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Interne Quellen enthüllen 23.720 gemeldete/nicht gemeldete Kinderschänder in den Akten der Weltzentrale der Zeugen Jehovas New York

Im Frühjahr 2002 traten drei verschiedene Quellen an mich heran, die behaupteten, Verbindung zu Leuten in der Weltzentrale der Watchtower Bible & Tract Society of New York mit Sitz in Patterson, New York, zu haben. Diese Insider lieferten meinen Kontakten eine dortige Computerdatenbank mit 23.720 gespeicherten Kinderschändern. Die Unterlagen,. etikettiert als "gesonderte Hirtenvorkehrung", sind eine Fassade für die Meldung von Kinderschändern an das Hauptbüro. Patterson ist der Sitz der Dienst- und der Rechtsabteilung der Watchtower Bible and Tract Society of New York, die sich heute "Christenversammlung der Zeugen Jehovas von New York" nennt, und in diesen beiden Abteilungen werden diese hochgeheimen Unterlagen aufbewahrt. Die Verästelungen dieser außerordentlich hohen Zahl sind interessant.

Wenn in einer Versammlung der Zeugen Jehovas ein Pädophiler enttarnt wird, ernennt die Ältestenschaft zwei Männer aus ihren Reihen, um die Beschuldigung zu untersuchen und zu sehen, ob an der Anschuldigung etwas dran ist. Wenn die Behauptung bei der Untersuchung erhärtet wird, bestimmt die örtliche Ältestenschaft zwei aus ihren Reihen, um bei der Wachtturm-Rechtsabteilung anzurufen und die Sache zu melden. Darauf füllt der Vertreter der Rechtsabteilung über das Telefon ein computerisiertes Formular aus, das Fragen und Felder für Antworten vorsieht.

Alle Einzelheiten der Sache werden aufgezeichnet, auch das Geburtsdatum des Pädophilen; was geschah; das Alter des Opfers; wo, wann und wie oft das Opfer angefasst wurde usw. Diese Einzelheiten kommen dann in einen Computer im Hauptbüro und verbleiben dort für immer und können von dazu Autorisierten jederzeit abgerufen werden, wenn es künftige Übertretungen gibt. Gegen Ende der ein- oder zweistündigen Befragung holt der Sprecher der Rechtsabteilung einen Wachtturm-Anwalt aus dem Hause ans Telefon, der befindet, ob der Bundesstaat, in dem die Versammlung liegt, eine Anzeige zur Pflicht macht. Wenn ja, bittet der Anwalt die Ältesten, von den Eltern oder Sorgeberechtigten des Opfers zu fordern, Anzeige zu erstatten. Wenn diese es nicht tun wollen, müssen die Ältesten es tun. Was, wenn der Missbrauch in einem der 36 Bundesstaaten stattfand, in dem eine Anzeige keine Pflicht ist? Dann wird der Anwalt sagen: "Brüder, ihr seid eurer Pflicht nachgekommen; ihr müsst euch zu einer Anzeige bei den Justizbehörden neutral verhalten." Dann wird in den meisten Fällen keine Anzeige erstattet.

Der erste Bruder wird dann Briefe an die Ältestenschaften anführen, die sich die Ältesten durchlesen müssen und in denen von Kindesmissbrauch die Rede ist. Er gibt auch Anweisungen, falls sich um den Beschuldigten etwas Neues ergibt, das heißt, wenn er weitere Kinder missbraucht, dann müssen die Ältesten das Datum des ersten Berichts oder das Geburtsdatum des Kinderschänders als Referenz angeben. Das bedeutet, die Wachtturm-Rechtsabteilung kann sich den Fall leicht aus dem Computer herausziehen und der Datenbank die Einzelheiten der neuen Missbräuche hinzufügen.

Die Zahl 23.720 ist gelinde gesagt erheblich. Wenn wir sie auf die ganze weltweite Organisation beziehen, jeder zweihundertsechzigste Zeuge Jehovas ist als Kinderschänder in den Unterlagen. Meinen Sie, die Katholiken hätten solch einen hohen Prozentsatz an pädophilen Priestern? Würden wir einen ähnlichen Prozentsatz auf die Katholiken in den USA, 60 Millionen, anwenden, hieße das, dass es 1.428.571 katholische Kinderschänder in diesem Land gäbe. Der Glaube, es gäbe einen solchen Prozentsatz in der katholischen Kirche, ist unrealistisch. Doch der Prozentsatz bei den Zeugen Jehovas könnte noch schlimmer sein, wenn man bedenkt, dass viele Zeugen, die Kinderschänder sind, der Wachtturm-Rechtsabteilung vielleicht gar nicht gemeldet werden. Wenn die Ältesten, die die Sache untersuchen, nicht in der Lage sind, sie aus dem Munde "zweier Augenzeugen" zu bestätigen, wird dann etwas in der "gesonderten Hirtenvorkehrung" in Patterson, New York, aufgezeichnet? Man beachte folgende Bemerkung im Brief an die Ältestenschaften in England vom 1. Juni 2001:

