Schwester Gillet wurde von Schwester Nunes umgerannt,

also verklagte sie die Wachtturm-Gesellschaft

NICHT ENDGÜLTIG, BIS ZEIT FÜR EINEN ANTRAG AUF ERNEUTE VERHANDLUNG ABLÄUFT, UND WENN EINGEREICHT, ERLEDIGT WIRD..

BEZIRKSBERUFUNGSGERICHT FLORIDA, DRITTER BEZIRK, JULI 2004

FALL NR. 3D02-817, ERSTINSTANZ NR.. 99-29822

HILDA und JOHN GILLET,
Antragsteller,

gegen

WATCHTOWER BIBLE & TRACT SOCIETY OF PENNSYLVANIA, INC., WATCHTOWER BIBLE & TRACT SOCIETY OF NEW YORK, INC., WATCHTOWER BIBLE & TRACT SOCIETY OF FLORIDA, INC., VERSAMMLUNG DER ZEUGEN JEHOVAS IN WEST NORTH MIAMI, INC., FRANCOIS JN DENIS und MARIA NUNES, Antraggegner.

Urteil ergangen am 8. Dezember 2004.

Berufung gegen Urteil des Kreisgerichts Miami-Dade County, Jon I. Gordon, Richter.

Shutts & Bowen, Francis A. Zacherl, III, und Colleen A. Hoey, für die Antragsteller.

Adorno & Yoss, Jack R. Reiter, Gregory A. Victor, und Natalie J. Carlos, für die Antraggegner Watchtower Bible & Tract Society of Pennsylvania, Watchtower Bible & Tract Society of New York, Inc., Watchtower Bible & Tract Society of Florida, Inc., und die Versammlung der Zeugen Jehovas in West North Miami, Inc.

Mario F. Moreno (New York), für den Antraggegner Watchtower Bible & Tract Society of New York, Inc.

Vor den Richtern GODERICH, GREEN und WELLS.

GODERICH, J.
Die Kläger, Hilda and John Gillet [di Gillets], legen Berufung ein gegen ein Gesamturteil. Wir bestätigen.

Am 23. November 1996 kam Maria Nunes in das Haus der Gillets zu einem Predigtdiensttreffen der Mitglieder der Versammlung der Zeugen Jehovas in West North Miami, Inc. [Versammlung Miami]. Bei dieser Zusammenkunft der Organisation bereiteten sich die Mitglieder auf den Predigtdienst des Tages vor, ihre "Werbung und Schriftenverteilung von Haus zu Haus". Watchtower Bible & Tract Society of N.Y., Inc. gegen Dorf Stratton, 536 U.S. 150, 160 (2002). Nachdem die Zusammenkunft endete, stiegen die Mitglieder in ihre Autos ein, um diesen Tag in Gebiete zu fahren, wo sie den Felddienst durchführen würden. Das Auto von Nunes war in der Auffahrt des Gillets geparkt, und sie begann zurückzufahren. Inzwischen begann Hilda Gillet, die Straße zu überqueren, um ins Auto eines anderen Mitglieds zu steigen, als Nunes in sie hineinfuhr und sie zu Boden warf. Hilda Gillet wurde dann von einem vorbeifahrenden Auto getroffen, an dessen Steuer Francois JN Denis saß. Hilda Gillet wurde verletzt und benötigte mehrfache Operationen und Krankenhausaufenthalte.

Die Gillets reichten in nen Punkten Klage gegen die Watchtower Bible & Tract Society of Pennsylvania, Inc. [Watchtower Pennsylvania], die Watchtower Bible & Tract Society of New York, Inc. [Watchtower New York], die Versammlung Miami, Nunes und Denis ein, und machten Fahrlässigkeit, Stellvertreterhaftung und Konsortienverlust geltend.

Watchtower Pennsylvania, Watchtower New York und die Versammlung Miami [kollektiv als Wachtturm-Beklagte bezeichnet] reichten Anträge auf summarisches Urteil ein und machten geltend, sie seien nach dem Gesetz nicht stellvertretend haftbar für die angebliche Fahrlässigkeit von Nunes. Die Wachtturm-Beklagten argumentierten, dass Nunes zur Zeit des Unfalls weder ihre Angestellte noch ihre Vertreterin war, und dass jede Untersuchung, ob Nunes ihre Vertreterin war, als sie am Felddienst teilnahm, das Gericht in die Interpretation von religiösen Lehren, Doktrinen und internen religiösen Politiken und Verfahren der Zeugen Jehovas und Nunes' persönlichen religiösen Glauben verwickeln würde, und das sei gegen den Ersten Verfassungszusatz.

Die Erstinstanz erließ ein Gesamturteil zugunsten der Wachtturm-Beklagten. Die Berufung der Gillets folgt.

Die Gillets machen geltend, dass die Erstinstanz irrte, indem sie ein Gesamturteil zugunsten der Wachtturm-Beklagten sprach, weil Nunes eine Vertreterin der Watchtower New York unter dem Volunteer Protection Act, ' 768.1355(1), Fla. Stat. (1995), sei,

(Der Florida Volunteer Protection Act sieht im entscheidenden Teil folgendes vor: Jeder, der freiwillig ... ohne Geldausgleich ...  einen Dienst für eine gemeinnützige Organisation verrichtet, wird als Vertreter dieser gemeinnützigen Organisation angesehen, wenn er ihm Rahmen der offiziellen Pflichten, die in diesem freiwilligen Dienst verrichtet werden, handelt ...)

alternativ, weil sie Vertreterin nach den Grundsätzen des Gewohnheitsrechts ist (Obwohl das Bestehen eines Verhältnisses Angestellter/Arbeitgeber von den Fakten jedes Falles abhängt, haben die Gerichte in Florida die folgenden Kriterien angenommen:

(1) das Ausmaß der Kontrolle durch den Arbeitgeber über die Einzelheiten der Arbeit;

(2) ob die beschäftigte Person mit einer unterscheidbaren Tätigkeit beschäftigt ist;

(3) die Art der betreffenden Beschäftigung, und ob die Tätigkeit unter Anleitung des Arbeitgebers oder ohne Überwachung durch einen Spezialisten durchgeführt wird;

(4) die für die jeweilige Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse;

(5) ob der Arbeitgeber die Instrumentarien, die Werkzeuge und den Arbeitsplatz bereitstellt;

(6) wie lange die Person beschäftigt ist;

(7) ob die Tätigkeit Teil der regelmäßigen Unternehmungen des Arbeitgebers ist. -- Carroll gegen Kencher, 491 So. 2d 1311, 1312 (Fla. 4th DCA 1986).)

