Silentlambs fährt zum Bethel!

Was I dressed good enough?

 

In den letzten Wochen habt ihr vielleicht bemerkt, dass sehr starke Zeitungsartikel aus Dänemark über die Zeugen Jehovas und über Kindesmissbrauch kamen. Der Leitartikel trug die Überschrift "Zeugen des Satans". Ihn zu sehen war zuerst ziemlich schockierend, aber als die folgenden Artikel herauskamen, die zeigten, wie in einem Fall nach dem anderen sexueller Missbrauch vertuscht wurde, begann man zu verstehen, warum die Zeitung diesen Kommentare machte. Dänemarks Medien sind in etwa die liberalsten Medien auf der Welt, sie kommentieren und gehen allem nach, wo sie meinen, dass eine Enthüllung notwendig ist. Bedenkt, dass Dänemark ein kleines Land ist, und die Zeitung, die darüber berichtete, hat die größte Auflagenhöhe aller Zeitungen im Land. Sie wird auch überall in vielen anderen Ländern in Europa für alle herausgegeben, die Dänisch lesen.

 

Ihr könnt den Artikel auf der Silentlambs-Webseite unter folgendem Link lesen (deutsche Übersetzung):

 

http://www.silentlambs.org/Denmarknewsstory_de.htm

 

Wie ihr seht, gibt es viele Geschichten über Missbrauch, und es wurde gezeigt, dass die Organisation anscheinend sechs Jahre lang keine bestimmte Richtlinie für die Anzeige von Missbrauch herausgab, obwohl es damals landesweit Pflicht war, Anzeige zu erstatten. An alle Ältestenschaften in Dänemark wurde ein Brief geschickt, der zeigt, wie Missbrauch vertuscht wurde. Ihr könnt ihn hier lesen (deutsche Übersetzung):

 

http://www.silentlambs.org/Denmarkboeenglish_de.htm

 

Nachdem diese Storys geschrieben wurden, war offensichtlich, dass Anweisungen nicht bloß ein örtliches Problem waren, sondern dass es vom Hauptbüro in Brooklyn, New York, gelenkt zu sein schien. An dieser Stelle trat man an Silentlambs heran und fragte, ob wir Missbrauchsüberlebende im Gebiet New York nennen könnten, die interviewt werden könnten und die zeigten, dass das Missbrauchsproblem ein ständiges war. Wie ihr euch erinnern könnt, schickten wir einen Newsletter heraus, der in dieser Hinsicht um Hilfe bat. Erfreulicherweise waren mehr als sechzehn Überlebende bereit, bei Interviews mit den Reporter zu helfen. Ich wurde darum gebeten, nach New York zu kommen, um weitere Hintergrundinformationen zu liefern, es war eine kurzfristige Benachrichtigung, aber ich war froh, bei der Geschichte zu helfen.

 

Wir trafen uns zum gemeinschaftlichen Essen und einer Besprechung, bei der alle sprechen und miteinander Gemeinschaft haben konnten. Es war ein sehr netter Anlass, einen Besuch zu machen und die Reporter sie in zwangloser Umgebung sehen zu lassen. Während des Essens wurden Geschichten erzählt und Interviewtermine für später in der Woche verabredet. Beim Essen waren etwa 12 Personen anwesend, einige schafften es aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht. Wir konnten einige sehen, die im Jahr 2002 beim Silentlambs-Marsch dabei waren, und es waren auch neue Gesichter dabei. Einige fuhren etwa vier Stunden, nur um dort zu sein.

 

Am folgenden Tag traf ich die Reporter, um die Strategie zu erörtern und schriftliches Material zu liefern. Ich erwähnte ihnen gegenüber, dass die PR-Abteilung berüchtigt dafür war, ein Interview zu erlauben und es dann im letzten Moment abzusagen. Ganz klar, denn als sie den PR-Sprecher anriefen, gab David Semonian vor, dass er sich freute, sie kennen zu lernen. Ich schlug vor, dass sie zuerst im Bethel herumgehen könnten, um einige Bilder von drinnen zu machen, bevor sie ausgesperrt wurden. Also gingen wir zur Fabrik und führten sie der wahrheitsgemäß als Nichtzeugen ein, die herumgehen wollten. Wir waren mit offenen Armen willkommen. Ich verwendete meinen zweiten Vornamen, nur um sicher zu sein.

 

Interessant war, dass sich im Eingangsbereich ein interaktives Video über die Geschichte der Organisation mit hilfreichen Anzeigen befand. Der merkwürdige Teil kam, als die Tour begann, das Fabrikgebäude schien großenteils leer zu sein. Etage auf Etage demontierter Trödel, alte Teile und Zeug, das hauptsächlich Metallspäne zu sein schien. Die Gruppe schien beim Umhergehen sehr aufgeregt zu sein, Bild auf Bild zu schießen, auf denen im Grunde nichts drauf war. Es wurde erklärt, dass die Fabrik mit den Druckeinrichtungen nach Patterson umgezogen sei, und seit das Furman-Gebäude verkauft war, seien der Versand und die Wäsche in die Gebäude an der Adams Street verlegt worden. Sie schienen einige Monate zu haben, das Gebäude zu räumen. Außerdem wurde das Gebäude in Nr.107 von oben bis unten renoviert, so war auch der Königreichssaal nach Nr. 124 umgezogen. Dies war hilfreich, da die Reporter auch Bilder von einer Zusammenkunft machen wollten. Mehr darüber später ...