"Es gibt jedoch viele weitere Situationen, die im Zusammenhang mit dem Missbrauch eines Kindes stehen. Beispielsweise mag es nur einen Augenzeugen geben, und der Bruder bestreitet die Anschuldigung. (5. Mose 19:15; Johannes 8:17) Dann mag ein Kind von jemandem missbraucht worden sein, der selbst noch minderjährig ist, Teenager oder noch jünger. In diesen und ähnlichen Fällen wird kein Eintrag in der Kinderschutzliste vorgenommen. Stattdessen sollte der Vorgang in einem versiegelten Umschlag, wie unten, bei den vertraulichen Unterlagen der Versammlung aufbewahrt werden. Wenn solche Personen umziehen, sollte das Dienstkomitee der Versammlung einen Brief an die Rechtsabteilung der Gesellschaft schreiben und um Rat ersuchen, ob der neuen Versammlung die Einzelheiten mitgeteilt werden sollten."

Dies scheint anzuzeigen, dass die Ortsversammlungen die Informationen aufbewahren, und nur, wenn der beschuldigte Missbraucher umzieht, wird erwogen, sich mit der Wachtturm-Rechtsabteilung abzuklären oder die neue Versammlung aufmerksam zu machen. Betrachtet man diese Personen als zu den 23.720 Schändern in der Datenbank gehörig?

Wenn nicht, dann wäre der logische Schluss der, dass es weitaus mehr als Kinderschänder Beschuldigte gibt, als die 23.720 in den Unterlagen, die entweder gestanden haben oder aus dem Mund "zweier Augenzeugen" überführt wurden. Wenn man bedenkt, dass es weltweit mehr als 93.000 Versammlungen gibt, wäre eine konservative Schätzung, dass es, basierend auf der Zahl 23.720, in jeder vierten Versammlung einen Kinderschänder gibt.

Glauben Sie, die Zeugen Jehovas haben ein Problem mit Kinderschändern? Wie viele nicht gemeldete Kinderschänder wirken in der Organisation und müssen noch entlarvt werden? Diese Zahl wird nur zunehmen, und damit werden Kinder einer zunehmenden Gefahr ausgesetzt, da die Wachtturmpolitik, die Namen von Schändern vertraulich zu behandeln, ein "Pädophilenparadies" geschaffen hat. Warum führen Jehovas Zeugen eine Datenbank mit Kinderschändern, die großenteils nie bei der Polizei angezeigt wurden?  Der eigentliche Grund ist nicht der Schutz der Kinder, sondern des Geldes. Der Zweck der Datenbank ist, Personen, von denen Jehovas Zeugen entschieden haben, dass sie Kinderschänder sind, zu überwachen und zu verhindern, dass sie in offizieller Stellung in einer Versammlung dienen. Das wiederum bewahrt die Watchtower Inc. davor, wegen Fahrlässigkeit verklagt zu werden, weil sie Kinderschänder in Führungspositionen gesetzt hat, was die Organisation vor Gericht Geld kosten könnte. Der Schutz der Kinder bleibt ihre geringste Sorge, denn niemand in der Versammlung erfährt etwas von dieser Datenbank, und viele, die dort gespeichert sind, missbrauchen weiter Kinder unter dem Schutz des "Kirchengeheimnisses". 

Man muss sich wirklich fragen, wie das FBI reagieren würde, wüsste es, dass es solche Unterlagen über kriminelle Taten gibt und die Mehrzahl der Missbrauchsanschuldigungen nicht den Behörden gemeldet wird, damit diese ermitteln können. Und schließlich, wie leicht könnte das amerikanische Justizsystem die Strafverfolgung mehrerer tausend pädophiler Zeugen Jehovas handhaben? Diese und andere Fragen fallen ins Gewicht, wenn die "Christenversammlung der Zeugen Jehovas" zu offenbaren gezwungen wird, wie viele der mutmaßlichen 23.720 Verbrecher durch Wachtturm-Vorschriften geschützt werden.

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