 

Wir sind nicht der Meinung, dass eine Untersuchung des Status von Nunes als mutmaßliche Vertreterin der Wachtturm-Beklagten notwendigerweise das Gericht in die Auslegung religiöser Lehre, Doktrin und interner religiöser Vorschriften und Verfahrensweisen der Zeugen Jehovas und des persönlichen Glaubens von Nunes verwickeln würde, was eine Verletzung des Ersten Verfassungszusatzes wäre. In Malicki gegen Doe, 814 So. 2d 347, 365 (Fla. 2002), einem Fall sexuellen Missbrauchs durcheinen Geistlichen, sprach der Florida Supreme Court dieses Thema an, "ob im Namen des Ersten Verfassungszusatzes religiöse Einrichtungen vor sonst berechtigten Klagen wegen Übertretungen ihrer Vertreter oder Beschäftigten abgeschirmt werden dürfen." Malicki, 814 So. 2d at 353. Zur Unterstützung dieser Frage präsentierte der Florida Supreme Court eine Übersicht über den Ersten Verfassungszusatz.

Der Erste Verfassungszusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten sieht vor, dass "der Kongress kein Gesetz erlassen darf bezüglich der Gründung einer Religion, oder des Verhinderns einer freien Religionsausübung ..." U.S. Const. amend. I. Der Erste Verfassungszusatz ... enthält zwei Klauseln bezüglich der Religion - die der freien Ausübung und die der Gründung. Diese verfassungsmäßige Garantie wird für die Bundesstaaten durch den 14. Verfassungszusatz anwendbar gemacht.

                                                                               * * *
Die Klausel der freien Ausübung "umfasst zwei Konzepte - die Freiheit zu glauben und die Freiheit zu handeln. Die erste ist absolut, aber die zweite kann es der Natur der Sache nach nicht sein.. Das Verhalten bleibt Regeln zum Schutz der Gesellschaft unterworfen.

                                                                               * * *
Die Regeln der Behörden beinhalten sowohl geschriebenes als auch durch Gerichte in Zivilprozessen gesetztes Recht.

                                                                               * * *
Ehe das verfassungsmäßige Recht der freien Religionsausübung betroffen ist, besteht die Eingangsuntersuchung darin, ob das zu regelnde erhalten seine "Wurzeln im religiösen Glauben" hat. Überdies ist es, um die freie Ausübung herauszufordern, nötig, "die zwingende Wirkung der Verordnung zu zeigen, wie sie gegen den [Einzelnen] in der Ausübung seiner Religion wirkt."

                                                                               * * *

Der zweite Aspekt der religiösen Klauseln des Ersten Verfassungszusatzes, die Gründungsklausel, ... beinhaltet die Trennung von Kirche und Staat und hindert die Regierung daran, Gesetze zu erlassen, die "einer Religion helfen, allen Religionen helfen oder eine Religion vor der anderen bevorzugen."


                                                                               * * *

Der [Supreme] Court gab einen dreiteiligen Test zur Bestimmung an, ob ein neutrales Gesetz die Gründungsklausel verletzt: (1) das Gesetz muss einen weltlich gesetzgeberischen Zweck haben; (2) die wichtigste oder Hauptwirkung des Gesetzes darf weder die Förderung noch die Behinderung einer Religion sein; und (3) das Gesetz darf zu keiner Verwicklung der Regierung in die Religion führen.


                                                                               * * *

Der Supreme Court hat auch geurteilt, dass der Erste Verfassungszusatz Gerichte daran hindert, interne Kirchendispute zu lösen, die eine Entscheidung über Fragen der religiösen Lehre erfordern würden.


                                                                               * * *

Ein Gericht muss daher bestimmen, ob der Streit "ein kirchlicher ist, bei dem es um 'Strafen, Glauben, interne Organisation oder kirchliche Regel, Sitte oder das Gesetz' geht oder ob es ein Fall ist, in dem [es] religiöse Organisationen bei zivilrechtlichen Gerichten haftbar machen sollte, und zwar aus rein säkularem Streit zwischen Dritten und einem besonderen Beklagten, wenn es sich auch um eine religiöse Organisation handelt.

Malicki, 814 So. 2d at 353-57 (Zitate ausgelassen). Beim Erörtern der Trennung der Macht bei Fällen sexuellen Missbrauchs durch den Klerus, über die Angelegenheit, ob der Erste Verfassungszusatz eine religiöse Institution vor Haftung schützt, wenn ein Kirchenangestellter ein Vergehen gegen einen Dritten begeht, bemerkte der Florida Supreme Court: "Gerichte schließen, dass keine unzulässige Interpretation religiöser Doktrin vorliegt, weil die Gerichte ein neutrales Prinzip des allgemein anwendbaren Strafgesetzes anwenden". Malicki, 814 So. 2d unter 358. Weiter erklärte der Florida Supreme Court: "Dies ist besonders der Fall, wo die religiöse Institution nicht geltend macht, dass das Verhalten nicht der Förderung eines festen religiösen Glaubens diente." Malicki, 814 So. 2d unter 358.

