Helen Clark, Abgeordnete für Peterborough

ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG 15.07.02

UNTERHAUS

London SW1A 0AA

PRESSEVERÖFFENTLICHUNG

KINDESMISSBRAUCH BEI ZEUGEN JEHOVAS

PARLAMENTSMITGLIED FORDERT UNTERSUCHUNG

Parlamentsmitglied Helen Clark hat im Unterhaus einen Antrag eingebracht, in dem die sofortige Untersuchung der Beschuldigungen wegen Kindesmissbrauchs unter den Mitgliedern der Versammlungen der Zeugen Jehovas gefordert wird. Vorangegangen war eine Enthüllung früherer und gegenwärtiger Fälle im BBC-Programm Panorama, die aufgrund der Verfahrensvorschriften der Organisation, dass es für ein mutmaßliches Vergehen zwei Zeugen geben muss, nie richtig untersucht worden waren. Frau Clarke verfolgt die Angelegenheit seit fast zwei Jahren, seit ein Wähler mit ihr Verbindung aufnahm, der selbst als Kind Opfer war, doch drei aufeinander folgende Minister haben sich geweigert, etwas zu unternehmen. 

„Panorama nahm mit mir Verbindung auf, als sie das Programm vorbereiteten, und ich war in der Lage, sie mit meinem Wähler in Verbindung zu bringen, und auch mit der Polizei, die die Beschuldigungen auch kannte“, sagte Frau Clarke. „Es freut mich, dass die Sache wenigstens die öffentliche Aufmerksamkeit erfährt, die sie verdient, nachdem ich zu einer ganzen Anzahl von Gelegenheiten ohne Erfolg an das Innenministerium geschrieben habe. Meiner Meinung nach waren die Minister viel zu ängstlich, damit sie einer religiösen Minderheit ja nicht zu nahe traten, und daher allzu bereit, Zusicherungen, dass schon alles seinen richtigen Gang habe, zu akzeptieren. Den Kindern der Zeugen Jehovas muss derselbe Schutz gegen sexuellen Missbrauch zugestanden werden wie anderen Kindern in unserer Gesellschaft. Ich hoffe, dieser Antrag wird genügend Unterstützung finden, um weiteren Druck auf die Regierung auszuüben, etwas zu unternehmen. Ich wäre sehr überrascht, wenn ich das einzige Parlamentsmitglied wäre, das  an diese Themen herangeht.“ 

Text des Antrages

ANTRAG

JEHOVAS ZEUGEN UND SEXUELLER MISSBRAUCH VON KINDERN 

Dieses Haus möge der BBC zu ihrem Programm Panorama gratulieren, in dem der Mangel an einer angemessenen Politik zum Schutz der Kinder unter Jehovas Zeugen bloßgestellt wird, zumal es die reguläre Vorgehensweise der Organisation ist, Versammlungsmitglieder, die wegen sexuellem Missbrauch von Kindern angeklagt sind, als unschuldig anzusehen, wenn es nicht zwei Augenzeugen gibt, selbst im Falle gelisteter Pädophiler. Das Haus möge feststellen, dass frühere Versuche seitens der Missbrauchsopfer, die offizielle Anerkennung der damit verbundenen Themen zu erlangen, erfolglos waren, und die Regierung auffordern, eine sofortige Untersuchung der Umstände dieser Missbrauchsfälle in der Vergangenheit und heute einzuleiten. 

KONTAKT: Helen Clark, Abgeordnete 020 7219 6062


Helen Clark, Abgeordnete für Peterborough

HRC/IAJM 15. Juli 2002 

UNTERHAUS

London SW1A 0AA 

Hilary Benn, Parlamentsmitglied,

Unterstaatssekretär im Innenministerium, 

Betreff: Jehovas Zeugen 

Lieber Hillary, 

danke für Deinen Brief vom 26. Juni, den ich bereits an meinen Wähler, Herrn XXXXXX, weitergeleitet habe. 

Doch das Programm Panorama am vergangenen Abend zu diesem Thema zeigte, dass es sich um ein sehr ernstes Problem handelt. Aus meinem Briefverkehr mit Deinem Büro sehe ich, dass es anscheinend eines ist, das mehrere Minister nicht völlig angesprochen haben. Offenbar hat man es vorgezogen, einfach die von den Zeugen Jehovas herausgegebenen Richtlinien zu akzeptieren. 

Herr XXXXX erwähnt insbesondere „Briefe an die Ältesten“, die von der Zentrale der Zeugen Jehovas verschickt und normalerweise verschlossen werden, so dass einfache Mitglieder sie nicht zu Gesicht bekommen. Er fragte, warum dieser Vorgang so heimlichtuerisch sei. 

Der Sprecher der Zentrale (in den USA) sagte in dem Programm, die Zeugen Jehovas hätten ihr eigenes Pädophilenregister – mit 23.720 Namen darin (in Europa, Kanada und den USA). Da es sich um eine internationale Organisation handelt, kommen ihre Verfahrensvorschriften aus den USA; sie sind eine Körperschaft, deren Vertreter in England nicht unabhängig sind. 

Einer der in dem Programm befragten Polizeibeamten, Sgt. Steve Colley von der West Midlands Police, sagte über den Fall Simon Brady, mit dem er zu tun hatte, es sei „auf verbrecherische Weise fahrlässig“, dass die Zeugen Jehovas die Einzelheiten, als sie sie erfuhren, nicht an die Polizei weitergegeben hatten. 

Ich möchte, dass Du weißt, dass ich heute einen Antrag zu dem Thema einbringen werde (Kopie als Anlage). Ich hoffe, Du wirst eine dringliche Untersuchung zu dem Thema einleiten. 

Grüße, Helen

(Unterschrift)