Erwachet!, 8. Februar 1975, Seiten 27-28:

Was sagt die Bibel?

Sollten wir unsere Sünden bekennen? Wenn ja, wem?

KANNST du mit gutem Gewissen sagen, du hättest noch nie unrecht getan? Nein, wir alle machen Fehler. Doch wie fühlst du dich hinterher?

Deine erste Reaktion mag sein, daß du versuchen möchtest, deinen Fehler zu verbergen oder zu vertuschen. Ist es nicht so? Aber dann schlägt dir das Gewissen (1. Joh. 3:4; Röm. 2:14, 15). Hast du nicht auch schon festgestellt, daß der Wunsch, ein reines Gewissen zu haben und in Gottes Gunst zu bleiben, dich veranlaßt, die Sache zu bekennen, um Vergebung zu bitten und alles hinter dir zu lassen? Sollten wir aber unsere Sünden bekennen, und wenn ja, wem?

IAus der Bibel geht ganz deutlich hervor, daß man seine Sünden zugeben oder bekennen sollte. Als Johannes der Täufer predigte, man solle seine gegen das Gesetz begangenen Sünden bereuen, wurden viele Juden „von ihm im Jordan-Fluß getauft, indem sie offen ihre Sünden bekannten" (Mark. 1:4, 5). Jesus forderte seine Nachfolger auf zu beten: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben" (Matth. 6:12).

Wenn wir gegen Gott gesündigt haben, sollten wir ihm unsere Sünde bestimmt bekennen und ihn um Vergebung bitten. (Vergleiche Psalm 32:3-5.) Was aber, wenn wir unserem Mitmenschen unrecht getan haben? Die Bibel sagt, wir sollten die Angelegenheit mit demjenigen in Ordnung bringen, dem wir unrecht getan haben. Beachte, was Jesus den Juden in seiner Bergpredigt sagte: „Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altar und geh weg; schließe zuerst mit deinem Bruder Frieden; und dann, wenn du zurückgekommen bist, bringe deine Gabe dar" (Matth. 5:23, 24). Wenn man diesen Rat beachten will, müßte man dem anderen seinen Fehler bekennen und Schritte unternehmen, um sich mit ihm zu versöhnen, auch wenn es ein Glied der Familie ist.

Wie verhält es sich nun, wenn jemand Ehebruch begangen hat? Ehebruch ist in den Augen Gottes eine Sünde. Aber es handelt sich dabei auch um eine Sünde gegen den Ehepartner, denn dein Ehepartner hat das ausschließliche Recht, mit dir Geschlechtsbeziehungen zu haben (Matth. 19:5, 6; 1. Kor. 6:16). Wie könnte also jemand, der Ehebruch begangen hat, erwarten, daß Gott ihm vergibt, wenn er diese Sünde nicht seinem Ehepartner bekennt?

Damit in Verbindung tritt die Frage auf, ob ein Verlobter seinem zukünftigen Ehepartner unsittliche Handlungen bekennen sollte, die er in der Vergangenheit begangen hat. Viele Paare sind bereit, die Vergangenheit ein geschlossenes Buch sein zu lassen. Sie sind der Auffassung, daß das, was jemand vor Jahren getan hat, vielleicht bevor er ein Christ wurde, keine Sünde gegen denjenigen war, den er jetzt heiraten möchte. Daher erfordert es der Rat Jesu aus Matthäus 5:23, 24 nicht, daß man eine solche Sünde seinem voraussichtlichen Ehepartner bekennt. Einige Personen hingegen möchten in dieser Situation sozusagen „reinen Tisch machen" und auf diese Weise vermeiden, daß später etwas ans Tageslicht kommt, was ihrem Verhältnis zueinander schaden könnte. Wenn natürlich ein Christ jetzt oder später nach seiner Vergangenheit gefragt würde und verpflichtet wäre zu antworten, dürfte er nicht lügen, um etwas geheimzuhalten (Kol. 3:9).

Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt des Sündenbekenntnisses. Vielleicht hast du in letzter Zeit Schlagzeilen wie diese gelesen: „Vatikan reformiert Beichte — weniger über Sex, mehr über Steuern". Wie allgemein bekannt ist, sollen Katholiken schwere Sünden einem Priester beichten, der befugt ist, Absolution, eine Lossprechung von Sünden, zu erteilen. Im Jahre 1551 entschied das Konzil von Trient, „daß das sakramentale Bekenntnis göttlichen Ursprungs und nach göttlichem Recht zum Heil notwendig ist. . . . Das Konzil hob die Rechtfertigung und Notwendigkeit der Ohrenbeichte hervor, wie sie von der Kirche ,von Anfang an‘ praktiziert wurde" (New Catholic Encyclopedia, Bd. IV, S. 132).

Theologen, die für die Ohrenbeichte vor einem Beichtvater, der Absolution erteilt, eintreten, weisen auf Jesus hin, der tatsächlich Sünden vergab. Jesus sagte zu einem Gelähmten, der zu ihm gebracht worden war: „Deine Sünden sind dir vergeben." Einige Beobachter waren damit nicht einverstanden, und so fügte Christus hinzu: „Damit ihr aber wißt, daß der Sohn des Menschen Gewalt hat, auf der Erde Sünden zu vergeben . . . Ich sage dir: Steh auf." Und der Mann war geheilt! (Luk. 5:18-26). Beachte, daß Jesus dem Mann seine Sünden vergeben, ihn aber auch genauso leicht heilen konnte. Können das auch diejenigen, die heute Absolution erteilen? Beachte außerdem, daß nirgendwo in dem Bericht etwas davon steht, daß der Mann eine „Ohrenbeichte" ablegte.

Einige mögen jedoch auf Johannes 20:22, 23 verweisen, wo der auferstandene Jesus seinen Aposteln sagte: „Wenn ihr irgendwelchen Personen die Sünden vergebt, so sind sie ihnen vergeben; wenn ihr die von irgendwelchen Personen behaltet, so sind sie behalten." Doch wird hier irgendwo die Notwendigkeit erwähnt, vor den Aposteln oder vor anderen eine Ohrenbeichte abzulegen? Nein.

Wenn Jesus die Ohrenbeichte eingeführt hätte, würden wir dann nicht in der Bibel Beweise dafür finden, daß die Apostel solche Beichten abnahmen? Das wäre zu erwarten, besonders in Anbetracht der Tatsache, daß das Konzil von Trient die Auffassung vertrat, daß die Ohrenbeichte zusammen mit der anschließenden Absolution der Sünden „von der Kirche ,von Anfang an‘ praktiziert" worden sei. Doch der Jesuitenprofessor J. L. McKenzie sagt, obwohl er die Ohrenbeichte gutheißt: „Die Ursprünge der Ohrenbeichte sind unbekannt; sie ist sehr alt, mindestens so alt wie die letzte patristische Periode [die 749 u. Z. endete], aber sie gehörte nicht zum ursprünglichen Bußvorgang" (The Roman Catholic Church). Außerdem gibt die New Catholic Encyclopedia in ihrem Artikel über Buße folgendes zu: „Es gibt keine biblischen Beweise dafür, daß die Apostel, abgesehen vom hl. Paulus, die Macht der Sündenvergebung ausübten."

Nahm Paulus aber in dem obenerwähnten Fall eine Beichte ab, und erteilte er dann Absolution? Nein. Vielmehr ging es darum, daß eine Versammlung einen Mann, der gesündigt hatte, ausschloß und später wiederaufnahm. Von Ephesus aus wies Paulus die Versammlung in Korinth an, einen Mann, der ein unsittliches Leben führte, auszuschließen oder ihm die Gemeinschaft zu entziehen. Dieser Fall ist ein Beispiel für die Anwendung der Worte Jesu aus Johannes 20:23. Inwiefern? Offensichtlich sollten die Sünden dieses Korinthers als „behalten" betrachtet werden. Die Versammlung konnte seine Sünden nicht als „vergeben" betrachten, denn aus der Bibel geht deutlich hervor, daß Gott einem unbußfertigen Sünder nicht vergeben würde (1. Kor. 5:1, 9-13; Jes. 1:16-18; 55:7). Nachdem der Mann offensichtlich bereut hatte, schrieb Paulus wieder einen Brief und forderte die Versammlung auf, sie solle ihm „jetzt verzeihen und ihn trösten" (2. Kor. 2:7). Auch in diesem Fall wird nichts davon gesagt, daß jemand vor einem Priester oder vor einem Apostel eine Ohrenbeichte abgelegt hätte.

Allerdings enthält die Bibel die Aufforderung: „Bekennt also einander offen eure Sünden" (Jak. 5:16). Was bedeutet das? Beachte den Zusammenhang.

Jakobus schrieb in seinem Brief, was jemand tun solle, der geistig krank sei, zum Beispiel eine schwere Sünde begangen habe: „Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu sich, und sie mögen über ihm beten." (Das hätte der Mann in Korinth tun sollen, statt unbußfertig weiter zu sündigen.) Gott gab den Ältesten nicht die Befugnis, Sünden zu vergeben; das behält er sich selbst vor (1. Joh. 1:9). Aber wenn jemand seine Sünden Gott bekannt hat und sie nicht „zudeckt", können die geistig befähigten Ältesten mit ihm beten, ihm Rat geben und ihm helfen (Spr. 28:13; Gal. 6:1).

