Mitschrift: Slowenien/POPTV
DATUM: 3. September 2002
Dieses Fernsehprogramm wurde kürzlich (3.9.2002) in Slowenien vom größten slowenischen Fernsehsender POP tv( www.pop-tv.si ) ausgestrahlt.
Etwa 250.000 Leute sahen es. Wir haben das ganze Fernsehprogramm übersetzt. Bald wird es auch ein Video geben. Freuen Sie sich darauf!
JEHOVAS ZEUGEN IN SLOWENIEN. MITSCHRIFT DES FERNSEHPROGRAMMS
Otos Eltern schlossen sich den Zeugen Jehovas an, als er vier Jahre
alt war.
Aufgrund ihrer religiösen Regeln durfte er sein Geburtstage, Neujahr
oder andere heidnische Feiertage,
wie sie sie nennen,
nicht feiern. Man hat ihm davon abgeraten, mit weltlichen Kindern Umgang
zu haben oder Fernsehen oder Filme zu sehen, die keinen Bezug zu dem
Glauben haben.
OTO: Solange man Zeuge Jehovas ist, bedeutet, mit anderen Leuten
zusammen zu sein, nichts als über Gottes Königreich zu reden, über die
wunderbare gute Botschaft. Von jedem anderen Gespräch wird gesagt, es
sei Perlen vor die Säue werfen.

Die einzige Unterhaltung, die er neben dem Schulbesuch hatte, waren das regelmäßige Bibelstudium, die Zusammenkünfte (vier Stunden pro Woche) und der Dienst von Haus zu Haus.
OTO: Ich hatte immer Angst, dass einige meiner Schulfreunde oder
Lehrer an der Tür standen. In der Schule wurde ich Jehovist genannt. Ich
war die ganze Zeit meiner Schulzeit über stigmatisiert.
Marko gehörte ihnen einige Jahre lang an, zusammen mit seiner Frau und
seinen Kindern. Er verließ von sich aus die Gemeinschaft, weil er dem
Druck nicht zustimmen konnte, den Älteste wegen der Erziehung seiner
Kinder ausübten. Da er sich nach dem Verlassen der Organisation ein
neues Leben aufbaute, bat er uns, nicht seine Identität zu enthüllen.
MARKO: Sie taufen keine Kinder und brüsten sich damit,
aber sie sind indoktriniert seit frühem Kindheitsalter, ehe sie noch
lesen und schreiben können. Sie haben Kassetten, die sie sich ansehen
können, und ihre Eltern müssen mit ihnen studieren, sie sollten sie zu
allen Zusammenkünften mitbringen, selbst wenn sie erst zwei oder drei
Jahre alt sind. Sie müssen zwei Stunden lang stillsitzen, wenn sie nicht
ruhig sind, werden sie körperlich bestraft. Die körperliche Bestrafung
ist eines der Gebote der Zeugen Jehovas.
ABBILDUNG AUS EINER PUBLIKATION DER ZEUGEN: DAS FAMILIENLEBEN
GLÜCKLICH GESTALTEN, Seite 133:
Enthalte doch dem, der noch ein Knabe ist, die Zucht nicht vor. Falls du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben.
Du solltest ihn mit der Rute schlagen, damit du seine Seele vom Scheọl befreist (Sprüche 23:13,14)

Dass die Zeugen Jehovas die Kinder in äußerst unüblicher Weise
behandeln, wurde im Mai dieses Jahres ziemlich offensichtlich, als es in
den USA aufgedeckt wurde, wo die Zeugen Jehovas ihre Weltzentrale habe,
Es gibt eine Liste mit über 23.000 Pädophilen in ihren Reihen. Die
meisten von ihnen wurden nie bei der Polizei angezeigt.
MARKO: Es gibt ein geheimes Handbuch für Älteste, wo eindeutig gesagt
wird, dass solche Verbrechen nicht der Polizei gemeldet werden sollten.
ABBILDUNG: DAS GEHEIME ÄLTESTENHANDBUCH (GEBT ACHT AUF EUCH SELBST UND AUF DIE GANZE HERDE, 1982):
Wenn die Ältesten über eine ungesetzliche Handlung oder ein anderes Fehlverhalten, das ein Mitglied der Gemeinde begeht, informiert werden, werden sie, auch wenn es die Gesetze der Kirche fordern, es nicht den Behörden melden.
OTO: Die Gesellschaft ist ein wahres Pädophilenparadies, weil ihre
Rechtskomitees zwei Augenzeugen brauchen, aber in diesen Fällen gibt es
gewöhnlich keine Zeugen.
ABBILDUNG:
DAS GEHEIME ÄLTESTENHANDBUCH (GEBT ACHT AUF EUCH SELBST UND AUF DIE
GANZE HERDE, 1982):
Welches
Material ist als Beweis zulässig?
Es muss wenigstens zwei oder drei Augenzeugen geben, nicht nur Personen,. die wiederholen, was sie gehört haben. Wenn es nur einen Augenzeugen gibt, kann nichts getan werden.

