Nancy und ihre Töchter

 

 

Ich wusste, dass dies ein ausgezeichneter Weg wäre, Zeit zusammen privat verbringen. Ich benutzte jede Gelegenheit, und am wichtigsten, es gab mir Zeit, mit ihr über ihren Mann zu reden. Ja, für mich war dies entscheidend, damit sie versteht, dass ihr Mann ein Kinderschänder war. Ich begann damit, dass ich sie an die Zeit erinnerte, als Tami 15 Jahre alt war, und sagte ihr, dass ihr Mann sie unsittlich berührte, als sie 11 war, auch, wie sie ihre Töchter nahm und verließ ihn, sogar bei uns einzog. Das ereignete sich etwa 1980-1981 auf, bevor wir austraten und mein Mann immer noch Ältester war. Gloria sagte, dass sie sich natürlich erinnerte, weil sie vorhatte, sich auf der Stelle von ihrem Mann scheiden zu lassen. Damals reagierte mein Mann wie alle Ältesten, mit demselben Denken, ihr dazu zu raten, ihrem Mann den Vorteil des Zweifels zu geben, weil es keine Augenzeugen gebe. Er ermutigte sie, zu ihrem Mann zurückzugehen. Dies ist ein klassisches Beispiel dafür, wie nicht nur Gloria, sondern alle Mitglieder unter Gehirnwäsche auf den Rat eines Ältesten reagieren. Sie reagieren mit vollkommenem Gehorsam, sehen zum Ältesten auf, als sei er Gott, und gehorchen automatisch. Es wird ihnen nicht das Recht gegeben, eine eigene Gewissensentscheidung zu treffen, beachten Sie daher bitte, wie schwer die Aufgabe, Gloria zu deprogrammieren, war. Ich konnte jeweils nur ein bisschen abraspeln. Ich wusste, sie ihrem Mann, einem Kinderschänder, auszusetzen, war etwas, das zuerst angesprochen werden musste, nicht nur um der Gerechtigkeit willen, sondern um Gloria zu helfen, von seiner dominanten Kontrolle loszukommen und ihr dadurch zu helfen, dass sie anfängt, die Realität zu sehen, was schließlich dazu führen würde, diese Religion als Sekte zu betrachten. Ich fuhr fort, sie auf den neuesten Stand zu bringen, indem ich später erwähnte, dass, nachdem Tami verheiratet war und ihre zwei Jungen hatte, ihre Erinnerung über ihren Vorfall mit Glorias Mann mitten in der der Nacht zurückkam. Sie begann, sich an all die entsetzlichen Details zu erinnern. Nicht nur berührte er sie unsittlich, sondern eines Tages früh am Morgen nahm er sie zu seiner Baustelle mit, als niemand da war, und vergewaltigte sie. Das war eine Offenbarung für Gloria, sie war so am Boden zerstört, das zu hören, und ging direkt zu ihren Ältesten. Die Ältesten gaben ihr den Ra und sagten: "Da Tami keine Zeugin Jehovas sei, könne ihr nicht geglaubt werden." Die Ältesten fuhren fort, Gloria zu erklären, sie benötige zwei Augenzeugen für jeden Missbrauchsvorfall, zwei für Tami und zwei für Gina. In Wirklichkeit sind schon zwei Zeugen da, wenn zwei Opfer sich melden, um eine Beschuldigung gegen jemanden vorzubringen, aber die Ältesten würden diese Version nicht akzeptieren. Die Ältesten schlossen ihre Besprechung mit Gloria, indem sie ihr dazu rieten, an Gott zu glauben, der in seiner rechten Zeit alles enthüllte. Ja, Gott wird alles zu seiner Zeit aufdecken, und die Zeit war damals da, weil ich dort war, um es vorzubringen. Glücklicherweise begann Gloria, der Sache allein nachzugehen, sie trat ihrem Mann privat gegenüber und erzählte ihm von meinen Anschuldigungen. Er ging an jenem Tag nicht auf mich zu, er wartete bis zum folgenden Abend, bevor ich auf eine wichtige Reise aus der Stadt fahren und für einen Monat weg sein würde.  Jenen Abend kam er ins Wohnzimmer, wo ich Fernsehen schaute. Er ging ohne zu fragen hinüber und schaltete es aus, dann kam er herüber, um auf der Couch neben mir zu sitzen. Er fuhr fort, mir zu sagen, dass er von meiner Beschuldigung wusste, und ging in eine lange Rede über, dass er so etwas nie tun würde. Gloria und Julie kamen herein und setzten sich auf den Boden neben dem Kaffeetisch vor uns und hörten konzentriert zu. Ich erzählte ihm von meinen Sorgen und, wenn ich von meiner Reise aus der Stadt heraus zurückkehrte, würden wir dann Zeit haben, es anzusprechen. Ich kannte die Vorgeschichte seiner schlechten Laune, und ich wollte Gloria und Julie nicht in irgendeiner Gefahr zurücklassen, so dass ich die Angelegenheit nicht weiter verfolgte und erzwang, ich musste an ihre Sicherheit denken. Er wollte das Thema überraschenderweise nicht fallen lassen, er versuchte weiter, mich von seiner Unschuld zu überzeugen, und stand dann schließlich auf und sagte: "Ich will, dass Tami hierher kommt und mir ins Gesicht sagt, dass ich sie missbraucht habe, ich werde sogar ihren Flug hierher bezahlen." Als er das sagte, besiegelte er sein Schicksal, jetzt treiben wir diese Angelegenheit auf die hässliche Spitze, nicht nur für Gloria, sondern auch für Gina und Tami. Können Sie sich vorstellen, wie aufgeregt ich mich fühlte?