Wozu kann ein solches Bekenntnis führen? Jakobus fügte hinzu: „Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden" (Jak. 5:14, 15).
_____________________________________________________

The Watchtower, 15. April 1969, Seiten 255-256:

Fragen von Lesern

Bedeutet Johannes 20:23, dass einige Menschen ermächtigt sind, Sünden zu vergeben? - F. M., USA

Gleich zu Beginn ist anzumerken, dass das, was wir betrachten, Sünden gegen Gott oder der Bruch eines Gesetzes Gottes wie Stehlen, Lügen oder das Begehen sexueller Unmoral sind. Gelegentlich mag jemand gegen einen Christen "sündigen", indem er grob handelt, Geschwätz über ihn verbreitet oder sich in anderer Weise gegen ihn vergeht. Die Bibel fordert und auf, in solchen Fällen zu vergebens. (Eph. 4:32; 1. Petr. 4:8) Aber was ist mit schwerwiegenden Sünden gegen Gott im Himmel?

Johannes 20:23 wurde anlässlich einer Erscheinung Christi vor "den Jüngern" nach seiner Auferstehung geäußert. Nachdem er ihnen sagte, er würde sie aussenden, und erkennen ließ, sie würden bald heiligen Geist empfangen, sagte Jesus: "Wenn ihr irgendwelchen Personen die Sünden vergebt, so sind sie ihnen vergeben; wenn ihr die von irgendwelchen Personen behaltet, so sind sie behalten" (Joh. 20:21-23).

Dieser Vers allein scheint zwar zu sagen, die Apostel könnten Sünden vergeben, aber wir können das übrige Zeugnis der Bibel nicht ignorieren. Wir müssen wie die edel gesinnten Beröer sein und "sorgfältig in den Schriften forschen", um zu sehen, wie es sich verhält. (Apg. 17:11).

Als König David sündigte, bei wem suchte er da Vergebung? Zu seiner Zeit dienten von Gott ernannte jüdische Priester in der Stiftshütte. Und doch schrieb David: "Ich sagte: 'Ich werde meine Übertretungen Jehova bekennen.' Und du selbst [Gott] hast das durch meine Sünden [verursachte] Vergehen verziehen" (Ps. 32:5). Hat Jesus, als er kam, das geändert? Nein, denn er lehrte uns beten: "Unser Vater in den Himmeln, . . . vergib uns unsere Schulden [oder Übertretungen]" (Matt. 6:9, 12). Und so verstanden die Jünger Jesu die Sache auch. Sie wussten, dass es kein Mensch, sondern Gott ist, der 'Sünden vergeben und von aller Ungerechtigkeit reinigen' kann (1. Joh. 1:9).

Wer waren dann die Jünger, an die Jesus die Worte aus Johannes 20:23 bezüglich der Vergebung richtete? Eine frühere Bemerkung Christi wirft Licht darauf. In Matthäus 18:15-17 erklärte Jesus, was jemand tun sollte, wenn sein geistiger Bruder gegen ihn sündigte. Der letzte Schritt in dieser Sache war, dass man von den geistig älteren Männern der Versammlung gehört würde (Jak. 5:14, 15). Falls der Sünder sich weigerte, seine schwerwiegende Sünde zu bereuen, sollte er aus der Versammlung ausgeschlossen werden. War es die Sache einiger Männer, zu beschließen, ob seine Sünden vergeben oder behalten werden sollten? Nein, sie würden nur in Übereinstimmung mit dem handeln, was nach ihrer Schlussfolgerung bereits im Himmel geschehen war. Wie konnten sie das wissen? Aufgrund dessen, was Gott in seinem Wort zu diesen Dingen enthüllt hatte. (2. Tim. 3:16, 17).

Dies wird aus dem ersichtlich, was Jesus dann sagt: "Wahrlich, ich sage euch: Welche Dinge immer ihr auf der Erde binden mögt, werden Dinge sein, die im Himmel gebunden sind, und welche Dinge immer ihr auf der Erde lösen mögt, werden Dinge sein, die im Himmel gelöst sind." (Matth. 18:18, New American Standard Bible; siehe auch NW, Ro, The New Testament von C. B. Williams) Obwohl einige Bibelversionen diesen Vers in einer Weise wiedergeben, die nahe legt, was im Himmel getan wird, geschehe nach der Entscheidung auf Erden, sagte der angesehene Bibelübersetzer Robert Young, es sollte wörtlich heißen: "werden Dinge sein, die im (bereits) gebunden sind".

Wenn daher ein Christ beispielsweise log, und wenn die älteren Männer der Versammlung mit ihm zusammenkamen und er sich weigerte, seinen unehrenhaften Lauf zu bereuen, wäre Gottes Ansicht, wie sie in seinem Wort offenbart ist, bereits bekannt. Wenn ein Sünder bereuen würde, würde Gott ihm vergeben (Jes. 55:7). Und Jehova würde jemandem vergeben, der unabsichtlich sündigte. Aber einem vorsätzlichen, reuelosen Sünder würde er nicht vergeben (4. Mos. 15:22-31). Da die Vertreter der Versammlung dies wüssten, könnten sie nach den Tatsachen und der Einstellung des Sünders entscheiden, was sie mit ihm tun sollten. Und da sie aus der Bibel Gottes Ansicht kennen, sollte ihre Entscheidung, ob sie einen Sünder aus der Versammlung ausschließen, sein, was Gott im Himmel bereits entschieden hatte.

Dass Matthäus 18:18 und Johannes 20:23 so von den Christen des ersten Jahrhunderts verstanden wurden, wird aus 1. Korinther Kapitel 5 ersichtlich. In der Korinther Versammlung gab es einen vorsätzlichen, reuelosen Sünder. Konnten die älteren Männer dieser Versammlung oder gar der Apostel Paulus selbst 'die Sünden dieses Menschen vergeben' oder 'sie behalten'? Nein, aber weil sie wussten, wie Gott solch einen reuelosen Sünder bewertete, waren sie verpflichtet, ihn aus der Versammlung auszuschließen, womit sie gegenüber allen zeigten, dass Gott ihm seine Sünden offensichtlich 'behalten' und nicht vergeben hatte.

Zwar wurden Matthäus 18:18 und Johannes 20:23 wohl direkt zu den Aposteln gesagt, aber aus dem, was Paulus an die Korinther schrieb, wird deutlich, dass die geistig älteren Männer in jeder Versammlung Jesu Worte in die Tat umsetzen sollten. Das ist auch aus den Botschaften an die Versammlungen in Pergamon und Thyatira ersichtlich (Offb. 2:12-16, 20-24). Christus hielt diesen Versammlungen vor, dass sie Übertäter nicht ausschlossen und damit auf Erden banden, was im Himmel bereits gebunden war.

Doch wenn ein Sünder Reue zeigt, können die für die Versammlung Handelnden ihn weiter in der Versammlung belassen oder ihn wieder aufnehmen, wenn ihm die Gemeinschaft entzogen wurde. Offensichtlich geschah genau dies später in Korinth. Weil Paulus wusste, dass Gott einer solchen Person vergeben würde, drängte er die Christen, ihn wieder in die Versammlung aufzunehmen. (2. Kor. 2:6-8) Sie selbst würden seine Sünden nicht vergeben; Jehova allein konnte das. Aber indem sie in Übereinstimmung mit den Grundsätzen aus Gottes Wort handelten, konnten sie zu dem Schluss kommen, dass seine Sünden von Gott im Himmel vergeben waren. So würde sich Johannes 20:23 bewahrheiten: "Wenn ihr irgendwelchen Personen die Sünden vergebt, so sind sie ihnen vergeben."
___________________________________________________________

The Watchtower, 15. Mai 1968, Seite 319:

Zusätzlich zu einem Bekennen gegenüber Gott rät die Bibel demjenigen, der schwer gesündigt hat, auch noch zu einem weiteren Schritt. Dies ist in Jakobus 5:13-16 dargelegt, wo es heißt: "Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu [sich], und sie mögen über ihm beten . . . Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet." In jeder Versammlung der Zeugen Jehovas gibt es heute ein Komitee aus drei reifen Christen, die mit der Aufgabe betraut sind, aufrichtig bereuenden Sündern beizustehen oder jeden auszuschließen, der eine Bedrohung für die moralische Reinheit der Versammlung darstellt, weil er gewohnheitsmäßig sündigt und aus Mangel an Reue nicht Gottes Vergebung hat.
_____________________________________________________

The Watchtower, 15. Februar 1967, Seite 127:

Im Falle einer schwerwiegenden Sünde, die große Schmach auf Jehovas Namen und die Christenversammlung bringt, ist der heilsame Weg der, die Übeltat den verantwortlichen Brüdern in der Versammlung zu bekennen (Jak. 5:14-16). Aber wie sollte man diese Diener in Jehovas Organisation ansehen? Als furchterregende Richter? Weit gefehlt! Das Versammlungskomitee ist dazu da, die Schwächen anderer zu tragen, aufzubauen und zu ermuntern (Röm. 15:1, 2).