Jene Opfer, die, obwohl sie es nicht durften, die Polizei über die Verbrechen informierten, wurden später ausgeschlossen. Da wir weitere Informationen erhalten wollten, was in dieser religiösen Gruppe vor sich geht, baten wir ihren Sprecher Janko Novak um ein Interview. Zuerst war er bereit, das Filmen zu erlauben, aber als ich ihn wissen ließ, dass ihre früheren Mitglieder auch an dem Programm teilnehmen würden, antwortete er wie folgt:
JANKO NOVAK, SPRECHER DER ZEUGEN JEHOVAS: Ich glaube nicht, dass wir
es machen können. Sie können sagen, dass wir jede Mitarbeit abgelehnt
haben.
Später akzeptierte er das Interview, erlaubte uns aber kein weiteres Filmen oder Gespräche mit Gläubigen, auch nicht ohne Kamera. als ich ihn nach ihrem geheimen Ältestenhandbuch fragte, bestritt er zuerst, dass es solche Regeln gebe:
JANKO NOVAK,
SPRECHER DER ZEUGEN JEHOVAS:
Soweit ich weiß, wurde nie und nirgends geschrieben, dass wir solche
Dinge nicht der Polizei melden sollten.
DIE REPORTERIN: Ist dies Ihr Buch? (Sie zeigt ihm das Handbuch)

JANKO NOVAK,
SPRECHER DER ZEUGEN JEHOVAS:
Ja, aber diese Regeln sind seit Jahren nicht mehr in Kraft. (Er lacht
nervös)
DIE REPORTERIN:
Aber damals waren sie in Kraft?
JANKO NOVAK,
SPRECHER DER ZEUGEN JEHOVAS:
Das war vor 20 Jahren. Damals war ich zu jung, um das zu wissen.
DIE REPORTERIN:
Aber Sie haben wahrscheinlich neue Regeln, können Sie mir die zeigen,
wenn es nicht mehr schriftlich ist?
JANKO NOVAK,
SPRECHER DER
ZEUGEN JEHOVAS:
Wenn es das nicht schriftlich gibt, kann ich es Ihnen nicht zeigen.
DIE REPORTERIN:
Darf ich es nachprüfen?
JANKO NOVAK,
SPRECHER DER ZEUGEN JEHOVAS:
Ja, das können Sie.
DER REPORTER:
Werden Sie mir das neue Handbuch zeigen?
JANKO NOVAK,
SPRECHER DER ZEUGEN JEHOVAS:
Ja, nach dem Filmen.
Aber es lief alles auf nichts hinaus. Als die Kamera abgestellt wurde,
selbst nachdem er es versprochen hatte, konnte ich das neue Handbuch
nicht sehen. Auf der Polizeiwache wussten sie nicht, wie sie meine Frage
beantworten sollten, wen sie je auf einen Fall von Pädophilie gestoßen
wären. Sie sagten, die beschuldigte Person würde nicht nach ihrer
Religion gefragt.
Nebenbei war ich an ein paar Anweisungen interessiert. Aus biblischen Gründen lehnen sie Bluttransfusionen ab. Was ist die Folge, wenn jemand sich eine Bluttransfusion geben lässt. obwohl das streng verboten ist?
JANKO NOVAK: Wissen Sie, was geschehen würde? Wenn ein Einzelner die
Transfusion akzeptieren würde, wenn er gezwungen würde, das zu
tun, könnte er in solch einen schlechten Zustand geraten, dass man ihm
helfen sollte. Wir hatten solche Fälle, und die Mitglieder sagten uns,
sie fühlten sich, als seien sie vergewaltigt worden.
DIE REPORTERIN:
Hätten Sie eine Transfusion akzeptiert?
OTO: Ja, wahrscheinlich. Wenn ich es getan hätte, wäre ich
wahrscheinlich ausgeschlossen worden.
Im Zentralkrankenhaus wurde mir gesagt, dass sie bisher keine Probleme mit Patienten hatten, die Blut ablehnten. Der Hauptgrund ist eine geringe Zahl von Zeugen (1850), daher hatten sie keinen Fall, wo sie mit schwerwiegenden Komplikationen fertig werden mussten. Dennoch hat es im Ausland viele Todesfälle gegeben, und viele Kinder waren darunter.
OTO: Wenn jemand die Transfusion verweigert und stirbt, dann schreiben
sie Artikel über ihn in ihren Publikationen. Sie machen ihn zum Helden
und preisen ihn fast wie Gott.
JANKO NOVAK,
SPRECHER DER ZEUGEN JEHOVAS:
Ich kenne keine solchen Fälle (dass jemand wegen Ablehnens von Blut
starb).
GRAPHICS: EINE PUBLIKATION DER ZEUGEN: DIE GUTE BOTSCHAFT, DIE DICH
GLÜCKLICH MACHT, Seite
178:
Es ist in seltenen Fällen bereits geschehen, dass eine Gewissensentscheidung jemanden davor bewahrte, Blut anzunehmen, und er darauf starb. Da er Gottes Gesetz treu befolgte, wird er in Gottes Paradies auferweckt werden.
Was macht jemand, der Zeuge Jehovas wird, und was geht tatsächlich in
dieser Gruppe vor? Ich stellte diese Fragen einem anderen früheren
Mitglied, zum Beispiel einer Frau, die, wie sie sagt, ihre bittere
Erfahrung so schnell wie möglich vergessen möchte.
DIE FRAU: Ich habe eine schreckliche Lebenssituation durchgemacht, und
damals war ich froh zu hören, dass uns etwas Besseres verheißen wurde.
Eine Welt ohne Schmerz und Leid; damals machten mich diese Worte
zutiefst erleichtert.
Ihr System, neue Mitglieder zu sammeln, schein bis in alle
Einzelheiten ausgeklügelt zu sein. Sie schreiben sich so ziemlich alles
über die Leute auf, die sie in ihre Häuser lassen.
DIE FRAU:
Sie schreiben sich tatsächlich alles auf, was sie an der Person, mit der
sie reden, bemerken: wie sie reagierte, welche Fragen sie stellte, ihre
Interessen, ihre Erziehung und was getan werden sollte, damit ihm zu
predigen so erfolgreich wird wie möglich.
ABBILDUNG: NOTIZEN ÜBER INTERESSIERTE PERSONEN
Bald fand sie heraus, dass die Dinge nicht so wunderbar sind, wie sie
sie ihr versprochen hatten. Jeder Zweifel wurde automatisch unterdrückt.
DIE FRAU:
Allen nachzuspionieren ist obligatorisch. Jedes Mitglied muss jedes
Fehlverhalten melden, das ein anderer Gläubiger begeht. Wenn er sich
weigert zu gehorchen, riskiert er, selbst ausgeschlossen zu werden.
MARKO: Diese Dinge gehen so weit, dass ein Mann seine Frau denunzieren
soll und umgekehrt.
Oto wurde von seinen damaligen Freunden verraten. Er wurde
ausgeschlossen, weil er mit einem Mädchen intim war, das nicht zu seiner
Religion gehörte. Die anderen beiden verließen von sich aus die
Gemeinschaft. Sie alle stimmen darin überein, dass der tiefste Schmerz
die völlige Isolation war, die dem Weggehen aus der Gruppe folgte. Den
Gläubigen wird das Gebot auferlegt, jeden Kontakt zu einem früheren
Mitglied zu meiden.
OTO: Tatsächlich gibt es keine schlimmere Bestrafung als die Drohung,
dass man ausgeschlossen wird, weil man in einer eigenen Welt lebt und
keine andere Welt als die der Zeugen Jehovas kennt.

