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Junge Frau beschuldigt Zeugen Jehovas des sexuellen Missbrauchs

 

Jehovakinder haben Angst, Mutter und Vater von dem Missbrauch zu erzählen 

 

http://ekstrabladet.dk/visartikel.iasp?pageID=247236

 

von Rikke Halberg - 8:55 - 29. April 2004    

 

Die 23-jährige Miriam Poulsen hat in ihren 22 Jahren als Zeugin Jehovas fünf Fälle von sexuellem Missbrauch an ihren minderjährigen Freundinnen erlebt. Ein 10-jähriges Mädchen Trige bei Aarhus wurde über längere Zeit von ihrem Großvater missbraucht, der einer der so genannten Ältesten in der Versammlung ist. Ein 7-jähriges Mädchen in Südjütland wurde sieben Jahre lang von ihrem Großvater missbraucht. Der Fall wurde aufgedeckt, aber der Großvater wurde nie bestraft, auch wenn alle in der Versammlung von dem Missbrauch wussten. Ein Ältester in Køge missbrauchte drei Jahre lang seine eigene 10-jährige Tochter und ihre Freundin. Das ist Missbrauch, der für die Schuldigen keine Konsequenzen hatte. Missbrauch, bei dem es die Mädchen nicht über sich bringen konnten, mit Erwachsenen darüber zu reden. Nur Miriam und ihre engen Freundinnen bekamen die Geschichten zu hören.

- Wir haben es nicht gewagt, etwas gegenüber der Versammlung zu sagen, weil wir Angst hatten, ausgeschlossen oder entehrt zu werden, sagt Miriam, die nicht mehr zu den Zeugen Jehovas gehöret und in Aarhus lebt.

 

KUSS-SPIELE

 

 

Miriam wurden von einem der Ältesten auch sexuelle Avancen gemacht.

Sie war 12 und sollte getauft werden. Einer der Ältesten der Versammlung studierte die Vorschriften der Zeugen Jehovas mit ihr ein. Das fand statt im Untergeschoss des Königreichssaals in Thorshavn auf den Faröer-Inseln. Miriam sollte von dem Ältesten an sie gestellte Fragen beantworten.

- Irgendwann bat er mich, sich auf seinen Schoß zu setzen. Dann sagte er mir, ich solle ihn bei jeder neuen Frage küssen. Und wenn ich richtig antwortete, wolle er mich küssen. Das ging anderthalb Stunden so. Er fasste mich um die Hüfte und küsste mich immer weiter. Er sagte, wenn ein Ältester mich küsse, sei das so, als küsse mich Gott durch ihn.

- Heute erkenne ich  deutlich, dass das zu etwas Unangenehmeren, vielleicht zu einer Vergewaltigung, führen konnte.

Der fünfte Missbrauchsfall, von dem Miriam weiß, war eine Vergewaltigung; begangen an einem Mädchen von den Faröer-Inseln von demselben Ältesten, der Kussspiele mit Miriam veranstaltete.  

 

SCHAM VOR SICH SELBST

 

Miriam hatte Angst, ihren Eltern oder anderen in der Versammlung von der Sache zu erzählen.

- Ich wuchs in dem Glauben auf, dass Älteste immer Recht haben. Wenn jemand einen Ältesten beschuldigt, sagen andere in der Versammlung, der Ankläger sei schuld. Ich schämte mich noch Jahre nach den Küssen. Ich glaubte, mit mir stimme was nicht, denn ein Ältester hat als Erwählter Gottes immer Recht, sagt sie.

- Jehovas Zeugen setzen Regeln höher als Menschenleben. Sie sind total heuchlerisch. Icxh ermuntere alle Zeugen Jehovas, gegen den Heimlichkeitskodex zu kämpfen.

Weitere Tatsachen:

 

ILLEGAL

 

- Es klingt entsetzlich und ist sicher verbrecherisch.

Rechtsprofessorin Eva Smith wurden die Regeln gezeigt, die die Zeugen Jehovas ihren Jüngern bei sexuellem Kindesmissbrauch verpflichtend machen.