'ZURECHTBRINGEN . . . IM GEIST DER MILDE'

die Aufseher und Dienstamtgehilfen in der Christenversammlung sollten zugänglich sein, und für gewöhnlich sind sie es auch. Diese Zugänglichkeit an sich sollte schwächere Mitglieder der Herde davon abhalten, "das Gesicht zu wahren" versuchen. Wenn jemand in der Versammlung ein Problem hat, sollte er sofort zum Aufseher oder anderen reifen Brüdern gehen, und nicht zu einem seelisch unreifen Menschen, der ihn verhätscheln wird. Die verantwortlichen Brüder sind diejenigen, die als "Gaben in Form von Menschen" zugeteilt sind, allen zu helfen, zur Einheit im Glauben zu wachsen, "damit wir nicht mehr Unmündige seien, die wie von Wellen umhergeworfen" werden (Eph. 4:8, 13, 14). Sie sind unser "Bergungsort vor dem Wind" in stürmischen Zeiten (Jes. 32:2). Der wahre Aufseher sieht in Übereinstimmung mit dem Rat des Paulus immer darauf, wie er helfen und erbauen kann: "Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen" (Gal. 6:1).

Aufseher und Dienstamtgehilfen sind also damit betraut, nicht die schwachen Mitglieder der Herde einzuschüchtern, sondern sie "zurechtzubringen" und erbauen. Wenn sie Rat erteilen, auch wenn schwere Sünden begangen wurden, sollen diese Diener nie schimpfen oder wütend werden. Stattdessen sind sie Vorbilder im Erweisen der "Frucht des Geistes", welche unter anderem  "Güte, . . . Milde, Selbstbeherrschung" ist (Gal. 5:22, 23). Wer aus der Herde dies erkennt, sollte diese Diener bereitwillig um Hilfe ersuchen, anstatt "das Gesicht zu wahren", indem er der Christenversammlung fernbleibt.

In den meisten Fällen ist es der Reuelose, der darin beharrt, 'Sünde zu treiben', der aus Gottes Organisation hinausgetan, ausgeschlossen wird (1. Joh. 3:4; 1. Kor. 5:11). 'Jemand, der einen falschen Schritt tut, ehe er es gewahr wird', fällt nicht in die Kategorie der unverbesserlichen Sünder. Doch aufgrund der Schwere der Sünde mag es manchmal der Fall sein, wenn das Versammlungskomitee es für notwendig erachtet, jemanden unter Bewährung oder Beobachtung zu stellen, eine hilfreiche, berichtigende Maßnahme. Eine solche Bewährung darf nicht als negatives Urteil angesehen werden, etwas, das der "Ehre" schadet, eine Strafe, gegen die man sich aufbäumt. Sie ist stattdessen eine liebevolle Vorkehrung, die ihm die Gelegenheit bietet, die Echtheit seiner Reue zu beweisen, und die dem reuigen Sünder gleichzeitig hilft, geistig wieder gesund zu werden und ihn wieder stark zu machen. Freundlicher Rat in der Bewährungszeit wird ihn erbauen, so dass er keine Sünde 'treiben' wird. Anstatt "das Gesicht zu wahren", indem er gegen eine Bewährung protestiert, und andere seelisch einzubeziehen, sollte derjenige, der eine Sünde begangen hat, diese liebevolle Vorkehrung, die zu seiner Heilung führt, willkommen heißen.

Alle hingegebenen Christen sollten ihr Vertrauen auf Jehova setzen. Es ist Jehova, der sagt: "Die mich ehren, werde ich ehren, und die mich verachten, werden von geringer Bedeutung werden" (1. Sam. 2:30). Wer Jehova ehrt, wird nicht die Ehre sterblicher Menschen suchen. Anstatt hochmütigen, 'das Gesicht wahrenden' Gedanken nachzuhängen, werden wahre Christen Jehovas Gedanken suchen und sich von den Grundsätzen leiten lassen, die er so klar in seinem Wort dargelegt hat.
_____________________________________________________

The Watchtower, 1. September 1966, Seiten 540-543:

UNTER SCHWIERIGKEITEN LEIDEN

Gelegentlich mag ein Christ eine Tat begehen, die sein Gewissen belastet. Sie mag nicht vorsätzlich sein, aber in uns mag die Versuchung gesiegt haben. Wenn ein solches Problem aufkommt, dann mag er den Wunsch haben, mit einem reifen Bruder in der Versammlung zu reden, und das ist in Übereinstimmung mit dem Rat der Bibel: "Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während du dich selbst im Auge behältst, damit nicht auch du versucht wirst. Fahrt fort, einander die Bürden zu tragen, und so erfüllt das Gesetz des Christus" (Gal. 6:1, 2).

Für jemanden, der große Probleme damit hat, an einen reifen Bruder heranzutreten, einen, der geistige Fähigkeiten hat, und seine Hilfe zu suchen, ist das eine gute Sache. Dieser reife Bruder könnte der Versammlungsaufseher oder sein oder dem Komitee angehören. Überdies gibt es an einigen Orten weitere Männer mit vergleichbarer Reife in der Versammlung, und auch an sie kann man sich vertrauensvoll wenden, wenn man Hilfe benötigt. Das bedeutet nicht, dass man verpflichtet ist, regelmäßig zu jemand anderem in der Versammlung zu gehen und jeden kleinen Fehler, den man begeht, zu bekennen. Alle sind unvollkommen und erreichen nicht Gottes Maßstab für Gerechtigkeit. Es ist so, wie der Apostel Pauls sagte: "Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes" (Röm. 3:23 ). Das ist der Grund, warum Jesus, als er seine Nachfolger beten lehrte, ihnen sagte, sie sollten in ihr Bitten auch diesen Gedanken einschließen: "Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben" (Matth. 6:12).

Doch wenn ernsthaftere Schwierigkeiten entstehen, dann ist es an der Zeit, den Rat eines reifen Bruders zu suchen. Jehova Gott, der unsere Schwächen kennt, hat aus diesem Grund liebevoll dafür gesorgt, dass wir die Hilfe unserer Brüder haben, wenn wir sie am dringendsten brauchen. Beachte, was in Jakobus 5:14-16 im Zusammenhang damit gesagt wird: "Ist jemand unter euch [geistig] krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu [sich], und sie mögen über ihm beten und [ihn] im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Flehen eines Gerechten hat, wenn es wirksam ist, viel Kraft."

Der Beistand, den reife Männer leisten können, ist eine Vorkehrung, die Jehova zu unserem Wohl geschaffen hat, und nicht nur etwas, wo einige dazu ernannt sind, nachzuprüfen, was ein anderer tut. Wenn jemand eine schwere Sünde begeht, ist das offensichtlich ein Zeichen geistiger Schwäche. Jemand in dieser Lage braucht Hilfe, um seine Schwierigkeiten zu überwinden, und er ist weise, wenn er um diese Hilfe bittet.

Nicht um diese Hilfe zu bitten birgt eine schwere Gefahr in sich. Wenn jemand mit Problemen dies nicht tut, so mag er sich in der Lage finden, dass sein Lauf der Sünde zur Gewohnheit wird, bis er unverbesserlich wird, und auch wenn er den Fehler nicht wiederholt, mag er sich aus Furcht, dass jemand von seiner verkehrten Tat erfährt, von der Gemeinschaft mit Jehovas Organisation zurückziehen. Um wie viel besser ist es doch für den Irrenden, demütig anzuerkennen, dass wir manchmal auch Hilfe brauchen, und sich so die liebevolle Vorkehrung, die Jehova geschaffen hat, zunutze machen.

Denk an das, was in Sprüche 28:13 aufgezeichnet ist: "Wer seine Übertretungen zudeckt, wird kein Gelingen haben, doch dem, der [sie] bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erwiesen werden." Wenn also jemand einem sündigen Lauf verfallen ist und ihm das wirklich leid tut, dann zeigt er das nicht, indem er seine Übertretung zudeckt, sondern indem er sie bekennt, Hilfe sucht und danach sorgfältig die Umstände meidet, die zu einer Wiederholung des Unrechts führen könnten.

DAS KOMITEE BENACHRICHTIGEN

Ist es nötig, wenn ein Irrender den Rat eines reifen Bruders sucht, das gesamte Komitee über jeden einzelnen Fall von Fehlverhalten zu informieren? In dieser Hinsicht ist es gut, im Sinn zu behalten, dass die Glieder des Komitees nicht dazu ernannt sind, alles, was wir tun, nachzuprüfen. Sie möchten unseren Brüdern einfach helfen, auf dem Weg zu gehen, der Jehovas Lob verdient.

Wenn daher ein Bruder oder eine Schwester an einen Bruder in der Versammlung herantreten, von dem sie meinen, dass er ihnen geistig beistehen kann, dann wird sich dieser Bruder gewöhnlich freuen, wenn er helfen kann. Wenn er wirklich ein Bruder mit "geistigen Fähigkeiten" ist, dann wird er dem Übeltäter natürlich nicht einfach bloß sagen, er solle seine unchristliche Handlungsweise vergessen. Er wird nach Beweisen dafür suchen, dass der Übeltäter ehrlich und aufrichtig bereut, und ihm helfen, alle Schritte zu unternehmen, die nötig sind, um das begangene Unrecht wieder gutzumachen. In einigen Fällen mag der Bruder meinen, dass der Rat, den er ihm aus Gottes Wort erteilen kann, dem Fall Genüge tut und reicht, um einen solchen "Menschen wiederherzustellen". Wenn das so ist, dann kann die Sache zwischen den beiden bleiben. Es besteht keine Notwendigkeit, sie weiterzubringen.

