CHRISTIAN CONGREGATION OF JEHOVAH'S WITNESSES

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15. Februar 2002

AN ALLE ÄLTESTENSCHAFTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN

Liebe Brüder,

es war für uns eine Freude, mit euch in der Königreichsdienstschule zusammenzukommen, die im Gebiet des Zweiges der Vereinigten Staaten im November und Dezember 2001 stattfand. Dieser Brief soll euch schriftliche Anweisungen zu verschiedenen Dingen geben, die in der Schule betrachtet wurden. Bitte seht ein besonderes Treffen der Ältestenschaft vor, um die Anweisungen in diesem Brief sowie den Brief an alle Versammlungen in den Vereinigten Staaten vom 14. Februar 2002 bezüglich der Änderungen, die in der Königreichsdienstschule bekannt gegeben wurden, zu betrachten.

Versammlungsbuchstudienaufseher: Das Dienstkomitee der Versammlung ist zwar ermächtigt, Verkündiger Buchstudiengruppen zuzuweisen, aber es ist die Ältestenschaft, die alle Versammlungsbuchstudienaufseher ernennt. Sobald wie möglich nach Erhalt dieses Briefes sollten die Ältesten diese Ernennungen noch einmal überprüfen, um sicherzustellen, dass die befähigtsten Brüder verwendet werden.

Unter die Pflichten des Versammlungsbuchstudienaufsehers fällt unter anderem folgendes: das Lehren im Buchstudium, führend im Evangelisieren vorangehen, allen in der Gruppe beizustehen, Fortschritte im Dienst zu machen, Hirtentätigkeit für die Gruppe, denen beizustehen, die schwach oder untätig sind und das Einsammeln der monatlichen Predigtdienstberichte. Da ein Versammlungsbuchstudienaufseher große Verantwortung trägt, sollte dafür, wenn möglich, ein Ältester zur Verfügung stehen. Die Ältestenschaft wird ein gutes Urteilsvermögen walten lassen müssen, wenn sie entscheidet, welcher Bruder am wirkungsvollsten als Versammlungsbuchstudienaufseher dienen kann. Wenn nötig, kann sich ein Ältester um mehr als eine Gruppe kümmern, wenn er es zu verschiedenen Zeiten der Woche tut. Dies würde jedoch von den Umständen abhängen. Wenn kein Ältester zur Verfügung steht, könnte als Ersatz ein befähigter Dienstamtgehilfe Verwendung finden, bis ein Ältester die Gruppe übernehmen kann. (om 44) Die Ältesten, die am befähigtsten sind, alle Aspekte der Zuteilung zu erfüllen, sollten verwendet werden. Wenn ein Ältester ein guter Lehrer ist, aber nicht in der Lage oder nicht geneigt ist, die anderen Aspekte der Verantwortlichkeit zu erfüllen, mag er nicht der befähigtste Älteste sein, um in dieser Eigenschaft zu dienen.

Dienstamtgehilfen, die als Ersatz Verwendung finden, werden als "Versammlungsbuchstudiendiener" bezeichnet werden. Sie sollten unter genauer Aufsicht der Ältesten arbeiten. Obwohl sie das wöchentliche Buchstudium leiten, eifrig im Predigtdienst vorangehen und die monatlichen Predigtdienstberichte der Gruppe einsammeln, sollten sie es nicht selbst übernehmen, Hirtenbesuche bei Personen aus der Gruppe zu machen. Doch unter der Leitung der Ältesten können sie geistig erbauende Besuche bei gewissen Personen aus der Buchstudiengruppe machen und mit ihnen Bibelstellen und Stoff aus unseren Publikationen besprechen. Wenn allerdings eine Angelegenheit, die schwerwiegend ist, aufkommt, sollten sie natürlich nicht versuchen, die Sache abzuhandeln, sondern sie an die Ältesten verweisen. Ebenfalls sollten sie unter Anleitung der Ältesten arbeiten, wenn sie Personen in der Gruppe beistehen, die geistig schwach oder untätig sind. Die Ältesten müssen sicherstellen, dass Dienstamtgehilfen, die als Versammlungsbuchstudiendiener Verwendung

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finden, verstehen, wie sie unter der Anleitung der Ältesten arbeiten müssen, um ihrer Verantwortung nachzukommen.

