WATCH TOWER
BIBLE AND TRACT SOCIETY OF BRITAIN
THE RIDGEWAY LONDON NW7 1RN
TELEPHONE 020 8906 2211

1. Juni 2001

ALLE ÄLTESTENSCHAFTEN

Liebe Brüder,
in unserem Brief an alle Ältestenschaften vom [XX] 1. Januar 2001 gaben wir Anweisungen bezüglich der Meldungen von Gemeinschaftsentzügen und Verlassen der Gemeinschaft und Akten bezüglich Kindesmissbrauchs. Wir danken euch für all die harte Arbeit, diese Notwendigkeit und wichtige Anleitung zu befolgen, so dass die Termine der Regierung, wie sie im Datenschutzgesetz von 1998 stehen, erfüllt werden können.

Ein Teil der erteilten Anweisung betraf die Schaffung einer Liste "Kinderschutz - Psalm 127:3". Im Zusammenhang mit dieser Liste erhielten wir eine Anzahl von Anfragen, wer darauf erscheinen sollte. Ihr werdet auch verstehen, dass Caesars Gesetz nicht still steht, und das macht von Zeit zu Zeit Anpassungen nötig. Wir freuen uns, euch eine Klarstellung über die Verwendung der Liste zu geben, und wie Unterlagen geführt werden können, um unseren Kindern die Möglichkeit zu bieten, in der Versammlung angemessen geschützt zu werden. - Jesaja 32:1, 2.

Wer Kindesmissbrauch gestanden hat oder aufgrund zweier oder mehr glaubwürdiger Zeugen von der Versammlung des Kindesmissbrauchs für schuldig befunden wurde, sollte auf der Kinderschutzliste erscheinen. (Zu einer Definition von Kindesmissbrauch siehe Absatz 3 unseres Briefes an alle Ältestenschaften vom 15. April 1997.) Auch Personen, die von einem Strafgericht des Kindesmissbrauchs überführt wurden, sollten in die Liste aufgenommen werden. Wenn nötig, kann zusätzliche Information, wie unten beschrieben, in versiegeltem Umschlag in den vertraulichen Versammlungsunterlagen aufbewahrt werden. Wenn solch eine Person in eine andere Versammlung umzieht, sollte die Vorgehensweise nach Absatz 3 auf Seite 2 des Briefes vom 15. April 1997 befolgt werden.

Von der obigen Anweisung gibt es eine Ausnahme: Die Ältesten mögen dem Zweigbüro geschrieben und alle Einzelheiten über einen früheren Kinderschänder mitgeteilt haben, der gegenwärtig als Ältester oder Dienstamtgehilfe dient. Wenn in einem solchen Fall das Zweigbüro entschieden hat, dass er ernannt werden oder weiter in einer Vertrauensstellung dienen kann, weil das Vergehen vor vielen Jahren geschah und er seither ein vorbildliches Leben führt, sollte sein Name nicht auf der Liste erscheinen, und es ist auch nicht nötig, Informationen über das frühere Vergehen des Bruders weiterzugeben, wenn er in eine andere Versammlung zieht, es sei denn, das Zweigbüro hat andere Anweisungen erteilt. Wenn solch ein ernannter Mann daher in eine andere Versammlung zeigt, sollte ein Brief mit Mitteilung über den Umzug geschickt werden, gerichtet an die Rechtsabteilung der Gesellschaft.

Es gibt jedoch viele weitere Situationen, die in Zusammenhang mit dem Missbrauch eines Kindes stehen. Beispielsweise mag es nur einen Augenzeugen geben, und der Bruder bestreitet die Anschuldigung (5. Mose 19:15; Johannes 8:17). Oder die Behörden mögen gegen ihn wegen Kindesmissbrauchs ermitteln, obwohl die Sache noch nicht bestätigt ist. Dann wiederum mag ein kleines Kind von jemandem missbraucht worden sein, der selbst noch minderjährig ist, vielleicht am Beginn seiner Teenagerjahre oder noch davor.

 

ALLE ÄLTESTENSCHAFTEN
1. Juni 2001
Seite 2

In diesen und ähnlichen Fällen erfolgt kein Eintrag in die Kinderschutzliste. Die Information sollte vielmehr, wie unten beschrieben, in versiegeltem Umschlag in den vertraulichen Akten aufbewahrt werden. Wenn solch eine Person umzieht, sollte das Versammlungsdienstkomitee einen Brief an die Rechtsabteilung der Gesellschaft schreiben und um Rat ersuchen, ob sie die Einzelheiten der neuen Versammlung mitteilen soll.

Information bezüglich Kindesmissbrauch in versiegeltem Umschlag in den vertraulichen Unterlagen der Versammlung aufbewahren: Es sollte nur eine kurze Notiz aufbewahrt werden. Sie würde den Namen des Kinderschänders oder mutmaßlichen Schänders enthalten. Wenn bekannt, sollten auch die folgenden Informationen aufgezeichnet werden: der/die Name(n) des/der Opfer(s) oder des/der mutmaßlichen Opfer(s); in welcher Beziehung der Täter zu dem/den Opfer(n) stand; wie die Ältesten auf die Sache aufmerksam gemacht wurden. Wann die Sache ans Licht kam und die Namen der Ältesten, die in irgendeiner Weise mit der Sache befasst waren, würden auch vermerkt. Tatsachen wie die, wann die (mutmaßliche) Tat stattfand, wie lange die Missbräuche andauerten und das Alter des mutmaßlichen Schänders und des Opfers/der Opfer zur Tatzeit können aufgezeichnet werden. Gebt eine einfache Erklärung ab, ob die Anschuldigung(en) Unreinheit, zügelloses Verhalten oder Hurerei hinauslief(en), wie es in "Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde", Seiten 92-94, definiert wird. Vermerkt keine anderen Einzelheiten als die in diesem Absatz erwähnten. Falls das Opfer eine schriftliche Anklage einreicht, sollte diese in die vertraulichen Unterlagen gelegt werden, und abhängig vom Inhalt des Briefes mag für die Ältesten keine Notwendigkeit bestehen, etwas Weiteres zu schreiben. Die einzige Information, die außen auf dem Umschlag stehen sollte, ist der Name der Person, wann die Sache ans Licht kam und die Namen der damit befassten Ältesten.

Älteste tun ihr Äußerstes, um der schwerwiegenden Verantwortung nachzukommen, Kinder vor Schaden zu bewahren. Die Reinheit der Organisation Jehovas muss bewahrt werden, während wir uns gleichzeitig an das Gesetz Caesars bezüglich der Handhabung heikler Informationen halten. Die Anweisungen in diesem Brief geben Anleitung bei bestehenden Aufzeichnungen, sie sind aber auch in Situationen anwendbar, die künftig aufkommen und in Verbindung mit Kindesmissbrauch stehen.

Wir senden euch herzliche christliche Grüße.

Eure Brüder,

Watch Tower B. & T. Society of Britain
[Hier offizieller Stempel]

PS an den vorsitzführenden Aufseher: Treffe so schnell wie möglich Vorkehrung, diesen Brief der Ältestenschaft vorlesen zu lassen. Daraufhin sollte das Versammlungsdienstkomitee zusammenkommen und die Kinderschutzliste durchsehen, um sicherzustellen, dass sie der Anweisung in diesem Brief entspricht. Wenn es als notwendig empfunden wird, den Namen einer Person von der Liste zu streichen, versucht nicht, den Namen auszuradieren, stellt vielmehr eine neue Liste auf und vernichtet die alte.