Wenn natürlich im Verlaufe eines solchen Gesprächs ans Licht kommen sollte, dass wiederholt eine Sünde wie die in 1. Korinther 5:11 erwähnte begangen wurde, dann sollte sie vor das Versammlungskomitee gebracht werden. Solch eine wiederholte Sünde ist eine schwerwiegende Angelegenheit, aber wenn der Übeltäter selbst sie freiwillig bekannt hat und aufrichtig tun will, was recht in Jehovas Augen ist, dann kann ihm vielleicht geholfen werden.

In bestimmten anderen Fällen mag es nicht um die Wiederholung einer Sünde gehen, auch sie sollten vor das Komitee gebracht werden, und das auch dann, wenn der notwendige Rat und  die Hilfe für ein geistiges Zurechtbringen gegeben wurden. Darunter fällt sexuelle Unmoral mit anderen Personen, ob mit Erwachsenen oder hingegebenen und getauften Minderjährigen, und anderes schwerwiegendes Fehlverhalten, das öffentlich bekannt wurde oder schnell zu einem Gesprächsthema in der Versammlung werden kann.

Wenn nun schwerwiegende Angelegenheiten vor das Versammlungskomitee gebracht werden, bedeutet das notwendigerweise, dass jemand den Ausschluss as der Christenversammlung zu erwarten hat? Nein, überhaupt nicht. Das Komitee ist dazu da, denen zu helfen, die Jehova dienen möchten. Wir wollen nicht vergessen, dass Jakobus, Kapitel 5, erklärt, jeder, der geistig krank ist, solle die älteren Männer der Versammlung zu Hilfe rufen. Mit welchen Ergebnissen? Sollten sie ihn schlagen? Nein, sie würden den segensreichen Rat aus Gottes Wort auf ihn anwenden. Sie würden über ihm beten. Und wenn er Sünden begangen und aufrichtig bereut hat, nun, die Schrift sagt, sie würden ihm vergeben werden.

Doch wenn diese Vertreter der Versammlung jemandem gegenüber, der eine schwerwiegende Sünde begangen hat, Gnade walten lassen, müssen sie das in Übereinstimmung mit Gottes geschriebenem Wort tun. Es ist nicht so, dass sie ihm einfach Gnade erweisen, weil es ihnen um ihn leid tut. Sie müssen sicherstellen, dass es für die Gnade eine Grundlage gibt, dass die Person aufrichtig bereut. Wenn es dem Übeltäter nur deshalb leid tut, weil jemand sein Fehlverhalten herausgefunden hat, und nicht um die üble Tat selbst, oder sie ist ihm egal und er versucht, sich zu rechtfertigen, dann bereut er natürlich nicht aufrichtig und Gott wird ihm nicht vergeben. Dann ermächtigt Gottes Wort das Komitee nicht dazu, so jemandem, dem nicht vergeben wurde, Gnade zu erweisen.

Was das Komitee unternimmt, und das muss gebetsvoll entschieden werden, hängt großenteils von den Umständen ab. In manchen Fällen mag guter biblischer Rat genügen. In anderen Fällen, wenn die begangene Sünde schwerwiegend war, wäre es wahrscheinlich weise, diese Person nicht auf die Bühne zu lassen, damit sie andere in der Versammlung belehrt, zumindest nicht eine hinreichende Zeitlang. Das gibt dem Übeltäter die Gelegenheit, über eine gewisse Zeit Beweise für seine Reue zu liefern, und es gibt auch den reifen Brüdern die Gelegenheit, ihn geistig zu stärken.

Wenn das begangene Unrecht keinen Skandal in der Öffentlichkeit verursachte, aber schwer genug war, dass Zuchtmaßnahmen erforderlich sind, dann kann der Sünder unter Bewährung gestellt werden, und das wird der Versammlung nicht bekannt gegeben. In dieser Zeit, gewöhnlich ein Jahr, sollte ihm regelmäßiger geistiger Beistand zuteil werden, damit er sein Problem überwinden kann. Dann wird die Bewährung, wider ohne Bekanntgabe in der Versammlung, aufgehoben. Welch eine liebevolle Vorkehrung Gottes für Personen, die aufrichtig bereuen, wenn sie schwerwiegend sündigen!

Wenn die Sünde abstoßend war und ein öffentlicher Skandal verursacht wurde, dann wird, wenn Gnade erwiesen wird, wieder eine Bewährung verhängt, aber diesmal wird sie in der Versammlung bekannt gegeben. Und auch in diese Fall gibt es wie bei einer nicht bekannt gegebenen Bewährung liebevolle Bemühungen, dem Irrenden zu helfen.

Doch es gibt einige Personen, die in Jehovas reine Organisation gekommen sind und getauft wurden, die im Laufe der Zeit zeigen, das sie keine wirklichen Christen sind. Ihnen gefällt der Umgang mit Jehovas Zeugen, weil sie sie als sehr vertrauenswürdige Menschen empfinden, und sie nützen dies für ihre bösen Ziele aus. In Bezug auf Personen von dieser Art schrieb der Jünger Judas in Vers 4 seines Briefes: "Es haben sich gewisse Leute eingeschlichen, die durch die Schriften vor langem für dieses Gericht bestimmt worden sind, gottlose Menschen, welche die unverdiente Güte unseres Gottes zu einer Entschuldigung für Zügellosigkeit verkehren und sich gegenüber unserem alleinigen Besitzer und Herrn, Jesus Christus, als falsch erweisen."

Wenn jemand zeigt, dass er von dieser Art ist, ein vorsätzlicher Übeltäter, ob er nun einmal oder wiederholt schwer gesündigt hat, dann hat er in der theokratischen Organisation nichts zu suchen. Er sollte ausgeschlossen werden, und es liegt in der Verantwortung des Versammlungskomitees, ihm die Gemeinschaft zu entziehen. (1. Kor. 5:11, 13).

Aus all den verschiedenen Arten von Problemen, die vor das Versammlungskomitee kommen mögen, wird ersichtlich, dass sie große Verantwortung mit sich bringen, die geistige Stärke erfordert. Aber es ist auch ein großes Vorrecht, den Brüdern dienen zu können, und "Geben macht glücklicher als Empfangen", sagte Jesus (Apg. 20:35). Wie wahr es doch ist, wenn hilfreicher Rat Irrenden hilft, ihre Verantwortung vor Jehova genauer zu erkennen und danach zu handeln!

Wenn Personen geholfen wird, den Willen Gottes genauer zu tun und die wunderbare Vorkehrung zu erkennen, für die Jehova gesorgt hat, um durch die Versammlung Erbauung und Trost zu geben, werden sie zustimmen, dass solche "Gaben in Form von Menschen" tatsächlich "ein Bergungsort vor dem Wind [sind] und ein Versteck vor dem Regensturm ..., wie Wasserbäche in einem wasserlosen Land, wie der Schatten eines wuchtigen zerklüfteten Felsens in einem erschöpften Land" (Eph. 4:8, 11, 12; Jes. 32:1, 2).
_______________________________________________________

The Watchtower, 15. Februar 1964, Seiten 125-126:

Wenn jemand heute Unrecht verübt oder einige Zeit nach seiner Hingabe verübte, so sollte er nicht automatisch um eine wiederholte Taufe ersuchen, um die Situation ins Reine zu bringen. Der Weg, die Dinge mit Jehova richtig zu stellen, ist, im Gebet vor Jehova sein Unrecht zu bekennen und das Rechtskomitee der Versammlung zu benachrichtigen, die gebetsvoll und in Übereinstimmung mit der Schrift die Angelegenheit behandeln wird (1. Joh. 1:9; Jak. 5:16). Welche Zurechtweisung auch auferlegt wird, sie wird sich für denjenigen, der sein Unrecht bekannt hat, zum Guten auswirken, aber auch zum Guten der gesamten Versammlung.

Doch es ist eine ganz andere Sache, wenn jemand zur Zeit seiner "Hingabe" und Taufe und auch danach eine schwere Sünde begangen hat. Wenn jemand gewohnheitsmäßig sündigte und während dieser Zeit ein schweres Unrecht verübte, auch wenn er einige Zeit nach seiner Taufe damit aufhörte und Fortschritte im Dienst für Jehova machte, war er zur Zeit seiner Taufe in einem unreinen Stand vor Gott. Eine solche Taufe wäre ungültig, da sie nicht auf eine echte Hingabe gefolgt ist. Wenn jemand solch ein Sündigen aufgegeben hat, bereut und sich Jehova aufrichtig hingegeben hat, dann sollte er noch einmal getauft werden.

Wenn daher jemand, der ein getaufter Christ werden möchte, auch wenn er sich bereits hingegeben hat, ein Leben führt, das eigentlich zu seinem Ausschluss aus der Christenversammlung führt, dann ist er nicht bereit für eine Taufe. Er muss sein Leben erst in Übereinstimmung mit Gottes gerechten Erfordernissen in Ordnung bringen, ehe er sich dem Höchsten zur Hingabe und Taufe darstellen kann (1. Kor. 6:9-11).
_______________________________________________________

The Watchtower, 1. August 1963, Seiten 473-474:

WARUM BEKENNEN?

Wenn ein Christ die biblischen Aspekte eines Gemeinschaftsentzuges bedenkt, sollte ihm deutlich klar werden, dass Gott sein Missfallen gegenüber ständigem Sündigen zum Ausdruck bringt. Es sollte ihn zu der Erkenntnis führen, eine wie ernste Sache es ist, Sünde zu verüben. Es sollte ihn in seiner Entschlossenheit bestärken, nie einen Lauf der Sünde einzuschlagen. Wie verheerend es doch ist, ausgeschlossen zu sein! Welche große Schmach wird auf Gott, auf Gottes Organisation, auf den Betreffenden und auf seine Angehörigen gebracht!