Buchstudiengehilfe: Die Ältestenschaft teilt auch jedem Versammlungsbuchstudienaufseher einen Gehilfen zu. Der Gehilfe leitet das Buchstudium, wenn der Aufseher abwesend ist, und hilft ihm bei anderen Aspekten der Zuteilung. Wie in der Schule bekannt gegeben, kann der Buchstudienaufseher Vorkehrungen treffen, dass der Gehilfe alle zwei Monate einmal das Buchstudium leitet. Dies zusätzlich zu den Gelegenheiten, wo der Gehilfe es leitet, weil der Aufseher abwesend ist. Diese neue Vorkehrung wird es dem Aufseher ermöglichen, erbauenden Rat zu geben, um dem Gehilfen zu helfen, seine Lehrfähigkeit zu verbessern. Bitte beachtet, dass diese Vorkehrung nur gilt, wenn der als Leiter zugeteilte Bruder ein Ältester und der Gehilfe ein Dienstamtgehilfe ist. Wenn ein Ältester als Gehilfe dient, ist es nicht nötig, dass er das Buchstudium einmal alle zwei Monate leitet, um ihm Rat und Hilfe zu erteilen.

Vorzugsweise sollte der zugeteilte Gehilfe ein Ältester sein. Wenn es nicht genügend Älteste gibt, kann ein Dienstamtgehilfe als Gehilfe dienen. Wenn es nicht genügend Dienstamtgehilfen gibt, kann ein getaufter Bruder, der ein gutes Vorbild in der Versammlung ist, aber kein ernannter Diener, als Gehilfe zugeteilt werden. Es wäre jemand, der verwendet werden könnte, um Demonstrationen bei der Dienstversammlung vorzutragen, der, wenn er den Antrag stellte, als Hilfspionier in Frage käme, und dem man gewisse Pflichten im Königreichssaal übertragen würde, wie die Handhabung der Mikrofone, Hilfe bei der Literatur oder der Dienst als Gehilfe. Es sollte jemand sein, der in Abwesenheit des ernannten Aufsehers das Buchstudium angemessen leiten könnte. Wenn kein getaufter Bruder zur Verfügung steht, auf den dieser Maßstab zutrifft, dann kann eine Buchstudiengruppe keinen Gehilfen zugeteilt bekommen. In diesem Fall würde der Buchstudienaufseher vorsehen, dass ein Ältester oder Dienstamtgehilfe sich um die Gruppe kümmert, wenn er dazu nicht in der Lage ist.

Größe der Versammlungsbuchstudiengruppen: Es wurde in der Königreichsdienstschule vorgeschlagen, dass die Größe der Gruppe bei annähernd 15 Personen belassen werden sollte, aber wir sollten das nicht zu einer festen Regel machen. Es gibt andere Faktoren und örtliche Umstände, die in Betracht gezogen werden sollten. Darunter mögen sein: Entfernung, Mangel an Versammlungsorten für das Buchstudium, verfügbare Transportmittel und ein Mangel an befähigten Ältesten oder Dienstamtgehilfen, die Verwendung finden könnten, um sich um die Gruppe zu kümmern und das Studium zu leiten. Doch idealerweise sollte die Gruppe klein gehalten werden, wie vorgeschlagen wurde. - Siehe den Fragekasten in Our Kingdom Ministry von April 2001.

