Bezirk bezahlt geächteten Lehrer

http://www.tdn.com/articles/2003/05/04/area_news/news03.txt

Sonntag, 4. Mai 2003

von Amy M. E. Fischer

EIn bekannter Lehrer der Cascade Middle School, der nach wiederholten Klagen über unangebrachtes Verhalten gegenüber Schülerinnen letztes Jahr beurlaubt wurde, ist immer noch auf der Gehaltsliste und wird es bis 2004 sein, wenn ihm die volle Pension zusteht, so öffentliche Berichte, an die die Daily News gelangt ist.

Obwohl Steve Mansfield, 51, Lehrer für Leibesübungen, nicht mehr im Klassenzimmer steht, hatte er bis vor acht Tagen, als er als Leiter der privaten Tanztruppe Swing Kids zurücktrat, immer noch engen Kontakt mit den Kindern. Er trat zurück, als ihn Eltern mit neuen Informationen konfrontierten, die sie über seine Schwierigkeiten mit dem Schulbezirk von Longview erhalten hatten.

Einige Eltern der Swing Kids sind wütend, dass der Schulbezirk nicht mehr unternommen hat, ihre Kinder zu schützen, nachdem man Mansfield aus der Schule entfernte. "Sie haben es, verdammt nochmal, nicht sehr öffentlich gemacht", sagte Tina Trigg, Sprecherin der Swing Kids, deren Tochter sich der koedukativen Tanzgruppe im Stil der 1940er Jahre vor mehreren Monaten angeschlossen hatte. "Wenn Gefahr bestand, dann hätten sie laut Alarm schlagen sollen." Eine weitere Mutter der Swing Kids sagte: "Ich gebe dem Schulbezirk die Schuld dafür, nicht mehr zu tun. Sie hätten ihn rauswerfen sollen." Ihre Tochter verließ 2001 die Swing Kids, weil, wie die Mutter es sieht, Mansfield zunehmend besitzergreifend gegenüber dem Teenager wurde.

Um die Anonymität der betroffenen Kinder zu wahren, nennt die Daily News nicht die Namen von Eltern, außer den von Trigg, der Sprecherin der Gruppe.

Was die Ermittler herausfanden

Vergangenen Monat gelangte die Daily News aufgrund der Publizierungsgesetze des Bundesstaates an den 142-seitigen Bericht mit der Untersuchung  des Schulbezirks aus dem Jahre 2002 über Mansfield sowie weitere Berichte des Bezirks über ihn.

Der Schulbezirk beauftragte einen Ermittler, der Eltern, Schulangestellte, Gemeindemitglieder und Schüler befragte. Sie berichteten, sie hätten Mansfield gesehen, wie er Mädchen huckepack auf den Rücken nahm, wie er Mädchen auf seinem Schoß sitzen und sie seine Muskeln massieren ließ, wie er mit Mädchen kuschelte und ihnen öffentlich seine Zuneigung zeigte, wie er Zeit allein mit Mädchen verbrachte und sie einlud, die Nacht bei sich zu Hause zu verbringen. Superintendent Nick Seaver sagte, Mansfield weiter das Gehalt zu zahlen war "ein vernünftiger Weg, das Problem zu lösen" und billiger, als ihn zu feuern. Hätte man Mansfield gefeuert, hätte er sein gesetzliches Recht auf eine formelle Anhörung geltend machen können. Der Konflikt hätte sich monatelang hinziehen können -- und Mansfield hätte die gesamte Zeit über sein Gehalt und Zuwendungen erhalten, Seaver sagte am Mittwoch: "Es geht nicht nur darum, jemanden zu bezahlen, damit er zu Hause bleibt. Das war ein bestimmter Weg, ein Ziel zu erreichen, dass Steve nämlich nicht weiter Kinder unterrichten konnte. ... Die Leute sagen: 'Werft ihn raus'.  Bei diplomierten Mitarbeitern funktioniert das so nicht." "Was wir wollten, war: Das Beste für die Kinder und das Beste für die Gemeinde, also den Steuerzahler", sagte Seaver in einem weiteren Interview Ende letzten Monats. Die Schulleitung wusste von dem Fall, hatte aber nichts mit dem Vergleich zu tun, fügte er hinzu. Der Bezirk benachrichtigte die Eltern der Swing Kids nicht über die Anschuldigungen und die Suspension, weil es ein privater Club ist, der keine Verbindung mehr zum Bezirk hat, sagte Seaver.