Bei solch schwerwiegenden Folgen mögen einige, die in Sünde verfallen sind, versucht sein, auf folgende Weise zu argumentieren: 'Ich weiß, dass ich falsch gehandelt habe, aber ich weiß auch, wenn ich es jemandem erzähle, könnte mir die Gemeinschaft entzogen werden. Ich habe erfahren, wie schrecklich das sein kann, und das möchte ich nicht durchmachen. Besser ist, dass ich niemandem davon erzähle. Niemand wird es wissen, und ich gehe der ganzen Schande aus dem Weg.'

Eine solche Argumentation ignoriert vieles. Eines ist Gottes Eigenschaft der Barmherzigkeit. Ein weiteres ist der Nutzen, der aus einer Zucht durch Jehova kommt. Die Herzenseinstellung einer solchen Person ist verkehrt. Seine Argumentation hat für ihn Fallstricke und ist gefährlich. Erstens wird ihm nicht klar, dass das sein Gewissen abstumpft und den Weg für weiteres Sündigen bereitet. Da er einmal "davongekommen" ist, wird es beim nächsten Mal leichter sein. Der Trugschluss ist, dass er nicht einfach gegen einen anderen Menschen sündigt oder gegen Gottes Versammlung. Seine Sünde richtet sich gegen Jehova! Er mag zwar in der Lage sein, seinen sündigen Lauf eine Zeitlang vor anderen zu verbergen, aber er kann es nicht vor Jehova verstecken!

Jehova beobachtet, was Menschen tun. "Jehova ist in seinem heiligen Tempel. Jehova — in den Himmeln ist sein Thron. Seine eigenen Augen schauen, seine eigenen blitzenden Augen prüfen die Menschensöhne. Jehova selbst prüft den Gerechten wie auch den Bösen" (Ps. 11:4, 5). "Die Augen Jehovas sind an jedem Ort, überwachen die Schlechten und die Guten" (Spr. 15:3). "Denn meine Augen sind auf alle ihre Wege [gerichtet]. Sie sind vor mir nicht verhüllt gewesen, auch ist ihre Vergehung vor meinen Augen nicht verborgen gewesen" (Jer. 16:17). "Jehova aber, er sieht, wie das Herz ist" (1. Sam. 16:7).

Daraus wird ersichtlich, dass jemand, von schweren Verfehlungen gegen das Gesetz Gottes ereilt ist, mit seiner Sünde nicht "ungeschoren davonkommen" und meinen sollte, Jehova werde ihn nicht züchtigen. "Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte" (Jak. 4:6). Jehova ist ein Gegner aller, die schwerwiegend sündigen und dann versuchen, in seiner reinen Organisation zu bleiben, ohne seine Sünde vor den sichtbaren Autoritäten in der Versammlung zu bekennen. Jemand, der sündigt, aber tun möchte, was recht ist, sollte zum Aufseher der Versammlung gehen und seine Übertretung ehrlich bekennen. Der Bibelschreiber Jakobus sagt: "Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet" (Jak. 5:16).

Wenn diese Aufrichtigkeit, Demut und Bereitschaft zu bekennen nicht gezeigt werden, wird diese Person immer dann ein schlechtes Gewissen plagen, wenn sie in der Zukunft Rat über solche Dinge hört oder liest. Wenn er sich verhärtet, werden die Engel ihn schließlich aus Gottes Versammlung hinaustun. Jesus warnte: "Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alle Dinge herauslesen, die Anlass zum Straucheln geben, und Personen, die gesetzlos handeln" (Matth. 13:41). Jehova zieht seinen Geist von einer solchen Person zurück, wie im Falle von König Saul (1. Sam. 16:14). Wenn sein machtvoller Schutz weg ist, mag die Person zu völliger Ausschweifung geführt und von dämonischen Mächten kontrolliert werden (1. Kor. 5:59).

Eine aufrichtig gesinnte Person sollte Jehovas wunderbare Eigenschaft der Barmherzigkeit nicht aus den Augen verlieren, wenn er überlegt, ob er dem Aufseher bekennen und ihn um Zurechtweisung bitten sollte. Wenn jemand übermannt wird und Gottes Gesetz bricht, aber schnell bekennt, kann es sein, dass er durch Jehovas unverdiente Güte nicht von der Versammlung abgeschnitten wird. Stattdessen könnten andere Zurechtweisungen erfolgen. Doch das muss das Versammlungskomitee in Übereinstimmung mit Jehovas gerechten Erfordernissen und Seiner Barmherzigkeit und Bereitschaft zu vergeben entscheiden.

Was ist, wenn ein Christ eindeutig von einer schwerwiegenden Sünde Kenntnis hat, die ein anderer in der Versammlung begangen hat? Hat er die Verpflichtung, sie der Versammlung zur Kenntnis zu bringen? Wenn die Sünde von der Art ist, dass sie Schmach auf Jehova und seine Versammlung bringen würde, besonders wenn sie zu einem Gemeinschaftsentzug führen könnte, dann ist ein Christ verpflichtet, zum Versammlungskomitee zu gehen und zu sagen, was er darüber weiß. Jemand, der dies nicht tut, zeigt keine Liebe zu Gott und zur Versammlung, weil er zulässt, dass Unreinheit in ihr bleibt.
________________________________________________________

The Watchtower, 15. März 1959, Seiten 171-172:

26 Neben Hurerei gibt es weitere Sünden, bei denen ein Gemeinschaftsentzug nötig ist. Paulus schrieb an die Versammlung: "Nun aber schreibe ich euch, keinen Umgang mehr mit jemandem zu haben, der Bruder genannt wird, wenn er ein Hurer oder ein Habgieriger oder ein Götzendiener oder ein Schmäher oder ein Trunkenbold oder ein Erpresser ist, selbst nicht mit einem solchen zu essen. . . . Entfernt den bösen [Menschen] aus eurer Mitte" (1. Kor. 5:11, 13). Wie sähe jemandes Herzenseinstellung aus, wenn er eine Sünde begeht, die den Gemeinschaftsentzug verdient, aber die Niederträchtigkeit seines Fehlverhaltens erkennt, und wie sehr er Jehova missfallen hat ? Er wäre betrübt; er wäre schmerzlich betrübt und sollte bereuen. Er sollte seine Sünde nicht nur vor Gott bekennen, der davon bereits aus Beobachtung weiß, sondern auch vor Gottes sichtbarer Organisation durch ihre theokratisch ernannten Diener. Es ist eine kritische Zeit, wenn man die Versöhnung mit Gott und seinem Volk durch Christus sucht und um Barmherzigkeit bittet. In Übereinstimmung damit ist der biblische Rat: "Ist jemand unter euch [geistig] krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu [sich], und sie mögen über ihm beten und [ihn] im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet" (Jak. 5:14-16). Dieser Weg der Selbstdemütigung und des Bekennens geistiger Bedürfnisse hilft dem Sünder, sich mit Gott zu versöhnen. Er hilft ihm, genau darauf zu achten, wie er danach vor Gott wandelt.
_________________________________________________________

The Watchtower, 15. August 1958, Seite 511:

Das Dilemma der Beichte

ANGENOMMEN; du hättest einen lieben Freund, der aufgrund eines Meineides und Indizienbeweisen bald für einen Mord gehängt werden soll, den er nicht begangen hat. Weiter angenommen, der Mörder ist zu dir gekommen und hat seine Schuld gestanden. Würdest du nicht sofort die Polizei benachrichtigen, damit dein unschuldiger Freund nicht sterben müsste? Natürlich! Aber wenn du ein römisch-katholischer Priester wärst und dieser Mann hätte dir gebeichtet, dann würdest du hilflos dastehen, während dein Freund für einen Mord stirbt, den er nicht begangen hat. An den Haaren herbei gezogen? Nicht gemäß katholischen Theologen.

So schrieb der Catholic Herald, London, England, 9. Mai 1952, in seiner Fragespalte folgendes: "Kann das Siegel der Beichte von einem Priester im Interesse der Justiz gebrochen werden, d.h. in einem solch schweren Fall wie Mord? Nein. Gar nichts, außer dem Einverständnis des reuigen Sünders (wozu er nicht verpflichtet werden kann), kann einen Priester vom Siegel befreien. . . . selbst wenn der Priester es aufgrund der Umstände für die Pflicht des Verbrechers hielte, sich zu stellen - selbst um unschuldiges Leben zu retten -, könnte er nie von einem Wissen Gebrauch machen, das nicht ihm, sondern nur Gott gehört."

Zwei aktuelle Vorfälle veranschaulichen dies: "Beute aus Bankraub zurückgegeben. Dieb nicht genannt. Lippen des Priesters verschlossen. . . . ein Teil des Geldes, das ein reuiger Bankräuber genommen hat, ist von einem Priester aus Denver zurückgegeben worden, dem der Dieb beichtete, aber die Behörden kennen noch nicht seine Identität. Der römisch-katholische Priester, mit der 'heiligen Verpflichtung', nichts bei der Beichte Gehörtes zu offenbaren, gab den Behörden gestern 6.850 Dollar in Geldnoten zurück, die zu 7.780 Dollar gehörten, die hier am 17. Februar am hellien Tag geraubt wurden. . . . Der Staatsanwalt sagte, der Priester habe versprochen, die Botschaft zu überbringen, die teilweise Rückgabe des Geldes würde den Räuber nicht von seiner 'strafrechtlichen Verantwortung' entbinden. 'Ich hoffe jetzt, dass er sein Gewissen völlig erleichtern wird, indem er zu den zuständigen Behörden kommt', sagte [Staatsanwalt] Kelley." (Los Angeles Herald & Express, 13. April 1955).