 

Schließlich kamen wir in eine Etage, wo Bibeln hergestellt wurden, und machten ein paar Bilder von der Arbeit. Es scheint, sie zogen es, was es auch sollte, in die Länge, da es dreißig Minuten dauerte, bis wir sahen, wie die Einbanddecken auf die Bibeln geklebt wurden. Ein bisschen triviales Zeug; die Deluxe-Bibeln wurden bis zum Jahr 2000 aus Schweinsleder gemacht, aber es wurde aus Kostensenkungsgründen entschieden, sie aus "besserem"(?) synthetischem Material herzustellen. Also nehmt, wenn ihr eine Schweinslederbibel haben wollt, besser eine von vor dem Jahr 2000. Seid ihr begeistert, dass ihr das wisst?

 

Nach der ausgedehnten Bibeltour überquerten wir die Brücke zum Sands-Wohngebäude. Was war dort zu sehen? Eine Küche, Esszimmer und ein Werkzeugraum zusammen mit irgendwelchem Bildmaterial, dies dauerte weitere dreißig Minuten, und es schien, es war kein Ende in Sicht. Ich fragte die Reporter, ob sie die Tour fortsetzen wollten. Sie sagten zu mir: "Lassen Sie uns hier rausgehen." So taten wir das Undenkbare und sagten am Eingang zum Sands-Gebäude, wir hätten noch einen anderen Termin und müssten gehen. Die kleine Reiseführerin sah völlig schockiert aus und sagte, sie müsse um Erlaubnis fragen. Wir standen drei Meter von der Haustür entfernt, aber wir warteten etwa fünf Minuten, während sie hinging und eine Diskussion mit dem Bruder an der Eingangstheke hatte. Schließlich brachte sie die "Erlaubnis" mit, dass wir gehen könnten. Es schien ein bisschen merkwürdig. Sobald wir aus der Tür gingen, zündeten die Reporter, die Raucher waren, Zigaretten an, sehr zum Ärger derer, die hineingingen. Ich sagte ihnen, dass das vor dem Vordereingang zum Sands-Gebäude gleichbedeutend mit einer großen Sünde sei. Die Blicke, die man ihnen zuwarf, schienen davon zu zeugen.

 

Aus der Fabrik gingen wir zum Mittagessen und dann weiter zu den Furman-Gebäuden, um geistige Speise zu erhalten. Zu Einzelheiten seht folgende Bilder:

 

http://community.webshots.com/album/146703972JyRxYg/0

 

Nach dem langen Gang zum Furman-Gebäude wurde es Zeit, dass ich mein Flugzeug erreichte, aber ich musste einfach noch nach 25 Columbia Heights gehen. Das letzte Mal, als ich dort war, waren die Tore geschlossen, und über einhundert Missbrauchsüberlebende wurden ignoriert, als sie als Augenzeugen des Missbrauchs kamen. Pat Garza auf der Eingangsstufe beschuldigte Ted Jaracz, sie als Kind missbraucht zu haben. Dies war eine Fortsetzung einer Anklage, die sie seit 1994 schriftlich bei der Dienstabteilung erhob. Was war damals ihre Antwort? Im Jahr 1995 schickten sie einen sehr großen Bezirksaufseher und und einen Kreisaufseher, die sich mit Pat im Hinterzimmer des Königreichssaales treffen sollten. Sie sagten ihr, wenn sie nicht schwiege, würde sie ausgeschlossen. Pat war so entsetzt, dass sie jahrelang schwieg, bis sie Silentlambs fand. Obwohl sie im Sommer des letzten Jahres starb, fand sie ihre Stimme und hatte keine Angst mehr, über ihren Missbrauch zu sprechen. Pat wurde nicht ausgeschlossen, obwohl die Brüder und Schwestern sie bis zu ihrem Tod mieden, ihr keine Hilfe bei ihrer Krankheit anboten oder ihr Begräbnis besuchten. Nur ein Grund, warum ich auf der Eingangsstufe bei offenen Türen stehen wollte. Uns lief zwar die Zeit weg, aber wir schafften es und bekamen einen Schnappschuss, es ist das letzte Bild, das wir machten. Ich hoffe, dass es euch zum Lächeln bringt, denn manchmal kann man nur lachen, wenn man nicht weinen will

 

Die Reporter gingen am nächsten Tag zum Interview, und ratet mal, was geschah? Semonian lehnte es kategorisch ab und forderte sie auf, wenn sie Informationen wollten, auf die Webseite zu gehen. Erfreulicherweise waren wir in der Lage, ein Interview mit einer Missbrauchsüberlebenden zu vereinbaren, mit der Semonian persönlich zu tun hatte. Als ein Reporter ihn davor nach dem Fall fragte, leugnete Semonian, die Person zu kennen. Wäre es möglich, dass ein Bethel-Ältester die Presse belügt? Der Leser wende Unterscheidungsvermögen an ...

Die Reporter gingen weiter, um die Zusammenkunft am Donnerstag zu besuchen, und bekamen einige großartige Bilder im Königreichsaal in Nr. 124, die ohne Zweifel bald in den dänischen Zeitungen erscheinen.

Noch einmal wurde die Politik der Organisation bloßgestellt für das, was sie Kindern antut.

Noch einmal erledigte die WT-PR-Abteilung die Öffentlichkeitsarbeit auf erbärmliche Weise.

Noch einmal waren die Medien in der Lage, das wahre Gesicht der Organisation im Umgang mit dieser Angelegenheit zu sehen.

Noch einmal wurde Missbrauchsüberlebenden die Gelegenheit gegeben, von Medien gehört zu werden.

Noch einmal wurde die Wahrheit auf eine klare und präzise Art bekannt gemacht.

Noch einmal wurden Missbrauchsüberlebende zusammen gebracht, um die Gemeinschaft zu genießen und nicht mehr schweigende Lämmer zu sein.