WATCHTOWER
BIBLE AND TRACT SOCIETY OF NEW YORK, INC.
25 COLUMBIA HEIGHTS BROOKLYN, NEW YORK 11201-2483 USA PHONE (718) 625-3600

1. August 1995

AN ALLE ÄLTESTENSCHAFTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN

Liebe Brüder,

Wir freuen uns, unten stehend eine Richtlinien zu umreißen, von denen wir hoffen, dass sie für euch hilfreich sind, um Kindesmissbrauchsopfer zu schützen, sowie beim Umgang mit einem Bruder oder einer Schwester in der Versammlung, die sich des sexuellen Kindesmissbrauchs schuldig gemsacht haben.

Wenn ein Mitglied der Versammlung des Kindesmissbrauchs angeklagt wird, sollten die Ältesten sofort mit der Rechtsabteilung der Gesellschaft Verbindung aufnehmen. In vielen Bundesstaaten besteht die Pflicht, dass Älteste eine Anschuldigung bei den zuständigen Behörden melden, aber in anderen Bundesstaaten ist das nicht so. In den Bundesstaaten, wo es Pflicht ist, können oft die Eltern der Sorgeberechtigte oder der Beschuldigte selbst die Anzeige erstatten. Auf diese Weise wird die durch das Kirchenprivileg geschützte Vertraulichkeit nicht verletzt. Doch ob die Anschuldigung den weltlichen Behörden gemeldet wird oder nicht, sobald feststeht, dass sich ein Mitglied der Versammlung des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht hat, sollten angemessene Schritte unternommen werden, um sich an die ursprüngliche Anweisung der Rechtsabteilung der Gesellschaft zu halten.

Überdies sollten Schritte unternommen werden, um das Kind oder die Kinder vor weiterem sexuellen Missbrauch zu schützen. Offensichtlich wären Eltern äußerst interessiert daran, in dieser Hinsicht angemessene Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Hilfreiche Informationen dafür können nachgelesen werden in den Awake!-Ausgaben vom 22. Januar 1985 und 8. Oktober 1993. Liebevolle Älteste werden auch in einer Weise handeln wollen, die zeigt, dass sie sorgen und schützen, denn das Wort "Aufseher" lässt an jemanden denken, der aufpasst, an einen Hüter, einen Hirten der Herde. (Siehe "Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde", Seiten 90 und 93.) Sie wollen daher Schritte unternehmen, um ein Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs zu schützen, wenn ein Rechtskomitee zu dem Schluss kommt, der Kinderschänder bereue und werde ein Glied der Christenversammlung bleiben. Dasselbe Interesse würde gezeigt werden, wenn ein Pädophiler ausgeschlossen wird und später sein Leben in Ordnung bringt und wieder aufgenommen wird.

Es wäre passend, mit einem früheren Kinderschänder sehr offen zu reden, ihn vor den Gefahren zu warnen, Kinder zu umarmen oder auf dem Schoß sitzen zu haben, und dass er ohne Anwesenheit eines anderen Erwachsenen nie mit Kindern zusammen sein sollte. Das mag verhindern, dass er in Versuchung gerät oder unbegründet beschuldigt wird. Gleichzeitig ist es gut, sich daran zu erinnern, dass die Bibel in Matthäus 12:31 und 1. Korinther 6:9-11, zeigt, dass es für jemanden möglich ist, seinen falschen Weg aufzugeben, zu bereuen und danach in Übereinstimmung mit Gottes gerechten Grundsätzen zu leben. Das stimmt für alle Übeltäter - selbst für einen früheren Kinderschänder.

AN ALLE ÄLTESTENSCHAFTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN, 1. August 1995, Seite 2

Es ist zwar unbiblisch zu sagen, ein früherer Kinderschänder könne nie Vorbildvorrechte in der Versammlung haben, doch sicher werden die Ältesten sehr vorsichtig sein wollen, besonders wenn jemand wiederholt dieses Fehlverhalten gezeigt hat oder für eine solche Tat ausgeschlossen wurde. Ehe dieser wieder Vorrechte übertragen bekommt, ist es daher notwendig, dass er ein vortreffliches Zeugnis von Personen innerhalb wie außerhalb der Versammlung hat. Das bedeutet, dass die Schande, die aus seinem Fehlverhalten erwuchs, inzwischen vergessen sein muss. Generell wird es eine beträchtliche Anzahl von Jahren dauern, um abhängig von seinem schlechten Ruf eine solche Tadellosigkeit zu erreichen. Es läge also an den Ältesten, zu entscheiden, ob man so jemandem Vorrechte überträgt, und dabei sind alle Faktoren im Einzelfall abzuwägen (1. Tim. 3:7). In jedem Fall sollte dies nie übereilt geschehen. Es sollte immer eine beträchtliche Zeit vergehen, ehe ein früherer Kinderschänder, wenn überhaupt, Verwendung findet.

Was ist, wenn ein früherer Kinderschänder in eine andere Versammlung zieht? Die Verkündigerkarte(n) der Versammlung für diese Person sollte(n) zusammen mit einem einführenden Brief an die neue Versammlung geschickt werden. Wenn ihm das Rechtkomitee Einschränkungen auferlegt hat, sollte das Komitee in seiner früheren Versammlung die Ältesten in der neuen Versammlung deutlich und taktvoll über das Problem informieren, den gegebenen Rat und die auferlegten Beschränkungen bezeichnen und und darauf hinweisen, was sie getan haben, um ihn zu überwachen und ihm beizustehen. Selbst wenn Jahre vergangen sind und derjenige nicht mehr unter Einschränkungen steht, aber immer noch gewisse Sorgen bestehen (wie im vorhergehenden Absatz beschrieben), sollten die Ältesten in der neuen Versammlung informiert werden.

Wir hoffen, dass die obige Anleitung euch helfen wird, Dinge in der Versammlung zu handhaben, um Opfer und mögliche Opfer vor Kindesmissbrauch zu schützen und gleichzeitig ausgeglichen zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu sein. Mit diesem Brief senden wir euch unsere herzliche christliche Liebe und Grüße.

Eure Brüder,

WTBS