Über einen zweiten Fall berichtete The Inland Register, ein römisch-katholisches Wochenblatt aus Spokane, Washington, am 14. August 1953. Es wurde über einen Bericht aus der Londoner Times über einen Priester geschrieben, zu dem ein gewisser Strafgefangener, der dachte, er würde sterben, kam und bekannte, er habe ein Verbrechen begangen, für as ein anderer im Gefängnis saß. Der Sträflich genas wieder, doch bei seinem Tod ein Jahr später enthüllte der Priester seine Beichte, woraufhin der Unschuldige freigelassen wurde. Es wurde darauf hingewiesen, dass selbst der Tod einen Priester nicht von seinem Siegel löst, und wenn das stimmt, war dies vielleicht das erste Mal in der Geschichte, wo ein Priester sein Siegel brach und enthüllte, was ihm bei einer Beichte gesagt wurde.

"Seht zu, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus" (Kol. 2:8).
_________________________________________________________

The Watchtower, 15. Dezember 1957, Seiten 744-747:

"Bekennt eure Sünden"

DER inspirierte Apostel Johannes sagte: "Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, uns die Sünden zu vergeben und uns von aller Ungerechtigkeit zu reinigen" (1. Joh. 1:9). Bekennst du deine Sünden? Tust du es so, wie Gott es vorgesehen hat, wie er in seinem Wort die Anweisung erteilt hat? Millionen auf der ganzen Welt gehen in einen Beichtstuhl und beichten ihrem Priester. Millionen anderer tun es nicht. Persönliche Vorlieben, Ausübung von Traditionen und die Meinungen von Menschen sollten nicht die Faktoren sein, nach denen wir handeln. Es ist die Bibel, die einen Christen auf dem Weg leitet, der Gott gefällt. "Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuß, und ein Licht für meinen Pfad" (Ps. 119:105).

Die Catholic Encyclopedia erklärt die Beichte folgendermaßen: "Die Beichte geschieht nicht in der Abgeschiedenheit des Herzens des Bereuenden, noch gegenüber einem Laien oder Freund oder Anwalt, auch nicht gegenüber einem Vertreter der weltlichen Macht, sondern vor einem rechtmäßig ordinierten Priester mit erforderlicher Rechtsprechung und der 'Schlüsselgewalt', der Macht, Sünden zu vergeben, etwas, das Christus Seiner Kirche gewährte."  Auf Personen, die vielleicht geltend machen, nur Gott könne Sünden vergeben, antwortet dieselbe Enzyklopädie mit einem Zitat des hl. Pacian, Bischof von Barcelona: "Dieses (Vergeben der Sünden), sagst du, kann nur Gott tun. Ganz recht: Aber was er durch seine Priester tut, tut Er aus Seiner eigenen Macht." Und der hl. Augustinus legt das Ausmaß dieser Macht zu vergeben eindrucksvoll dar, wenn er sagt: "Wir wollen nicht auf die hören, die leugnen, dass die Kirche Gottes die Macht hat, alle Sünden zu vergeben" (Band XI, Seiten 619-621).

Auch die Bibel wird für die Praxis der Beichte bei Katholiken herangezogen. Sagte nicht Jesus zu Petrus: "Ich will dir die Schlüssel des Königreiches der Himmel geben, und was immer du auf der Erde binden magst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was immer du auf der Erde lösen magst, wird in den Himmeln gelöst sein"? (Matth. 16:19). Und die Fußnote (in der katholischen Douay-Version) fügt hinzu: "Das Lösen der Bande zeitlicher Strafen für Sünden wird als Ablass bezeichnet; und der Kirche ist die Macht dazu gewährt." Durch diese Prozedur, wird uns versichert, werden sowohl die Sündenschuld als auch die ewige Strafe für Todsünden erlassen. Auch Jesu Worte an seine Jünger in Johannes 20:23 werden in Anspruch genommen: "Wenn ihr irgendwelchen Personen die Sünden vergebt, so sind sie ihnen vergeben; wenn ihr die von irgendwelchen Personen behaltet, so sind sie behalten." Und damit auch nur jeder merkt, worauf es der Kirche ankommt, erklärt die Fußnote in der Murphy-Edition der katholischen Douay-Version: "Seht hier den Auftrag, gestempelt mit dem breiten Siegel des Himmels, aufgrund derer die Hirten der Kirche Christi reuigen Sündern nach ihrer Beichte die Absolution erteilen." Dass Christus Sünden vergeben konnte, wird in der Schrift unmissverständlich gezeigt (Mar. 2:7-11). Aber zeigen die bisherigen Beweise, dass Priester die gleiche Macht haben, "reuigen Sündern nach ihrer Beichte die Absolution zu erteilen"?

Es gibt mindestens drei Faktoren, auf denen die Stärke der Aussage in der Catholic Encyclopedia und in Fußnoten katholischer Bibeln beruhen. Können alle Sünden vergeben werden? Gibt es für die Seele eines Sünders eine zeitliche Strafe nach dem Tod? Sind katholische Priester Priester Gottes?

Als de hl. Augustinus sagte, wir sollten nicht auf Personen hören, die leugneten, dass die Kirche die Macht habe, "alle Sünden zu vergeben", sprach er unbesonnen und riet uns, nicht auf Christus zu hören. Denn Jesus Christus sagte in Matthew 12:31, 32: "Deswegen sage ich euch: Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden. . . . dem wird nicht vergeben werden, nein, weder in dieser Welt noch in der kommenden." Nicht alle Sünden können vergeben werden.

Es stimmt zwar, dass man in seinem Leben geistig und körperlich leiden mag, weil man Sünden begangen hat, aber dieses Leiden endet mit dem Tode. "Dort lassen die Bösen selbst ab von Erregung; und dort haben die an Kraft Erschöpften Ruhe" (Hiob 3:17). Aber lebt die Seele nicht weiter? "Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben" (Hes. 18:4). Daher trifft auf den Menschen, der die Seele ist, der weitere Text zu: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst" (Pred. 9:5). "Sein Geist geht aus, er kehrt zurück zu seinem Erdboden: An jenem Tag vergehen seine Gedanken tatsächlich" (Ps. 146:4). Ja, es gibt eine Strafe für die Bösen. "Und diese werden in die ewige Abschneidung weggehen." Aber diese Bestrafung ist der Tod, und sie wird mit dem Hineinwerfen in einen Feuersee verglichen: dies ist der "zweite Tod" (Matth. 25:46; Offb. 21:8).

Im Beichtstuhl selbst ist das Vorgehen nicht in Übereinstimmung mit dem Rat Christi und wird folglich nicht von Männern ausgeführt, die durch Gehorsam zeigen, dass sie Priester Gottes sind. Wenn die Bereuende den Beichtstuhl betritt, sagt sie: "Segne mich, Vater, denn ich habe gesündigt." Sie hat die Anweisung, so zu beginnen. Zu wem spricht sie? Frage einen Katholiken, und er wird dir versichern, dass natürlich der Priester gemeint ist. Doch Jesus zeigte, dass diese Praktik verkehrt ist. Er sagte: "Nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn e i n e r ist euer Vater, der himmlische" (Matt. 23:9). Wer seinen Rat missachtet, handelt nicht für ihn.

Wo nahm dann diese Ohrenbeichte ihren Ursprung? Alexander Hislop zeigt, dass im Babylon und Griechenland der Antike das geheime Bekenntnis vor einem Priester von allen gefordert wurde, die zu den Mysterien zugelassen waren, wobei Fragen zur Moral gestellt wurden, die denen vergleichbar waren, die heute bei einer Beichte gestellt werden. Der Anspruch war, die Beichte sei nötig, um das Gewissen von Schuld zu reinigen, um dem Zorn der Götter zu entgehen. Tatsache ist aber, dass dies der heidnischen Priesterschaft große Macht über das Leben derer gab, die zu ihnen kamen und von denen gefordert wurde, ihre Gedanken auszubreiten. Die Lehre von der Buße wurde 1551 von der römisch-katholischen Kirche auf dem Konzil von Trient neu bestätigt, und wieder dient sie dazu, den Geistlichen ernorme Macht über das Leben von Menschen zu geben.

Die Durchsetzung der Ohrenbeichte stellt für Priester unter dem Zölibatsgelübde eine moralische Falle dar. Junge Männer, übermannt von dem von Gott gegebenen Bedürfnis nach Ehe, waren nun aufgerufen, genau die Moral reuiger Frauen zu erforschen, die zur Beichte zu ihnen kamen. Für sie gab es kein angemessenes Ventil für ihre Gefühle wie eine Ehe, doch die intimen Einzelheiten sexueller Beziehungen wurden ihrem Gewissen ständig aufgenötigt. Kein Wunder, dass die Kirche eine Rechtskörperschaft ins Leben rufen musste, um den unrechten Gebrauch der Beichte zu beschränken. So weit verbreitet war die Verführung von Priestern in Spanien, dass Papst Pius IV die Inquisition aufrief, die Sache zu verfolgen. Als sie mit Bestrafung bedroht wurden, wenn sie solche Taten nicht berichteten, richteten allein in Sevilla so viele Frauen Klagen gegen Geistliche, dass die Sache fallen gelassen werden musste.

