Jehovas Zeugen verurteilt

 

(28.6.2006)

Zwanzig Jahre lang missbrauchte Daniel Kinder, und seine Frau wusste davon. Dutzende von Opfern ...

BRÜSSEL - Überführt wegen schmutziger Vergewaltigung und Verbrechen gegen Kinder, waren Daniel P. and Nadine NR. ein Ehepaar und aktive Zeugen Jehovas..

Gestern wurde Daniel P. zu sechs Jahren verschärfter Haft verurteilt, seine Frau Nadine bekam drei Jahre auf Bewährung..

Ihre Scheußlichkeiten gegen Kinder waren von äußerster Schwere. Zum Beispiel: der Missbrauch von elf minderjährigen Kindern, sieben Mal überführt wegen Missbrauchs durch das Internet und zwei Vergewaltigungen. Gemäß der vor Gericht erhobenen Anklage waren etwa 20 Kinder Opfer des Paares. Viele der Opfer schwiegen oder hatten Angst, sich zu melden. Einige Missbrauchsfälle erstreckten sich über eine Zeit von 20 Jahren.

Die perversen Handlungen von Daniel kannten keinerlei Grenzen. Was aber noch schockierender ist: die passive Haltung seiner Frau, Nadine NR. Nadine gestand offen ein, Zeugin vieler Missbräuche gewesen zu sein und geschwiegen zu haben. Sie gab zu, dass sie die Kinder stöhnen und schreien hörte, als sie vergewaltigt und unter Anwendung von Gewalt missbraucht wurden. Sie gestand, dass sie sah, dass ihr Mann sexuell erregt war, wenn er zusammen mit Kindern im Zimmer war.

Nadine sagte, sie habe keinen Sex gemocht und habe die Kinder als Ersatz für die Perversionen ihres Mannes im Ehebett angesehen. Nach ihren Erklärungen hat sie ihrem Mann vergeben und möchte die ehe nach dem Ende des Gerichtsverfahrens fortsetzen. Im Augenblick wird das aber noch eine Weile dauern, denn sie kann ihn nur im Gefängnis besuchen.

 

Der erste Fall wurde im Mai 2005 gemeldet, als zwei junge Frauen gegen das Ehepaar Anzeige wegen Missbrauchs erstatteten. Der erste Missbrauchsfall datiert zurück auf 1986. Das Paar hatte in der Gemeinde einen guten Ruf. Sie haben oft freiwillig auf kleine Kinder aufgepasst, wenn die Eltern zur Arbeit waren.

Mit den Jahren benahm sich Daniel P. wie ein Raubtier und passte seine Technik, Kinder zu verführen, an. Er benutzte das Internet als Mittel, sich Kindern zu nähern. Er gab sich als Teenager aus, der sich mit jungen Mädchen treffen wollte. Als die Teenager-Mädchen ihn trafen, gab er vor, der Onkel zu sein, und nahm sie mit, damit sie sich mit dem Jungen träfen.  

Daniel versuchte, die Anklage zu bagatellisieren, er gab seiner Frau die Schuld und sagte, die Mädchen seien promisk gewesen. Weil es Opfer gab, die gerade einmal vier Jahre alt waren, wurde diese Verteidigungslinie nicht akzeptiert. Er versuchte auch, der Justiz die Schuld zuzuschieben, sie hätte ihn nicht früher geschnappt. Die Geschworenen nahmen dies nicht an.

Gestern machte ein Opfer vor den Geschworenen ihre Aussage. In einigen Fällen konnte keine Anklage erhoben werden, weil die Taten verjährt waren, und das konnten die Opfer nur schwer akzeptieren. Ein Opfer beging Selbstmord, als die Sache ans Licht kam, und die Eltern waren bestürzt. Sie stellten sich die Frage, wie sehr ihr Kind von Daniel missbraucht wurde, weil das Kind nur wenig darüber erzählte.

Philippe Boudart


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