 

Was geschah, als die Ältesten damit konfrontiert wurden?   

 

 Die Älteste, es waren drei, fragten Julie, warum sie ihr Zuhause verlassen wolle, sie sagte in Tränen: "Ich will nicht mehr zum Königreichssaal gehen, besonders jetzt nach dem, was mit meinem Vater geschah". Sie richteten ihre Aufmerksamkeit auf Gloria und erinnerten sie dann, wenn sie bei ihrem Mann blieb, würde dies Julie nicht passieren. Sie brachten auch ihr gegenüber vor, dass die Heilige Schrift sage, man solle 77-mal vergeben. Ich saß dort absolut betäubt, fast den Mund weit auf. Ich sah Gloria an, als ich mich fragte, was auf Erden hat sie vor, jetzt zu sagen, welche Antwort würde sie nach dieser Bemerkung geben? Ich musste nicht lang warten, ihr Gesicht wurde rot und sagte mit lauter Stimme: "Verlangt ihr von mir, zu glauben, dass Gott will, dass ich ihm 77-mal verzeihe? Für den Rest meines Lebens mit ihm zusammenzuleben, zu wissen, dass er meine Tochter und meine Schwester und Gott weiß wen sonst noch missbraucht hat?"  Nicht zu meiner Überraschung antworteten die Ältesten: "Dein Mann wurde nicht des Verbrechens des Missbrauchs bezichtigt.". Gloria sagte: "Ob ihr es glaubt oder nicht, ist mir wirklich egal, ich weiß es, Gott weiß es und das ist alles, was wichtig ist." Ich tat einen großen Seufzer vor Erleichterung, ich konnte kaum glauben, was sie ihren eigenen Ältesten sagte. Dieser Funke des Muts kam, ja, zur Oberfläche wieder, dies ist das, was ich sehen wollte, weil dieses Zeichen von Mut das ist, was sie von jetzt an braucht. Ich war ohne einen Zweifel so stolz auf sie, ich wollte direkt vor den Ältesten hochspringen und sie umarmen. Die Ältesten hatten nichts danach zu sagen, so dass sie sich entschuldigten.