Predigtdienstberichte und andere Berichte: Die neue Vorkehrung für Verkündiger, die Predigtdienstzeit in Portionen von 15 Minuten zu melden, gilt für diejenigen, die aufgrund fortgeschrittenen Alters oder als Pflegeheimbewohner oder als Behinderte sehr eingeschränkt sind. Sie gilt auch für alle, die zeitweilig eingeschränkt sind, weil sie wegen schwerer Krankheit oder einer Verletzung nicht herumgehen können. Das Dienstkomitee der Versammlung wird entscheiden, welche Verkündiger für diese Vorkehrung in Frage kommen. Der Sekretär sollte die Stundenbruchteile verfolgen, die gemeldet werden, und sie, wenn es weniger als eine Stunde ist, auf den Folgemonat übertragen. Wenn die Summe dieser Bruchteile eine volle Stunde ergibt, sollte der Sekretär diese Stunde zu der Gesamtzahl der Versammlung, die dem Zweigbüro auf dem S-2-Versammlungsberichtsformblatt gemeldet wird, hinzufügen. Doch ein gebrechlicher Bruder wird jeden Monat, in dem er wenigstens 15 Minuten Predigtdienst berichtet, im Versammlungsbericht als Verkündiger gezählt.

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Untätige Verkündiger gehören zur Versammlung und benötigen Hilfe (Psalm 119:176). Diese Untätigen sollten Buchstudiengruppen zugeteilt werden. Um die Ältesten und den Kreisaufseher in die Lage zu versetzen, diesen Personen angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sollte die letzte Verkündigerdienstkarte für jeden untätigen Verkündiger auf unbestimmte Zeit aufbewahrt werden. Die Datei mit den Verkündigerdienstkarten sollte in zwei Abteilungen aufgeteilt werden - "tätig" und "untätig". Die Abteilung für tätige Verkündiger sollte alphabetisch geordnet werden, und die Karten werden unterteilt in Abschnitte für allgemeine Pioniere, getaufte Verkündiger und ungetaufte Verkündiger.

Der Sammelkasten im Königreichssaal für die Predigtdienstberichte wird weiterhin benutzt. Ermag für den Sekretär zum Sammeln der Predigtdienstberichte nützlich sein, die die Buchstudienaufseher eingesammelt haben. Einzelne Verkündiger mögen ihre Berichte in den Kasten im Königreichssaal stecken wollen oder anderweitig nicht in der Lage sein, sie ihrem Buchstudienaufseher zu geben.

Hirtentätigkeit: Wenn bei Verkündigern Hirtenbesuche gemacht werden, ist es nicht nötig, ihnen ausdrücklich zu sagen: "Dies ist ein Hirtenbesuch", oder: "Wir werden bei dir einen Hirtenbesuch machen". Wenn ihr bei den Verkündigern nachprüft, ob sie an dem Tag, an dem ihr den Besuch vorhabt, zu Hause sein werden, lasst sie einfach wissen, dass ihr die Absicht habt, für einen Besuch bei ihnen Halt zu machen. Die Ältestenschaft lässt zwar erkennen, wer einen Besuch benötigt, aber es besteht keine Notwendigkeit, Hirtenbesuch bei Mitältesten oder Verkündigern zu machen, die geistig stark sind. Doch es wäre in Ordnung, sie kurz zu besuchen und ihnen wegen ihrer Treue und ihres Eifers gut zuzusprechen. Wenn ein Ältester oder ein Verkündiger allerdings geistig schwach wird oder ein besonderes Bedürfnis hat, können die Ältesten ihn besuchen, um ihm beizustehen und ihn zu ermuntern. Älteste sollten ihre Hilfe auf die konzentrieren, die schwach sind, im Besuch der Zusammenkünfte oder im Predigtdienst unregelmäßig sind, und die krank und deprimiert sind und geistige Ermunterung brauchen (Römer 15:1, 2; 1. Thessalonicher 5:14; Jakobus 5:13, 14). Es gibt mehr als genug zu tun, den Mitgliedern der Herde Aufmerksamkeit zu schenken, die in geistiger Not sind. - Siehe Our Ministry, Seite 45, Absatz 2.