Im Gegensatz dazu argumentieren die Wachtturm-Beklagten in diesem Fall richtig, ohne Rücksicht darauf, ob die Untersuchung von Nunes' Status sich auf das Freiwilligenschutzgesetz von Florida oder auf Grundsätze der Vertretung nach Gewohnheitsrecht gründe, sei die zugrunde liegende Handlung des Predigtdienstes von Nunes "in Förderung [ihres] festen religiösen Glaubens unternommen worden." In ihrer Aussage erklärte Nunes, dass ihre Beteiligung an Predigtdienst allein dazu diente, für Jehova Gott entsprechend den persönlichen Überzeugungen ihres Glaubens zu predigen. Ihre Aussage lautete wie folgt:

F. Okay. Für wen verrichten Sie Ihren Dienst?
A. Jehova Gott.


F. Okay. Sie tun es nicht für einen Menschen?

A. Nein.

F. - irgendeinen Menschen, richtig?
A. Nein, nein.

F. Okay. Und tun Sie es für eine Körperschaft oder ein Unternehmen?
A. Nein.

F. Okay. Es ist streng zwischen Ihnen -
A. -und Gott.

F. - und Jehova Gott?
A. Ja, ja.

Ähnlich hat der United States Supreme Court erkannt, dass die Zeugen Jehovas "den Anspruch erheben, dem Beispiel des Paulus zu folgen und 'öffentlich und von Haus zu Haus' zu lehren. Apostelgeschichte 20:20. Sie nehmen das Gebot der Bibel wörtlich: 'Gehet hin in alle Welt, und predigt das Evangelium jeder Kreatur.' Markus 16:15. Damit, so glauben sie, gehorchten sie einem Gebot Gottes." - Watchtower Bible & Tract Society of N.Y., Inc. gegen Village of Stratton, 536 U.S. 150, 161 (2002) (zitiert Murdock gegen Commonwealth of Pa., 319 U.S. 105, 108 (1943)).

Aus diesen Gründen würde jede Untersuchung von Nunes' Beteiligung an Predigtdienst unbedingt zu einer Untersuchung ihres persönlichen religiösen Glaubens in Verletzung des Ersten Verfassungszusatzes führen. Des weiteren, wie die eigenen Schriftsätze des Gillets zeigen, würde jede Untersuchung ihres Status als Vertreterin der Wachtturm-Beklagten auch eine Untersuchung der "internen Organisation oder kirchlichen Regel, Sitte oder des Gesetzes" erfordern.

Demgemäß bestätigen wir das Gesamturteil der Erstinstanz.

 

WELLS, J. (zustimmend)
Ich stimme der Mehrheitsmeinung zu, das gegen die Kläger John and Hilda Gillet ergangene Gesamturteil zu bestätigen, aber ich glaube nicht, dass die Betrachtung der Frage der Vertretung von der exzessiven Konfliktlehre des Ersten Verfassungszusatzes verboten ist.

In Carnesi gegen Ferry Pass United Methodist Church, 826 So. 2d 954 (Fla. 2002) (Carnesi II), wies der Florida Supreme Court die Entscheidung eines Bezirksgerichtes zurück und bestätigte das summarische Urteil zugunsten einer Anzahl von Kirchen-Beklagten. Die Kirchen, und ein Freiwilliger der Kirche, waren von einer Sekretärin/Buchhalterin verklagt worden, die geltend machte, sie sei vom Vorsitzenden des Freiwilligengemeindekomitees (the PPRC), der sie angestellt hatte, sexuell belästigt worden. In Carnesi gegen Ferry Pass United Methodist Church, 770 So. 2d 1286, 1287 (Fla. 1. DCA 2000) (Carnesi I), kam das Erste Bezirksgericht zu dem Schluss: Eine Entscheidung über die Behauptungen von Carnesi ... erfordert, dass ein weltliches Gericht Kirchenrecht, Vorschriften und Praktiken überprüft und auslegt, um zu befinden, ob eine Vertreterbeziehung zwischen Harrison [dem Vorsitzenden des PPRC], dem PPRC und den Kirchen-Beklagten bestand, und ob die Kirchen-Beklagten für Harrisons Taten haftbar gemacht werden können ... [und] diese Untersuchung würde die exzessive Konfliktdoktrin des Ersten Verfassungszusatzes verletzen. - Carnesi, 770 So. 2d unter 1287.

Bei der Ablehnung von Carnesi I wies der Supreme Court notwendigerweise auch die Schlussfolgerung des Ersten Bezirksgerichtes zurück, dass eine Entscheidung über das Bestehen einer Vertreterbeziehung nicht getroffen werden könne, ohne die exzessive Konfliktdoktrin des Ersten Verfassungszusatzes zu verletzen. Im Lichte von Carnesi II sehe ich für unsere Betrachtung einer mutmaßlichen Vertreterbeziehung zwischen Nunes und den Kirchen-Beklagten keinen Hinderungsgrund aus dem Ersten Verfassungszusatz.

Ich stimme jedoch zu, dass dieses Zusammenfassungsurteil zugunsten der Kirchen-Beklagten zu Recht gewährt wurde. Die wesentlichen Elemente einer tatsächlichen Vertreterbeziehung sind (1) Bestätigung des Leiters, dass der Vertreter für ihn handelt, (2) die Annahme des Unternehmens durch den Vertreter und (3) Kontrolle des Vertreters durch den Leiter über den Handlungsweise des Vertreters. (Es wird keine offensichtliche Vertretung geltend gemacht, noch besteht eine solche.) Siehe Mobil Oil Corp. gegen Bransford, 648 So. 2d 119, 121 (Fla. 1995) (eine offensichtliche Vertretung existiert nur, wenn jedes von drei Elementen anwesend ist: (a) eine Vertretung durch den mutmaßlichen Leiter; (B) eine Verlassen auf diese Vertretung durch einen Dritten; und (C) eine Änderung in der Haltung des Dritten bezüglich des Verlassens auf die Vertretung).
---Goldschmidt gegen Holman, 571 So.2d 422, 424 n.5 (Fla. 1990).

Gewöhnlich ist das Bestehen einer Vertreterbeziehung eine Tatsachenfrage, die bei der Beweisaufnahme gelöst wird. Eberhardy gegen General Motors Corp., 404 F.Supp. 826, 830 (M.D. Fla.1975). Wenn jedoch eine Partei, die die Beweislast in einer Sache trägt, keinerlei stützenden Beweise vorlegen kann, oder wenn (wie hier) die ganzen, von beiden Parteien vorgelegten Beweise so eindeutig sind, dass vernünftige Personen nur zu einem Schluss kommen können, wird eine Frage, die normalerweise Frage der Tatsache ist, zu einer Frage des Gesetzes, um vom Gericht bestimmt zu werden. Id. Dies ist hier der Fall.