"Unsere Macht ist begrenzt", sagte Seaver. "Wir haben nicht die Verantwortung für den Club. Wir konnten wirklich nicht wissen, wer diese Leute alle sind. Es gibt eine sehr genaue Grenze dazwischen, unsere Arbeit zu erledigen und im besten Interesse unserer Schüler zu handeln, und einem Überschreiten dieser Linie bei privaten Überlegungen. Wir haben genau alles getan, was wir tun konnten, und das gründete sich auf den besten juristischen Rat, den wir bekommen konnten." Mansfield wollte nur durch seinen Anwalt Thomas Doyle aus Portland mit der Daily News sprechen, und der bezeichnete die Beweise gegen seinen Mandanten als "weit hergeholt und auf tönernen Füßen. "Diese Anschuldigungen haben keine Grundlage in Fakten und werden von den Beweisen überhaupt nicht gestützt", sagte Doyle Ende vergangenen Monats. "Herr Mansfield weiß, dass er nicht kontrollieren kann, was eine kleine Gruppe Verleumder über ihn sagt."

Dem Schulbezirk waren die Probleme in Bezug auf Mansfields fragwürdige Handlungsweise gegenüber Schülern schon lange bekannt. Mansfield ist schon dreimal beurlaubt worden, erstmals 1986, als eine Mutter entdeckte, dass Mansfield an ihre Tochter im High-School-Alter etwas geschrieben hatte, was "zu Recht als Liebesbrief" bezeichnet werden kann, so der Untersuchungsbericht. 2000 und 2002 schickte der Schulbezirk Mansfield wiederum auf bezahlten Urlaub, während er Beschuldigungen untersuchte, dass er in zahllosen Fällen bei weiblichen Schülern die vom Beruf gesetzte Grenze überschritten hatte, so ein Bericht, der von Personalberater Jan Marchbanks aus Bellingham zusammengestellt wurde, den der Bezirk mit der Leitung der Untersuchung beauftragte.

Der Bezirk meldete Mansfields Fall an die Berufsaufsicht, eine Unterabteilung der Schulaufsichtsbehörde, die die Macht hat, ein Lehrerdiplom einzuziehen oder abzuerkennen. Der Fall werde immer noch untersucht, und keine Details seien verfügbar, sagte die Sprecherin der Schulaufsicht, Kim Schmanke. "Beim ersten Mal hat er die Botschaft nicht begriffen, und er hat sie immer noch nicht begriffen", sagte ein Lehrer der Cascade Middle School, der nur etwas sagen wollten, wenn er anonym bleiben konnte, weil er Angst hat, dass Mansfield ihn verklagt.

Mansfield unterzeichnete im Juli 2002 einen Vergleich mit dem Bezirk. Nach den Bedingungen dieser Übereinkunft wird Mansfield jährlich 33.895 Dollar erhalten, einen geringeren Betrag als sein Gehalt von  41.293 Dollar  im Jahre 2001. Er und seine Frau werden auch Unterstützungsleistungen für zwei Jahre bis August 2004 erhalten, dann wird Mansfield in Rente gehen. Der Vergleich fordert auch, dass Mansfield in Washington oder anderswo bis September 2009 nicht unterrichten darf. Indem ihm 30 statt 28 Jahre angerechnet werden, wird Mansfield eine höhere Pension erhalten, aber der Unterschied ist gering, so die Schulaufsichtsbehörde. "Bei einigen Leuten im Bezirk macht der folgende Witz die Runde", sagte der Lehrer. "einer sagte: 'Man muss nur eine Swingtanzgruppe gründen, dann kann man mit Gehalt für drei Jahre suspendiert werden und schließlich in Rente gehen.'"

