Wir möchten auch die Links angeben zu einer Rede auf der SNAP-Konferenz in Colorado. Sie hat zwei Teile und läuft im Realplayer-Format.

WH Bowen Ansprache zu Missbrauch

 


WH Bowen Ansprache zu Missbrauch 2

 

Hier eine Reihe von Artikeln in dänischen Tageszeitungen von Anfang Juni 2004

 

 

Gottes Vorzimmer 

Dänische Jehova-Sekte von milliardenschwerem Komplex in Brooklyn aus beherrscht

NEW YORK (Ekstra Bladet): 25 Columbia Heights, Brooklyn.
Weltzentrale der Zeugen Jehovas. Hinter den getönten Fenstern des zehnstöckigen Bürogebäudes sitzt die leitende Körperschaft, die gemäß dem, was Zeugen glauben, in direktem Kontakt mit Jehova selbst steht.

Mehr als 6 Millionen Menschen - darunter 15.000 Dänen - folgen blind der Ideologie bis zur winzigsten Einzelheit, die unter dieser Adresse definiert wird. Von hier wird die dänische Zweigstelle mit eiserner Hand regiert - wie jede andere Zweigstelle auf der Welt -, deren oberste Führer nur Marionetten für die "Dienstabteilung" der leitenden Körperschaft in Brooklyn sind.

Ekstra Bladet hat in die letzten Wochen enthüllt, wie Zeugen Jehovas in Dänemark Berichte über Inzest für "Halluzinationen" halten, wenn der Übeltäter keine Schuld zugibt und es nicht mindestens zwei Augenzeugen für den Missbrauch gibt. Das ist nicht etwas, das der dänische Zweigaufseher Jorgen Larsen erfunden hat.

Die Befehle kommen aus Brooklyn, von wo Ekstra Bladet in den kommenden Tagen berichten wird. In den Vereinigten Staaten ist es dieselbe Geschichte. Nur tausendmal größer. Wir haben mit Opfern von sexuellem Missbrauch und ehemaligen "Ältesten" geredet. Wir sind in einer Zusammenkunft gewesen und haben die gigantische Zentrale der Sekte besucht.

Wir trafen eine geschlossene Gesellschaft an, die bis zur winzigsten Einzelheit hinab beobachtet, was sie für die einzige Wahrheit hält. Die Wahrheit, die nach Aussage von von Tausenden menschliche Tragödien in ihrem Kielwasser hinterlässt.

ask@eb.dk

von Brian Askvig

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Sklaven für Jehova

Tausende Zeugen arbeiten kostenlos und verdienen Milliarden für Jehova

NEW YORK (Ekstra Bladet) Verstreut über den wertvollen Bereich der Brooklyn Heights mit einer Sicht auf Manhattans beeindruckende Skyline liegen mehr als dreißig Gebäude mit dem Emblem Watchtower auf der Fassade. Dies ist das Bethel, das Haus Gottes.

Dreitausend Zeugen arbeiten kostenlos für Jehova und tragen zum finanziellen Reichtum von Milliarden bei, die ihr Gott zusammengekratzt hat. Die Arbeit kann mit Sklavenarbeit verglichen werden. Besonders im riesenhaften Druckgebäude, der "Fabrik", auf der Adam Street, wo junge Zeugen sehr langweilige Arbeit am Fließband zur Ehre Jehovas und seines Geldkellers verrichten.

Die Arbeiter an Fließband winken und scheinen vor Stolz zu schwellen, weil sie in der Lage sind, ihre Jugend in einem heruntergekommenen Industriegebäude zu verwenden. Die meisten von ihnen arbeiten hier ein Jahr auf Zeit. Andere bleiben ihr ganzes Leben lang im Bethel und haben nie ein anderes Zuhause außer ein Zimmer in einer der vielen Wachtturm-Wohneinheiten in der Gegend.

Niemand stellt Fragen. Niemand wagt, Zweifel an der Ideologie zu haben, die von hier verbreitet wird.