Vorsicht bei Hirtenbesuchen bei Schwestern: Älteste und Dienstamtgehilfen dürfen nie allein zu einer Schwester gehen, mit der sie nicht verwandt sind, egal ob es sich um einen Hirtenbesuch handelt, um die Erteilung von biblischem Rat oder einfach um eine Ermunterung. (Natürlich bedeutet das nicht, dass es unangebracht für einen Ältesten wäre, bei Versammlungszusammenkünften oder im Predigtdienst mit einer Schwester zu sprechen, wenn andere zusehen.) Es ist insbesondere wichtig, sich mit einer Schwester allein zu treffen, wenn die Schwester, der man beistehen will, Missbrauchsopfer ist, an Depressionen leidet oder sich aus einem anderen Grund in einem heiklen seelischen Zustand befindet. Es kann eine Situation entstehen, wo eine Frau, die ihren Mann, die Eltern oder ihr Kind lieben sollte, ihre Gefühle auf ihren Ratgeber überträgt, weil er der einzige ist, von dem sie meint, dass er sie mit Liebe, Fürsorge und Interesse behandelt. Im Rahmen der Versammlung mag eine Schwester wünschen, dass ihr Mann sie so rücksichtsvoll behandelt, wie es ein bestimmter Ältester tut. Solche Umstände könnten eine Gefahr für den Ältesten darstellen, insbesondere wenn er diese Schwester Woche für Woche in fortdauernden Hirtentätigkeitssitzungen immer wieder sieht. Sie könnte romantische Gefühle für den Ältesten entwickeln.  Damit dies nicht geschieht, ist es weise, dass sich Paare von Ältesten bei den Hirtenbesuchen bei einer solchen Schwester abwechseln. Das würde als Schutz für die Ältesten wie auch für die Schwester dienen, weil es möglich ist, dass ein Ältester unangebrachte Gefühle für eine Schwester entwickelt, die er tröstet und der er Rat erteilt. - Jeremia 17:9.

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Es ist auch Vorsicht angebracht, wenn man mit einer Schwester telefoniert. Es ist äußerst wichtig, dass Älteste nicht zulassen, dass sich Telefongespräche zu persönlichen Unterhaltungen, in denen getröstet wird, entwickeln, denn das könnte zu unangebrachten Folgen, Erwartungen oder Abhängigkeiten führen. Wenn eine Schwester beginnt, dich anzurufen - besonders eine allein lebende oder unglücklich verheiratete Schwester-, lass erkennen, dass die Sache die Aufmerksamkeit wenigstens zweier Brüder erfordert und dass ihr beide ihre Sorgen in einer angemessenen Umgebung anhören müsst. Seid höflich und rücksichtsvoll, aber auf liebevolle Weise fest in Bezug auf die Notwendigkeit, noch einen weiteren Ältesten zur Behandlung der anstehenden Sache hinzuzuziehen.

Personen mit Eheproblemen beistehen: Da die Ehe eine Vorkehrung göttlichen Ursprungs ist, nehmen Älteste Berichte ernst, dass eine Ehe in Gefahr ist. Doch Älteste sind sich darüber im klaren, dass sie vielleicht nicht alle Umstände kennen. Die letzte Verantwortung für die Entscheidung, sich vom Ehepartner zu trennen oder scheiden zu lassen, liegt bei denen, die sich die ehe versprochen haben - nicht bei den Ältesten. Älteste sollten liebevolles Interesse bekunden und solchen Personen helfen, nach biblischen Grundsätzen zu argumentieren, indem sie sie auf die Bibel und biblische Publikationen verweisen. Sie können auch erklären, welche Folgen es in der Versammlung haben mag, wenn jemand eine Handlungsweise ins Auge fasst, die eindeutig biblischen Grundsätzen zuwiderläuft. (w88, 1.11., S. 21, Abs. 7) Aber sie sollten nie sagen: "Deine Situation erfüllt nicht die Kriterien für eine Trennung. Du hast keine Gründe. Daher kannst du ihn oder sie nicht verlassen." Und sie sollten auch niemals jemandem sagen: "Du solltest deinen Ehepartner verlassen." Solche Aussagen maßen sich eine Autorität über die Rechte einer Person und ihre Verpflichtung an, die eigene Last zu tragen (Galater 6:5). Sie gehen über das hinaus, was geschrieben steht und wozu Älteste ermächtigt sind. In dem Buch Das Geheimnis des Familienglücks heißt es auf Seite 151: "Freunde, Verwandte oder christliche Älteste, die es gut mit der betreffenden Person meinen, mögen Hilfe und Rat anbieten, aber sie sollten sie nicht zu einer bestimmten Vorgehensweise drängen. Diese Entscheidung muß der Mann oder die Frau selbst treffen."

