WATCHTOWER

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10. Oktober 2002

 

AN ALLE ÄLTESTENSCHAFTEN IN AUSTRALIEN

 

Liebe Brüder,

 

Es sind einige Fragen entstanden bezüglich der Aussage auf´ Seite 2 unseres Briefes An alle Versammlungen in Australien vom 28. August 2002 : "Wir weisen die Ältesten schon seit langem an, Beschuldigungen wegen Kindesmissbrauchs den Behörden zu melden, wo das Gesetz das fordert, auch wenn es nur einen Zeugen gibt." Diese Aussage muss in folgendem Zusammenhang verstanden werden: (1) Dies war ein allgemeiner an die Versammlung gerichteter Brief und nicht besonders an Älteste; und (2) die Gesellschaft weist die Ältesten schon seit langem an, folgende Verfahrensvorschrift zu befolgen:

 

 

"Wenn ein Ältester von körperlicher Misshandlung oder sexuellem Missbrauch eines Kindes hört, sollte er sofort mit der Rechtsabteilung der Gesellschaft Kontakt aufnehmen. Missbrauchsopfer müssen vor weiterer Gefahr geschützt werden." - Siehe Brief AB:AS An alle Ältestenschaften, 25. August 1989, Seite 3.

 

"Wenn ein Mitglied der Versammlung des Kindesmissbrauchs angeklagt wird, sollten die Ältesten sofort mit der Rechtsabteilung der Gesellschaft Verbindung aufnehmen. In vielen Bundesstaaten besteht die Pflicht, dass Älteste eine Anschuldigung bei den zuständigen Behörden melden, aber in anderen Bundesstaaten ist das nicht so. ... Ehe sie mit dem Beschuldigten sprechen, sollten die Ältesten Verbindung mit der Gesellschaft aufnehmen." - Siehe Brief SA An alle Ältestenschaften, 1. November 1995, Seite 1.

 

 

Man muss erkennen, dass die Frage des Kindesmissbrauchs eine komplizierte Sache ist und den Ältesten im ganzen Land, oder auch nur von einem Bundesland zum anderen, keine allgemeingültige Anleitung gegeben werden kann. Ob "das Gesetz das von ihnen fordert" oder nicht, kann nur zu der Zeit bestimmt werden, wo Älteste Kontakt mit der Gesellschaft aufnehmen, nachdem man ihnen Kindesmissbrauch gemeldet hat. Wenn das Gesetz von ihnen fordert, die Sache anzuzeigen, hat die Gesellschaft zu der Zeit die Ältesten immer angewiesen, es zu tun. Da es keine eindeutige, klare juristische Definition von "Kindesmissbrauch" gibt und die Gesetze von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind und von Zeit zu Zeit geändert werden, kann man in solchen Sachen nur dann den richtigen Rat geben, wenn alle Fakten eines speziellen Falles verfügbar sind. Einige Älteste waren über die Frage der Vertraulichkeit besorgt, weil sie daran dachten, was die Bibel zu dem Punkt sagt (Sprüche 11:13 ; 15:22). Wenn nach einem Kontakt mit der Gesellschaft entschieden ist, dass die Ältesten den Behörden eine Sache wie Kindesmissbrauch melden sollten, würde es nicht als Verletzung der Vertraulichkeit angesehen, wenn Anzeige erstattet wird. Gelegentlich mag es andere biblische Grundsätze geben, die gegen die Notwendigkeit der Vertraulichkeit abzuwägen sind. (Siehe beispielsweise Awake!, 22. Januar 1985, Seite 8.) Dennoch sollten sich Älteste immer ihrer biblischen Verantwortung bewusst sein, Dinge vertraulich zu halten. In dieser Weise können sie "wie ein Bergungsort vor dem Wind und ein Versteck vor dem Regensturm" sein. (Jesaja 32:2; Siehe auch The Watchtower, 1. April 1971, Seiten 222-224.) Doch es gibt Zeiten, wo Älteste vertrauliche Dinge offenbaren müssen, um die Schafe zu schützen. Zum Beispiel erklärte Our Kingdom Ministry von April 1999 auf Seite 7:

 

"Es ist gefragt worden, ob Älteste Informationen an weltliche Behörden geben sollten, wenn sie erfahren, dass ein Bruder oder eine Schwester in ein Schwerverbrechen verwickelt ist. ... Wenn ein Ältester von einem Schwerverbrechen eines Gliedes der Versammlung erfährt, mag er unter manchen Umständen verpflichtet sein, die Sache anzuzeigen oder weltlichen Behörden Informationen zu geben."

 

 

 

A NONPROFIT CORP0HATION-INCORPORATED IN NEW SOUTH WALES

AN ALLE ÄLTESTENSCHAFTEN IN AUSTRALIEN

10. Oktober 2002   Seite 2

 

In all diesen Fällen würden die Ältesten jede Entscheidung, die Sache anzuzeigen oder weltlichen Behörden Informationen zu geben, erst nach einer Konsultation mit der Gesellschaft treffen, wie in Our Kingdom Ministry gesagt wurde:

 

 

"Selbst in solchen Fällen ist es wichtig, dass die Ältesten soweit wie möglich Vertraulichkeit wahren, und Älteste sollten immer Kontakt mit der Gesellschaft aufnehmen, ehe sie irgendeine Information oder vertrauliche Sache an die Behörden weitergeben."

 

 

Wir möchten euch auch ermuntern, weiterhin denen Beistand zu geben, die Opfer von Kindesmissbrauch gewesen sind. Von Zeit zu Zeit hat die Gesellschaft Ältesten Beistand geleistet, um ihnen zu helfen, wirkungsvollere Hirten zu werden, die aufrichtig am Wohl derer interessiert sind, die unter ihrer Obhut sind (1. Petrus 5:2). Einige hilfreiche Artikel sind zum Beispiel: "Hilfe für Opfer von Blutschande" - The Watchtower, 1. Oktober 1983; "Kindesmißbrauch - der Alptraum jeder Mutter", Awake!, 22. Januar 1985; "Wie können wir unsere Kinder schützen?" und "Zu Hause sexuellem Missbrauch vorbeugen", Awake!, 8. Oktober 1993; und "Verabscheuen wir das Böse!"- The Watchtower, 1. Januar 1997. Wir nehmen in dieser Hinsicht zwar nicht die Einstellung der Welt an, aber durch Nachahmung der zärtlichen Eigenschaften unseres liebevollen himmlischen Vaters, Jehova, und seines Sohnes, Jesus, kann viel Gutes erreicht werden, wenn wir denen Beistand leisten, die Missbrauch erlebt haben oder andere belastende Umstände haben, mit denen sie fertig werden müssen. - Matthäus 11:28, 29.

 

Um unsere kleinen Kinder schützen zu helfen, bitten wir nun die Ältestenschaft, der Gesellschaft zu schreiben, bevor ein früherer Kinderschänder Vorrechte in der Versammlung erhalten darf, die die Zustimmung der Versammlung anzeigen. Das betrifft auch die Handhabung der Mikrofone, die Tätigkeit als Aufseher, das Arbeiten mit der Literatur, Freiwilligentätigkeit bei Kongressen und auch den Hilfspionierdienst.

 

Wir schätzen die Zeit und die Mühe, die ihr beim Hüten der Schafe aufwendet. Bitte empfangt unsere sehr herzliche christliche Liebe und Grüße.

 

Eure Brüder,

 

Watchtower B.&T. Society

O F  A U S T R A L I A