Aber was ist mit der zuvor zitierten Stelle aus Johannes 20:22 , 23? Ermächtigt sie nicht zur Beichte? Nein, sie erwähnt sie nicht einmal. Wenn sie sich auf die Ohrenbeichte und die Vergebung der Sünden bezieht, ist es dann nicht merkwürdig, dass wir von Matthäus 1:1 bis Offenbarung 22:21 kein Wort über die Ohrenbeichte lesen?

Es wäre auch nicht richtig, aus Matthäus 16:19 zu schließen, christliche Diener könnten Entscheidungen über die Vergebung der Sünden treffen, die der Himmel dann bestätigen muss. Dieser Text spricht von den Schlüsseln (oder Mitteln, um Erkenntnis aufzuschließen) des Königreichs der Himmel und die Möglichkeit, in dieses hineinzukommen. Petrus benutzte den ersten dieser Schlüssel, um an Pfingsten diese Erkenntnis für die Juden aufzuschließen. Dreieinhalb Jahre später wies in eine himmlische Entscheidung an, die Erkenntnis für diese Möglichkeit für den Heiden Cornelius und seine Hausgemeinschaft aufzuschließen (Apostelgeschichte, Kapitel 2 und 10).

Das Pronomen "du" im griechischen Text von Matthäus 16:19 steht in der Einzahl, es richtet sich an Petrus, und er allein benutzte die Schlüssel. Daher gibt die Neue-Welt-Übersetzung ihn in Übereinstimmung mit dem griechischen Text und dem biblischen Grundsatz der Oberhoheit Gottes richtigerweise so wieder: "Was immer du auf der Erde binden magst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was immer du auf der Erde lösen magst, wird in den Himmeln gelöst sein."

Matthäus 18:18 enthält eine ähnliche Aussage, aber mit dem im Plural stehenden Pronomen "ihr". Hier zeigt der vorhergehende Vers, dass mit der in Frage stehenden Sache eine Entscheidung der älteren Männer in der Versammlung verbunden ist, jemanden, der gegen seinen Bruder gesündigt hat, in der Versammlung zu behalten oder ihm die Gemeinschaft zu entziehen. Aber auch hier ist die Angelegenheit im Himmel bereits entschieden. Warum?

Christliche Aufseher sind in Übereinstimmung mit den inspirierten Erfordernissen für Aufseher in der Bibel und angesichts der Tatsache, dass ihr Leben von den Früchten des Geistes Gottes zeugt, durch Gottes heiligen Geist ernannt, weil sie als solche von der Organisation bestimmt wurden (Apg 20:28 ). Es ist derselbe heilige Geist, der die Vergebung von Sünden ermöglicht (Joh. 20:22, 23). Der vom Geist erfüllte christliche Aufseher weiß, welche Entscheidungen im Himmel im Hinblick auf die Vergebung getroffen sind, weil diese Entscheidungen in der Bibel aufgezeichnet sind, und er weiß, dass diese gerechten Grundsätze weiterhin gelten und auch heute Fälle von Fehlverhalten beherrschen (Matth. 18:15-17; Luk. 24:27; Gal. 6:1). Folglich ist er aufgerufen, im aktuellen Fall die biblischen Grundsätze anzuwenden, und welche Entscheidung er nun auch immer in Übereinstimmung mit diesem Wort treffen mag, die das Binden des Betreffenden angeht, so ist die Entscheidung bereits im Himmel gebunden.

Dies ist in Übereinstimmung mit dem Rat aus Jakobus 5:14-16: "Ist jemand unter euch krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu [sich], und sie mögen über ihm beten und [ihn] im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet." Dies beschreibt in keiner Weise die katholische Ohrenbeichte. Es ist ein gesunder Rat für Christen, die geistig krank werden, die Hilfe reifer Männer in der Versammlung zu suchen und offen ihre Sünden zu bekennen. Diese älteren Männer sind nicht ermächtigt, genau nach jedem Aspekt im Privatleben des Sünders zu forschen.

Der Sünder ist geistig so krank geworden, dass er nicht mehr meint, sein Gebet zeige Wirkung. So steht ihm der reife Aufseher, der glaubensvoll das beruhigende Öl des Wortes Gottes und den Hilfesuchenden damit gestärkt hat, bei, in dem er für ihn an Gott die Bitte um Vergebung äußert. Es ist Seine Vergebung, die zählt. "Meine Sünde habe ich dir schließlich bekannt, und mein Vergehen habe ich nicht zugedeckt. Ich sagte: „Ich werde meine Übertretungen dem HERRN bekennen. Und du selbst hast die Boshaftigkeit meiner Sünden verziehen" (Ps. 31:5). Der Aufseher maßt sich nicht die Rolle Gottes an, er ist nicht der Mittler zwischen Gott und Menschen. Als liebevoller christlicher Bruder tritt er vielmehr zusammen mit dem geistig Kranken im Gebet an Gott heran, und er tut dies durch den einen Mittler Jesus Christus, und er weist glaubensvollvoll auf Jehovas liebevolle Vorkehrung der Vergebung hin. Es ist Jehova, der den aufrichtig Bereuenden wiederherstellt.

Bekennst du deine Sünden? Du solltest es, aber in der von der Bibel dargelegten Weise.
_____________________________________________________________

The Watchtower, 1. Dezember 1953, Seite 728:

23 Obwohl Paulus ständig im Dienste Jehovas tätig war, nahm er nie die Einstellung an, er habe genug getan, so dass er sich jetzt entspannen oder es langsam angehen lassen oder ganz aufhören könnte. Er trat nicht für ein bloßes Bekennen als Weg ein, um mit Gott versöhnt zu werden. Er sagte vielmehr von sich, er strecke sich nach dem Ziel aus, das Gott mit Jesus Christus setzt (Phil. 3:13, 14) Er erkannte seine Unvollkommenheiten und Mängel und wusste, dass er allein durch Jehovas Gnade das wunderbare Vorrecht hatte, die Wahrheit zu kennen und für Gottes Vorhaben Zeugnis abzulegen. Er sagte: "Denn mir ist nichts bewusst, was gegen mich [spräche]. Doch dadurch werde ich nicht als gerecht befunden, der mich aber beurteilt, ist Jehova" (1. Kor. 4:4, NW). Gelegentlich können wir unsere Brüder zwar ermuntern und stärken, indem wir ihren Problemen zuhören und ihnen biblischen Rat geben, aber wir sollten nie meinen, eine Beichte werde ihren Stand vor Gott ändern. Was zählt, ist der Lauf, den jemand einschlägt, nicht bloße Worte. Er darf sich nicht mehr von den Maßstäben der alten Welt leiten lassen, sondern er muss seinen Sinn gemäß der Wahrheit aus Gottes Wort ändern. Das wird deutlich in Hebräer 10:26-29 (NW) gezeigt: "Denn wenn wir willentlich Sünde treiben, nachdem wir die genaue Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, [wohl] aber ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und eine feurige Eifersucht, die die Gegner verzehren wird. Jemand, der das Gesetz Mose missachtet hat, stirbt ohne Erbarmen auf das Zeugnis von zwei oder drei [Personen] hin. Einer wie viel strengeren Strafe, denkt ihr, wird der wert geachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und der das Blut des Bundes, durch das er geheiligt worden ist, als von gewöhnlichem Wert geachtet und der den Geist der unverdienten Güte durch Verachtung gröblich verletzt hat?"
____________________________________________________________

The Watchtower, 1. Mai 1951, Seiten 268-271:

Das Gebet des Glaubens in der Krankheit

DER Jünger Jakobus spricht über das Gebet des Glaubens für die Kranken. Widerspricht er nicht dem, was im vorigen Artikel gesagt wurde? Wir wollen seine Aussage dazu untersuchen: "Erleidet jemand unter euch Ungemach? Er verharre im Gebet. Ist jemand guten Mutes? Er singe Psalmen. Ist jemand unter euch krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu [sich], und sie mögen über ihm beten und [ihn] im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden" (Jak. 5:13-15, NW).

2 Der Zusammenhang macht deutlich, dass Jakobus hier nicht von körperlicher, sondern von geistiger Krankheit spricht. Zuerst erwähnt er das Erleiden von Ungemach. Er meint damit das "Erleiden von Ungemach für die gute Botschaft gemäß der Kraft Gottes". Es bedeutet, dass man Not erleidet, weil man als christlicher Zeuge Gottes dient und seine Lauterkeit vor Gott bewahrt (2. Tim. 1:8, NW). Wer also so leidet, möge im Gebet fortfahren, damit ihm geholfen werde, im Glauben zu bleiben, rät Jakobus. Aber was sagt Jakobus, wenn jemand guten Mutes ist? "Er singe Psalmen." Wenn er dies tut, erbaut er sich und alle, die ihm zuhören. Aber was ist, wenn jemand nicht guten Mutes ist? Mit anderen Worten, wenn er geistig krank ist? Dass Jakobus das Kranksein dem guten Mutes sein gegenüberstellt, zeigt, dass er von geistiger und nicht körperlicher Krankheit spricht. Die Behandlung, die er nun empfiehlt, spricht auch für geistige Krankheit. Die älteren Männer der Versammlung, voll erwachsen im Glauben und voller Weisheit von oben und vertraut mit Gottes Anweisungen, sind die Richtigen, die der geistig Kranke zu sich rufen kann. Würde er ein körperliches Leiden haben, würde er, wenn er es sich leisten kann, einen Arzt rufen oder er würde zu irgendeiner Arznei greifen.