- In solchen Fällen gibt es besonders die Pflicht, solchen Verdacht oder solche Taten anzuzeigen. Es ist ungesetzlich und strafbar, keine Anzeige zu erstatten oder die Information zurückzuhalten, und es ist strafbar, andere zu ermuntern, Informationen über solche Verbrechen zurückzuhalten, sagt die Rechtsprofessorin Eva Smith gegenüber Ekstra Bladet. Jehovasprecher Erik Jørgensen behauptet, die Organisation handle im Rahmen des Gesetzes:

- Eindeutige, aktuelle Missbrauchsfälle müssen angezeigt werden. Es ist nur falsch, das bei so genannten verdrängten Erinnerungen an sexuellen Missbrauch zu machen; da haben wir andere Vorschriften.

 

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Zweiter Artikel

 

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Zeugin Jehovas bekam Kind von ihrem Vater

 

- Es gab Treffen mit den Ältesten. Ich glaube, mein Vater half, sie zu organisieren, und stellte sich ihnen zur Verfügung. Er wollte so gern Ältester sein.

 

http://ekstrabladet.dk/visartikel.iasp?pageID=247355

 

von Rikke Halberg - 8:45 - 30. April 2004  

 

Die 39-jährige Dorte Tveiti erinnert sich immer noch an das erste Mal, als sie von ihrem Vater missbraucht wurde.

- Ich hatte ein blaues Kleid mit Perlmuttknöpfen an. Ich war etwa 3 Jahre alt. Es tat schrecklich weh.

Der Missbrauch, zusammen mit Schlägen und seelischem Terror gegen die ganze Familie, dauerte, bis Dorte 13 war.

 

GEBURT AUF DEM WOHNZIMMERTISCH

 

Dann gebar sie das Kind ihres Vaters auf dem Wohnzimmertisch. Sie erinnert sich, dass ihr Vater das gesunde, schreiende Kind mit in die Küche nahm.

- Plötzlich war es still. Als wenn jemand einen Knopf gedrückt hatte.

- Niemand hat es ausgesprochen, aber ich weiß, dass mein Vater mein Kind umgebracht hat.

Man fand keine Leiche. Dorte wurde von ihren Eltern angewiesen, niemandem gegenüber etwas über die Geburt verlauten zu lassen. Der Mord war erstmals in den Medien, als Dorte Tveitis Buch Missbrauch. Er nahm mir meine Kindheit im Oktober 2003 herauskam.

Dort beschreibt sie ihre entsetzlichen Kindheitsqualen, und Dortes Schwester untermauert die extreme Gewalt und den Missbrauch.

 

SYSTEMATISCHER SEXUELLER MISSBRAUCH

Dorte Tveiti war als Kind Zeuge, wie eine Gruppe von bis zu fünf Jehovaführern, Älteste, fünf Kinder vergewaltigten und missbrauchten, wobei sie das Fünfte war.

- Es gab Treffen mit den Ältesten. Ich glaube, mein Vater half, sie zu organisieren, und stellte sich ihnen zur Verfügung. Er wollte so gern Ältester sein.

Noch heute erinnert sich Dorte an die Namen der vier anderen Kinder, die bei den Ältestentreffen, die vier Stunden dauern konnten, zugegen waren. In der Zeit, wo sie zwischen fünf und zwölf Jahre alt war, wurden sie alle regelmäßig missbraucht. Drei der Kinder, heute über dreißig, sind immer noch Zeugen Jehovas. Was bei diesen Ältestentreffen vor sich ging, wurde dreißig Jahre später der Polizei gemeldet, aber sie haben die Untersuchung abgebrochen, weil seit damals so viel Zeit vergangen ist. Dorte möchte nicht viel mehr sagen. Erst vor wenigen Monaten belästigten Mitglieder ihrer ehemaligen Versammlung ihre Familie mit Briefen, Besuchen und Anrufen.

 

STUMME ZEUGEN

 

In Dortes Welt steht der Missbrauch durch ihren Vater an erster Stelle. Aber sie hat es niemandem außerhalb der Familie gesagt. Schweigen war üblich in der kleinen Versammlung in Himmerland.

- Weder ich noch meine Mutter oder meine Geschwister haben jemandem gesagt, dass ich von meinem Vater missbraucht wurde. Teilweise, weil es eine geschlossene Versammlung war, wo Probleme unter den Teppich gekehrt wurden, teilweise, weil wir so viel Furcht vor meinem Vater hatten, der mich eines Tages so schlug, dass ich Blut erbrach, weil ich versucht hatte, einem Lehrer alles zu erzählen.

