WATCH TOWER

BIBLE AND TRACT SOCIETY OF PENNSYLVANIA

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14. Juli 2002

 

AN ALLE VERSAMMLUNGEN IN GROSSBRITANNIEN 

Liebe Brüder, 

in Psalm 144:15 lesen wir: „Glücklich ist das Volk, dessen Gott Jehova ist!“ Wir erkennen den Wahrheitsgehalt dieser inspirierten Erklärung, wenn wir mit unseren Brüdern und Schwestern  auf Kongressen und in den Versammlungen zusammenkommen. Wir genießen eine herzliche Atmosphäre des Friedens, während wir aus der geistigen Ermunterung Jehovas und seiner Organisation Nutzen ziehen. (Psalm 29:11) Welch ein Gegensatz zu denen in der Welt, denen es an wahrer geistiger Führung und einer festen Hoffnung für die Zukunft mangelt! – Jesaja 65:13. 

            Was versetzt uns in die Lage, einen glücklichen Geist zu bewahren? Einmal fürchten wir Jehova und haben tiefe Hochachtung vor der Ermahnung in Seinem Wort, darunter vor dem, was die Bibel über sexuelle Dinge sagt. (1. Korinther 6:9, 10; Hebräer 13:4) Anfangs war es für einige von uns nicht leicht, unser Leben in Übereinstimmung mit Jehovas hohen Maßstäben zu bringen. Wir mussten in unserer Lebensweise bedeutsame Änderungen vornehmen, ehe wir für eine Zugehörigkeit zu Jehovas reiner, vom Geist geleiteter Organisation in Frage kamen. War es der Mühe wert? Ganz sicher! Wie glücklich wir doch sind, in Übereinstimmung mit Gottes gerechten Anforderungen zu leben! 

            In den vergangenen Wochen richtete die Presse in diesem Land die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise, in der Anklagen wegen Kindesmissbrauchs von verschiedenen Religionsgemeinschaften gehandhabt werden. Diese Berichte mögen einige aufrichtige Einzelpersonen bewegen, sich nach den Vorgehensweisen zu erkundigen, denen Jehovas Zeugen folgen. Daher glauben wir, dass es von Nutzen sein wird, sich mit euch noch einmal unsere auf die Bibel gegründete Haltung anzusehen, damit ihr „wisst, wie ihr jedem zu antworten habt“. – Kolosser 4:6. 

            Einfach gesagt, verabscheuen wir den sexuellen Missbrauch an Kindern und werden keinen Täter solch widerlicher Handlungen vor den Folgen seiner großen Sünde bewahren. (Römer 12:9) Wir erwarten, dass die Ältesten jede Anschuldigung wegen Kindesmissbrauchs untersuchen. Selbst nur ein missbrauchtes Kind ist eines zu viel. Doch bei der Beurteilung der Beweise müssen sie die eindeutige Anweisung der Bibel im Sinn behalten: „Kein einzelner Zeuge sollte sich gegen einen Mann hinsichtlich irgendeines Vergehens oder irgendeiner Sünde erheben ... Auf die Aussage zweier Zeugen oder auf die Aussage dreier Zeugen sollte die Sache feststehen.“ (5. Mose 19:15) Später wurde dieses Erfordernis, die Aussage zweier oder dreier Zeugen zu betrachten, von Jesus bestätigt. (Matthäus 18:16) Obwohl die Ältesten jede Anschuldigung untersuchen, sind sie also nicht durch die Heilige Schrift ermächtigt, als Versammlung etwas zu unternehmen, wenn es kein Geständnis oder zwei glaubwürdige Zeugen gibt. Wenn jedoch zwei Personen Zeugen getrennter Vorfälle derselben Art von Vergehen sind, dann kann ihre Aussage als hinreichend angesehen werden, um etwas zu unternehmen – 1. Timotheus 5:19, 24, 25. 

