Ansprache von Tom Carruthers
1.11.2001
Bruder Carruthers wird zu uns über das Thema sprechen: „Bleibe loyal gegenüber
Jehova“.
Ich denke, wir alle waren vergangene Woche sehr über die örtlichen Medien in
Bezug auf Jehovas Organisation überrascht, und was uns am meisten traurig
macht, ist nicht so sehr, wie die Leute uns als Einzelne betrachten mögen,
sondern die schreckliche Schande, die diese Anschuldigungen auf Jehovas Namen
selbst bringen. Loyale Anbeter Jehovas schmerzt nichts mehr als zu hören, dass
beleidigend über Jehovas Namen gesprochen wird, und während wir – natürlich
– erkennen mögen, dass es keinen Grund für solche Anschuldigungen gibt, dass
Jehovas Organisation Personen verbirgt oder schützt, die Kinder belästigen und
missbrauchen, ist es gut, wenn wir in der Lage sind, denen zu antworten, die uns
vielleicht darüber in unserem Dienst fragen, aufrichtig fragen.
Heute Abend werden wir uns daher einige Textverweise ansehen, und ich ermuntere
euch, sie aufzuschreiben und wenn ihr nach Hause geht, noch einmal als Familie
zu betrachten.
Die erste Quelle ist die Zeitschrift Erwachet! vom 8. Oktober 1993.
Erwachet! vom 8. Oktober 1993 – Vielleicht erinnert ihr euch, dass es
in dem ganzen Erwachet! darum ging, wie wir unsere Kinder gegen
Missbrauch schützen können, und auf Seite 5 lauteten die ersten beiden Absätze:
„Nachdem die Täter ihre perverse Lust an den Kindern
befriedigt haben, nachdem sie ihnen das Gefühl der Sicherheit und Unschuld
geraubt haben, verlangen sie von ihren Opfern noch mehr, nämlich zu schweigen.
Um das Schweigen sicherzustellen, benutzen sie Scham, Heimlichtuerei, aber auch
brutalen Terror. Kindern wird so ihre beste Waffe gegen den Missbrauch geraubt,
nämlich der Wille, zu erzählen, sich jemandem anzuvertrauen und einen
Erwachsenen um Schutz zu bitten. Tragischerweise
arbeitet oftmals die Erwachsenengesellschaft den Missbrauchenden in die Hände.
Inwiefern? Indem sie sich weigert, die Gefahr wahrzunehmen, indem sie das Thema
unter dem Mantel der Geheimhaltung hält und oft wiederholten Legenden glaubt.
Ignoranz, Fehlinformationen und das Schweigen bilden eine schützende Hecke um
den Täter, nicht um das Opfer.“ Klingt das so, als fördere
die Christenversammlung dieses Schweigen? Ganz und gar nicht.
Auf Seite 9 desselben Artikels steht ein Kasten mit der Überschrift: „Wenn das eigene Kind missbraucht wird“. Achtet wiederum auf diese Auszüge. Es heißt da: „Einige Fachleute raten, den Missbrauch so bald wie möglich
bei den Behörden anzuzeigen. In manchen Ländern ist dies vom Gesetz her
erforderlich. Andernorts bietet das Rechtssystem möglicherweise wenig Hoffnung
auf eine erfolgreiche Verfolgung des Falles. Eltern müssen daher jegliche vernünftige
Anstrengung unternehmen, um ihre Kinder zu schützen! Viele
verantwortungsbewusste Eltern entscheiden sich, für das missbrauchte Kind
professionelle Hilfe zu suchen. Wie bei jedem Arzt sollten Eltern sicherstellen,
dass derjenige, an den sie sich um Hilfe wenden, ihre religiöse Überzeugung
respektiert. Man muss seinem Kind helfen, das zerschlagene Selbstwertgefühl
wiederaufzubauen, indem man ihm gegenüber immer wieder seine elterliche Liebe
zum Ausdruck bringt.“
Jehovas Organisation möchte also sicher, dass Eltern ihre Kinder belehren, wie
sie sich schützen, und wir haben in all den Jahren die Eltern sicher ermuntert,
das zu tun.
Jetzt wollen wir uns in einer Bibelstelle Jehovas Sichtweise dieser
Angelegenheit ansehen. In 3. Mose 20:3-5 heißt es: „Und ich selbst werde mein Angesicht gegen diesen
Mann richten, und ich will ihn von den Reihen seines Volkes abschneiden, denn er
hat einen seiner Nachkommen dem Molech gegeben –“
Hier spricht Jehova also zu den Israeliten, wenn sie in das Land Kanaan gehen.