Drei Untersuchungen

Mansfiled, Absolvent des Eastern Oregon State College, begann seine Berufslaufbahn im Jahre 1974 an der Monticello Middle School. Er begann 1979, Körpererziehung und Gesundheitslehre an der Cascade Middle School zu lehren. Gemäß Hintergrundinformationen aus dem Bericht des Jahres 2002 hatte Mansfield 1986 eine Beziehung mit einem High-School-Mädchen, das an der Middle School seine Schülerin gewesen war. Der Bezirk schickte ihn auf bezahlten Urlaub, nachdem eine Mutter 82 Briefe fand, die Mansfield ihrer Tochter geschrieben hatte. Der Bezirk ordnete an, dass Mansfield sich einer psychiatrischen Begutachtung und einer intensiven Psychotherapie unterzieht, ehe er wieder ins Klassenzimmer zurück durfte, so der Bericht.

Über das psychiatrische Gutachten waren keine Einzelheiten zu erfahren. Die Ergebnisse des Psychiaters beruhigten den Bezirk jedoch, dass Mansfield keine Gefahr für die Schüler darstelle, so ein Brief, den der Bezirk vergangenen Monat an die Daily News schickte. Mansfields Laufbahn als Tanztrainer begann 1997, als die Cascade Middle School Swingdance in den Stundenplan mit aufnahm. In diesem Jahr befahlen Verwaltungsmitarbeiter Mansfield, nachdem er eine Schultalentshow aufgeführt hatte, nicht mehr mit Kindern in der Schule zu tanzen, so Untersuchungsberichte.

Im Schuljahr 1999-2000 bildete Mansfield die private, gemeinnützige Gruppe Swing Kids, die Schulräume für Übungen benutzte, bis der Bezirk die Vereinbarung aufkündigte, nachdem die Anschuldigungen von 2000 aufgekommen waren. Mansfield hielt die Tanztruppe am Leben, er sorgte im Sommer 2000 für über 60 Aufführungen in Städten im ganzen Bundesstaat. Die Truppe gewann einen ruf als Partymittelpunkt und hatte Aufführungen bei vielen Ereignissen in der ganzen Region und wurde mehrmals in der Daily News vorgestellt.

Im September 2000 beurlaubte der Bezirk Mansfield mit Bezahlung für sieben Monate nach einem Vorfall in seinem Haus in Castle Rock. Ein erwachsener Bekannter sah Mansfield in seiner Badewanne mit einer 13-jährigen Schülerin auf seinem Schoß, seine Arme um sie gelegt, so der Untersuchungsbericht. Es wurde kein Strafverfahren eingeleitet, nachdem das Mädchen und ihre Mutter sagten, Mansfield sei ein enger Freund der Familie, und bestritten, dass etwas Unanständiges geschehen sei. "Es gab fragwürdiges Verhalten, aber das stellte kein Verbrechen dar", sagte Olga Lozano, Polizeiermittlerin von Longview, letzten Monat. Die Polizei von Longview Police nahm sich die Klage noch einmal vor, weil die Beschuldigung erhoben wurde, während sie einen anderen nicht damit in Beziehung stehenden Fall in Longview untersuchten.

Schulvertreter kamen zu dem Schluss, die Untersuchung aus dem Jahre 2000 habe nicht genug Beweismaterial ergeben, um einen Rauswurf Mansfields zu rechtfertigen, so eine im April von John Vencill, dem Personalleiter für Schulen in Longview, als Antwort auf Fragen der Daily News geschriebene Erklärung. "Auch wenn die Beweislage nicht schlüssig war, hat sich der Bezirk wegen der Situation Sorgen gemacht ...", hieß es teilweise in Vencills Erklärung. Mansfield wurde im April 2001 wieder aufgenommen. Damals gab Superintendent Seaver Mansfield eine Liste mit, auf der stand, welches Verhalten gegenüber Schülern man von ihm erwarte. In der Liste wurde unter anderem festgesetzt, dass Mansfield körperlichen Kontakt mit Schülern meidet, nicht mit einzelnen Mädchen allein ist und Situationen aus dem Weg geht, die "den Anschein von Unsittlichkeit erwecken könnten"

Weniger als ein Jahr später tauchten weitere Anschuldigungen auf, dass Mansfield sich in fragwürdiger Weise gegenüber Schülerinnen in der Gruppe Swing Kids benehme, so der Untersuchungsbericht. "Er hat sich nicht geändert, als er wieder an die Schule kam", sagte eine frühere Tänzerin der Swing Kids über Mansfields Verhalten, nachdem der Lehrer 2001 wieder aufgenommen wurde, so der Untersuchungsbericht. "Er wurde noch schmieriger und krasser ... erbat mehr Aufmerksamkeit, mehr Umarmungen, wollte mehr und mehr und mehr."