Geldmaschine

Der Preis ist hoch. Sogar der winzigste Zweifel kann den Ausschluss bedeuten, was für viele schlimmer als der Tod ist. Zeugen Jehovas sind wirklich eine Gesellschaft, in der Unterdrückung und Ausbeutung von Mitgliedern mittels Furcht der Name des Spiels ist, sagt der frühere "Älteste" Charles Riley.

"Zeugen Jehovas sind eine restriktive, rassistische und heuchlerische Organisation, die die Menschenrechte missbraucht, um sich und ihr Geld zu schützen. Diese religiöse Gemeinschaft gehört zum Großkapital, nichts sonst", sagt der 42-jährige Riley, der sich dem Kampf gegen die religiöse Geldmaschine mit demselben Eifer widmet, wie die jungen Freiwilligen in der Adam Street dafür arbeiten. Seit 1927 hat die "Fabrik" eine Milliarde gedruckte Veröffentlichungen in die ganze Welt und noch mehr Milliarden von Dollars in die Wachtturm-Geldtruhe ausgespuckt.

Jehova spricht

Bücher für die dänischen Versammlungen werden in Deutschland gedruckt, aber die Worte sind die gleichen. Was die Zeugen in Holbaek, Buenos Aires, New York oder Sankt Petersburg lesen, ist genau dasselbe, etwas, das das Watchtower in ihren Broschüren erwähnt, die an Besucher verteilt werden.

Die starre Interpretation der Bibel wird im Hauptquartier an der Columbia Heights in Schrift gesetzt. Hier herrscht die leitende Körperschaft, zehn Männer zwischen 55 und 99 Jahre alt, die angeblich in direktem Kontakt mit Jehova stehen. Darum wird jedes Wort, das vom Hauptquartier kommt, als das Wort Gottes betrachtet.

Und es gibt viele Worte, die übermittelt werden müssen. Die Druckeinrichtung auf der Adam Street ist zu klein und wird bald in neue Einrichtungen in Walkill, New York, gebracht, wo die Druckkapazität auf einhundertzwanzig "Deluxe-Bibeln" pro Minute erhöht wird. Die alten Gebäude werden zu Lagereinrichtungen gemacht. Das vorhandene Lagergebäude an der Furman Street wurde vor kurzem verkauft. Gemäß den Medien für eine Summe von mehr als 200 Millionen Dollar, was etwa 1.25 Milliarden dänische Kronen sind.

ask@eb.dk

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Keine Kritik toleriert

Ekstra Bladet nach kritischen Artikeln von Wachtturm abgewiesen

NEW YORK (Ekstra Bladet): Extra
Die kritischen Artikel der Zeitung brachten die Weltzentrale in Brooklyn dazu, ein Interview mit ihrem Sprecher und "Ältesten" David Semonian abzusagen.

Nachdem er uns zuerst mit überschwänglicher Freundlichkeit und Dankbarkeit begegnete, hat er eine vollständige Wende gemacht, nachdem er mit der dänischen Zweigstelle in Holbaek geredet hatte.

-"Wir haben die Angelegenheit erörtert und beschlossen, höflich abzulehnen, in einem Interview zusammenzuarbeiten", sagte David Semonian plötzlich zusammenzuarbeiten. - Haben Sie darüber mit der dänischen Zweigstelle in Holbaek geredet?

"Ja, es ist übliche Routine, das wir einen Anruf machen, um zu wissen, mit wem wir es zu tun haben."

Was ist Ihr Kommentar zu den vielen Berichten über sexuellen Missbrauch unter den Zeugen Jehovas?

-"Ich will dazu nichts sagen. Wie ich sagte, wir lehnen eine Teilnahme höflich ab."

- Warum?

"Ich schätze Ihr Interesse und Ihren Anruf, aber ich kann nur sagen, dass wir es ablehnen, daran teilzunehmen. Guten Tag", sagte David Semonian und legte auf.