Natürlich hatten diese Kanaaniter widerwärtige Gewohnheiten. Ihre Kinder dem
Molech darzubringen schloss Kinderopfer und Unmoral mit Kindern ein. Und so
spricht Jehova darüber, was mit jemandem geschehen soll, der dies tut. Er fährt
fort: „... um meine
heilige Stätte zu verunreinigen und meinen heiligen Namen zu entweihen“.
Nun achtet auf folgendes: „Und wenn
das Volk des Landes willentlich die Augen vor diesem Mann verhüllen sollte,
wenn er einen seiner Nachkommen dem Molech gibt, indem man ihn nicht zu Tode
bringt, dann werde ich meinerseits bestimmt mein Angesicht gegen diesen Mann und
seine Familie richten, und ich werde ihn und alle, die mit ihm zusammen
unsittlichen Verkehr haben, indem sie unsittlichen Verkehr mit dem Molech haben,
tatsächlich von den Reihen ihres Volkes abschneiden.“
Hier sagte Jehova also den Israeliten: Ihr solltet dies nicht nur nicht tun,
sondern wenn ihr beobachtet, dass jemand anders dies tut, und ihr gebietet ihm
nicht Einhalt und bringt ihn nicht vor die Richter Israels, dann würde sich
Jehova dieser Person annehmen, er würde sie vom Volk abschneiden. Also wollte
Jehova nicht, dass die Israeliten solch ein Verhalten vertuschten.
Der zweite Artikel ist aus dem Wachtturm vom 1. Januar 1997, Seiten
26-29.
Dieser Artikel hat den Titel: Verabscheuen wir das Böse. Nun müssen wir zuerst
den Unterschied zwischen Vergebung von Sünden und dem Ernten dessen, was wir
gesät haben, verstehen. Wir wissen, dass Jehova ein vergebender Gott für die
ist, die wirklich bereuen. Wir denken an König David, an König Manasse, an
Saulus, der zum Apostel Paulus wurde. Sie begingen schreckliche Sünden, nicht
wahr? Sie begingen schreckliche Sünden gegen Jehova; sie begingen sogar Sünden
gegen die Mitisraeliten, gegen ihre Mitmenschen, aber weil sie bereuten, vergab
Jehova ihnen. Aber diese Männer mussten für den Rest ihres Lebens doch mit den
Folgen für ihre Taten leben. So beginnt der Artikel auf Seite 27 mit dem
Gedanken, wie zum Beispiel heute jemand, ehe er in die Wahrheit kam, unmoralisch
gelebt haben und sich an der Krankheit AIDS infiziert haben mag. Aber er kam in
die Wahrheit, er gab sich hin und ließ sich taufen, und er hat einen reinen
Stand vor Jehova Gott, doch Tatsache ist, er hat immer noch AIDS, er wird das
ernten und möglicherweise daran sterben. Der Artikel fährt nun fort, wie dies
auf jemanden zutreffen würde, der in der Vergangenheit Kinder belästigt hat:
„Für einen
Mann, der sich vor seiner Taufe des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig
gemacht hatte, könnte dies noch etwas anderes zur Folge haben. Wenn er die
Wahrheit kennen lernt, bereut er und kehrt um, so dass er diese schreckliche Sünde
nicht in die Versammlung trägt. Vielleicht macht er danach gute Fortschritte,
überwindet seine verkehrten Regungen vollständig und ist sogar geneigt, nach
einer verantwortungsvollen Stellung in der Versammlung zu ‚streben’. Was
aber, wenn ihm in der Öffentlichkeit nach wie vor ein schlechter Ruf als
ehemaliger Kinderschänder anhängt? Wäre er ‚untadelig’? Hätte er ‚ein
vortreffliches Zeugnis von Außenstehenden’, und wäre er ‚frei von
Anklage’?“ Der Artikel sagt: „Nein, das
wäre nicht der Fall. Somit würde er sich nicht für Vorrechte in der
Versammlung eignen.“
Es geht weiter unter der Überschrift: Wie steht es mit jemand, der ein Kind sexuell missbraucht? „Angenommen,
ein getaufter erwachsener Christ vergeht sich an einem Kind. Ist der Sünder so
böse, dass Jehova ihm nie vergeben wird? Nicht unbedingt. Tatsächlich
kann er von seinen Sünden reingewaschen werden, wenn er aufrichtig und von
Herzen bereut und von seiner Handlungsweise umkehrt. Allerdings muss er womöglich
nach wie vor gegen die verkehrten Regungen des Fleisches ankämpfen, die er
entwickelt hat. Und gewisse Folgen kann er womöglich nicht vermeiden. Je nach
Rechtslage in dem Land, in dem der Missbraucher lebt, kann es durchaus sein,
dass er eine Gefängnisstrafe oder andere vom Staat verhängte Strafen verbüßen
muss. Die Versammlung wird ihn davor nicht schützen. Überdies hat der Mann
eine schwerwiegende Schwäche erkennen lassen, die künftig in Betracht gezogen
werden muss. Wenn er reumütig zu sein scheint, wird man ihn ermuntern, geistig
Fortschritte zu machen, sich am Predigtdienst zu beteiligen und sogar Aufgaben
in der Theokratischen Predigtdienstschule zu halten sowie in der
Dienstzusammenkunft mitzuwirken, soweit damit kein Lehren verbunden ist. Das
bedeutet jedoch nicht, dass er sich eignet, in verantwortungsvoller Stellung in
der Versammlung zu dienen. Zum Schutz unserer Kinder gilt: Ein Mann, von dem
bekannt ist, dass er ein Kind sexuell missbraucht hat, eignet sich nicht, eine
verantwortungsvolle Stellung in der Versammlung zu bekleiden. Auch kann er nicht
als Pionier dienen oder eine andere Form besonderen Vollzeitdienstes verrichten.