Gedächtnisstützen für die Behandlung von Kindesmissbrauchsfällen: (1) Wie in dem Brief an alle Ältestenschaften vom 1. Juli 1989 angewiesen, solltet ihr sofort die Rechtsabteilung wegen Anweisungen anrufen, wenn ihr von einem Fall von Kindesmissbrauch erfahrt. Kindesmissbrauch schließt sexuellen Missbrauch, offensichtliche körperliche Misshandlung und die extreme Vernachlässigung eines Minderjährigen ein. (2) Wenn das mutmaßliche Opfer kein Erwachsener ist, sondern zur Zeit des Missbrauchs minderjährig war, ruft bitte die Rechtsabteilung an. (3) Wenn ein früherer Fall von Kindesmissbrauch zu eurer Kenntnis gelangt und ihr nicht sicher seid, ob die damals damit befassten Ältesten die Rechtsabteilung um Anweisung angerufen haben, ruft bitte sobald wie möglich die Rechtsabteilung um Beistand an. (4) Kindesmissbrauch ist ein Verbrechen. Lasst nie gegenüber jemandem anklingen, sie sollten eine Kindesmissbrauchsbeschuldigung nicht der Polizei oder anderen Behörden melden. Wenn ihr gefragt werdet, macht klar, dass es eine Entscheidung des einzelnen ist, ob er die Sache den Behörden anzeigt, und  dass es keine Sanktionen durch die Versammlung für die Entscheidung gibt, wie immer sie auch ausfällt. Das heißt, kein Ältester wird jemanden kritisieren, der eine solche Beschuldigung den Behörden meldet.

Bekanntmachungen von Rechtskomiteeentscheidungen und Beschränkungen: Wenn ein Rechtskomitee beschließt, einen reuigen Übeltäter zurechtzuweisen, sollte es sehr genau bedenken, ob es die Zurechtweisung der Versammlung bekannt gibt. (ks91, 123) Es gibt zwar viele Situationen, in denen es weise wäre, die Zurechtweisung in der Versammlung bekannt zu geben, aber in der Königreichsdienstschule wurden zwei ausdrücklich erwähnt: (1) Wenn es sich bei der Tat um Ehebruch handelte und der unschuldige Ehepartner dem Schuldigen noch nicht vergeben hat, könnte immer noch eine schriftgemäße Scheidung und Wiederverheiratung stattfinden. Es ist daher möglich, dass die Ehebruchstat öffentlich bekannt wird. Solange diese Möglichkeit besteht, wäre die Entscheidung angebracht, die Zurechtweisung durch das Rechtskomitee bekannt zu geben. (2) Wenn die Tat den sexuellen Missbrauch

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eines Kindes einschloss, würde eine Bekanntmachung der Zurechtweisung der Versammlung als Schutz dienen und zeigen, dass mit dem reuigen Übeltäter nicht alles in Ordnung ist.