Ekstra Bladet ging dann zum Hauptquartier an der Columbia Heights. Wieder wurde uns mit Liebenswürdigkeit begegnet - bis wir uns zeigten. Journalisten werden als die "Agenten des Satans" bezeichnet. Sie stellen Fragen, und Fragen verursachen Zweifel.

Im Wachtturm gibt es keinen Platz für Zweifel. Wer Zweifel am Wachtturm hat, zweifelt an Jehova selbst.

ask@eb.dk

von Brian Askvig

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Verrat an ihrer Tochter für Jehova

Jeannie Kraus blieb treue Zeugin, obwohl ihre Tochter missbraucht wurde.

NEW YORK (Ekstra Bladet): Die 56-jährige Jeannie Kraus weint oft. Sie weiß, dass sie ihre Tochter verriet, und sie verzeiht sich das nie. Jahrelang lebte sie in Furcht davor, Schande über Jehova mit einem gewalttätigen Ehemann zu bringen - und gab ihrem Mann unwissentlich freien Zugang zum Schlafzimmer ihrer Tochter Michele.

Wiederholt missbrauchte er das Mädchen, erst als sie 15 war, sagte sie es ihrer Mutter. Immer noch blieb Kraus in der Ehe, als die "Ältesten" sie davon überzeugten, dass es ein "Unfall" war.

-Ich verstehe nicht, wie ich es glauben konnte, ich verstehe nicht, dass Michele heute mit mir reden will. Ich fühle mich schuldig dafür, dass ich sie dem ausgesetzt habe, sagt Jeannie Kraus. Wir trafen sie im Haus ihres Sohns in Queens.

-Ich wurde indoktriniert. Die Wachtturm-Gesellschaft kontrollierte meinen Verstand, und ich dachte nicht einmal darüber nach, zur Polizei zu gehen. Ich fürchtete immer, dass Jehova böse auf mich wäre.

Missbrauch gestanden

Gemäß Kraus hat ihr Exmann vor einem Rechtskomitee seine Schuld eingestanden - das Komitee bestand unter anderem aus dem gegenwärtigen Sprecher von Zeugen Jehovas, David Semonian -, dass er jahrelang sowohl Michele als auch Jeannies minderjährige Schwester missbraucht hat.

Er wurde "öffentlich zurechtgewiesen", aber nicht ausgeschlossen. Stattdessen wurde Jeannie Kraus mit einem Ausschluss bedroht, wenn sie fortfuhr, dem Fall nachzugehen. "Wir werden nicht tolerieren, dass du darüber im Hause Jehovas redest", war der Befehl der "Ältesten".

-Semonian zog mich beiseite und hob hervor, dass niemand Zweifel an Jehova haben darf. Und Jehova hatte entschieden, dass mein Exmann nicht ausgeschlossen werden sollte, sagte Jeannie Kraus.

Zerstört für ihr Leben

Immer noch war sie so in der Religion verfangen, dass sie Jehova treu blieb. Erst als sie ihren heutigen Mann traf, der kein Zeuge ist, ließ der Glaube nach. Sie ist jetzt seit fünf Jahren draußen.

Ihre Tochter Michele verließ die Zeugen mit 17 Jahren. Sie ist heute 34 und hat drei Kinder. Noch hat sie Schwierigkeiten mit dem Schlaf. Es ist späte Nacht, bevor sie sich traut, ihre Augen zuzumachen.

-Ich versuchte immer, wach zu bleiben. Er kam immer, wenn ich schlief. Ich habe noch diese Furcht, obwohl er aus meinem Leben verschwunden ist, sagt Michele, die zur Therapie geht, um mit ihrer Kindheit fertig zu werden.