Die Gillets machen geltend, dass es reichhaltige Beweise gibt, dass Zeugen Jehovas wie Nunes sind Vertreter (oder Freiwillige) der Kirchen-Beklagten seien, wenn sie mit dem Predigtdienst beschäftigt sind (Werbung von Haus zu Haus und Missionieren). Sie weisen auf den formellen Felddienst hin, der die Verteilung von Wachtturm-Veröffentlichungen als Herzstück der Tätigkeit der Kirchen-Beklagten enthält, und argumentieren, weil Dienst so gründlich von den Kirchen-Beklagten geführt, reguliert und überwacht wird, dass Nunes als Vertreterin der Kirchen-Beklagten wirken musste, als sie ihren Felddienst durchführte. Das stimme nicht, denn wie Nunes aussagte, als sie den Felddienst durchführte, tat sie es nicht als Vertreterin, Freiwillige oder Angestellte einer Institution. Vielmehr tat sie es auf Gottes Gebot hin und als Teil einer etablierten, lange anerkannten religiösen Praxis:

Seit über 50 Jahre machen Gerichte Einschränkungen der Werbung von Haus zu Haus und des Verteilens von Traktaten ungültig. Es ist mehr als historischer Unfall, dass die meisten Fälle, die den Ersten Verfassungszusatz betreffen, von Zeugen Jehovas vorgebracht werden, weil Werbung von Haus zu Haus von ihrer Religion verpflichtend gemacht wird.


Wie wir Murdock gegen Pennsylvania, 319 U.S. 105, 108, 63 S.Ct. 870 (1943), bemerkten, erheben die Zeugen Jehovas den Anspruch, dem Beispiel des Paulus zu folgen und 'öffentlich und von Haus zu Haus' zu lehren. Apostelgeschichte 20:20. Sie nehmen das Gebot der Bibel wörtlich: 'Gehet hin in alle Welt, und predigt das Evangelium jeder Kreatur.' Markus 16:15. Damit, so glauben sie, gehorchten sie einem Gebot Gottes ...

* * * *

. . . [I]n Murdock gegen Pennsylvania, bemerkte das Gericht, dass die Handverteilung religiöser Traktate eine uralte Form des Evangelisierens sei, so alt wie die Geschichte der Druckpressen. Es ist in allen Jahren eine mächtige Kraft in religiösen Bewegungen gewesen Diese Form religiöser Aktivität nimmt denselben hohen Stand unter dem Ersten Verfassungszusatz ein wie die Anbetung in den Kirchen und das Predigen von den Kanzeln. Es hat denselben Anspruch auf Schutz als orthodoxere und konventionellere Praktiken der Religion ... Watchtower Bible and Tract Society of New York, Inc. gegen Village of Stratton, 536 U.S. 150, 158 n.7, 160-162, 122 S.Ct. 2080 (2002) (Unterstreichung hinzugefügt) (Fußnoten ausgelassen) (wobei anzumerken ist, dass Zeugen Jehovas ihre Berechtigung zum Evangelisieren über das Verteilen von Traktaten von Haus zu Haus aus dem Bibelbuch Matthäus ableiten, worin Jesus eine Suche von Haus zu Haus nach Leuten einführte, um die gute Botschaft zu predigen).

Insgesamt wurde keine Vertretung oder Freiwilligenbeziehung eingeführt. Die von den Kirchenentitäten auferlegte Verwendung der religiösen Veröffentlichungen, die sie schaffen, urheberrechtlich schützen, herausgeben und verteilen, fordern höchstens von jedem Zeugen Jehovas Gehorsam gegenüber dem religiösen Dogma, dem Strafanspruch und der Autorität. Siehe Folwell gegen Bernard, 477 So. 2d 1060, 1061 (Fla. 2d DCA 1985). Dies stellt jedoch nicht das Maß von Kontrolle über einzelne Versammlungsmitglieder dar, um diese Entitäten für jede Nachlässigkeit von einzelnen Versammlungsmitgliedern auf einer Vertretertheorie haftbar zu machen, während sie ihre Autos an den Ort fahren, wo sie mit ihren religiösen Aktivitäten nachgehen. Aufgrund des Berichts vor uns ist keine Vertretung oder eine andere Grundlage für die Auferlegung eine Haftung auf die Kirchenentitäten gezeigt worden. Siehe Brillhart gegen Scheier, 243 Kan. 591, 597, 758 P.2d 219, 224 (1988), (wo vom Gemeindepfarrer auf seinem Weg, Gemeindeprobleme zu erörtern, verletzte Autofahrer eine Klage gegen Pfarrer und Diözese vorbrachten, dort bestätigte der Kansas Supreme Court das summarische Urteil zugunsten der Diözese und schloss, dass Fahrlässigkeit nicht der Doktrin von Kläger-Vorgesetztem zugeschrieben werden könne, wo der Pfarrer mit Aktivität innerhalb seiner eigenen Entscheidungsgewalt und Kontrolle beschäftigt war); siehe auch Nye gegen Kemp, 97 Ohio App.3d 130, 646 N.E.2d 262 (Ohio Ct. App. 1994) (die Bestätigung eines Urteil zugunsten einer Kirche in einer gegen mehrere Kirchengruppen vorgebrachten Klage auf Schadensersatz, als das Fahrzeug eines Kirchenältesten mit einem Polizeifahrzeug zusammenstieß, es wurde ein völliger Mangel an der notwendigen Kontrolle, um eine Vertretung zu begründen, befunden).

Dementsprechend schließe ich mich dem Urteil an.


GREEN, J. (ablehnend).