... ist die Versammlung vor Jehova dafür verantwortlich, ihre Kinder zu schützen.“ Jehovas Organisation ist also sehr klar in ihren
Anweisungen an Versammlungsälteste über die Notwendigkeit, die Gesetze eines
Landes über das Anzeigen von Kindesmissbrauch zu befolgen. Älteste würden
niemals, ich wiederhole: niemals, Eltern davon abraten, solche Fälle den zuständigen
Behörden zu melden. Wir können also mit absolutem Vertrauen anderen zusichern,
dass solche Behauptungen falsch sind und eindeutig erklärten Grundsätzen der
Organisation entgegenstehen. In unserer Erwiderung an Personen, die uns zu den
Medienberichten fragen mögen, gibt es noch etwas anderes, was wir betrachten möchten.
Tatsächlich war das heute Abend in unseren Biblischen Höhepunkten.
Wendet euch bitte 2. Könige 18:25 zu, hier stand der Assyrer Rabschake
unterhalb der Stadtmauer und verspottete die Israeliten, die in Jerusalem waren.
In Vers 25 sagt Rabschake: „Nun, ist es ohne Ermächtigung von Jehova, dass ich gegen diesen Ort
heraufgekommen bin, um ihn zu verderben? Jehova selbst hat zu mir gesagt:
‚Zieh hinauf gegen dieses Land, und du sollst es verderben.‘“
Nun, ob Rabschake wirklich glaubte, dass Jehova ihm gesagt hatte, dies zu tun,
oder nicht, er behauptet, als einer der Vertreter Jehovas zu sprechen. Was war
Hiskias Erwiderung, und was sollten die Israeliten in diesem Fall nach der
Anweisung Hiskias tun? Nun, beachtet Vers 36: „Und das Volk schwieg still und antwortete ihm kein Wort, denn es war das
Gebot des Königs, das besagte: ‚Ihr sollt ihm nicht antworten.‘“
Und das passt zu dem Grundsatz aus Matthäus 17: 24-26, „Nachdem sie in Kapernaum angekommen waren, traten
die Männer, die die Doppeldrachme [Steuer] einzogen, an Petrus heran und
sagten: ‚Zahlt euer Lehrer die Doppeldrachme [Steuer] nicht?’ ‚Doch’,
sagte er. Als er aber ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor, indem er sprach:
‚Was denkst du, Simon: Von wem erhalten die Könige der Erde Abgaben oder
Kopfsteuer? Von ihren Söhnen oder von den Fremden?’ Als er sprach: ‚Von den
Fremden’, sagte Jesus zu ihm: ‚In Wirklichkeit sind dann die Söhne
steuerfrei’ –“
Vielleicht fragt ihr euch, was dies mit dem zu tun hat, worüber wir reden. Nun,
der Grundsatz hier ist: Petrus sprach unrichtigerweise für Jesus. Er
beantwortete etwas, das nur Jesus beantworten konnte. Petrus brauchte nicht für
Jesus zu antworten, nicht wahr? Der Grundsatz hier ist: Wir müssen wissen, wann
wir eine Frage oder Anschuldigung beantworten, und wann es außerhalb unserer
Ermächtigung liegt, auf eine Anschuldigung zu antworten. Wenn also unsere
Verwandten, Arbeitskollegen oder ein Wohnungsinhaber das Thema aufbringt und
eine Antwort haben möchte, sollten wir ihnen sicher eine Antwort geben, und wir
haben die Textverweise und können ihnen diese Punkte mitteilen.