-Ich erinnere mich nur daran, dass er mich berührte, das genügt dann schon, ich fürchte, dass die ganze Wahrheit mich noch mehr zerstört, sagte Michele, die nie die Stärke fand, ihren Vater rechtzeitig bei der Polizei anzuzeigen.

ask@eb.dk

von Brian Askvig

Foto: Claus Lunde

Bildunterschrift:

Sorge und Bitterkeit. Jeannie Kraus (links) wird sich nie verzeihen, dass sie nicht mit ihrer missbrauchten Tochter Michele, die noch in Therapie wegen ihrer Kindheitserlebnisse ist, entkam.

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Jehovas klamme Hand

Bibelstudien eine mechanische Wiederholung der Wachtturm-Literatur

 

NEW YORK (Ekstra Bladet): Jehova legt auf seine Jünger von ihrer frühen Kindheit an eine klamme Hand. Durch intensive Indoktrination sind die Zeugen während des Lebens darauf programmiert, ihren Gott zu lieben und alles sonst außer Wachtturm-"Werten" zu verachten.

Dies geschieht während der ständig sich wiederholenden "Bibelstudien"-Lehrzusammenkünfte, sagt der frühere "Älteste" Charles Riley. Er hat viele Bibelstudien durchgeführt, und er gibt heute zu, dass er aktiv daran teilhatte, die Versammlung zu indoktrinieren.

-Die Programmierung geht während deines Lebens weiter. Und wenn du nicht nach draußen siehst, außerhalb des Rahmens der Wachtturm-Welt, bemerkst du es nicht, sagt Charles Riley.

Unter dem Deckmantel, deutsche Touristen zu sein, nimmt Ekstra Bladet an dem Bibelstudium im Königreichssaal an der 124 Columbia Heights teil. Zuerst wird uns mit Misstrauen begegnet, aber wir werden schließlich mit Neugier und einer entgegenkommenden Einstellung begrüßt. 

Keine Diskussion

Das Bibelstudium erweist sich bald als mechanische Wiederholung des Studienbuchs, das in der "Schreibabteilung" etwas weiter die Straße hinauf verfasst wird. Ein privilegierter "Bruder" liest einen Absatz, der Leiter stellt daraufhin Fragen. Die Fragen werden auch von der "Schreibabteilung" formuliert und am Ende jeder Seite gedruckt.

Ein Wald von Händen schießt hoch, und junge Männer halten dem "Bruder" und der "Schwester", die zu antworten gebeten werden, drahtlose Mikrofone hin. Die Antwort ist im Allgemeinen eine Wiederholung dessen, was gelesen worden ist.

-Ausgezeichnet, sagt der Leiter nach jedem Kommentar. Besonders gute Kommentare werden so genannt: "Was für eine wunderbare Art, es auszudrücken."

Es gibt absolut keinen Versuch einer Diskussion. Niemand weicht vom Pfad ab, den der Wachtturm vorgibt. Die spiritistische Sitzung wird immer wieder wiederholt: Lesen, Fragen, Antwort, alles entsprechend den in der "Schreibabteilung" formulierten Regeln.

Jehova ist Glück

Das Studium wird mit Lied und Gebet beendet. Der Kreisaufseher Robert Cauthen spricht, und es ist eine Ironie des Schicksals, wenn er über  Kinder und Jugend redet. Er hat keine Ahnung, dass zwei Journalisten, "Agenten des Satans", im Saal anwesend sind.

"Wie denkt Jehova über die Jungen? Er liebt sie. Er will sie berühren, sie auf seinen Schoß nehmen, zu ihnen sprechen, ihnen zuhören, so dass wir dasselbe tun sollten", singt Cauthen und zeigt der Versammlung ein Ordner, den "Jehova durch seine Organisation hergestellt hat".

Es geht darum, wie Kinder glücklich sein können. Dies kann dadurch erreicht werden, dass sie als Zeugen Jehovas getauft werden, sagt Cauthen. Die Suche nach Geld, Erfolg und Karriere hat nie irgendjemanden glücklich gemacht.

-Wir müssen diesen Fehler nicht wiederholen. Niemand hat ein glückliches Leben ohne Jehova, sagt Cauthen.

