Mann aus Othello in jeweils zwei Fällen von schwerer Vergewaltigung und Missbrauch eines Kindes für schuldig befunden 

von Shirley Wentworth

Tri-City Herald

Donnerstag, 16. August 2001

RITZVILLE - Erica Rodriguez und ihre Mutter, Alejandra Garza, brachen zusammen und weinten, als das Urteil gefällt wurde.
Es dauerte etwas weniger als vier Stunden, und eine Jury im Bezirksgericht von Adams County, bestehend aus sieben Männern und fünf Frauen, befand Manuel Beliz, 48, aus Othello zweier Fälle von schwerer Vergewaltigung von Kindern und zweier Fälle von schwerer sexueller Belästigung von Kindern für schuldig. Sie kam etwas um 19:45 Uhr zu ihrem Schuldspruch.

„Ich bin begeistert“, sagte Rodriguez nach dem Sieg. „Ich hoffe, das Urteil wird andere schweigende Lämmer ermutigen, hervorzukommen und über das zu reden, was mit ihnen geschah. Die beste Selbsttherapie, die es gibt, ist, darüber zu reden.“ Rodriguez sagte, sie glaube, Beliz, ein Ältester bei den Zeugen Jehovas, habe sich auch an anderen Mädchen vergangen, und ihre einzige Absicht, warum sie hervorkam, sei gewesen, ihn daran zu hindern, es mit weiteren Opfern zu tun. Sie sagte, auch wenn ihre Kirche Beliz für sechs Monate die Gemeinschaft entzogen oder ihn aus der Kirche entfernt habe, hätten Älteste der Kirche sie bedrängt, keine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Jehovas Zeugen sagen, ein Mitglied könne nicht ausgeschlossen werden, wenn es die Tat oder das Verbrechen nicht zugebe.

Eine Jury befand Beliz 1998 zweier Fälle von schwerer Vergewaltigung von Kindern und zweier Fälle von schwerer sexueller Belästigung von Kindern für schuldig. Das Berufungsgericht habe jedoch Beliz das Recht auf einen neuen Prozess eingeräumt, weil der damalige Staatsanwalt Dennis Scott versuchte, bei der Besetzung der Jury Frauen auszuschließen. Aufgrund von Morddrohungen gegen Rodriguez beim letzten Prozess herrschten hohe Sicherheitsvorkehrungen im Gerichtssaal.

Rodriguez, heute 22, war die beste Freundin der Tochter von Beliz. Sie sagte aus, wie er ihr als Kind mit zwei Schlägen seiner Hand immer signalisierte, dass sie sich neben ihn setzen sollte. Dann habe er sie mutmaßlich berührt und ihre Hand genommen, damit sie ihn berührte – sie verstand nicht, was sie tat. Das ereignete sich wöchentlich während ihrer ganzen Kindheit. Beliz bestritt, Rodriguez je vergewaltigt oder wiederholten sexuellen Kontakt mit ihr gehabt zu haben. Er räumte ein, bei einer Gelegenheit habe er ihre Brüste berührt, aber er konnte sich nicht mehr erinnern, wann. Er sagte, seine Aussage, die in den Berichten zweier Polizeibeamter aus Othello stehe, dass er ihre Vaginalgegend berührt habe, als sie zu einer Beerdigung in der Stadt war, träfe nicht zu. Garza sagte am Dienstag aus, ihre Tochter habe ihr die Sache mit Beliz erstmals 1996 berichtet. Garza sagte auch aus, Beliz habe sie Anfang 1996 angerufen, um sich für das, was er ihrer Tochter angetan hatte, zu entschuldigen: „Er sagte: ‚Es tut mir sehr leid, dass ich dieses Problem habe. Ich arbeite daran’.“ Verteidiger Dennis Morgan stellte wiederholt die Erinnerungen von Rodriguez in Frage und versuchte zu beweisen, dass eine Vergewaltigung nicht hätte geschehen können, indem er drei der Kinder von Beliz in den Zeugenstand rief, die alle einen Zeitrahmen für die Ereignisse vorbrachten, der der Geschichte von Rodriguez widersprach.

Während des Schlussplädoyers versuchte Morgan, die Jury aufgrund der Löcher in den Erinnerungen von Rodriguez von Beliz’ Unschuld zu überzeugen. Gary Brueher, Staatsanwalt in Adams County, sagte jedoch, Erinnerungen seien nicht unbedingt an bestimmte Daten und Zeiten gebunden. Barbara Anderson, Angehörige einer Gruppe, die Sexualverbrechen von Geistlichen bekämpft, ist eine von etwa 20 Rechtsanwälten und Anwältinnen aus dem ganzen Land, die zum Prozess nach Adams County reisten, um Rodriguez zu unterstützen. Anderson arbeitete zuvor als Forschungsassistentin in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas in New York. Sie sagte, sie habe der Nachrichtensendung Dateline, die ein Team zum Prozess gegen Beliz geschickt hatte, eine Dokumentation übergeben, in der beschrieben wird, wie die Kirchenführung genau weiß, dass in der Organisation Kindesmissbrauch vorkommt, und ihn zu vertuschen sucht.

Dateline plant eine Sendung in diesem Herbst mit Einzelheiten darüber, wie die Organisation mit Kindesmissbrauch umgeht.

Reporterin Shirley Wentworth ist erreichbar unter 509-488-0657 oder per
E-Mail: swentworth@cbnn.net.