Doch was ist, wenn die Medien wegen eines Interviews an uns herantreten, oder
sollten wir den Medien eigenmächtig Informationen zuschicken? Nein, wir sollten
aus dem lernen, was die Israeliten in Hiskias Tagen taten. Hiskia wies sie an,
still zu sein und nicht auf die Verspottungen zu antworten. Und das ist auch
unsere Haltung. Überlasst es den Versammlungsältesten und solchen in Ämtern,
die befähigt sind, mit den Informationen umzugehen, die an die Medien verteilt
werden. Wir mögen zu Recht fragen, was die richtige Ansicht über schädliches
Reden und Personen ist, die sich an schädlichem Gerede in der Versammlung
beteiligen. Nun, im Wachtturm vom 15. Oktober 1989 waren zwei Studienartikel, die davon handelten, und sie
geben umfassend Jehovas Ansicht über schadenstiftendes Geschwätz und
Verleumdung wieder. In diesem Artikel wird auf ein gutes biblisches Beispiel
hingewiesen, das wir uns ansehen sollen.
Wir wollen uns Galater 2:11-14 zuwenden, und das ist der Bericht, wo Paulus und
Kephas eine Auseinandersetzung haben. Er lautet: „Als Kephas jedoch nach Antiochia kam, widerstand ich
[Paulus] ihm ins Angesicht, weil er verurteilt dastand. Denn bevor einige von
Jakobus gekommen waren, aß er gewöhnlich mit Leuten von den Nationen; aber als
sie eintrafen, schickte er sich an, sich zurückzuziehen und sich abzusondern
aus Furcht vor denen aus der Gruppe der Beschnittenen. Auch die übrigen Juden
schlossen sich ihm in seiner Verstellung an, so dass sogar Barnabas durch ihre
Verstellung mitgerissen wurde. Als ich aber sah, dass sie nicht den geraden Weg
gemäß der Wahrheit der guten Botschaft wandelten, sagte ich vor ihnen allen zu
Kephas: ‚Wenn du, obwohl du ein Jude bist, so lebst wie die Nationen und nicht
wie Juden, wie kommt es, dass du Leute von den Nationen nötigst, gemäß jüdischem
Brauch zu leben?‘“
Paulus weist hier den Apostel Petrus wegen dessen falschen Einstellung und
Verhaltensweise mit Recht zurecht. Petri falsche Handlungsweise hat sogar andere
verkehrt beeinflusst, sich ihm in der Weise anzuschließen, wie er die Heiden
behandelte. Doch Paulus, der sich in einer Machtstellung befand, nahm sich der
Sache zu Recht an, nicht wahr? Aber ging nun Paulus herum und verbreitete
schadenstiftendes Gerede über Petrus, indem er sagte: „Seht, seht, was Petrus
getan hat. Glaubt ihr wirklich, er ist ein Apostel?“ Nein, das hat Paulus
nicht getan, nicht wahr? Er behandelte Petrus als Mitchristen. Und Petrus, ärgerte
er sich über die Tatsache, dass Paulus ihm öffentlich, vor Zuschauern Rat
erteilte? Nein, Petrus sagte kein schlechtes Wort über Paulus. Und daher ist
dies eine wichtige Lektion für uns:
Auf Seite 12 dieses Wachtturm-Artikels wurde dazu gesagt: „Selbst die notwendige Zurechtweisung eines
Glaubensbruders rechtfertigt es also nicht, dass man über ihn redet. Es gibt
sehr gute Gründe, sich vor solchem Gerede und vor der Versuchung zu hüten,
sich an schadenstiftendem Geschwätz zu beteiligen.“ Wir
wollen uns also nicht an unangebrachtem Gerede über einen Bruder oder eine
Schwester in der Versammlung beteiligen. Und wenn eine Zurechtweisung oder
Zuchtmaßnahme nötig ist, sollten wir das denen überlassen, die von der Bibel
die Ermächtigung haben, dies zu tun.
Eines der ersten Dinge, an das wir zu allen Zeiten denken müssen, ist die
Wichtigkeit, allen Menschen unsere christliche Liebe zu erweisen. Wir mögen
nicht mit dem einverstanden sein, was andere sagen, aber es gibt niemals eine
Entschuldigung, keine Agape-Liebe zu zeigen.