Wie ich es sehe, ist die Frage in diesem Fall, ob die Antraggegner, die Wachtturm-Beklagten, unter einer übergeordneten Theorie für die aufgrund der mutmaßlichen Fahrlässigkeit eines Zeugen Jehovas (d.h. Nunes) von den Berufungsklägern/Klägern geltend gemachten persönlichen Verletzungen stellvertretend haftbar sind, während sie nebenbei unter anderem die Literatur der Wachtturm-Beklagten in einem zugeteilten Gebiet verbreiten und Spenden in ihrem Namen annehmen. Mit anderen Worten ist die vorgelegte Frage, ob gesagt werden kann, dass die Wachtturm-Beklagten das Recht hatten, Nunes' Literaturverteilungsaktivitäten zu kontrollieren, so dass geschlossen werden kann, dass sie als Freiwillige auftrat, also Vertreterin der Wachtturm-Beklagten nach dem Volunteer Protection Act war (768.1355(1), Fla. Stat. (1995)), oder nach Gewohnheitsrecht, als ihr mutmaßlich sorgloses Autofahren die Verletzungen der Berufungskläger/Kläger verursachte. Bei allem gebührenden Respekt für meine Kollegen der Mehrheitsmeinung glaube ich, dass dies eine Frage ist, die einer Jury vorgelegt werden sollte.

Entgegen der Meinung eines meiner Kollegen glaube ich, dass eine Bestimmung der in diesem Fall vorgelegten Frage nicht "unbedingt die Jury und/oder das Gericht in die Interpretation religiöser Lehre, Doktrin und interner religiöser Politiken und Verfahren der Zeugen Jehovas und Nunes' persönlichem religiösen Glauben in Verletzung des Ersten Verfassungszusatzes verfangen würde." Siehe Mehrheitsmeinung unter 4.

I.
Der Erste Verfassungszusatz, wie er von den Staaten gemäß dem 14. Verfassungszusatz angewandt wird, sieht vor, dass der "Kongress kein Gesetz bezüglich der Gründung einer Religion oder der Verhinderung ihrer freien Ausübung erlässt ..." U.S. CONST. AMEND. I. In Malicki gegen Doe, 814 So. 2d 347 (Fla. 2002), gab der Florida Supreme Court eine gründliche Übersicht über den Schutz des Ersten Verfassungszusatzes, als er die Frage ansprach, ob religiöse Institutionen vor andernfalls berechtigten Klagen wegen Vergehen ihrer Vertreter und Angestellten geschützt sind.


Ausdrücklich war die Frage dort, ob eine zivilrechtliche Klage für eine Tat fahrlässiger Beauftragung und Überwachung von Gemeindemitgliedern gegen die Kirche und Erzdiözese basierend auf Behauptungen geltend gemacht werden konnte, dass sie sexuell von einem Priester angegriffen wurden. Das Gericht begann seine Analyse dadurch, dass es bemerkte, die Klausel der freien Religionsausübung, der erste Aspekt des Ersten Verfassungszusatzes, "umfasse zwei Konzepte - Freiheit zu glauben und Freiheit zu handeln". Siehe Malicki, 814 So. 2d unter 354 (zitiert Cantwell gegen Connecticut, 310 U.S. 296, 303-04 (1940)). "Das erste ist absolut, das zweite kann es der Natur der Sache nach nicht sein. Das Verhalten bleibt Regeln zum Schutz der Gesellschaft unterworfen." Malicki, 814 So. 2d unter 354. So ist der Erste Verfassungszusatz nie in dem Sinne ausgelegt worden, "wenn andernfalls verbotenes Verhalten von religiösen Überzeugungen begleitet werden, sind nicht nur die Überzeugungen, sondern auch das Verhalten selbst frei von behördlicher Regelung." ... Behördliche Regelungen umfassen sowohl geschriebenes als auch von Gerichten in Zivilprozessen gesetztes Recht. Id. (Zitate ausgelassen). Das Gericht erklärt dann im Weiteren, dass, bevor das Recht auf freie Religionsausübung betroffen ist, die Schwellenfrage lautet, ob das Verhalten, das man zu regulieren versucht, "in religiösem Glauben verwurzelt" war. Id. Außerdem ist es notwendig, "die Zwangswirkung der Verfügung gegen die Person in der Ausübung ihrer Religion zu zeigen." Id.

Wenn gezeigt wird, dass das in Frage stehende Verhalten in religiösen Überzeugungen verwurzelt war, dann muss das Gericht feststellen, ob das Gesetz, das dieses Verhalten reguliert, neutral sowohl an der Oberfläche als auch in seinem Zweck ist. ... " [Wenn] es das Ziel eines Gesetzes ist, Praktiken wegen ihrer religiösen Motivation zu brechen oder zu beschränken, ist das Gesetz nicht neutral, und es ungültig, es sei denn, es wird von einem zwingenden Interesse gerechtfertigt und ist genau maßgeschneidert, dieses Interesse zu fördern."

Der Staat kann jedoch Verhalten durch neutrale Gesetze allgemeiner Anwendbarkeit regeln. ... So "muss ein Gesetz, das neutral und von allgemeiner Anwendbarkeit ist, nicht von einem zwingenden staatlichen Interesse gerechtfertigt werden, selbst wenn das Gesetz die beiläufige Wirkung hat, eine besondere religiöse Praktik zu belasten." Id. (Zitate ausgelassen).

Wo daher die Kirchen-Beklagten in Malicki deshalb auch nicht behaupteten, dass die Vergehen ihres Priesters von aufrichtig geglaubten religiösen Überzeugungen oder Praktiken beherrscht wurden oder dass ihr Versäumnis, Kontrolle über den Priester auszuüben, seinen Grund in den aufrichtig geglaubten religiösen Überzeugungen oder Praktiken hatte, schloss das Gericht, dass die Klausel der freien Religionsausübung nicht betroffen war. Das soll heißen, das Gericht stellte fest, dass die angebliche Fahrlässigkeit des Beklagten in Bezug auf Anstellung und Überwachung in keinem religiösen Glauben verwurzelt war. Id. unter 361. Selbst wenn man argumentationshalber eine "beiläufige Wirkung, eine besondere religiöse Praktik zu belasten" annimmt, befand das Gericht, dass die Klage des Gemeindemitglieds wegen fahrlässiger Anstellung und Überwachung nicht versperrt wurde, weil sie auf einer neutralen Anwendung eines Prinzips des Strafgesetzes basierte. Id.