OTO: Jeder meidet einen, selbst die Kontakte mit den eigenen Eltern
sind begrenzt, besonders was das Geistige angeht, die anderen meiden
einen auf der Straße und sehen weg.
DIE FRAU:
Es geschieht sehr oft, dass Kinder, wenn sie nicht im selben Haushalt
wohnen, die eigenen Eltern, Brüder, Schwestern, Großeltern ächten; diese
dürfen ihre Enkel nicht mehr sehen. Solche Fälle sind sehr häufig.
Novak bestritt alles, was mir die früheren Mitglieder gesagt hatten.
JANKO NOVAK,
SPRECHER DER ZEUGEN JEHOVAS:
Es sind nur Klagen von ein paar Einzelnen, die die Zeugen Jehovas
verlassen haben. Ich weiß nicht, aus welchem Grund, vielleicht ist es
das Beste, das selbst mit ihnen zu klären.
Die früheren Mitglieder erklärten ihre Gründe für das Verlassen der
Gruppe auf Webseiten. (www.izobceni.streznik.org,
www.jehovovexprice.tk) Sie
sagen, das sei der einzige Weg, um gegenwärtige und künftige Mitglieder
vor dem Missbrauch, den sie selbst erlebten, zu warnen.

OTO: Heute kann ich sehen, dass ich manipuliert wurde und dass
alles nur Illusion war. Sein einziger Wunsch nach 20 Jahren Leben bei
den Zeugen ist, die verlorenen Kindheitsjahre wieder wettzumachen
zu versuchen. Mit 25 Jahren feierte er seinen ersten Geburtstag.
ENDE
PROGRAMMLEITER: Frühere und heutige Mitglieder planen für Ende
September einen Protestmarsch. Sie wollen vor den Problemen in der
Organisation warnen.
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