Der Bezirk gab im Februar 2002 eine weitere Untersuchung in Auftrag und beurlaubte Mansfield bei weiterlaufendem Gehalt im darauf folgenden Monat.

Die Untersuchung aus dem Jahre 2002

Der Untersuchungsbericht, eine Zusammenstellung von Interviews mit Eltern, Lehrern, Gemeindemitgliedern und Schulpersonal, spricht von Dutzenden von Fällen, in denen Mansfield mutmaßlich die Erwartungen an sein Verhalten verletzte, die Seaver in dem Brief von April 2001 an ihn ausgesprochen hatte

- In einem Fall berichtete eine Mutter eines der Swing Kids den Ermittlern und der Daily News, sie habe gesehen, wie Mansfield merklich körperlich erregt wurde, als er enge Tanzschritte mit ihrer Teenagertochter einübte.

- Andere Eltern und Gemeindemitglieder erzählten den Ermittlern, dass Mansfield, ein Mann mit Glatze und der Statur eines Gewichthebers, zuließ, dass Mädchen sich an ihn klammerten, seine Muskel massierten und auf seinem Schoß saßen.

- Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter sahen, wie Mansfield sich häufig vor dem Spind e er mit Mädchen Händchen hielt und sie mit seinem Truck mitfahren ließ, wobei das Mädchen in der Mitte des Sitzes neben ihm saß, heißt es in dem Bericht.

- In dem Untersuchungsbericht befand sich auch folgende Erklärung eines Gemeindemitglieds, der folgenden Handlungsablauf zwischen Mansfield und einer Schülerin der Cowlitz County Fair im Juli 2001 beschrieb:

"Ich sah sie aneinander gekuschelt an der Wand stehen ... er hielt ihre Hand, wenn sie gingen ... sie lehnte sich an ihn an, während er sich an die Wand lehnte und seinen Arm um seine Schulter hatte, und sie hielt seine Hand in der ihren gerade oberhalb des Busens."

- Ein 13-jähriges Mädchen, das die Swing Kids verließ, erzählte Daily News, dass Mansfield und ein Mädchen aus der Gruppe auf Fahrten der Swing Kids außerhalb der Stadt die Nasen aneinander rieben und unter dem Restauranttisch mit den Füßen spielten. "Ich kann verstehen, wenn sie sich umarmen, aber sie haben geflirtet", sagte das Mädchen. "Es ist einfach krass, wenn ein 50-jähriger Mann mit einem Teenager flirtet." Einige Lehrer der Cascade Middle School sagen, das Ergebnis und besonders wenn das nicht das erste Mal war, warum reichte es dann nicht, um ihn zumindest ohne Bezahlung zu suspendieren", sagte ein Lehrer der Cascade Middle School, der nicht genannt werden wollte. (Der Lehrer erklärte: "Ich traue ihm nicht über den Weg. Ich möchte einfach nichts mit ihm zu tun haben.") "Der Bezirk sollte ihn sich vorgenommen haben. Er hätte gefeuert werden sollen. Wenn aus keinem anderen Grund, sollte dieser Typ nicht mit Kindern arbeiten", fuhr der Lehrer fort. "Er hat noch damit geprahlt, in der Vergangenheit hätten sie versucht, ihn zu feuern. ... Er hat es fertig gebracht, allen Folgen für sein Verhalten zu entgehen."