Was die Gründungsklausel angeht, so erklärte das Gericht in Malicki, dass dieser zweite Aspekt des Ersten Verfassungszusatzes "eine Trennung von Kirche und Staat beinhaltet und die Regierung daran hindert, Gesetze zu erlassen, die 'einer Religion helfen, allen Religionen helfen oder eine Religion der anderen vorzihen.'" Id. unter 354-55. Indem es die Entscheidung des United States Supreme Court im Fall Lemon gegen Kurtzman, 403 U.S. 602 (1971), anführte, bemerkte das Gericht im Fall Malicki, dass die drei Hauptübel, gegen die die Gründungsklausel Schutz bieten sollte, "die finanzielle Förderung, finanzielle Unterstützung und aktive Beteiligung des Souveräns an religiöser Tätigkeit" seien. Malicki, 814 So. 2d unter 355. Daher ist es ausgeschlossen, dass Gerichte interne Kirchenstreitigkeiten lösen, die die Anrufung von Fragen religiöser Lehre erfordern. Id.

Das Gericht erkannte jedoch eine klare Unterscheidung zwischen innerkirchlichen Disputen und säkularen Streiten zwischen Kirchen und Dritten an. Id. unter 356. Während die Ersteren verfassungsmäßig geschützt sind, sind es die Letzteren nicht.

Ein Gericht muss daher bestimmen, ob der Streit "ein kirchlicher ist, bei dem es um 'Strafen, Glauben, interne Organisation oder kirchliche Regel, Sitte oder das Gesetz' geht, oder ob es ein Fall ist, in dem [es] religiöse Organisationen vor Zivilgerichten für 'rein säkulare Streite zwischen Dritten und einem besonderen Beklagten haftbar machen sollte, auch wenn es sich dabei um eine religiöse Organisation handelt.'" Id. unter 357.

Das Gericht in Malicki schloss, da der Streit in diesem Fall zwischen Kirchenvertretern und zwei Gemeindemitgliedern ging, die Verletzung in Folge der Fahrlässigkeit von Kirchenvertretern im Gegensatz zu einer internen Kirchenangelegenheit behaupteten, könne die Gründungsklausel des Ersten Verfassungszusatzes nicht angerufen werden, um diese Klage zu verhindern. Das Gericht wies darauf hin, dass die relevante Untersuchung für die Entscheidung einer Haftung der Kirchen-Beklagten sich darauf konzentrieren würde, ob sie das Risiko des Schadens an Dritte ganz hätten voraussehen sollen. Id. unter 364. Was das Gericht fand, war ein neutrales Prinzip des Strafgesetzes, das keine "übermäßige" Verwicklung in interne Kirchenangelegenheiten oder in eine Interpretation der religiösen Doktrin oder des kirchlichen Gesetzes beinhaltete. Id.

Nach Malicki war der Florida Supreme Court wieder mit der Frage konfrontiert, ob der Erste Verfassungszusatz als Schranke für eine Strafklage zwischen einer Kirche und Dritten herangezogen werden könne. In Doe gegen Evans, 814 So. 2d 370 (Fla. 2002), war die vorgelegte Frage, ob der Erste Verfassungszusatz Ansprüche wegen fahrlässiger Anstellung und Überwachung und Verletzung der Fürsorgepflicht gegen eine religiöse Einrichtung ausschließen könne, bei denen es um mutmaßliches sexuelles Fehlverhalten eines Geistlichen gegen ein Gemeindemitglied im Verlauf einer Eheberatungsbeziehung ging.

Auf der Grundlage seiner Meinung in Malicki schloss das Gericht zuerst, dass der Aspekt der freien Religionsausübung des Ersten Verfassungszusatzes nicht als Hinderungsgrund für diese Klage diente, weil die Bestimmung, ob sich eine treuhänderische Beziehung ergab und ob eine religiöse Organisation diese Pflicht verletzte, keine Beurteilung von religiöser Doktrin oder Überzeugungen erforderte.. Doe, 814 So. 2d unter 376.

Wenn also erlaubt wird, dass der Fall von Doe vor einem säkularen Gericht entschieden wurde, verletzt das weder, noch beschränktes die die religiösen Praktiken der Kirchen-Beklagten und stellt so keine Verletzung der Klausel der freien Religionsausübung dar ... Selbst wenn überdies angenommen wird, dass eine Beurteilung der Handlungsweise oder Untätigkeit der Kirchen-Beklagten die beiläufige Wirkung haben würde, eine besondere religiöse Praktik zu belasten, wird die Klage von Doe wegen Verletzung der treuhänderischen Pflicht von neutralen Strafgesetzprinzipien allgemeiner Anwendung beherrscht.

Id. (Zitate ausgelassen). Das Gericht schloss auch, dass die Verletzung der treuhänderischen Pflicht nicht in Kollision mit der Gründungsklausel ist. "Die Auferlegung einer Haftung, basierend auf einer Verletzung der treuhänderischen Pflicht, hat einen säkularen Zweck, und die Hauptwirkung der Auferlegung einer Haftung unter den Umständen dieses Falls fördert keine Religion, noch behindert es sie." Id. Das Gericht hob in Doe hervor, dass die Lösung der Anschuldigungen nicht von "einer weit reichenden Untersuchung von religiösen Gesetzen oder Vorschriften durch Zivilgerichte" abhinge oder von der Interpretation und Entscheidung über religiöse Lehre. Id.