Beschränkungen werden immer dann auferlegt, wenn jemand von einem Rechtskomitee zurechtgewiesen oder wenn er wieder aufgenommen wurde. Wenn eine Zurechtweisung bekannt gegeben wird, entscheidet das Rechtskomitee, ob auch die Beschränkungen bekannt gegeben werden sollten. (w81, 1.9., S. 27, Abs. 29) Wenn eine Wiederaufnahme bekannt gegeben wird, sollten die Beschränkungen jedoch immer bekannt gegeben werden. - Siehe Our Ministry, Seite 149, Absatz 3.

Es ist nicht nötig, die gesamte Ältestenschaft einzuschalten, wenn Beschränkungen aufgehoben werden, außer in einem ungewöhnlichen Fall. Wenn der Übeltäter noch mit der Versammlung verbunden ist, die die Handlung vornahm, wird das Rechtskomitee die auferlegten Beschränkungen aufheben und die Ältestenschaft unterrichten. Wenn einer dieser Brüder nicht mehr als Ältester dient, wird die Ältestenschaft Ersatzpersonen auswählen. Wenn der Übeltäter, während ihm noch Beschränkungen auferlegt sind, in eine neue Versammlung zieht, sollte die Ältestenschaft der neuen Versammlung über die Beschränkungen und darüber, welche geistigen Fortschritte die Person gemacht hat, informiert werden. Dies wird sie in die Lage versetzen, die Wiederherstellung seiner Vorrechte im Auge zu behalten. (ks91, 124, Abs. 7-8, und 131, Abs. 4) Die neue Ältestenschaft kann zwei oder drei Älteste auswählen, sich um diese Verantwortung zu kümmern.

Vorsicht in Bezug auf Fotokopiergeräte: Einige Fotokopiergeräte speichern eine elektronische Kopie dessen, was kopiert wurde. Um die Vertraulichkeit zu wahren, sollten Älteste nie kommerzielle Fotokopiergeräte benutzen, um Kopien zu machen, die vertrauliche Versammlungsinformationen enthalten, wie das Formblatt S-77. Selbst wenn sie Fotokopiergeräte auf ihrer Arbeitsstelle benutzen, müssen sie äußerst vorsichtig sein, um die Vertraulichkeit nicht zu verletzen.

Ernannte Brüder, die umziehen: Älteste und Dienstamtgehilfen, die mit einem Empfehlungsschreiben in eine neue Versammlung ziehen und die von den Ältesten der neuen Versammlung eine günstige Beurteilung erhalten, aber noch nicht offiziell wieder ernannt wurden, können gemäß ihrer Befähigung Verwendung finden für belehrende Ansprachen, Teile der Dienstversammlung, öffentliche Ansprachen usw. Natürlich arbeiten Älteste, die umziehen, erst dann in offizieller Funktion als Älteste (indem sie etwa in Rechtskomitees dienen oder die Zusammenkünfte der Ältestenschaft besuchen), wenn sie in der neuen Versammlung ernannt sind. Doch ernannte Brüder, die mit einer günstigen Beurteilung umziehen, dürfen bei folgenden geistigen Programmen teilnehmen: (1) Sie können das Treffen besuchen, das der Kreisaufseher in der Woche seines Besuches mit den Ältesten und Dienstamtgehilfen abhält, doch nur den Teil, während dessen der Kreisaufseher die Anweisungen des Zweigbüros betrachtet. Diese Brüder werden also dann gehen, wenn auch die Dienstamtgehilfen gehen. Wenn die Anweisungen jedoch nur zusätzliche Informationen für Älteste enthalten, dürfen auch Brüder dabeibleiben, die als Älteste gedient haben. Aber sie sind nicht zugegen, wenn über Empfehlungen und die örtlichen Bedürfnisse der Versammlung gesprochen wird. (2) Sie können das Treffen besuchen, das die Bezirks- und Kreisaufseher mit Ältesten 8und gelegentlich mit Dienstamtgehilfen)  in der Woche des Kreiskongresses abhält, aber sie sollten nicht die geschäftliche Zusammenkunft der Ältesten des Kreises besuchen, die oft im Zusammenhang mit diesem Treffen abgehalten wird. (3) Sie können die Königreichsdienstschule besuchen, wenn eine abgehalten wird, ehe sie wieder ernannt sind. Bitte beachtet, wenn ein Bruder, der in eine neue Versammlung gezogen ist und nicht für eine Wiederernennung empfohlen wurde, wenn der Kreisaufseher die Versammlung besucht, dann wäre er nicht geeignet,  bei nachfolgenden Gelegenheiten an den oben erwähnten geistigen Programmen teilzunehmen.