Die Zeugen klatschen und umarmen einander. Nächste Woche beginnt alles von neuem.

ask@eb.dk

von Brian Askvig

Foto: Claus Lunde

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Auf Furcht gegründet

NEW YORK (Ekstra Bladet):

Der Mörtel, der den Wachtturm zusammenhält, ist Furcht. Furcht davor, Jehova zu beleidigen, Furcht vor den "Ältesten" vor Demütigung und zum Schluss die Furcht vor dem Rauswurf. Ekstra Bladet hat gelegentlich mit Exzeugen gesprochen, und sie haben alle die Furcht als Grundursache für ihre Jahre des Gehorsams dem religiösen Regime gegenüber erwähnt.

Das absolute Schlimmste, was einem gläubigen Zeugen passieren kann, ist, ausgeschlossen zu sein. Es bedeutet, dass sie für geistig tot gehalten werden. Niemand grüßt sie, ihre Verwandten ignorieren sie. Ihre ganze Existenz wird auseinander gerissen.

Dies geschieht entsprechend dem früheren "Ältesten" William H. Bowen mindestens 60.000 Zeugen im Jahr. Einige für nur geringfügige Abweichungen vom Wachtturm-"Weg", zum Beispiel eine Zigarette zu rauchen, sagt Bowen. Auch sanftere Disziplinarstrafen halten die Zeugen in Schach und rauben ihnen jeden kritischen Sinn. Ihnen können "Privilegien" in der Versammlung versagt werden, zum Beispiel das Mikrophon während der Zusammenkünfte zu halten oder Kommentare während des Wachtturm-"Studiums" zu geben.

Das Wegnehmen von solchen "Rechten" ist ein Zeichen, dass ein Zeuge Schande über Jehova gebracht hat. Es ist eine öffentliche Demütigung, die den betreffenden Zeugen allen Prestiges in der Versammlung beraubt.

-Die Wachtturm-Gesellschaft setzt die Maßstäbe so hoch, dass wir ewige Furcht vor Jehova und Schuld fühlen, nicht gut genug zu sein, sagt Mary Aquilar, die nach einer falschen Beschuldigung von Ehebruch ausgeschlossen wurde.

ask@eb.dk

von Brian Askvig

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Früherer "Ältester" über Jehovas Zeugen:

"Pädophilenparadies"

William H. Bowen wurde ausgeschlossen, als er sich weigerte, einen Pädophilen in der Versammlung zu schützen.

NEW YORK (Ekstra Bladet):

Die fürchterlichen Geschichten, die dänische Mitgliedern von Zeugen Jehovas über ernsten sexuellen Missbrauch in den geschlossenen Reihen der Sekte erzählen, rufen keine Überraschung in den USA hervor. Der 46-jährige Bill Bowen war fast 20 Jahre "Ältester", er hat solche Geschichten Tausende Male gehört.

-"Natürlich es geschieht auch in Dänemark. Zeugen Jehovas sind ein Paradies für Pädophile. Es ist eine Organisation, die die Pädophilen schützt und Tausende von Opfern ungeschützt lässt. Zeugen Jehovas sind auf diese Weise ein sicherer Hafen für Verbrecher", sagt er, und er weiß sehr gut, dass er provozierend ist.

Das ist etwas, das der frühere "Älteste" in der Jehova-Gemeinde in Draffenville, Kentucky, unablässig drei Jahre lang getan hat, und schließlich wurde er von der Sekte ausgeschlossen, weil er sich weigerte, einen Pädophilen in der Versammlung zu schützen.

Er provoziert, um die Wachtturm-Gesellschaft - die Rechtskörperschaft der Zeugen - zu zwingen, zu beweisen, dass er im Unrecht ist. Der Wachtturm hat das nie getan, sagt er, und er fährt fort zu provozieren.