            Was, wenn jemand ein erwiesener Kinderschänder ist? Der Artikel „Verabscheuen wir das Böse“ in der Wachtturm-Ausgabe vom 1. Januar 1997 hatte auf Seite 29 zu sagen: „Zum Schutz unserer Kinder gilt: Ein Mann, von dem bekannt ist, dass er ein Kind sexuell missbraucht hat, eignet sich nicht, eine verantwortungsvolle Stellung in der Versammlung zu bekleiden. Auch kann er nicht als Pionier dienen oder eine andere Form besonderen Vollzeitdienstes verrichten.“ Wir handeln so entschlossen, weil es uns am Herzen liegt, biblische Maßstäbe aufrechtzuerhalten und unsere Kinder zu schützen. (1. Timotheus 3:2, 9, 10) Von jedem in der Organisation wird erwartet, dass er denselben Erfordernissen nachkommt, nämlich, körperlich, seelisch, moralisch und geistig rein zu sein. (2. Korinther 7:1; Epheser 4:17-19; 1. Thessalonicher 2:4) 

            Unsere Haltung ist, dass die weltlichen Behörden sich mit Verbrechen befassen, während es die Ältesten mit Sünde zu tun haben. Um ein Fehlurteil zu vermeiden, dürfen sich Älteste nicht in eine weltliche Untersuchung von Kindesmissbrauch einmischen und sie nicht ver- oder behindern. Sie müssen sicherstellen, dass den weltlichen Gesetzen Gehorsam geleistet wird. (Römer 13:1) 

            Zu diesem Zweck sind sie angewiesen, mit der Rechtsabteilung im Bethel Verbindung aufzunehmen, wann immer sie auch nur von einem Einzelnen informiert werden, dass ein Kind missbraucht wurde. Wenn die Rechtsabteilung eine Meldung erhält, erteilt sie Rat, um sicherzustellen, dass ... 

1.      ... das mutmaßliche Opfer und weitere mögliche Opfer vor weiteren Missbrauch geschützt werden.

2.      Es wird der Rat erteilt, das Verbrechen bei den zuständigen Behörden anzuzeigen und zusätzlichen rechtlichen Erfordernissen nachzukommen. 

Die Ältesten wissen, dass es das uneingeschränkte Recht des Opfers, seiner Familie oder eines jeden anderen ist, die Sache bei den Behörden anzuzeigen, wenn sie das wollen. (Galater 6:5) 

            Wenigstens seit 1981 wurden in unseren Zeitschriften Wachtturm und Erwachet! Artikel im Hinblick auf eine Aufklärung des Volkes Jehovas und der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit veröffentlicht, Kinder vor Kindesmissbrauch zu schützen. Neben dem oben angeführten gab es den Artikel „Hilfe für Opfer von Blutschande“, der im Wachtturm erschien [1. Januar 1984, Seite 27 ff.]. Erwachet! brachte Artikel wie „Unsere Kinder sind in Gefahr“, „Wie können wir unsere Kinder schützen?“ und „Zu Hause sexuellem Missbrauch vorbeugen“ (8. Oktober 1993) wie auch „Kindesmissbrauch – der Alptraum jeder Mutter“ in der Ausgabe vom 8. August 1985. 

            Wir glauben, dass wir eine strenge, auf die Bibel gegründete Vorgehensweise bei Kindesmissbrauch haben. Mit den Jahren haben wir, wenn wir Gebiete bemerkten, auf denen unsere Vorgehensweise kräftiger gemacht werden konnte, nicht gezögert, dies zu tun. In den Königreichsdienstschulen erhalten die Ältesten fortlaufend Erinnerungen an diese Richtlinien und damit verwandte Dinge. Und wir ermahnen die Ältesten weiterhin ernstlich, die Verfahrensvorschriften, die wir aufgestellt haben, genau zu befolgen. 

Die moralische Reinheit der Versammlung ist weiterhin von entscheidendem Interesse für den „treuen und verständigen Sklaven“. (Matthäus 24:45) So, wie wir weiter biblische Grundsätze in unserem Leben anwenden, wird unser Glück zunehmen. Wir vertrauen darauf, dass diese Erinnerungen für euch hilfreich sein werden, so wie ihr die Königreichshoffnung mit aufrichtig Gesinnten teilt. Wir müssen sehr dankbar sein für die geistige Erfrischung durch den Besuch der Bezirkskongresse „Eifrige Königreichsverkündiger“. Was für eine glückliche Aussicht! Ja, es besteht kein Zweifel: „Glücklich ist das Volk, dessen Gott Jehova ist!“ – Psalm 144:15. 

Eure Brüder 

Watchtower B. & T. Society of Pennsylvania