- Und dann war da die Versammlung, wo solche Dinge stillschweigend akzeptiert wurden. Es gab mehrere, die dasselbe taten.

 

NIEMAND, AN DEN SIE SICH WENDEN KONNTE

 

Das Wissen, dass sexueller Missbrauch nicht auf sie beschränkt war, sondern dass es da mehrere Kinder gab, bedeutete, dass sie nicht wusste, mit wem sie reden sollte. Wer in ihrer kleinen Welt wäre für oder gegen Kindesmissbrauch? Und wo konnte sie Trost finden?

- Wie alle anderen besuchte ich die von Jehovas Zeugen veranstalteten Zusammenkünfte dreimal die Woche. Ich konnte nicht verstehen, wie die Ältesten predigen konnten, man müsse gut zueinander sein, wenn mein Vater und andere mich weiter verletzten.

 

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Dritter Artikel

 

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Satans Zeugen

 

29. April 2004

 

http://ekstrabladet.dk/VisArtikel.iasp?TemplateID=4587

 

Sie nennen sich Zeugen Jehovas, und wir sehen, wie sie vor der Haustür stehen und missionieren, oder wie sie samstags vor dem Krämerladen ihre unlesbaren Zeitschriften, den Wachtturm, verbreiten. Sonst sehen wir nicht viel von den Mitgliedern dieser Sekte, obwohl es in Dänemark 20.000 davon gibt. Das soll heißen, sie ziehen es vor, isoliert von anderen Leuten zu leben. Sie nehmen mit merkwürdigen Vorschriften ihren Kindern die Freude – sie feiern kein Weihnachten oder Geburtstage. Talentierte Jugendliche werden daran gehindert, eine angemessene Ausbildung zu erhalten; stattdessen steckt man sie in einen Reinigungsdienst, den ein Sektenmitglied betreibt, wo sie nicht Gefahr laufen, beeinflusst zu werden, wie wenn sie sich unter normale Leute begeben würden. Diese menschenverachtende Sekte ist dafür bekannt, rücksichtslos Familien zu spalten, wenn dort ihre Regeln verletzt werden. Eine totalitäre Mentalität, die uns an die Tvind-Bewegung erinnert. Kinder werden von ihren Eltern getrennt, oder Ehepartner voneinander – mit der Drohung, sie aus dieser kranken Gemeinde zu werfen, zu deren blindem Gehorsam die Mitglieder durch Hypnose gebracht werden. Mit der Drohung, das ewige Leben zu verlieren, das ausschließlich für die wahren Gläubigen in der Sekte da ist. Die Grundlage für diesen erniedrigenden Zirkus sind ein paar verrückte Vorschriften, die die amerikanische Zentrale der Sekte angeblich der Bibel entnommen hat. Gerissen werden die Leute indoktriniert, Leute, die nicht die hellsten sind, die sich oft in einer Lebenskrise befinden, wo die Zeugen sie leicht herauspflücken können, angeblich um sich um sie zu kümmern. Man ist versucht, diese verlogene Plage sich selbst zu überlassen. Aber die Zeit diktiert das Gegenteil: Klopfen Sie an die Türen der so genannten Königreichssäle und säubert sie. Wie in der heutigen Ausgabe zu sehen ist, wird vielen Kindern von dieser Sekte Schaden zugefügt, indem sie sexuell missbraucht und dann gezwungen werden, kein Wort über das Geschehene zu sagen. Die mutige Enthüllung des unanständigen Lebens hinter einer scheinheiligen Fassade durch eine junge Frau zeigt, dass die Polizei beginnt, Interesse an ihren Lebensbedingungen zu zeigen, wo es die ausgesprochene Regel gibt, dass sexueller Missbrauch vertuscht werden muss, wenn er nicht gerade gestern passiert ist. Das ist nicht nur krank. Das ist ungesetzlich. Sexueller Kindesmissbrauch ist etwas, das anzuzeigen jeder die Pflicht hat. Es ist ungesetzlich, still zu sein. Es ist an der Zeit, dass gegenwärtige oder frühere Mitglieder ihre Furcht überwinden und sich melden mit ihrem Wissen über das, was da in diesem Gefangenenlager von Seelen vor sich geht, das man auch mit gutem Willen nur als Satans Zeugen bezeichnen kann.