Swing Kids

Die Elternvertretung der Swing Kids hatte vor Mitte April keine Kenntnis von den Beschuldigungen gegen Mansfield. Da erzählte ihnen Mansfield von der Untersuchung der Daily News und enthüllte Bröckchen aus seiner Vergangenheit, sagte Trigg, Sprecherin der Swing Kids. Sie und weitere Eltern der Swing Kids begannen Nachforschungen anzustellen und erfuhren von dem Ausmaß früherer Schwierigkeiten Mansfields mit dem Schulbezirk. "Die Täuschung war Teil des Problems. Alle Beschuldigungen aus den letzten 15 Jahren waren von den Eltern ferngehalten worden. Es gab keine Anzeichen, dass früher ein Problem bestand", sagte Trigg vergangene Woche. In Zukunft, sagte sie, müssten Erwachsene, die mit den Swing Kids arbeiten wollen, sich "intensiven" Prüfungen ihrer Vorgeschichte unterziehen.

Am 24. April hielten Eltern der Swing Kids eine Notsitzung des Elternrates ab, nachdem sie von dem Ausmaß der Beschuldigungen gegen Mansfield erfahren hatten, sagte Trigg. Mansfield sagte, er habe nur das Beste für die Kinder gewollt, und bot seinen Rücktritt an. "An diesem Punkt sehen die Eltern, der Beirat und die Kinder die Organisation sich über diesen kleinen Sturz erheben; es soll nicht das Ende sein", sagte Trigg. "Steve Mansfield ist schließlich in keiner Weise die Swing Kids selbst."

Die Gruppe versucht, sich in der Gemeinde wieder glaubwürdig neu aufzustellen, sagte Trigg. "Lange Zeit hatte er eine große Anhängerschaft. Darum haben wir uns angeschlossen", sagte ein Vater, dessen, 12-jährige Tochter letzten Sommer die Swing Kids verließ, weil sie nicht die kontrollierende Art mochte, mit der Mansfield Eltern behandelte, oder wie er Mädchen in der Gruppe erlaubte, sich an ihn anzuklammern. "Es waren so um die 25 oder 30 Kinder, und ein ganzer Haufen ist bereits weggegangen. Dann, nachdem wir hineingingen, gingen die Leute in Scharen raus."

Viele Eltern, die ihre Kinder aus Mansfields Swing Kids-Gruppe nahmen, sagten, sie hätten das getan, nachdem ihnen bei einigen Choreografien ungemütlich wurde, wo Mansfield ihre Töchter intim berühren konnte. Bei einigen Figuren in der Luft war Mansfields Gesicht gegen die Brüste seiner jungen Partnerinnengepresst, oder seine Hände waren in ihrem Schritt. Bei einer Figur hob Mansfield seine Partnerin auf seine Schultern, so dass sein Gesicht in ihrem Schritt war. "Vielleicht gehören diese Figuren zum Swingtanz, aber man muss diese Figuren nicht mit einem Lehrer und einem 11-jährigen Mädchen machen", sagte ein anderer Vater, dessen 13-jährige Tochter die Swing Kids nach zwei Jahren verließ, als sie Gerüchte hörte, dass Mansfield sich einer ihrer Altersgenossinnen gegenüber unsittlich benommen habe. "Es ist nichts Verbotenes - es ist einfach nicht recht. Ich würde nicht wollen, dass er so etwas mit meiner Tochter macht", sagte er.

Unter den Dokumenten des Bezirks sind Fotos, wie Mansfield fragwürdige Tanzfiguren mit seinen jungen Partnerinnen aufführt. Ein Foto zeigt ein Mädchen mit nackten Beinen in kurzem Kleid; es sitzt auf seinen Schultern, die Oberschenkel um Mansfield Hals geklammert, ihr Schritt in seinem Gesicht. Wenn Eltern der Choreografie widersprachen -- oder etwas gegen Mansfield als Tanzpartner im mittleren Alter für ihre Töchter hatten --, dann hat er gedroht, ihre Kinder aus der Gruppe zu werfen, sagten mehrere Eltern.

"Für Mädchen in dem Alter ist Tanzen das Leben", sagte ein Vater. "Sie sind alle aufgeputscht, und er baut ihr Ego auf, und eine falsche Bewegung bei den Eltern und er lässt sie gehen. Die Mädchen sind völlig verärgert ... sie wollen doch nur tanzen. Er kontrolliert die Kinder, er kontrolliert die Eltern. ..."