-Das Missbrauchsproblem bei den Zeugen Jehovas ist wie ein Kessel voller Krankheitserreger. Du kannst den Deckel öffnen und den Kot riechen. Du musst nicht hineinspringen, um herauszufinden, was der Inhalt ist, sagt Bill Bowen, der nach mehreren Jahren als "Ältester" zurücktrat, als ein missbrauchtes Mädchen bedroht wurde, den Missbrauch nicht bei der Polizei zu melden.

Jehova ist ohne Schuld

Er blieb Zeuge, wurde aber ausgeschlossen, als er an die Medien ging. Heute reden seine Eltern und seine Freunde in der Sekte nicht mit ihm. Seine Eltern rissen ihre Verbindungen mit ihm in einem Brief ab, in dem sie zu dem Schluss kamen, dass Gott ihn töten würde, weil er das getan hatte.

Aber William H. Bowen bedauert nichts. Nach 43 Jahren als Zeuge hat er gerade begonnen, ein volles Leben zu führen, sagt er. Der Wachtturm ist für ihn zu einem Symbol von Unterdrückung und Ungerechtigkeit geworden, und er bekämpft sie jetzt mit der Waffe, die sie am meisten fürchten, dem Internet.

Ich habe über 6.000 Kontakten mit Zeugen erhalten, die Sexmissbrauch in ihren Familien erfahren haben. Viele mit Beispielen dafür, wie der Wachtturm alles tat, um die Wahrheit zu vertuschen, sagt Bill Bowen, der die Organisation Silentlambs gegründet hat - um die Tausende zu unterstützen, die sich von der Religion preisgegeben fühlen, der sie alles gaben.

- Warum sollte eine christliche Organisation solche schweren Verbrechen verbergen?

- Weil sich Zeugen Jehovas als die einzige wahre und reine Religion in der Welt betrachten. Sie behaupten, den höchsten moralischen Maßstab zu vertreten. Wenn sie zugeben, dass etwas falsch ist, ist es Jehova, der einen Fehler gemacht hat, und Jehova macht keine Fehler, sagt Bowen.

Verlassen

Bowen leugnet, dass er wegen seines persönlichen Verlustes verbittert ist, und deswegen benutzt er alle Gelegenheiten, um den Wachtturm zu verunglimpfen. Er hat die Grundlage der Religion nie angegriffen, sagt er. Er will nur die Kinder schützen, die wegen der Politik verlassen sind, dass Kinderschänder nur schuldig sein können, wenn sie gestehen, oder es muss dort mindestens zwei Zeugen für das Verbrechen geben.

-Missbrauchten Zeugen wird gesagt, dass sie die ganze Sache vergessen und alles in Jehovas Hände legen sollten. Ich habe dreißig Jahre lang die "Wachtturm"-Literatur und 25 Jahre lang Briefe mit Anweisungen an die "Ältesten" studiert. Nicht einmal fand ich die einfachen Worte, Opfer zu ermutigen, "die Polizei rufen", in Verbindung mit Kindesmissbrauch, sagt Bowen.

Der Bestrafung entkommen

Er macht den Wachtturm besonders dafür verantwortlich, zu fordern, dass Mitglieder Missbrauch bei den "Ältesten" statt der Polizei melden. Nur wenn es das Gesetz fordert, werden Fälle der Polizei gemeldet, sagt Bowen. In vierunddreißig Staaten in den USA ist eine Anzeige von Kindesmisshandlung bei der Polizei nicht obligatorisch.

Diese Politik ließ Tausende von Pädophilen der Strafe entkommen, sagt Bowen, der wenig Achtung vor der Wachtturm-Versicherung hat, dass die Zeugen Jehovas Kindesmissbrauch für eine "verabscheuungswürdige Sünde" halten und alles tun, um Gerechtigkeit zu schaffen.

Dies ist eine absurde Behauptung. Und Tausende von Geschichten im Internet bewiesen etwas anderes, sagt Bowen.

ask@eb.dk
 
von Brian Askvig

Foto: Claus Lunde