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Neuernennungen von Ältesten und Dienstamtgehilfen: Wenn die Ältestenschaft vom Zweigbüro benachrichtigt wird, dass ein Bruder als Ältester oder Dienstamtgehilfe in der Versammlung ernannt wurde, sollte der vorsitzführende Aufseher zwei Brüder bezeichnen, die mit dem Bruder zusammenkommen, bevor die Ernennung bekannt gegeben wird. Die Atmosphäre während der Besprechung sollte den Ernst der Sache unterstreichen. Es sollte nicht übereilt oder beiläufig vorgegangen werden. In jedem Fall müssen die Ältesten folgende Fragen stellen: Gibt es in deiner Vergangenheit oder in deinem persönlichen oder dem Leben deiner Familie etwas, das dich ungeeignet macht oder dich daran hindern würde, diese Ernennung anzunehmen? Gibt es einen Grund, warum deine Ernennung nicht in der Versammlung bekannt gegeben werden sollte? Wenn der Bruder sagt, es gebe solch einen Grund, dann gebt die Ernennung nicht bekannt. Schickt das S-2- oder S-52-Formular mit der Ernennung zurück an das Zweigbüro und gebt eine vollständige Erklärung an, warum die Ernennung widerrufen werden sollte. Wenn der Bruder die Ernennung annimmt, könnten ihn die Ältesten auf Stoff der treuen und verständigen Sklavenklasse aufmerksam machen, der ihm helfen wird, sein neues Dienstvorrecht zu erfüllen. - Matthäus 24:45.

Die Befähigung ernannter Brüder überprüfen: Wenn die Frau oder das Kind eines Ältesten (entweder minderjährig oder ein älteres Kind, das unter seinem Dach lebt) in schwerwiegendes Fehlverhalten verwickelt ist, sollte die Ältestenschaft die Befähigung des Bruders überprüfen und entscheiden, ob er für den weiteren Dienst in Frage kommt. (w96, 15.10., S. 21, Abs. 7; w88, 1.3., S. 24, Abs. 5; w84, 15.5., S. 30-31; w78, 1.2., S. 31-32; w72, S. 126) Die Ältesten sollten in Gesamtheit zusammenkommen, wobei der Bruder anwesend ist, die Sache betrachten und folgendermaßen vorgehen: (1) Stellt sicher, dass alle Tatsachen genannt werden. Schafft eine Atmosphäre, die für solch ein Gespräch förderlich ist. (2) Gesteht dem Bruder angemessene Zeit zu, seine Empfindungen zu äußern und alle Fragen zu beantworten. Fragt ihn nach seiner Ansicht der besprochenen Dinge bezüglich seiner Befähigung. (3) Bittet den Bruder, den Raum zu verlassen, während die Ältesten ihre Besprechung fortführen und eine Entscheidung darüber treffen, was sie empfehlen werden. (4) Bittet den Bruder zurück in den Raum. Informiert ihn über die Entscheidung und die biblischen Gründe für die Entscheidung. (5) Gebt dem Bruder Gelegenheit, etwas zu der Entscheidung zu sagen. Dies erlaubt den Ältesten, die Verteidigung des Bruders zu hören, so er sich verteidigen will. Danach kann eine endgültige Entscheidung getroffen werden, nachdem seine Seite der Sache gehört wurde. Wenn die Ältesten beschließen, seine Streichung zu empfehlen und der Bruder ist mit dieser Empfehlung nicht einverstanden, kann er einen Brief einreichen, in dem er erklärt, warum er die Empfehlung nicht akzeptiert. Sein Brief käme zu dem Brief, in dem die Ältesten eine Erklärung an das Zweigbüro abgeben.