Mansfields Anwalt wies darauf hin, dass "der Stil des Swing Dance ... bei einigen, die nicht mit den Tanzfiguren vertraut sind, Fragen aufwirft. Viele kommen zu dem Schluss, dass Steve die Figuren zu seiner eigenen Befriedigung erfunden habe. Als männlicher Swingtanzlehrer ist Herr Mansfield nur deshalb Kritik ausgesetzt, weil er mit Teenagern tanzt."

Erfahrene Swing Kids-Tänzer werden die Gruppe als Tanzlehrer übernehmen, und die umstrittenen Figuren der Choreografie der Swing Kids werde es nicht mehr geben, sagte Trigg. "Unser männlicher Haupttänzer ... hat selbst abgelehnt, diese Figuren zu machen, weil er sie für unanständig hielt", sagte Trigg in Bezug auf die Sequenz Schritt-im-Gesicht.

Einige Eltern, die trotz der Anschuldigungen zu Mansfield hielten, verteidigten die Swingtanztruppe und sagten, sie hebe das Selbstwertgefühl und bringe Kinder mit ihrer kräftezehrenden Fußarbeit in Form. "Sie ist schrecklich im Sport", sagte eine Mutter über ihre Teenagertochter, die mehrere Jahre schon Tänzerin bei den Swing Kids ist. "Wir haben sie einmal zum Basketball gesteckt, und sie war die schlechteste Spielerin in der Mannschaft. Sie hat ihre Nische gefunden. Dies ist das einzige, was sie tun kann. Und das soll ich ihr wegnehmen?"

Das Programm stellt auch für die Kinder eine Möglichkeit dar, deren Eltern es sich finanziell nicht leisten können, sie in Schulsportmannschaften unterzubringen, sagte die Frau. Ein 13-jähriges Mädchen, dessen Eltern sie aus den Swing Kids nahmen, erklärte, welche Anziehungskraft Mansfield für die jungen Tänzer hatte, die sich um ihn scharten. "Steve hat eine Menge für uns getan", sagte sie. "Er hat uns vermittelt, dass  wir etwas Besonders sind. Man fühlte sich wirklich gut dabei, so mochte man nicht schlechte Dinge über ihn denken ... Ich wollte einfach nicht sehen, dass er so war."

Amy Fischer ist Reporterin der Daily News für den Bereich Erziehung. Sie ist zu erreichen unter 577-2532 oder afischer@tdn.com

Bezirk macht einen Fehler bei Umgang mit Exlehrer
http://www.tdn.com/articles/2003/05/04/editorial/editorial.txt

4. Mai 2003

Steve Mansfield, ehemaliger Lehrer der Cascade Middle School, jetzt nach wiederholten Klagen wegen unsittlichen Verhaltens gegenüber Schülerinnen beurlaubt, bekommt zwei Jahre lang einen Teil seines Gehaltes bezahlt. Insgesamt wird er mehr als 67.790,20 Dollar zuzüglich Beihilfen bekommen - seit dem 5. März 2002, als er aus dem Klassenzimmer beordert wurde, bis zu seiner Pension im August 2004

Der Schulbezirk Longview argumentiert, es sei billiger, Mansfield zu bezahlen, als ihn rauszuwerfen und dann vor Gericht gegen ihn zu streiten, wo Mansfield während des Prozesses sein volles Gehalt erhalten würde. Und Schulvertreter sagen auch, dieser Vergleich mit Mansfield stelle sicher, dass er nicht mit Mädchen in der Schule in Kontakt kommt. Tatsächlich kann eine starke Lehrergewerkschaft es fast unmöglich machen, einen Lehrer loszuwerden. Aber der Schulbezirk hatte umfangreiche Beweise für Mansfields unangebrachtes Verhalten gegenüber jungen Mädchen. Die bezirkseigenen Unterlagen zeigen, dass man ihm bereits 1986 Ultimaten gestellt hat.