3 Was sollen die älteren Männer der Versammlung mit dem geistig Kranken tun? Sie sollen über ihm beten, damit er hören kann, was sie beten, und mit seinem "Amen"  zustimmen kann. Er ist in einen derartigen geistigen Stand gefallen, dass er nicht mehr richtig für sich beten kann. Da er nicht in der Lage ist, in Glauben und mit nicht wankendem Sinn zu bitten, hat er kein Vertrauen in sein eigenes Gebet (Jak. 1:6, 7). Etwas hat seine geistige Krankheit verursacht. Die älteren Männer müssen feststellen, was es ist. Auch Paulus bezieht sich auf diese Art von Krankheit und berichtet von einer Sache, der unangebrachten Feier des Abendmahls des Herrn oder Gedächtnismahls. "Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst ein Gericht, wenn er den Leib nicht unterscheidet. Deswegen sind viele unter euch schwach und kränklich, und eine ganze Anzahl schläft [im Tod]. Wenn wir uns aber selbst beurteilten, so würden wir nicht gerichtet werden" (1. Kor. 11:29-31, NW). Wer so war, war nicht in Einheit mit der Christenversammlung, dem Leib Christi. Daher schrieb Paulus als älterer Bruder an sie und gab ihnen Hilfe und geistige Wiederherstellung.

4 Die älteren Männer der Versammlung sollen nicht nur mit dem geistig Kranken beten. Sie müssen ihn auch im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Nicht mit buchstäblichem Öl wie bei der sogenannten "Letzten Ölung" der Katholiken oder so, wie es in Markus 6:13 geschildert wird. Das "Öl" ist hier das besänftigende Wort der Unterweisung aus der Heiligen Schrift, und es stellt den geistig Kranken wieder zur Einheit mit der Christenversammlung, die in Gottes Gunst steht, her. Es steht geschrieben: "Siehe! Wie gut und wie lieblich es ist, wenn Brüder in Einheit beisammen wohnen! Es ist wie das gute Öl auf dem Haupt, das herabfließt auf den Bart, den Bart Aarons; das herabfließt auf den Kragen seiner Gewänder" (Ps. 133:1, 2). Psalm 23:5 spricht von Öl als dem Symbol der Erfrischung und Beruhigung: "Du hast mein Haupt mit Öl eingefettet; mein Becher ist wohlgefüllt." Die heilende Wirkung der Botschaft Gottes wird in Sprüche 15:30 wie folgt geschildert: "Ein Bericht, der gut ist, macht das Gebein fett." Und das Zurechtbringen, das zu geistiger Gesundheit führt, wird vom Psalmisten als heilend und beruhigend beschrieben, wenn er sagt: "Sollte der Gerechte mich schlagen, es wäre liebende Güte; und sollte er mich zurechtweisen, es wäre Öl auf das Haupt, das mein Haupt nicht zurückweisen möchte" (Ps. 141:5). Und dass es ein Mittel der Heilung bezeichnet, wird beschrieben ,wenn der barmherzige Samariter Öl zusammen mit Wein in die Wunden des Mannes gießt, der unter die Räuber fiel (Luk. 10:34). Die älteren Männer der Versammlung sollen also den geistig Kranken tin dem Sinne mit Öl einreiben, dass sie ihn mit dem beruhigenden, heilenden , tröstenden und zurechtbringenden Wort Gottes behandeln.

5 Dies soll im Namen Jehovas geschehen. Das heißt, im Glauben an Jehova Gott und gemäß seinem Vorhaben, um dem geistig Kranken beizustehen, zu genesen und erneut Anteil an der Rechtfertigung Gottes zu haben und daran, zu beweisen, dass der Teufel ein falscher Gott und ein Lügner ist. Diese älteren Männer müssen im Glauben beten und glauben, dass Gottes Wort gerecht ist und die Macht hat, Kranken den Irrtum ihres Weges sehen zu helfen und den rechten Weg zu erkennen. Solch ein vereintes Gebet im Glauben wird zusammen mit der stärkenden Anwendung des Wortes Gottes den geistig sich unwohl Fühlenden gesund machen. Es wird sein Vertrauen in Gottes Verheißung und in die Gerechtigkeit des Wortes und der Wege Gottes aufbauen und ihn so wiederherstellen. Auf diese Weise wird "Jehova ihn aufrichten", ihm die Kraft geben, den Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit zu gehen; er wird ihn aus seiner Mutlosigkeit und dem Gefühl, von Gott verlassen zu sein, aufrichten. Vielleicht ist er in die schlechte Gewohnheit verfallen, das Zusammenkommen mit Gottes Volk zu vernachlässigen, oder er hat sich nicht mehr regelmäßig aus Gottes Wort und dem tätigen Dienst genährt, und seine geistige Krankheit mag die Folge davon gewesen sein. Oder vielleicht hat er schwerwiegende Sünden begangen, für die er aus der Gunst Gottes und seinem Volke hinausgetan wurde. Aber wenn er jetzt auf das in Einheit von den älteren Männern im Glauben dargebrachte Gebet und ihre heilsame Anregung aus Zurechtweisung, Zurechtbringen und Ermahnung aus Gottes Wort reagiert und umkehrt und wieder den rechten Weg einschlägt, dann werden ihm die Sünden, die er begangen hat, vergeben. Diese Vergebung geschieht nicht auf der Grundlage einer Gerechtigkeit aus ihm selbst, sondern auf der Grundlage des Sündensühnopfers Jesu (1. Joh. 1:7 bis 2:2).

BEKENNEN

6 In direktem Widerspruch zu der geheimen Beichte, die einige Religionsgemeinschaften ausführen, weist uns Jakobus an: "Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Flehen eines Gerechten hat, wenn es wirksam ist, viel Kraft" (Jak. 5:16, NW). Da die Krankheit mit Sünden zusammenhängt, ist offensichtlich, dass es ein geistiges Unwohlsein ist, kein körperliches. Sonst hätten Sünder gegen Gott alle möglichen schweren Krankheiten. Aber das ist nicht der Fall. Oft sind Sünder bei weitaus besserer körperlicher Gesundheit als treue Diener und Zeugen für Jehova Gott. Um die Macht des Gebetes eines Gerechten, nicht eines Kranken, zu veranschaulichen, erinnert Jakobus an das Gebet Elias: "Elịa war ein Mensch mit Gefühlen gleich den unseren, und doch betete er im Gebet, dass es nicht regnen möge; und es regnete drei Jahre und sechs Monate lang nicht auf das Land. Und er betete wieder, und der Himmel gab Regen, und das Land brachte seine Frucht hervor" (Jak. 5:17, 18, NW) Das Land Israel war von Dürre und Hunger gepeinigt, weil die Nation geistig krank und nicht mehr im Einklang mit Jehova Gott war. Elia forderte die Feuerprüfung, um zu zeigen, dass Jehova Gott ist, und als die Menschen am Berg Karmel das anerkannten und riefen: "Jehova, er ist Gott", und dann die dämonisierten Baalspropheten zur Hinrichtung übergaben, betete Elia, dass Regen auf ihr Landströmen möge. Und er kam. In unerschütterlichem Glauben betete er sieben Mal um das Regenwunder. Gebete wirken.

7 Indem wir also für die beten, die geistig krank sind uns uns offen ihre Sünden bekennen und unseren geistigen Beistand suchen, mögen sie, in geistiger Hinsicht, "geheilt werden". Das bewahrt sie vor dem Fall in den geistigen Tod, an dessen Ende schließlich die Vernichtung all ihres künftigen Lebens stehen würde. In ihrem Fall würde der allmächtige Gott "sowohl Seele wie Leib in der Gehenna" vernichten (Matth. 10:28, NW). Um uns zu ermuntern,. Brüdern zu helfen, die geistig leiden und in der Gefahr furchtbarer Folgen schweben, beendet Jakobus seinen Brief mit folgender machtvollen Erinnerung: "Meine Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit weg in die Irre geführt worden [und daher geistig krank geworden] ist, und ein anderer bringt ihn zur Umkehr, so wisst, dass der, der einen Sünder vom Irrtum seines Weges zurückführt, seine Seele vom Tod retten und eine Menge von Sünden bedecken wird" (Jak. 5:19, 20, NW). Die Sünden, die der geistig Kranke bekannte und wegen derer ihr für ihn gebeten habt, dass er gesund wird, werden zugedeckt. Gott wird sich ihrer nicht mehr erinnern, er wird vielmehr seine friedvolle Beziehung zu dem zurückgekehrten Sünder erneuern. Es geschieht durch das Sünden sühnende Blut Jesu, dass die Sünden so zugedeckt werden, aber euer Gebet half, die göttliche Vorkehrung zu einem solchen Ergebnis zu führen. Für solch ein Vorrecht lebensrettenden Dienstes kann man sehr dankbar sein.
_____________________________________________________________________________________

Ende der Zitate, dass man Sünden den Ältesten bekennen soll