silentlambs, inc.
BÜRO FÜR ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Zur Veröffentlichung, 8. August 2001
Opfer von Kindesmissbrauch bei Zeugen Jehovas suchen Gerechtigkeit


Opfer von Kindesmissbrauch haben eine Klage gegen die Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft eingereicht, die Körperschaft, die die Organisation der Zeugen Jehovas beherrscht. Die Anwaltskanzlei Reinhardt and Anderson in Saint Paul, Minnesota, reicht die erste von mehreren Klagen im Interesse von Opfern ein, die durch die Wachtturm-Politik verletzt wurden, gemeldeten sexuellen Kindesmissbrauch zu ignorieren.
Die Organisation der Zeugen Jehovas ist eine geschlossene Gesellschaft, die von ihren Mitgliedern fordert, sich mit allen Problemen an die Organisation selbst zu wenden, anstatt draußen Hilfe zu suchen. Diese Praxis steht in Konflikt mit Gesetzen, die fordern, dass mutmaßlicher Kindesmissbrauch angezeigt wird. Opferanwalt Jeff Anderson stellt fest: "Sexueller Kindesmissbrauch wird nirgendwo sonst toleriert. Mit dem Beginn von Gesetzen, die Kinder schützen, wie dass man als Nachbar etwas meldet oder verpflichtet ist, Anzeige zu erstatten, sind die Tage, als Kinderschänder sich unter einem Mantel des Schweigens verstecken konnten, Vergangenheit, außer innerhalb der Organisation der Zeugen Jehovas. Diese Kirche scheint zu denken, sie stehe über dem Gesetz und die Vorschriften träfen nicht auf sie zu. Hier geht es einfach darum, dass Jehovas Zeugen verstehen, dass für sie dieselben Regeln gelten wie für jeden anderen, wenn es um den Schutz unserer Kinder geht."


Jehovas Zeugen werden beschuldigt, eine Organisationspolitik zu schaffen, die nach Meinung der Opfer Kinderschänder geschützt hat, während sie den Opfern weiter Schaden zufügt. Es wird behauptet, wenn ein Opfer zu den Ältesten geht, um sexuellen Kindesmissbrauch durch ein Mitglied zu melden, dann habe die Wachtturm-Gesellschaft die Ältesten angewiesen, von dem Opfer Beweise für den sexuellen Missbrauch zu fordern, ehe man dem Opfer glaubt. Gemäß der Kirchenpolitik kann der Beweis in zwei Augenzeugen für jeden Missbrauchsfall bestehen. Wer als Opfer keinen solchen Beweis liefert, kann von den Ältesten und der Versammlung sogar wegen falscher Anschuldigung gegen ein Mitglied geächtet und gemieden werden.
Anderson sagt: "Schon allein aus dem Wesen von sexuellem Kindesmissbrauch geschieht dieser selten in Gegenwart anderer. Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs werden insbesondere traumatisiert, weil der Täter sie oft bedroht, so dass sie schweigen. Die Politik der Zeugen Jehovas ist nicht anders. Die Opfer tun, was sie tun sollen, sie gehen zur Kirche, und die Kirche wendet sich gegen sie." Opfer behaupten, dass Älteste oft nichts tun, um bekannte Kinderschänder daran zu hindern, Kontakt mit Kindern zu haben, sie fordern sogar, dass alle Kirchenmitglieder mit der Wachtturm-Literatur an den Türen argloser Wohnungsinhaber Kundenwerbung betreiben.

Die erste Klage wird in Nashua, N. H., eingereicht, wo wo das Mitglied der Kirche der Zeugen Jehovas Paul Berry seine Stieftochter und seine Tochter wiederholt sexuell missbraucht haben soll, angefangen als beide drei Jahre alt waren. Als die Mutter der Mädchen mit ihrem Missbrauchsverdacht zu den Kirchenältesten ging, sagten ihr die Ältesten, sie solle eine bessere Ehefrau sein und mehr wegen der Situation beten. Sie ignorierten dabei, dass in New Hampshire eine Anzeige wegen Kindesmissbrauch Pflicht ist. Der Missbrauch ging weiter, und Berry wurde schließlich wegen Missbrauchs seiner Stieftochter verurteilt und für 56 Jahre ins Gefängnis geschickt. Dieselben Kirchenältesten, die anfangs mehrere Jahre zuvor die Meldung der Mutter wegen des Missbrauchs erhielten, sprachen bei Berrys Urteilsverkündung mit dem Richter und glaubten weiter, dass er unschuldig sei.

Die Geschichten vieler Opfer sind unter www.silentlambs.org zu finden, die von der gemeinnützigen Organisation Silentlambs Inc. betrieben wird. Gegründet von einem Zeugen Jehovas, von William H. Bowen aus Calvert City, Kentucky, bietet die Organisation Opfern von Kindesmissbrauch Mittel, Heilung und einen inneren Abschluss an. Bowen erklärt: "Ich fühlte mich gezwungen, aus Protest gegen eine interne Politik, die Kinderschänder beschirmen und Kinder verletzen, als Pastor meiner Ortsgemeinde zurückzutreten. Wenn die Kirche Kinderschänder in verantwortliche Stellungen setzt und von ihnen fordert, die arglose Öffentlichkeit zu Hause zu besuchen, dann ist das schlechte Politik."

Wenn Sie mehr Informationen zum Thema erhalten wollen, sehen Sie unsere Webseite unter www.silentlambs.org oder nehmen Sie Kontakt auf mit William H. Bowen unter (270) 527-xxxx.
silentlambs, inc, PO Box 311, Calvert City, Kentucky 42029 USA.
Telefon: 270-527-xxxx Fax: 270-527-xxxx
Weitere Rechtsinformationen: Jeff Anderson, 651-227-xxxx
Hotline für Missbrauchsopfer bei Jehovas Zeugen
1-877-WTABUSE