"Das Spiel" mit Mut überleben

St. Thomas Times - Eric Bunnells People
Freitag, 23. November 2001

Wir haben nie über Sex gesprochen. Wir konnten nie fluchen. Es war völlig moralisch, ein christliches Haus. Außer, fügt Donald D'Haene hinzu, außer einer Sache. Es wurde "Das Spiel" genannt. Während die meisten Kinderhobbys lustig sind, oft voller Lärm und oft nut außer Kontrolle, war dieses Spiel anders. Es war entsetzlich. Es war heimlich. Es war der stille, ständige, jahrelange sexuelle Kindermissbrauch der vier Kinder aus Elgin durch ihren Vater.

Es war unser kleines Geheimnis. "Das Spiel" endete, als Donald, 15, und sein Bruder, 18, ihre Mutter, ihre Schwester und den jüngeren Bruder nahmen, einige Habseligkeiten in grüne Mülltüten packten und aus ihrem Haus flohen. Und Donald, der als Opfer in Elgin aufwuchs, aber heute in London als Überlebender lebt, hat ein Buch geschrieben: Father's Touch: A Survivor's Memoir of Sexual Abuse and Faith. Es soll kommenden Winter bei einer Tochter von American Book Publishing veröffentlicht werden.

Es ist, hofft Donald, eine warnende Geschichte. Kapitel Eins ist auf einer Webseite veröffentlicht worden. Wie alle Reisen mit dem ersten Schritt beginnen, so ist Kapitel Eins von Father's Touch eine Reise von Donald zurück nach East Elgin, seine erste nach seiner Flucht.

Es ist keine Reise zurück nach Hause, betont er schnell. Weil keines von den Häusern, in denen er bis 16 Jahren lebte, keines von den 14 Häusern ein Zuhause war. Und die Reise ist keine leichte Erfahrung, auch nicht in Begleitung seines Partners Maurice.

Als sie eines der Häuser verlassen, erinnert sich Donald an seine Tiere. Und daran, dass sein Vater fragte, ob er ein neues Kaninchen haben wolle. Und an einen kleinen Jungen, der sich fragt, ob das den Preis wert sei. Als wir zur Landstraße fahren, verballst das Haus auf dem Hügel in meiner Erinnerung und mit ihm, hoffe ich, alle Erinnerung an meinen Vater, schreibt er.

Ich blicke in den Seitenspiegel. Das Kleingedruckte zu lesen lässt mich kalt: "Objekte sind näher, als sie erscheinen."

Beunruhigend. Und filmreif. Tatsächlich arbeitet Donald zusammen mit einem Drehbuchschreiber an einer Bearbeitung. Objekte sind näher ... tatsächlich ist die Vergangenheit für Donald heute noch so nah wie damals, 20 Jahre nach der Anklage gegen seinen Vater, der sich teilweise schuldig bekannte und dafür eine lächerliche Gefängnisstrafe bekam. Er wurde erwischt. Donald und seine Geschwister bekamen eine Therapie. Ihr Missbrauch wurde offiziell bekannt, als Donald als möglicher Zeuge für einen lang zurückliegenden Mord in East Elgin befragt wurde; seine Familie waren damals, wie das Opfer auch, Zeugen Jehovas (heute glaubt Donald nicht mehr.)

Der Ermittlungsbeamte, erinnert sich Donald, war nicht überrascht, als der junge Mann vor ihm "Das Spiel" enthüllte. Tatsächlich sagte der Beamte, der Schänder sei in der Gemeinde bekannt geworden.

Das ist ein großer Teil der Geschichte. Zu der Zeit, als ich das Gespräch mit dem Ermittlungsbeamten hatte, wussten wahrscheinlich 30 oder 40 Leute davon. Aber wer hätte das damals von den D'Haenes vermutet?

Sehen Sie sich die Bilder auf der Webseite an. Solch eine normale Familie, auch wenn sie nicht lächeln ... auch wenn der Vater den kleinen Donald fest im Griff hält. Das ist der Punkt. Eine Therapie hat Donald ermöglicht, die beiden Donalds in seinem Leben zu einer Person zu machen; der Junge, der missbraucht wurde, aber in vergessener Finsternis lebt, und der Mann, der überlebte.

Und er sagt: Ich bin nicht verbittert. Ich glaube, die Leute müssen wissen, wenn man nach Gerechtigkeit strebt, dann wird es die nicht unbedingt geben. In unserem Fall war es sicher nicht so. Aber wenn nicht Gerechtigkeit, was dann? Nimm dein Schicksal selbst in die Hand. Heute ist Donald D'Haene 40, Schriftsteller, Kolumnist bei Scene, Londons alternativem Zweiwochenblatt, und glücklich mit seinem Maurice, Leiter einer Sozialdienstagentur, die Heime für behinderte Bewohner betreibt.

Anders als einige seiner Gleichaltrigen kann Donald sagen: Mit 40 erlebe ich die beste Zeit meines Lebens. Und das tut er. "Ich liebe mein Leben, so wie es ist. Ich bin glücklich mit meinen Freunden und meiner Familie und meiner Berufslaufbahn." In der Tat, er ist mehr als ein Überlebender. Er ist jemand, der sein Schicksal in der Hand hält.

Die Webseite für Father's Touch ist http://www.fatherstouch.com/.

People erscheint hier Montags und Freitags. Telefon für People: 631-2790.