Der Florida Supreme Court befand darauf, dass Doe und Malicki Entscheidungswirkung hätten für Carnesi gegen Ferry Pass United Meth. Church, 826 So. 2d 954 (Fla. 2002), Bestätigung abgewiesen in Ferry Pass United Meth. Church gegen Carnesi, 537 U.S. 1190 (2003), einen Fall, in dem es um die Haftung der Kirche für die mutmaßlichen Vergehen eines Freiwilligen ging. In Carnesi verklagte eine weibliche Kirchenangestellte die Kirchen-Beklagten und einen männlichen Kirchenfreiwilligen, weil dieser sie sexuell belästigt, angegriffen, verprügelt und zu Unrecht gefangen gehalten hatte. Das Berufungsgericht des Ersten Bezirks bestätigte ein summarisches Urteil zugunsten der Kirchen-Beklagten aufgrund der Schlussfolgerung, eine Entscheidung über die Ansprüche der Klägerin gegen einen Kirchenfreiwilligen würde erfordern, dass ein weltliches Gericht Kirchengesetz, Vorschriften und Praktiken untersuchte, um festzustellen, ob eine Vertreterbeziehung zwischen dem Kirchenfreiwilligen und den Kirchen-Beklagten bestand und ob die Kirchenbeklagten für die Handlungen des Freiwilligen haftbar gemacht werden konnten. Carnesi gegen Ferry Pass United Meth. Church, 770 So. 2d 1286 (Fla. 1. DCA 2000). Der Supreme Court schlug diese Entscheidung im Lichte von Doe und Malicki nieder und wies den Fall an die Erstinstanz zurück. Siehe Carnesi, 826 So. 2d unter 954-55.

II.
Es ist vor diesem rechtlichen Hintergrund, dass wir jetzt feststellen müssen, ob das gegenwärtige Verfahren vom Ersten Verfassungszusatz verhindert wird. (In aller Fairness gegenüber dem erstinstanzlichen Gericht sollte darauf hingewiesen werden, dass das Zusammenfassungsurteil in diesem Fall vor den Erklärungen des Supreme Court in den Fällen Malicki, Doe und Carnesi erging.) Mit den Entscheidungen in Malicki, Doe und Carnesi übereinstimmend, glaube ich nicht, dass wir schließen können, dass dieser Prozess mit den Klauseln der freien Religionsausübung oder der Gründung im Ersten Verfassungszusatz kollidiert.

Zuallererst müssen wir uns darauf konzentrieren, was die eigentliche Frage in diesem Fall ist, dem mutmaßlich fahrlässigen Betrieb eines Autos durch eine Zeugin Jehovas (Nunes), während sie auf dem Weg zu ihrem Predigtdienst ist, und ob solche angebliche Fahrlässigkeit den Wachtturm-Beklagten richtigerweise zugeschrieben werden kann. Nunes' religiöse Motivationen für das Bedienen des Autos stehen einfach nicht zur Debatte. Die in diesem Fall relevanten Fragen implizieren nicht die Klausel der freien Religionsausübung, weil es in diesem Prozess um einen säkularen Streit geht, nicht um eine Beurteilung einer internen Kirchenangelegenheit oder eines religiösen Glaubens. Die Wachtturm-Beklagten behaupten nicht, und können wirklich nicht behaupten, dass Nunes' angebliches unachtsames Fahren zur Zeit des Unfalls, das die Kläger versuchen, ihnen zuzuschreiben, von aufrichtig geglaubten religiösen Überzeugungen oder Praktiken beherrscht wurde. Wie in Malicki, Doe und Carnesi beinhaltet dieser Fall die neutrale Anwendung von Prinzipien des Strafgesetzes.

Weil dieser Rechtsstreit überdies einen säkularen Zweck hat und die Zuschreibung einer Delikthaftung gegen die Wachtturm-Beklagten eine Religion weder fördern noch hemmen würde, wird diese Tat auch nicht von der Gründungsklausel versperrt. Die zentrale Untersuchung, ob die Wachtturm-Beklagten unter einer für die Beklagten übergeordneten Theorie stellvertretend für die Verletzungen des Klägers haftbar sind, schließt vor allem die Frage ein, ob diese Beklagten das Recht hatten, die Art und Weise und/oder die Mittel zu für Nunes' Felddienst zu kontrollieren. Beim Lösen dieser rein säkularen Angelegenheit gäbe es keine "übermäßige" Verwicklung in interne Kirchenangelegenheiten oder in eine Interpretation der religiösen Lehre oder des kirchlichen Gesetzes. Siehe Malicki, 814 So. 2d unter 364.

Daher glaube ich aus allen vorhergehenden Gründen nicht, dass das Zusammenfassungsurteil zugunsten der Wachtturm-Beklagten nicht aus dem Grunde bestätigt werden kann, dass dieser Rechtsstreit in Kollision dem Ersten Verfassungszusatz ist. Folglich muss ich mich, wie Richter Wells, höflich von unserem Kollegen der Mehrheitsmeinung absetzen, der das Gegenteil meint. Im Gegensatz zu Richter Wells glaube ich jedoch nicht, dass die Frage der Stellvertreterhaftung der Wachtturm-Beklagten für Nunes' angebliche Fahrlässigkeit als Rechtssache aus den vorliegenden Aufzeichnungen bestimmt werden kann.

III.
Die Kläger machen im Wesentlichen geltend, dass die Wachtturm-Beklagten stellvertretend für ihre Verletzungen haftbar sind, weil Nunes ihre freiwillige Vertreterin gemäß dem Freiwilligenschutzgesetz von Florida und/oder nach Gewohnheitsrecht war. Die Wachtturm-Beklagten und Nunes behaupten andererseits, dass Nunes zur Zeit des Unfalls nicht als ihre Vertreterin mit Predigtdienstdienst beschäftigt war, sondern vielmehr ihren persönlichen religiösen Überzeugungen folgte. Sie, wie auch die Mehrheitsmeinung, weisen auf Nunes' Aussage, dass sie sich als Teil der Grundsätze ihres Glaubens mit dem Felddienst beschäftigte. Siehe Besonderes Zusammentreffen, auf Seite 3. Obwohl Nunes' Motivation für das Beschäftigen mit dem Felddienst in ihrem Glauben verwurzelt sein kann, ist überhaupt nicht disponibel, ob eine Vertreterbeziehung in der Tat zwischen ihr und den Wachtturm-Beklagten geschaffen wurde. Die Charakterisierung ihrer Beziehung durch die Parteien beherrscht nicht die Frage einer Vertretung. Siehe RESTATEMENT (SECOND) OF AGENCY, 1 cmt. B (1958) ("die Beziehung, die das Gesetz Vertretung nennt, hängt nicht von der Absicht der Parteien, sie zu schaffen, noch ihrer Überzeugung ab, dass sie es getan haben ... wenn die Vereinbarung zur tatsächlichen Verbindung zwischen [den Parteien] führt, welcher die rechtlichen Folgen der Vertretung beigefügt sind, dann besteht eine Vertretung, obwohl die Parteien sie nicht Vertretung nannten und die rechtlichen Folgen der Beziehung nicht beabsichtigten."); Nazworth gegen Swire Florida, Inc., 486 So. 2d 637, 638 (Fla. 1st DCA 1986) ("die Verwendung eines gewissen beschreibenden Etiketts in der Vereinbarung für einen der Kontrahenten ist nicht maßgebend für die tatsächliche rechtliche Beziehung zwischen den Parteien."); Singer gegen Star, 510 So. 2d 637, 640 (Fla. 4th DCA 1987) ("Eine Jury kann das Bestehen einer Vertretung selbst dann unterstellen, wenn sowohl der Leiter als auch der Vertreter dies bestreiten.").