Anscheinend zog es der Bezirk vor, den Fall Mansfield still unter den Teppich zu kehren, um den Ruf in der Öffentlichkeit zu wahren. Welche Botschaft stellt das für Lehrer mit vielleicht denselben Neigungen dar? Tue, was Mansfield getan hat, und du wirst über zwei Jahre lang fürs Nichtstun bezahlt? Was sagt das den Schülern, die im Gesundheitsunterricht wiederholt hören, sie sollten sich bei unsittlichem Verhalten melden und Hilfe holen? Und falls der Bezirk Mansfield wirklich von den Kindern fernhalten wollte, warum hat er dann nicht die Eltern der Swing Kids von seinen Sorgen benachrichtigt? Bi vor acht Tagen hatte Mansfield regelmäßig Kontakt zu den Tänzern der Swing Kids. Einige dieser Eltern erzählten uns, sie hätten Gerüchte über Mansfield gehört, aber gedacht, sie seien von Eltern angezettelt worden, die Streit mit dem beliebten Tanzlehrer hatten.

Der Artikel auf der Titelseite der heutigen Zeitung zitiert kräftig aus öffentlichen Berichten. Hätten die Eltern gewusst, dass man nach ihnen fragen kann, sie hätten diese Berichte erhalten können. Aber in jedem Fall hatte die Schulverwaltung die Pflicht, sie davon wissen zu lassen und so die Kinder mit einem Faible für die Tanztruppe schützen können.

Weil die Schulverwaltung nichts sagte, mögen einige Eltern weiter darauf vertraut haben, dass nichts Ernstes vorliegt. Der Wunsch der Verwaltung, das Thema in aller Stille abzuhaken, setzte verletzliche Kinder der Gefahr aus und verschenkte die Gelegenheit, andere Lehrer daran zu erinnern, welche Maßstäbe annehmbar sind -- und welche nicht. Die Verwaltung hatte die Gelegenheit, im Falle Mansfield Führungsqualitäten zu zeigen. Sie hat darin versagt.

 

LESERBRIEFE

7.5.2003

Kinder sind in Gefahr

Nachdem ich die Titelseite der Sonntagszeitung gelesen habe, ist mir bewusst, dass unsere Kinder in der Schule nicht so sicher sind, wie wir gehofft haben. Ich dachte, wir müssten uns um die Kinder in der Schule wegen Drogen, Schlägereien usw. Sorgen machen -- und nicht wegen unsittlicher Beziehungen zu Lehrern! Mir läuft die Galle über, dass das so lange andauern durfte, dass den Eltern der Kinder an der Cascade Middle School und in der Swing-Tanztruppe keine Warnung gegeben wurde. Diese Sache geht schon so seit 1986, und die Schule wusste davon? Es ist nicht normal, wenn ein erwachsener Mann oder eine erwachsene Frau Liebesbriefe an einen Schüler oder eine Schülerin schreibt, privat mit den jungen Schülern in die heiße Badewanne steigt oder sich von den Schülern abreiben oder berühren lässt. Wenn sie reif werden, erkennen die Kinder vielleicht, wie sie benutzt wurden, und das kann Probleme bei anderen Beziehungen im Leben schaffen. Ich bin sicher, dass sie sich fragen, warum nichts getan wurde, um dem Einhalt zu gebieten. Unser Schulsystem scheint nicht allzu sehr auf die Sicherheit unserer Kinder ausgerichtet zu sein. Anscheinend wird fast nichts getan, damit das aufhört, und anstatt einer Bestrafung gibt es jetzt auch noch eine Belohnung. Vielleicht denke ich noch einmal über meine Stimme nach, wenn das Schulsystem das nächste Mal mehr Geld braucht. Wir Eltern und Sorgeberechtigten mit Kindern in der Schule müssen aufwachen und die Vernebelungstaktik riechen!

Sherry Davis
Longview

Ein Name für die nächste Schule
Danke für den Artikel am Sonntag in der Daily News über den Lehrer aus Cascade, der weiter bezahlt wird. Die meisten von uns hätten sonst nie von dieser Vergeudung öffentlicher Mittel erfahren. Wenigstens können die drei "alten Kameraden" im Lehrerkollegium die nächste Schule nach Steve Mansfield benennen und  damit die Tradition wahren, Schulen nach Weißen zu nennen.

Iva Oshaunesy
Longview