete und er nass wurde, würde er dir dafür auch noch die Schuld geben und sich dann nicht entschuldigen."

Beschimpft zu werden war nicht das, was mich am meisten störte. Seit fast dem Anfang unserer Ehe versuchte er, mich dazu zu zwingen, Oralsex mit ihm zu haben. Ein "liebes" kleines Zeugen-Jehovas-Mädchen, das in tödlicher Angst vor dem großen Tag Gottes der Heerscharen lebt, kann man ebenso gut zwingen, Prostituierte zu werden. Er ließ mir keine Ruhe, war jedes Mal immer wütender, jahrelang. Ich weigerte mich weiterhin, zitierte Wachtturm-Artikel und sagte ihm, dies sei einmal ein Vergehen gewesen, das einen Gemeinschaftsentzug nach sich zog. Es interessierte ihn nicht. Ich bat ihn, mich damit in Ruhe zu lassen, und sagte ihm, ich versuchte nur, Jehova zu gefallen. Seine Antwort war: "Jehova will, dass du deinem Mann gefällst. Er wird dich dafür nicht bestrafen."

Er begann ständig Streit anzufangen und mich anzuschreien, und welches Problem auch immer am Anfang stand, es lief immer darauf hinaus, dass er frustriert war und im Schlafzimmer nicht seinen Willen bekam. Schließlich zerbröselte meine Entschlossenheit, denn auch wenn ich "wusste", dass Gott mich verdammen und ich als unmoralisch sterben würde, hatte ich nicht den Wunsch zu leben, also spielte es sowieso keine Rolle mehr. Ich litt unter unglaublichen Schuldgefühlen, besonders wenn er mir sagte, "ich wolle es ja auch so wie er."

Ich dachte nie, dass man seine fordernde sexuelle Handlungsweise als Missbrauch ansehen könnte, er schlug mich nie besinnungslos oder hielt mich fest und vergewaltigte mich. Wiederum: Ich dachte, dass mein Körper nicht mir gehört, dass ich kein Recht hatte, ihm das ihm Zustehende "vorzuenthalten".

Meine Hände zittern immer noch, wenn ich an die Male denke, wo ich aufwachte und er auf mir lag, und mir dreht sich der Magen um, wenn ich an die Zeit zurückdenke, als ich ihn körperlich abwehren musste.

Unsere Scheidung lief. Ich schlief bereits in einem anderen Raum des Hauses, und zwar schon monatelang. Wir lebten nicht wie Frau und Mann, und ich musste ihm deutlich machen, dass ich ihn nicht in meiner Nähe haben wollte. Der einzige Grund, warum wir noch im selben Haus wohnten, war, dass ich mit meinem kleinen Kind nirgendwohin gehen konnte und er sich weigerte, auszuziehen.

An jenem Abend begann er, mich zu begrapschen, und ich schob ihn weg. Ich sagte ihm Nein, und schon bald hielt er mich gegen die Wand fest. Er ist ein großer Mann. Ich hatte Angst, wollte, dass er aufhörte, ich denke nicht, dass ich ihn überwältigen konnte. Dann plötzlich wurde ich wirklich wütend. Ich sah in seine Augen und sagte: "Dir ist es egal, dass ich das nicht will?" Seine Augen spiegelten pure Wut wider. Es war klar, dass der einzige Grund, warum er mich wollte, der war, dass ich ihn nicht wollte. Er hielt mich an den Handgelenken fest, und schließlich sagte ich zu ihm: "Wenn du dies tust, wirst du dein Kind nie wieder sehen." Er dachte einen langen Augenblick darüber nach, ehe er mich schließlich losließ. Er wusste, dass ich es ernst meinte, und ich glaube, er kam zu dem Schluss, dass es das nicht wert war. Er ließ los und stürmte aus dem Haus. Ich ging auch raus und ließ mir so bald wie möglich eine Injektion zur Geburtenkontrolle geben, damit er mich nicht schwängern konnte, wenn er es wieder versuchte.

Glücklicherweise versuchte er es nicht.

Meine Familie weiß nichts von alldem. Sie wissen nicht von den perversen Fetischen (und hier spreche ich nicht von Oralsex), die ich fast sieben Jahre lang anbrachte in dem Versuch, eine "gute christliche Ehefrau" zu sein, Dinge, die ich mit ins Grab nehmen werde.

Meine Familie, und die einmal meine Freunde waren, denken immer noch, dass ich die "Böse" bin, weil ich "ihn verlassen habe" und auch "die Wahrheit verlassen" habe. Meine Schwester, die einzige Angehörige, die etwas von dem weiß, was ich durchgemacht habe, ist wütend, dass ich es nicht "den Ältesten gesagt" habe. Sie denkt, dann wäre er ausgeschlossen worden und nicht ich. Sie ist so unglaublich naiv. Ich hatte nicht den Wunsch, meinem Los im Leben noch eine öffentliche Demütigung hinzuzufügen, und ich wusste, dass mit den Ältesten reden nicht das geringste Gute gebracht hätte.