Wir wollen uns ansehen, wie wir dies tun können: 1. Korinther 13:4-8. „Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe ist
nicht eifersüchtig, sie prahlt nicht, bläht sich nicht auf, benimmt sich nicht
unanständig, blickt nicht nach ihren eigenen Interessen aus, lässt sich nicht
aufreizen. Sie rechnet das Böse nicht an. Sie freut sich nicht über
Ungerechtigkeit, sondern freut sich mit der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt
alles, hofft alles, erduldet alles. Die Liebe versagt nie.“
Und so kommentiert dieser Wachtturm diese Verse und sagt: „‚Die Liebe ... benimmt sich nicht unanständig,
blickt nicht nach ihren eigenen Interessen aus, lässt sich nicht aufreizen. Sie
rechnet das Böse nicht an.’ Statt in unanständiger Weise etwas
Unchristliches zu sagen, sollten wir uns von Liebe dazu antreiben lassen, gut
von anderen zu sprechen und ihre Interessen im Auge zu haben. Die Liebe
verhindert, dass wir uns von jemandem aufreizen lassen oder gegen ihn reden,
weil er uns — vermeintlich oder wirklich — gekränkt hat. Da ‚sich die
Liebe nicht über Ungerechtigkeit freut, sondern mit der Wahrheit’, bewahrt
sie uns sogar davor, uns an schadenstiftendem Geschwätz über Gegner zu
beteiligen, denen Ungerechtigkeit widerfährt. Die Liebe ‚glaubt alles und hofft alles’, was in
Gottes Wort steht, und veranlasst uns, die von der Klasse des ‚treuen
Sklaven’ bereitete geistige Speise zu schätzen, statt auf die Verleumdungen,
die lügnerische Abtrünnige äußern, zu hören. Da ‚die Liebe alles erduldet
und nie versagt’, hilft sie uns auch, Gottes Organisation gegenüber loyal zu
bleiben, selbst wenn ‚falsche Brüder’ oder andere gegen die Organisation
oder ihre Glieder reden.“
Also, Freunde, wir leben in bedeutsamen Zeiten. Wir befinden uns ganz so, wie
sich Hiskia befand, eingeschlossen dort Jerusalem mit Assyrern um ihn herum.
Einige in Jerusalem mögen gewollt haben, dass Hiskia einen Bund mit Ägypten
und anderen heidnischen Nationen schloss, aber er lehnte das ab. Er setzte sein
Vertrauen auf Jehova Gott. Die Christenheit und Abtrünnige schließen Bünde
mit den politischen Gruppen dieser Welt und mit den Medien. Aber wir werden
keinen Bund mit weltlichen Organisationen schließen. Unser volles Vertrauen
gilt Jehova, und Er wird auf alle Anschuldigungen gegen Seinen Namen antworten;
wir können darauf vertrauen, dass Er dies tun wird. Wir wissen, dass in Jesu
Tagen viele Leute lästernde Bemerkungen über ihn machten, über den
vollkommenen Sohn Gottes, aber er empfand keine Notwendigkeit, seinen Namen
durch einen großen Feldzug reinigen zu versuchen. Er machte in Seinem Dienst
weiter und ließ Seine Taten für sich sprechen, und wir können dasselbe tun;
das ist der beste Weg, dem wir folgen können. Ihr müsst immer erkennen, dass
kein Mensch Jehovas Predigtwerk verlangsamen oder aufhören lassen kann. Er wird
darauf achten, dass es seinen Höhepunkt erreicht.
Es stimmt, es mag einige geben, die uns von Anfang an nicht mochten, und sie mögen
schadenfroh Unwahrheiten über Jehovas Organisation glauben, aber Aufrichtige
werden erkennen, was daran wahr ist. Lasst uns immer an diese Verheißung
denken, die Jehova uns in Jesaja 54:17 gegeben hat: „‚Welche Waffe es auch immer sei, die gegen dich
gebildet sein wird, sie wird keinen Erfolg haben, und welche Zunge es auch immer
sei, die sich im Gericht gegen dich erheben wird, du wirst [sie] verurteilen.
Das ist der Erbbesitz der Knechte Jehovas, und ihre Gerechtigkeit ist von mir
aus’, ist der Ausspruch Jehovas.“
Es ist also unsere Verantwortung, unsere Zuteilung, weiterzumachen im
Predigtwerk, weiterhin allen Personen die Früchte des Geistes zu erklären und
zu vertrauen, dass Jehova gerechtfertigt werden wird.
Wir stehen nun auf und singen Lied #1.