Wenn die Befähigung eines Dienstamtgehilfen überprüft wird, wird genauso vorgegangen, außer dass der Bruder nicht bei der Besprechung der Ältestenschaft zugegen ist, sondern es für gewöhnlich genügt, wenn zwei Älteste mit ihm im Voraus sprechen, um ihn anzuhören. Sie würden danach mit ihm zusammenkommen, um ihn über die Entscheidung zu informieren und ihm Gelegenheit zu geben, sich zu äußern. Wenn er mit der Entscheidung der Ältesten nicht einverstanden ist, kann er einen Brief einreichen, in dem er erklärt, warum er die Empfehlung nicht akzeptiert.

Neues Lehrbuch für die Theokratische Dienstschule: Benefit From Theocratic Ministry School Education wird erst ab  Januar 2003 im Lehrplan gebraucht werden. Bis dahin sollten Aufseher der theokratischen Dienstschule davon absehen, es zu verwenden, wenn sie Schülern öffentlich Rat erteilen. Es sollte weiterhin Rat aus dem Theocratic Ministry School Guidebook erteilt werden, und die Zettel, auf denen Rat erteilt wird, sollten weiter benutzt werden, bis das neue Formblatt für die Theokratische Dienstschule im Jahre 2003 gebraucht wird. Älteste können die Monate bis dahin ausnutzen, um das Buch zu lesen und damit vertraut zu werden.

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Weiterhin Fortschritte als Geistesmenschen machen: Der Schlüsselfaktor, der über den Erfolg all dieser neuen Vorkehrungen für die Versammlung bestimmen wird, ist, ob die Ältesten weiter Fortschritte als Geistesmenschen machen. Ein Geistesmensch orientiert sich an Gott. Er bemüht sich, die Dinge "aus der Sicht Gottes" zu sehen und nimmt weiterhin "wahr, was der Wille Jehovas ist" (Jakobus 1:27; Epheser 5:17). Während wir Herz und Sinn weiter auf das "Unsichtbare" richten, wachsen wir an geistigem Unterscheidungs- und Einsichtsvermögen (2. Korinther 4:18). Es war Davids geistige Sichtweise, die es ihm ermöglichte, über den physischen Menschen Goliath hinauszusehen und zu wissen, dass die unsichtbaren Himmel ihm den Sieg schenken würden.

Was lernen Älteste daraus? Fragt euch selbst: 'Spiegeln meine Entscheidungen mein Vertrauen zu Jehova wider und enthüllen meine Überzeugung über unsichtbare Wirklichkeiten? Auch wenn ich geistig gesinnt war, als ich ernannt wurde, zeige ich weiterhin, dass ich von den unsichtbaren Wirklichkeiten überzeugt bin? Bin ich weiter als Geistesmensch gewachsen?' Jetzt sind mehrere Wochen vergangen, seit die Ältesten die Königreichsdienstschule besucht haben. Wäre es nicht eine gute Zeit, jetzt persönlich zu analysieren, ob immer noch die Notwendigkeit besteht, deinen Zeitplan für das Bibellesen, das persönliche Studium und das Nachsinnen zu verbessern? Hat deine Familie einen Nutzen, wenn du weiterhin Fortschritte als Geistesmensch machst? Viele Brüder werden sich geistig gesegnet fühlen, wenn sie dein gutes Vorbild betrachten und nachahmen.

Seid bitte unserer ständigen Gebete für euch versichert, während ihr eurer gewichtigen Verantwortung nachkommt, die Herde Gottes zu hüten, die euch anvertraut ist. - 1. Petrus 5:2, 3.

Eure Brüder,

Christenversammlung der Zeugen Jehovas