Der Maßstab, um zu bestimmen, ob ein Vertreter ein unabhängiger Auftragnehmer ist, ist der Grad der vom Arbeitgeber oder Eigentümer über den Vertreter ausgeübten Kontrolle ... Insbesondere ist es das Recht, zu kontrollieren oder auch nicht, das das Verhältnis zwischen den Parteien bestimmt. Siehe Nazworth, 486 So. 2d unter 638 (Zitate ausgelassen). Wenn wir also die schriftlichen Beweise und alle vernünftigen Folgerungen in einem für die Kläger/Berufungskläger höchst vorteilhaften Licht betrachten, wie wir es müssen, (Markowitz gegen Helen Homes of Kendall Corp., 826 So. 2d 256, 259 (Fla. 2002) ("Beim Überprüfen des Eingangs eines summarischen Urteil 'muss ein Berufungsgericht die Aufzeichnung und unterstützende eidesstattliche Versicherungen im für die nicht den Antrag stellende Partei vorteilhaftesten Licht prüfen.'").), besteht wirklich eine an die Jury zu stellende Frage, ob die Wachtturm-Beklagten das Recht hatten, die Art und/oder die Mittel zu kontrollieren, wie Nunes ihre Literatur verteilte und in ihrem Namen während ihrer Felddiensttätigkeit Spenden annahm. Es liegen uns schriftliche Aussagen vor, dass Nunes zur Zeit des Unfalls damit beschäftigt war, was als "formaler Felddienst" entsprechend einem von Berufungskläger Watchtower New York entwickelten und durchgeführten System anzusehen ist.

Vor ihrer Teilnahme an ihrem "formalen Felddienst" wurde von Nunes, wie von anderen Zeugen Jehovas, verlangt, eine von einem Ältesten geführte Besprechung zu besuchen, der die Zeugen Jehovas anwies, was sie Mitgliedern der Öffentlichkeit sagen und wie sie es sagen sollten. Tatsächlich müssen alle Zeugen Jehovas von Watchtower New York gebilligt werden. Die Ältesten weisen die einzelnen Zeugen Jehovas an, wohin sie gehen sollen, und oft, wer sie begleiten soll, so dass es sein kann, dass die Leistungen der Zeugen Jehovas später rezensiert werden. Im Predigtgebiet verteilen die Zeugen Jehovas Literatur, die einzig von den Wachtturm-Beklagten vorbereitet wird.

Im Predigtgebiet werden Zeugen Jehovas wie Nunes einer Felddienstgruppe zugeteilt, und diese Gruppe geht immer zusammen zu einem im Voraus zugeteilten Gebiet. Richtige Kleidung und Haartracht für den Felddienst sind Pflicht, und es ist "allgemeine Übereinkunft", dass die Zeugen Jehovas ihre Autos benutzen müssen, um Felddienst durchzuführen. Während sie diesen Felddienst durchführen, wird verlangt, dass die Zeugen Jehovas die Frage von Spenden gegenüber Mitgliedern der Öffentlichkeit vorbringen, wenn sie die Literatur der Wachtturm-Beklagten verteilen und alle Spenden an Watchtower New York weitergeleitet werden.

Außerdem wurden alle Präsentationen, die von den Zeugen Jehovas beim Verbreiten der Literatur in der Öffentlichkeit verwendet werden, von den Wachtturm-Beklagten entwickelt. Es wird verlangt, dass alle Zeugen Jehovas mindestens zehn Stunden pro Monat für den Felddienst einsetzen. Ein Unterlassen der Zeugen Jehovas, dies zu tun, kann dazu führen, dass Privilegien und der Status in der Gemeinde verloren gehen. Außerdem wird verlangt, dass alle Zeugen Jehovas ihre Felddienststunden auf vorgedruckten Formularen von Watchtower New York aufzeichnen. Die Daten auf diesen Formularen werden dann monatlich an Watchtower New York weitergeleitet.

Angesichts dieser Aussagen aus den Unterlagen kann ich einfach nicht mit meinen übrigen Kollegen übereinstimmen, dass die Frage bezüglich des Rechts der Kontrolle der Wachtturm-Beklagten über Nunes' Felddienstaktivitäten am Tage des Unfalls schlüssig als Sache des Gesetzes über einen Antrag auf summarisches Urteil bestimmt werden kann. Dieser Fall zeigt eine Frage für die Jury in fast derselben Art auf, wie die Frage treuhänderischer Pflicht eine Frage für die Jury in Doe gegen Evans darstellte. Dort urteilte der Florida Supreme Court in dieser Hinsicht: ... bezüglich des Verhältnisses zwischen Doe und Evans und zwischen Doe und der Kirchen-Beklagten ist es eine Frage an die Jury, zu bestimmen, ob sich eine treuhänderische Beziehung ergab; die Natur dieser Beziehung; und ob in Folge des Verhaltens der Kirchenangeklagten eine Verletzung der Pflicht der Kirchen-Beklagten als Treuhänder Doe gegenüber vorlag. Doe, 814 So. 2d unter 375.

Daher bin ich aus allen vorhergehenden Gründen respektvoll anderer Meinung, weil ich glaube, dass das Zusammenfassungsurteil in dieser Sache revidiert werden muss und diese Klage an eine Jury zu verweisen ist.