Ich hatte bereits versucht, über mehrere Punkte mit ihnen zu reden. Ich habe meinen Mann gebeten, mit mir zur Eheberatung zu gehen, und stattdessen schickte er mich: er sagte, ich sei verrückt. Meine Psychiaterin weiß nur von seinen Kontrollproblemen (er ließ mich nicht das Scheckbuch haben, er ließ mich den ganzen Tag über mit dem Kleinkind im Haus, während er arbeitete/in die Bar ging/mit Freunden aus war, er sagte mir, was ich anziehen sollte, wie ich mein Haar tragen sollte, wie viel ich wiegen solle), und sie sagte mir, nicht ich sei es, die Probleme hätte. Sie warnte mich, wenn ich zuließ, dass er mich misshandelte, so wie er es tat, würde ich am Ende den Verstand verlieren.

Ich unternahm einen letzten Versuch, die Ältesten zu bitten, ihn unter Kontrolle zu halten. Ich ließ alles Sexuelle aus dem Gespräch heraus und erzählte ihnen von den Beschimpfungen usw. Sie sagten ihm, er solle sich unter Kontrolle bringen. Dann sagten sie mir, er sei depressiv und ich auch, daher solle ich Geduld mit ihm haben. Ob ihr es glaubt oder nicht: Sie lasen mir eine Bibelstelle über die Frau Hiobs vor. Dann gingen sie, Und mein Exmann wurde nur noch böser.

Ich wusste, dass die Organisation mir nicht helfen würde, mein Schwiegervater war Vorsitz führender Aufseher unserer Versammlung, und damit hatte mein Exmann das große Los gezogen und konnte tun, was er wollte. Ich erkannte, dass es an mir war, die Situation zu verlassen. Es war nicht leicht, aber ich tat es. Wenn ich es kann, kann es jeder.

Viele haben Geschichten wie diese, die meisten sind schlimmer als meine. Ich erhebe jetzt die Stimme, weil Frauen verstehen müssen, dass es Missbrauch und Misshandlung in vielen Formen gibt. er überschreitet alle religiösen und sozioökonomischen Grenzen. Es ist so heimtückisch, weil der Misshandelnde oder Missbrauchende den Missbrauchten davon überzeugt, dass er verdient, was er bekommt, sonst würden sie es sich nicht gefallen lassen.

Mein Exmann sagte immer wieder zu mir: "Glaubst du, jemand anders behandelt dich besser als ich?" Schließlich kam der Tat, dass ich es glaubte, und es geschah. Ich erinnere mich, als ich erstmals meinem zweiten Mann (damals Verlobter) anvertraute, was mir passiert war und warum ich kein Vertrauen zu Männern hatte, da sagte er etwas zu mir, was ich nie vergessen werde: "In unserer Ehe wirst du immer wissen, dass du das Recht hast, Nein zu sagen. Ich hoffe, dass du dich sicher fühlst und nie gehen möchtest."

Bei ihm fühlte ich mich immer sicher. Es ist eine ganz andere Welt. Er war nie etwas anderes zu mir als freundlich, gütig und liebevoll, und ich hatte nie Angst oder wollte Nein sagen. Jetzt bin ich sicher und zufrieden und fühle mich im eigenen Haus ruhig. Und so sollte es auch sein.

Manchmal habe ich noch Rückerinnerungen und Alpträume. Manchmal daran, dass ich irgendwie nicht die Schuld an allem hatte oder Teil dessen war, was passierte. Ich habe nicht hart genug gekämpft, ich habe nachgegeben, also muss ich es auch gewollt haben, das ist die Botschaft, die mein Exmann mir immer wieder eintrichterte. Hin und wieder tauchen wieder die alten Prozesse machtvoll auf, und für den Teil einer Sekunde glaube ich wieder den Lügen, die er mir erzählt hat. In einem solchen Augenblick zweifle ich daran, ob ich mit Recht das Gefühl habe, dass er mich missbraucht hat. Aber dann wache ich auf und lege die Arme um meinen neuen Mann und denke darüber nach, wie er mich behandelt und vergleiche das mit meinem früheren Leben. Wenn ich das tue, habe ich keine Zweifel, dass ich als Ehefrau missbraucht wurde.

Wenn ihr missbraucht werdet, bitte holt euch Hilfe. Ihr könnt da rauskommen. Viele von uns konnten es. Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich es konnte und dass ich jetzt einen wirklichen Mann in meinem Leben habe, der mir geholfen hat, dass die alten Wunden heilen.

LP